Something in Between – A Dhampire* Story (c)

von illeiza
GeschichteMystery, Romanze / P18
Aro Charlie Swan Edward Anthony Masen Cullen Isabella "Bella" Marie Swan OC (Own Character) Renee Swan
20.07.2010
17.10.2020
25
122.615
13
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17.10.2020 4.524
 
So… und nun das letzte Kapitel…

*Popcorn hinstell*


25. Raining Ashes

Bella POV
Ein Zischen und leise, schnelle Schritte klangen durch die Stille der nebelverhangenen Nacht, nahten drohend heran.
Aro und seine Renata kamen zu einem abrupten Halt, vielleicht 20 Meter vor uns, links von ihm erschienen Jane, Felix und ein weiterer Vampir, rechts von ihm Janes Zwillingsbruder Alec und Tanya.
„So sehen wir uns wieder!“, sagte Aro laut und als sein Blick über unsere Gestalten wanderte, war er ganz offenbar nicht begeistert über unsere Verstärkung. Er hatte sich in der Überzahl gewähnt.
Was er natürlich trotzdem war, da unser Magier ja bewusstlos auf der Ladefläche lag.
„Carlisle, mein Freund, es ist natürlich immer schön Dich zu sehen. Wie schade, dass es unter so unglücklichen Umständen geschehen muss.“
Ich konnte sehen, wie Janes Aura waberte und dann pfeilschnell auf Alice zuschoss. „Jackson!“, flüsterte ich, doch es war zu spät. Die schwarzhaarige, kleine Wahrsagerin sah es nicht kommen und sank gepeinigt vor Schmerz auf die Knie.
Mein Kollege bekam einen rachelustigen Blick und ließ seine Aura so schnell, wie ich es noch nie gesehen hatte, in Richtung Jane fließen, woraufhin sie von ihrem Opfer abließ und anfing zu weinen.
Als wäre das nichts, was für sie von Interesse wäre, tauschten Aro und Carlisle ein paar Worte über irgendeine Frau aus. Doch dann legte Alec los und ließ seine dunkle Aura in unsere Richtung wabern.
„Alecs Aura kriecht zu Carlisle“, flüsterte ich Edward zu, der sofort alarmiert wirkte und ich verpasste Carlisles Antwort an Aro.
„Er kann mehrere Leute aller Sinne berauben“, raunte er mir zu. Renée hatte es mitbekommen und wandte mir ihren Kopf zu.
Während Carlisle weiter mit Aro sprach, der verlangte, dass er Renée, Alice und mich aushändigen solle, damit Edward und ihm nichts passiere, flüsterte Renée mir etwas zu, das ich nachsprechen sollte.
Ich hatte Schwierigkeiten die Worte auszusprechen und es kam einem Wunder gleich, dass es bereits beim zweiten Mal gelang. Warum war sie nicht vorher darauf gekommen? Ein Schutz legte sich um uns, doch es war erneut zu spät.  
Carlisle war bereits umgeben von dieser undurchdringlichen Schwärze und Aro lächelte nur, als würde er nicht verstehen warum sein Gesprächspartner plötzlich nicht mehr ansprechbar war. Meine Mutter versuchte ihn aus seinem Zustand zu holen, redete auf ihn ein und schüttelte ihn. Doch wenn ich Edward richtig verstanden hatte, würde es keinen Unterschied machen. Alec hatte ihm eine Vollnarkose verpasst.
„Edward, nun... dann liegt es wohl an Dir zu entscheiden“, beschloss Aro und zeigte auf meine Mutter, Alice und mich. „Die Frauen gegen Euer Leben.“
Edward legte den Kopf ein wenig schief und schien zu überlegen. Vermutlich was diese seltsame Auswahl – die völlig unschuldige Alice, meine Newbie-Vampirmutter Renée und ich? - zu bedeuten hatte.
„Eigentlich...“, begann Edward und wurde von dann von Renée unterbrochen. „Befrei‘ sofort Carlisle aus diesem Bann, Du Rotzgöre!“
Aro wandte den Kopf irritiert zu Renée und blickte dann auffordernd zu Alec. Die Betäubungswolke seiner Aura versuchte Renée zu umschließen, aber der Schutz hielt ihn ab. Zumindest noch.
Bevor ich sie irgendwie ansprechen oder aufhalten konnte, stand Renée hinter Alec und rammte ihm den verzauberten Pflock in den Körper.
Wir starrten alle geschockt auf den zu Boden krümelnden Alec und alles geschah wie in Zeitlupe. Tanya starrte auf den Kleiderhaufen, in dem eben noch der Vampirjunge gestanden hatte und umklammerte dann blitzschnell Renée, während Aro einen furchteinflößend wilden Blick auf meine Mutter richtete.
„Richte sie hin“, sagte er erst mit große Augen und verlor dann den Kampf gegen sein Temperament, als seiner Bitte nicht sofort nachgekommen wurde. „RICHTE SIE HIN!!!!“
„Neiiiiin“, schrien ich und Carlisle, der wieder zu sich gekommen war und dann anfing zu flehen. „Bitte verschone sie, bitte, Aro… Tanya, mein Kind, meine Tochter! Verschone sie! Verschone dein Blut!“
Tanya sah überfordert von Carlisle, den sie ganz offensichtlich liebte, zu Aro, dem sie Treue geschworen hatte. „Lass sie sofort gehen, Tanya!“, schrie ich die Vampirbarbie an und wollte auf sie zustürmen, wurde jedoch von Edward festgehalten.
„Lass sie gehen!“, rief ich erneut und versuchte mich aus Edwards Griff zu befreien.
„TÖTE SIE!!!“, schrie Aro sie erneut an und Tanyas Blick glitt nochmal zu Carlisle. Schließlich richtete sie den Blick auf Aro, Tränen quollen aus ihren Augen.
„Ich kann nicht, Aro. Sie ist meine Schwester. Die Gefährtin meines Vaters.“
So gesehen klang diese ganze Beziehung von meiner Mutter zu dem Tom Cruise-Double natürlich ziemlich geschmacklos. Doch ich gewann neuen Respekt für die Schwester und Ex-Blondi von Edward, der mich immer noch umklammert hielt. Tanya schob Renée mit einem trotzigen Blick an Aro hinter sich und versuchte ein paar Schritte zurückzuweichen.
„Tanya“, drohte Aro jetzt in einem beherrschten, übertrieben freundlich klingenden Ton, der sogar noch verrückter klang, als sein Schreien. Er sah aus wie kurz vor der Explosion.
„Lass die beiden sofort gehen, Aro“, zischte ich ihn an und zog meinen zweiten Pflock aus der Seite – ich trug immer noch den Neopren-Shorty.
Edward ließ mich los und wir rechneten jeden Moment mit einem Angriff, als Aro Jane am Ellbogen zu sich zog. Kaum war sie in seiner Nähe, genoss sie automatisch den Schutz von Renata und stand nicht mehr unter dem Bann von Jackson. „Wie besiegt man den Feind?“, befahl ihr das Zirkeloberhaupt grimmig und sie sah sofort zu Carlisle. „Schlag der Schlange den Kopf ab!“
Janes Attacke war unmittelbar und rang den Freund meiner Mutter zu Boden. Er war jedoch noch nicht mal auf den Knien, als Renée sich bereits von Tanya losriss. In der nächsten Sekunde prallte sie von Aros Schutz ab, um dann 10 Meter in unsere Richtung geschleudert zu werden und wie bewusstlos auf dem Boden liegenzubleiben. Aro lachte los und klatschte vergnügt in die Hände. „Bravo!“
Edward hatte noch vor der Attacke auf Carlisle einen Blick mit Alice ausgetauscht, die zuvor leicht abwesend gewirkt hatte. Sie waren in Angriffshaltung gegangen. Jackson und ich taten es den beiden nach und ich sah noch, dass Edward ebenfalls mit Tanya Blicke ausgetauscht hatte, als plötzlich die Hölle losbrach und alles auf einmal innerhalb weniger Sekunden passierte.
Tanya und Edward stürzten sich auf Renata - Alice und Jackson auf Felix und den unbekannten Vampir. Ich hatte keine Ahnung wie Edward und seine „Schwester“ Renata aus ihrer Konzentration rissen, aber den kurzen Moment, den sie es fertigbrachten, nutzte ich, um Jane frontal anzugreifen.
Sie versuchte mich abzuwehren und ich ihr meinen Pflock durch ihr schwarzes Herz zu jagen.
Aro war abgelenkt von dem Bemühen seiner Lebensversicherung Renata zu helfen, als ich Jane schließlich pfählte. Aus dem Augenwinkel sah ich noch wie Felix Alice von sich schleuderte und sie über die Baumwipfel in den Wald flog, als er sich schon hinter mich stürzte  – auf Renée, die gerade wieder zu sich gekommen war. Carlisle schob sich dazwischen und schleuderte Renée aus dem Weg. Doch der Freund meiner Mutter hatte nicht einkalkuliert wie sehr ihn die Angriffe geschwächt hatten. Ich rannte mit dem Hemmer auf Felix zu, doch der hatte bereits einen Pflock in den Brustkorb des blonden Arztes gejagt.  
Staub rieselte von seinen Händen herab und sein Blick traf meinen. Er lächelte.
Mein Hemmer traf ihn in die Seite und Renée gab ihm den Rest, als sie ihm mit immenser Krafteinwirkung einen Pflock durch den Körper jagte. Adrenalin rauschte durch meine Adern und ich meinte schon, einen roten Film vor meinen Augen zu sehen. Doch vielleicht war das nur das wilde Gewusel der Auren.
Ein Kopf mit blondem Haar flog mir vor die Füße und wurde ebenfalls zu Staub.
Tanya.
Entsetzen durchzog mich und ließ mein Inneres erkalten. Es war plötzlich so leise.
„Bella, gibst Du mir die Fessel?“, stöhnte Edward mit leichter Anstrengung und ich drehte mich herum.
Und erstarrte.
Da waren nur noch Edward und Alice, die Aro jeweils an einem Arm hielten.
Zwei Haufen Kleidung lagen weiter links. Jackson und der unbekannte Vampir.
Hinter und vor Aro lagen zwei weitere Haufen. Renata und Jane. Dann Tanya, Alec, Carlisle und Felix.
Oh Gott…. Oh. Mein. Gott.
Renée schluchzte auf Knien in Carlisles Asche und hielt sich seine Kleidung an die Nase, flüsterte immer wieder seinen Namen.
Ich fühlte mich wie betäubt. Das konnte nicht passiert sein. Das war nicht real. Es konnte nicht real sein.
„Bella, die Herzfessel! Oder diesen Hemmer, mir eigentlich egal“, wiederholte Alice, doch ihre Stimme klang wie unter Wasser. „Bella! Herzfessel!“, sagte Edward eindringlich und holte mich damit wieder ins Diesseits.
„Dafür werdet ihr büßen“, sagte Aro in einer wilden Stimme und lachte plötzlich los. „Alle! Ihr werdet alle büßen und der Tod… der süße Tod. Er wird Euch nicht vergönnt sein, oh nein.“ Die Herzfessel piepte, als ich sie befestigt hatte und würde losgehen, sobald er sich weiter von mir entfernte oder ich den Auslöser drückte. „Folter! Ich werde Euch foltern!“, lachte unser Gefangener weiter, als ich kurz den Kampf gegen mein Temperament verlor, ausholte und ihm mit aller Kraft auf die Nase schlug, die unter meinen Fingerknöcheln knirschend brach.
Sein Kopf flog ihm in den Nacken und sein Blut spritzte über uns, während er wie ein Irrer lachte.
„Halt die Klappe, Aro!!“
Ich verabreichte ihm alle übriggebliebenen Ladungen des Hemmers, so dass er einschlief und hoffentlich erst wieder in einigen Tagen aufwachen würde, wenn er in einer Zelle lag.
Edward und Alice luden ihn auf den Wagen, in dem immer noch der menschliche Fahrer saß.
Als ich zu meiner Mutter ging, weinte sie noch immer. Sie würde wahrscheinlich eine ganze Weile nicht damit aufhören. Das würden wir alle nicht.


Anthony Evans POV
Nebelschwaden umfingen mich ebenso wie ein gleichmäßiges Brummen, das sich wie ein fahrendes Auto anhörte. Ich schlug die Augen auf und stand allein auf einer einsamen Landstraße, die sich durch einen dichten Nadelwald schlängelte. Die Nebelschwaden waren immer noch da, sanken aber herab und gaben langsam auch einige Meter der Straße vor mir frei. Der Mond leuchtete voll vom Himmel und unterstrich die düstere Szenerie.
Doch so unwirklich und verzaubert dieser Ort auch wirkte, er fesselte mich nicht so sehr wie das Gefühl, dass etwas auf mich zukam.
Ein Wesen bewegte sich durch den weißen Dunst. Der Schatten im Nebel konnte einem Kind gehören. Oder einem Riesen.
Doch dann kam das Wesen näher und ich erkannte eine weibliche Silhouette. Lange, dunkle Haare flossen in Wellen herab an einem Frauenkörper, der nur von den Haaren bedeckt war. Ihre weiße Haut schien silbern im Mondlicht zu leuchten. Barfüßig und mit einem Gang, der mehr an Schweben erinnerte kam sie näher. Auf ihrer Stirn war eine silberne Mondsichel aufgemalt.
Luna, flüsterte mir der Quell, das magische Wesen in mir, zu.
Die Göttin des Mondes im Himmel.
Die Göttin, die wir beschworen hatten.
Ich sank vor ihr auf ein Knie nieder, senkte demütig den Kopf vor ihr.
„Göttin des Mondes, wir haben Dich enttäuscht. Bitte verzeih mir.“
Sie trat an mich heran und ich spürte ihre Berührung. Sie strich über meinen Kopf, über die Wange und hob dann mein Kinn an.
„Mein Kind. Mein Zauber wurde missbraucht und ihr tatet das Richtige – jetzt musst Du aufwachen. Sieh, was passiert, wenn Du nicht eingreifst.“
Eine Flut von Bildern zog an mir vorbei, die mich bis ins Mark erschütterte.
Ich begann zu zittern und sah die Luna voller Verzweiflung an.
Wie sollte ich dieses Schicksal ändern können? Was sollte ich tun? Ich war verwundet.
Die Göttin lächelte liebevoll, beugte ihren Mund zu meinem Ohr herab und flüsterte mir Worte ein.
„Leigheas cad a bhris“, drang eine andere Stimme an mein Ohr und die Göttin wurde sehr ernst. „Du musst gehen. JETZT.“
Sie küsste mich auf die Stirn und ich zog überrascht die Luft ein. Ich schnellte in meinen Körper zurück wie ein Gummiband und ein Zittern fuhr durch meinen ganzen Körper.
Ich öffnete die Augen. Es war Nacht.
„B-besser?“, fragte Bella mich etwas ängstlich und ich brummte. Alles in mir wollte in einen erholsamen Schlaf gleiten, doch das war jetzt keine Option. Nicht dieses Mal.
„Viel besser“, murmelte ich, atmete tief ein und richtete mich dann stöhnend auf.
Ich befand mich auf einer Ladefläche des Fahrzeuges.
Bella und Jasper sahen mich überrascht an.
„Du solltest Dich noch ausruhen“, schimpfte Bella und wandte sich an Jasper. „Ist das da eine Decke neben Dir?“, fragte sie ihn und er nickte irritiert.
„Lass das jetzt. Ich hatte eben eine Vision. Aro wird uns angreifen und ich brauche sofort ein Mobiltelefon. Alice, Carlisle und Renée werden auch gleich hier sein. Alice hat in die Zukunft gesehen, allerdings nicht wie viele Verluste es geben wird, wenn ich jetzt nicht sofort telefonieren kann.“
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe.
Bella und Jasper verstanden sofort den Ernst der Lage und die Brünette schlug eine Sekunde später genervt gegen die Scheibe, weil Edward natürlich nicht mehr ihre Gedanken hörte. Er drehte sich um und sie gab ihm irritierte Signale, während Jasper seine Taschen durchsuchte.
„Euer Band ist mit dem Ritual gekappt worden.“
Bella drehte ihren Kopf zu mir und starrte mich entgeistert an. „Was? Das… ich hab mir ja gewünscht… davor zumindest… und jetzt, ich meine… verdammt, das ist wirklich der ungünstigste Zeitpunkt!“
Ich nickte und nahm das Mobiltelefon von Jasper entgegen.
„Der aller-ungünstigste.“
Als ich meine Anrufer erreichte, ließ ich Magie in meine Worte fließen, die Überzeugungskraft in sich trugen und als der Wagen hielt, standen Alice, Carlisle und Renée davor – wie von mir vorausgesagt. Und spätestens jetzt bekam Bellas Blick eine grimmige Entschlossenheit, die vielleicht schon allein hätte verhindern können, dass wir diesen Kampf verloren.
„Wir wissen Bescheid! Evans hatte eine furchtbare Vision“, rief Bella den Neuankömmlingen zu und die beiden Vampire sprangen von der Ladefläche. Carlisle drückte Edward, der sich zeitgleich zu der kleinen Gruppe gesellt hatte, eine kleine Sporttasche in die Hand. „Rüstet Euch aus.“
„Aro wird gleich kommen“, sagte Alice zu Bella, „und er wird nicht allein sein. 7 Minuten.“
Sie ging zu Jasper und fiel ihm um den Hals, um den darüber überrascht wirkenden Vampir leidenschaftlich zu küssen. Es ging ein Ruck durch die gesamte Gruppe, da Jasper darauf überhaupt nicht eingestellt war und er einen kleinen Glücks-Tsunami aussandte. Darum war es wenig verwunderlich, dass es plötzlich mehrere Umarmungen gab. Ich sprach mit Renée über das, was sie nicht tun sollte, Waffen wurden verteilt und Pflöcke mit Magie geladen. Alles ging schneller als in der Vision, die mir die Luna gezeigt hatte.
„Eine Minute“, sagte Alice schließlich und die Vampire reihten sich so auf, wie ich es bereits gesehen hatte.
Ich blieb im Hintergrund und würde die Gruppe schützen, also begann ich eine Schutzformel zu murmeln, die eine erste Barriere schaffen würde. Vor mir reichten sich Bella und Edward die Hand und lenkten meinen Blick auf diesen intimen Moment, als sie sich einen Blick zuwarfen, der voller Trauer, Hoffnung und gegenseitiger Ermutigung war und mir eine Gänsehaut bescherte. Die beiden brauchten kein Blutband, um sich blind zu verstehen.
„Gleich“, flüsterte Alice und vor mir gab Edward seiner Halbvampirin einen verzweifelten Kuss, der mehr verriet als Worte es vermocht hätten. Der Anblick verursachte ein warmes Gefühl in meiner Brust.  
Aro und sein Gefolge erschienen und während Aro mit Carlisle plänkelte, beschwor ich einen weiteren Schutz um alle, der hoffentlich undurchdringlich sein würde.
Das blonde Mädchen Jane sah Alice sehr konzentriert an und verzog verwirrt die Stirn, als der Erfolg  ausblieb. Sie versuchte es bei Jasper und dann bei Bella, bevor sie einen erzürnten Blick zu ihrem Zwilling warf.  Jasper erwischte sie in dem Moment mit seiner eigenen Gabe. Ihre Schultern sackten herab, sie ließ den Kopf sinken und wurde völlig teilnahmslos, während der Zwillingsbruder Alec wild entschlossen Carlisle fixierte, der daraufhin aller Sinne beraubt war und wie ein Zombi dastand. Scheinbar war mein Schutz nicht gut genug!
Dies war der Punkt, an dem sich alles beschleunigt hatte und wir eine andere Strategie verfolgen mussten, da wir noch einen kleinen Moment mehr Zeit brauchten. Ich hoffte einfach, dass...  doch es war sinnlos. Renée war es offenbar nicht möglich, angesichts Carlisles Zustand ihr Temperament zu zügeln. Sie nutzte ihre neue Gabe, kurze Distanzen springen zu können, verschwand im einen Moment, und tauchte im nächsten hinter Alec auf.
„Nein!“, rief ich noch voller Schrecken, doch sie überraschte mich. Anstatt ihn zu pfählen, rammte sie ihm eine Ladung Hemmer zwischen die Rippen. Er schlug ihr noch den Ellenbogen von unten ins Gesicht, so dass Blut aus ihrer gebrochenen Nase spritzte, aber dann sackte er in sich zusammen. Aro zog ruckartig Jane zu sich, so dass sie aus der Teilnahmslosigkeit erwachte. „Schmerz!“, rief er wütend aus und sie richtete ihren Blick sofort auf Renée, die daraufhin schreiend auf die Knie fiel.
In dem Moment hörte ich die superleisen Helikopter der IVA und mir fiel ein Stein vom Herzen.
Rote Punkte erschienen auf Stirn und Herz der feindlichen Vampirgruppe und durch ein Megaphon erklang Charlies Stimme.
„Dies ist die IVA. Heben Sie die Hände in die Luft, machen Sie keine plötzlichen Bewegungen. Wir schießen scharf. Ich wiederhole: Wir schießen scharf!“
Aros Knurren war tief und klang sehr gefährlich, seine Miene war wutverzerrt und ich ahnte nicht, was er tun würde, als er leicht die Knie beugte.

Bella POV
Aro knurrte den Himmel an und sprang dann mit einem Mal in Richtung von Charlies Helikopter, landete auf einer Landekufe, was den Heli ziemlich ins Schwanken brachte, so dass uns plötzlich seine Scheinwerfer zugewandt waren, uns blendeten und wir nur noch Schatten sahen. Er riss einen Cop aus dem Luftfahrzeug, der sich im Flug auf den Rücken drehte und auf Aro schoss. Edward besaß die womöglich größte Geistesgegenwart, flog dem fallenden Cop entgegen und setzte ihn auf dem Boden ab.
Wir waren zu geblendet, um zu sehen, was mit Aro passierte, doch dann rieselte Asche vom Himmel. Schuhe, Hosen und ein Metallica-Shirt.
Er war tot.
Aro war tot.
Edward drückte mich erleichtert an sich, küsste meine Stirn, würde sich vermutlich aber erst richtig entspannen können, wenn alle sicher weggesperrt waren - so wie ich auch. Die beiden Hubschrauber landeten und noch bevor die ersten Cops aus den Helis schwärmten, stieg Charlie aus. Die Cops betäubten die Zwillinge, Felix und Renata, Tanya, sowie den namenlosen weiteren Vampir, legten ihnen Herzfesseln an und verwahrten sie in Transportboxen.
Charlie nickte mir knapp zu und eilte dann mit einer besorgten Miene, die mich doch sehr erstaunte, zu Renée, die immer noch mit blutverschmiertem Gesicht auf der Straße kniete. Er sprach leise mit ihr, wischte mit seinem Daumen über das Blut, rückte die Nase gerade und kam damit Carlisle zuvor, der – ganz der Doktor – erstmal den Verbandskasten aus dem Auto geholt hatte und die beiden nun leicht irritiert anstarrte. Renées Blick huschte zu Carlisle, und mit einem Mal passierte etwas mit der Aura meiner Eltern. Sie flossen aufeinander zu, wurden heller und…
Verdammt.
„Die beiden haben ein Blutband!“
Edward hielt immer noch meine Hand, unterhielt sich aber leise mit Alice und Jackson. Bei meinen Worten horchte er allerdings auf und folgte meinem Blick.
„Er muss an sie gebunden gewesen sein. Und jetzt, wo sie ein Vampir ist… vielleicht hat er eine Wunde oder sowas. Sie...“, sagte ich aufgeregt, fing dann allerdings Carlisles Blick auf, der mich betroffen ansah. „Ich… Carlisle… das heißt ja nicht“, begann ich und war geschockt aus dem Augenwinkel die rücksichtslose Seite meiner Mutter zu beobachten, die sich Charlie in die Arme geworfen hatte und ihn sehr hitzig küsste.
Jesus…
Carlisle verschwand in der Nacht, ohne ein weiteres Wort. Ich konnte es ihm nicht verdenken.
Meine Mutter hatte wahrlich ein Talent dafür Männern ihre Herzen zu brechen.
Und für mich würde sich diesmal auch wieder etwas ändern, denn noch wohnte sie ja bei mir!
Carlisle würde ausziehen. Und Edward? Er war sein Sohn. Ich stellte fest, dass mir die Vorstellung jemals wieder von ihm getrennt zu sein überhaupt nicht gefiel. Wann war das denn passiert?
Wir stiegen in den Helikopter und vergaßen auch nicht den verstörten Fahrer des Trucks einem Mindstorming zu unterziehen. Als Charlie sich bei Alice dafür entschuldigte erst dem Anruf von Evans Glauben geschenkt zu haben, stellte ich fest, dass der Anblick von Renée mit ihm mich doch etwas irritierte.
Und sie! Wunderte sie sich gar nicht wo Carlisle war?
Charlie hatte dazu auch keinen Ton gesagt!
Und seit wann war ich überhaupt Carlisles Anwältin? Ich mochte ihn doch noch nicht mal… oder?
Als der Hubschrauber bei der IVA landete, erwarteten uns bereits McCarthy und Rose, denen ich beiden in die Arme fiel und die uns dann in das Großraumbüro begleiteten. Renée und Charlie winkten uns in dem Moment fröhlich zu, verschwanden in Charlies Auto und ich fragte lieber nicht nach wohin sie gehen würden.
„Ich erzähle Euch alles ausführlich, das verspreche ich. Ihr solltet morgen Abend zum Dinner kommen. Und hey, ihr beiden auch, Alice, Jasper“, sagte ich, denn ehrlich: Es war Zeit, dass ich ihn bei seinem richtigen Namen nannte. Er zog eine Augenbraue hoch und lächelte verschmitzt. „Jetzt habe ich mich eigentlich an Jackson gewöhnt.“
„Es war nicht richtig und ich entschuldige mich.“
„Bist Du krank, Boss?“, fragte McCarthy lachend und ich zuckte mit den Schultern. „Es wird Zeit diese Kindereien hinter mir zu lassen.“
„Mich darfst Du weiter Ant nennen. Klingt nach einem coolen, großen Bruder“, sagte Ant und legte mir den Arm um die Schultern. Ich glaube er zwinkerte Edward zu, aber dieser schüttelte nur den Kopf und seufzte.
„Kannst Du überhaupt kochen?“, fragte Ant skeptisch und ich grinste, weil ich natürlich etwas bestellen würde.
„Es wird jedenfalls keine Dosenravioli geben!“
Diese kleine Spitze hatte nach einem prüfenden Blick in seine Richtung nicht den gewünschten Effekt auf meinen Vampir. Hm.
„Ich muss erst mal nach Hause und ein paar Tage schlafen“, sagte Ant zu mir und zog mich für eine kurze, aber herzliche Umarmung an sich. „Ich bin todmüde.“
„Sollen wir Dir nicht lieber einen Krankenwagen rufen?“, gab ich etwas besorgt zu bedenken, denn er hatte schließlich eine lebensgefährliche Verletzung gehabt.
„Nein, es ist alles gut“, beruhigte er mich und ich hoffte, dass er morgen nicht den ganzen Tag schlafen würde. „Du kommst doch morgen auch, oder?“
Er grinste und knuffte mich. „Na klar. 18 Uhr?“
„Super.“
„Machen wir jetzt auch Feierabend?“, fragte Rose in die Runde und alle nickten. „Dann ab mit Euch nach Hause“, ließ ich verlauten und wandte mich nochmal an Alice. „Und Du kommst morgen wieder, ja? Wir brauchen jemanden wie Dich hier.“
Sie strahlte glücklich und gab mir noch zum Abschied einen Kuss auf die Wange.
„Ach Bella, wir werden tolle Freundinnen!“

Die fünf gingen im Schneckentempo und miteinander lachend Richtung Fahrstuhl und ließen mich und Edward zurück.
„Kommst Du kurz mal mit in mein Büro?“, fragte ich mit einem kleinen Lächeln und ging in mein Büro vor, wo ich mich in Vampirgeschwindigkeit aus dem Neoprenteil herausschälte und mir wieder meine Straßenkleidung anzog. Edward hatte sich derweil auf meiner Schreibtischkante niedergelassen. Seine Haare wirkten dunkler als sonst und er schien allgemein in einer düsteren Stimmung zu sein. Ich stellte mich vor ihm auf und hoffte, dass er die Wahrheit in meinen Worten sah.
„Edward, ich danke Dir für Deine Hilfe. Für alles eigentlich.“
Er sah zu mir auf und seufzte.
„Unser Blutband ist nicht mehr da.“
Diese andere Wahrheit war einerseits wie Salz in einer Wunde, aber andererseits hatte das auch wirklich seine gute Seite.
„Schon, aber ich fühle mich Dir trotzdem nah. Und das gibt uns eine einmalige Chance. Du kannst mich kennenlernen und ich Dich. Du darfst mich zum Essen ausführen und wir machen einen Schritt nach dem anderen, anstatt all die wunderbaren Zwischenschritte zu überspringen!“
„Ich wüsste nicht, was daran wunderbar sein soll“, grummelte er und ich gluckste, weil ich kein Blutband haben musste, um zu wissen, wovon er sprach.
„Das heißt nicht, dass wir keinen Sex haben werden.“
Er versteinerte und nur seine Augen huschten überrascht über mein Gesicht.
„Ach nein?“
„Ich würde sogar sagen, dass Du jetzt besser die Tür schließt und wir es direkt auf meinem Schreibtisch tun.“
„Ach ja?!“, sagte er in einem flirtenden Ton, der mir sehr gefiel.
„Nur eine Sache noch.“
Er wurde ernst und das war eines der Dinge, die ich an ihm mochte. Ich fühlte mich von ihm ernst genommen.
„Carlisle. Er... zieht sicher weg… und Du...“, begann ich und wusste nicht weiter, „ich meine… willst Du… weiter bei mir wohnen!?“ Es klang ein bisschen so, als hielte ich das für eine ziemlich absonderliche Idee.
Edward verengte die Augen.
„Ist das ein Rausschmiss?“
Die Möglichkeit ihn rausschmeißen zu können war mir ehrlich gesagt gar nicht in den Sinn gekommen.
„Nein... erstaunlicherweise nicht.“
Ich trat direkt vor ihn und legte ihm die Arme um den Hals.
„Also… folgst Du nicht Deinem Vater?“
Er lächelte schief und seine Augen sprühten Funken.
„Ich folge nur meinem Herzen.“
Aufstöhnend verdrehte ich die Augen, lachte dabei aber.
„Kitschig!“
Edward zog mich an den Hüften an sich und bekam wieder diesen flirtenden Ausdruck.
„Ich könnte Dir etwas antun, dass ganz und gar nicht kitschig ist. Auf deinem Schreibtisch zum Beispiel.“
„Ähm… Und worauf wartest Du noch?“
Wir grinsten einander an, unsere Lippen fanden in einem verspielten Kuss zueinander und er hatte mich schneller auszogen, als ich Halleluja sagen konnte. Er ließ mich vermutlich auch schneller Halleluja schreien, als sich draußen alle außer Hörweite bringen konnten, aber dagegen konnte ich nun wirklich nichts machen.
Als wir irgendwann nackt auf dem Boden lagen und es diesmal ein wenig langsamer angehen ließen, war ich fast versucht ihn zu beißen und mich von ihm beißen zu lassen. Aber wie gesagt. Diesmal würden wir es langsamer angehen lassen.

The End.

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Liebe Diamond-Hearts, Glitzer-Fans und Twilighter!
Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und fürs Lesen. Ist jemand dabei, der seit 2010 diese Geschichte liest?! Das wäre ja verrückt! Ich danke Euch für Eure Worte und freue mich natürlich jetzt natürlich besonders über weiteres Feedback! Auch zu dem Twist, der ein bisschen nach Breaking Dawn riecht, aber dann doch irgendwie anders ist. ;)

Liebste Grüße,
Eure Nadine


Und nochmal ein bisschen Eigenwerbung:

Trueblood – TV-Show (in Arbeit / vorletztes Kapitel ist online)
https://www.fanfiktion.de/s/5f42524300013d7938992257/1/NewBlood-presents-Legacy-Of-The-Fairy
(Startet 4 J. nach dem Finale der TV-Show) Sookie lebt ein normales Leben – doch wie lange kann das bei einer Telepathin gut gehen? Erst verschwindet ihr Mann, dann ihr Kind. Dafür steht plötzlich ihr Elfen-Cousin Claude mit schlechten Nachrichten vor ihrer Tür. Die Ereignisse überschlagen sich und die einzige Spur führt sie ausgerechnet in die Arme von Eric Northman. Welcome back to Louisiana. (Eric+Sookie ;) - ab 18 J.)

Freie Arbeit (in Arbeit / ca. 90 % fertig)
https://www.fanfiktion.de/s/56881c6b00013d79131b7778/1/The-Other-Brother
Alex macht Lilah einen Heiratsantrag. Bevor Sie ihm ihr Jawort gibt, will sie jedoch seine Familie kennenlernen, also reisen sie an Weihnachten nach England. Die Eltern von Alex sind ihr sofort sympathisch, aber der attraktive Bruder ihres Verlobten, der auch noch ein eingebildeter Filmschauspieler zu sein scheint, passt gar nicht in Lilahs Weltordnung. Als dann Alex Exfreundin überraschend wieder im Lande ist und sich an Lilahs Verlobten ranschmeißt, entdeckt Lilah, dass dieser Hollywoodstar vielleicht doch nicht so eingebildet ist. Er will ihr helfen, ihre Beziehung zu retten, aber irgendwie muss sie es dann natürlich schaffen die Finger von ihm zu lassen – schließlich sind sie nur Freunde! Wäre er nur nicht so verdammt sexy...