In Gastmanns Villa

von Neora
GeschichteAllgemein / P12
10.07.2010
10.07.2010
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Diese Geschichte ist ein mögliches Kapitel aus dem Buch:    Der Richter und sein Henker    von Dürrenmatt
ich habe dieses Kapitel so geschrieben, dass man es an der Stelle einfügen kann, nachdem Gastmann Bärlach im Taxi mit Mord droht und bevor Tschanz Gastmann erschießt.
Im Buch wir immer nur angedeutet was sich wirklich in der Villa abspielt und das hier ist eine Möglichkeit.  






Gastmanns Villa

Gastmann kam nach Hause und öffnete die Gartenpforte. Schritt über den Weg bis hin zur Haustür. Er schloss sie auf und ließ sich seinen Mantel von einem Diener abnehmen.

Er musterte sein Heim. Man musste zugeben, er war zwar ein skrupelloser und reicher Verbrecher aber er hatte Geschmack : Hier orientalische Teppiche, da eine chinesische Vase und dort ein altes Gemälde. Alles passte zusammen und ergab eine behagliche und wohnliche Atmosphäre.

Hier empfing er auch seine Gäste wenn er Abendgesellschaften gab oder, wenn er kochte.
Häufig wurde er von den industriellen Vertretern und Künstlern auch darauf angesprochen, wo er diesen oder jenen Gegenstand erworben hatte, wie z.B. die Totenmaske die noch aus einer der ersten Dynastien stamme.

Meist konnte er sich auch auf seine Beziehungen zu verschiedenen Künstlern berufen. So auch zu Kraushaar- Raffaeli; dieser hatte für ihn an dem Abend gespielt an dem Bärlach das erste Mal aufgetaucht war und sein Hund Zerberus von diesem Tschanz erschossen wurde.

Schade eigentlich um das Exemplar, dachte sich Gastmann, ein seltener Hund – aus Südamerika. Nun konnte er nach etwas anderem, exotischem Ausschau halten. Mal sehen, was er finden würde….

Außerdem musste er sich vorbereiten; Gastmann plante, in zwei Abenden eine neue Gesellschaft zu geben, vorwiegend aus Künstlern bestehend. Dabei wollte er einige Kontakte verbessern, die er in der nächsten Zeit vielleicht brauchen konnte, bei dem was Bärlach ihm so prophezeite.

An jenem besagten Abend würde er kochen, ein Gericht namens Ente à l orange . Nicht dass er dergleichen mögen würde, aber die Künstler die er eingeladen hatte, waren alle ein wenig komisch und immer auf Inspiration aus. Und diese würden sie bekommen.

Später am Abend wollte der Schriftsteller aus seinem neuesten Roman vorlesen, bzw. aus den Skizzen für ein neues Buch. Das versprach interessant zu werden, denn soweit Gastmann gehört hatte, waren Bärlach und Tschanz vor einiger Zeit bei ihm gewesen. Es war sicherlich ein inspirierender Besuch gewesen – zumindest für den Schriftsteller.

Musik würde es an dem Abend nicht geben .Man versprach sich viel von dem neuen Roman und außerdem würde es der Schriftsteller als Beleidigung empfinden, wenn man nach seinem Buch noch weitere Kunst in Anspruch nähme.

Den Rest des Abends würde man dann in den Sesseln vor dem Kamin ausklingen lassen. Soweit war alles gut und geplant.

Das Einzige was Gastmann jetzt noch Sorgen machte, war der Henker[ , den Bärlach ihm prophezeit hatte. Aber vielleicht war das auch nur ein Bluff gewesen um ihn – Gastmann – zu beunruhigen. So etwas war zwar für gewöhnlich nicht Bärlachs Stil, doch man verließ sich besser auf nichts.

Nun ja, er würde ja sehen was er davon zu halten hatte  und wenn es soweit war konnte immer noch entscheiden , welche Maßnahmen ergriffen werden mussten.
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