Das Reitturnier

von GinaRayne
GeschichteHumor / P6
Freddie Faulig Sportacus
06.07.2010
21.10.2010
9
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Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Kati Mischauf und ihre größte Leidenschaft, die ihr in der Vergangenheit einmal fast zum Verhängnis geworden wäre.


Das Reitturnier


„Tut mir leid, Kati ist unterwegs.“ Marina Mischauf machte ein bedauerndes Gesicht. „Ich weiß nicht, wann sie wieder da sein wird.“
Ziggy, Trixie, Meini, Stephanie und Pixel sahen sich an. Nach einer Weile sagte Stephanie: „Das ist schade. Aber da kann man nichts machen. Auf Wiedersehen, Frau Mischauf.“
Die Kinder entfernten sich. Aber kaum waren sie außer Hörweite, blieben sie stehen und sahen sich erneut an. Sie alle waren enttäuscht und traurig, aber mittlerweile auch verärgert.
Trixie sprach aus, was sie alle dachten. „Sie ist unterwegs!“ schnaubte sie und setzte sich, wo sie gerade stand, auf den Boden. „Das ist jetzt der fünfte Tag nacheinander, an dem ihre Mutter uns das erzählt! Also, wisst ihr was ich glaube, Leute? Entweder die haben ein Geheimnis vor uns, oder – was ich für wahrscheinlicher halte – Kati will ganz einfach nichts mehr mit uns zu tun haben!“
Betreten wanderten alle Blicke zu Boden. An Trixies Meinung konnte durchaus was dran sein.
„Ich glaub, Trixie hat Recht“, meinte Stephanie traurig, folgte dem Beispiel ihrer Freundin und ließ sich ebenfalls auf den Steinen nieder. „Kati will wahrscheinlich nicht mehr mit uns spielen.“
„Aber warum nicht?“ wollte Meini wissen und setzte sich zu den Mädchen, gefolgt von den beiden anderen Jungen. „Wir haben ihr doch nichts getan.“
„Wahrscheinlich hat sie neue Freunde gefunden“, mutmaßte Pixel. „Solche, die so alt sind wie sie, mit denen sie besser reden kann.“
„Und die beim Basketball mit ihr mithalten können“, murmelte Ziggy, der sich gut daran erinnerte, wie Kati sie alle bei ihrem ersten gemeinsamen Basketball-Spiel deklassiert hatte.
Diese neue Erkenntnis drückte die Stimmung noch mehr, und die fünf Kinder saßen trotz des herrlichen Maiwetters mit hängenden Köpfen auf den Steinen.
„Michael und Stefan wollen anscheinend auch nicht mehr mit uns spielen“, nahm Meini nach einer ganzen Weile den Faden wieder auf.
„Stimmt, die beiden waren auch schon zwei Tage nicht mehr draußen“, nickte Stephanie.
„Aber das gibt’s doch nicht, die zwei sind doch so alt wie wir!“ protestierte Ziggy.
„Aber du siehst sie hier auch nicht, oder?“ gab Trixie schnippisch zurück.
Ziggy ließ den Kopf hängen. „Nein.“
„Na siehst du! Meini hat Recht – Kati und die Zwillinge wollen nichts mehr von uns wissen“, fasste Stephanie zusammen.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wussten die fünf nichts mehr mit sich anzufangen. Traurig hockten sie auf dem Boden.
Das wiederum fiel Sportacus auf. Er stand in der offenen Tür seines Luftschiffes und betrachtete die Stadt durch sein Fernglas. Irgendwann fiel sein Blick dabei auf die niedergeschlagenen Kinder, und ihm war sofort klar, dass hier seine Hilfe dringend nötig war. Auf der Stelle setzte er sich hinters Steuer, um das Luftschiff näher an die Stadt heranzubringen. An Ort und Stelle angekommen gab er die beiden Befehle zum Öffnen der Tür und zum Herablassen der Strickleiter und landete schließlich mit einem eleganten Salto sicher vor den Kindern.
Die waren so in ihre trüben Gedanken versunken, dass sie den Superhelden gar nicht kommen gehört hatten. Sie bemerkten ihn erst, als er direkt vor ihnen stand, und auch dann entlockte ihnen sein Auftauchen nicht mehr als ein wenig begeistertes Hallo.
„He, welche Laus ist euch denn über die Leber gelaufen?“ fragte Sportacus und hockte sich vor den Kindern zu Boden. „Was ist los, hm?“
„Kati, Stefan und Michael wollen nicht mehr mit uns spielen!“ platzte Ziggy gerade heraus.
„Was?“ Sportacus zog die Augenbrauen hoch. „Warum denn das?“
„Das wissen wir auch nicht“, gab Trixie zu. „Aber die Jungs kommen überhaupt nicht mehr zu uns, und wir finden sie auch nirgendwo!“
„Und wenn wir nach Kati fragen, sagt uns ihre Mutti immer, sie wäre nicht da“, fuhr Stephanie fort. „Sie sagt uns aber nicht, wo sie ist oder was sie macht. Seit fünf Tagen haben wir Kati nicht mehr gesehen, und seit vorgestern kommen auch ihre Brüder nicht mehr mit raus!“
„Aha, und jetzt glaubt ihr, sie wollen nichts mehr mit euch zu tun haben. Habt ihr auch schon mal daran gedacht, dass Kati vielleicht ein Geheimnis haben könnte?“
„Das kann nicht sein“, wehrte Trixie sofort ab.
„Und wieso das?“
„Weil sie noch nie ein Geheimnis vor uns hatte.“
Nur mit Mühe konnte Sportacus bei dieser Antwort ein lautes Auflachen unterdrücken. Typisch Kinderlogik! Aber er wollte seine Freunde nicht verletzen, darum beherrschte er sich und fragte nur: „Und habt ihr sie mal danach gefragt?“
„Wie denn, wenn sie nie da ist?“ konterte Trixie.
„Und was ist mit ihrer Mutter? Warum fragt ihr sie nicht? Sie gibt euch sicher eine Antwort, aber ihr müsst sie fragen! Sie kann doch nicht in euch reingucken, woher soll sie wissen, was ihr denkt?“ Der Superheld stand auf. „Wisst ihr was? Ich gehe hin und frage sie. Wartet hier auf mich, und macht euch keine Sorgen. Ich bin sicher, es gibt eine ganz einfache Erklärung.“
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