Brief an meine Oma

von Meitschi
GeschichtePoesie / P12
02.07.2010
02.07.2010
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Liebe Nana

Ich weiss es noch als wäre es gestern gewesen. Vor 14 Jahren hast Du für immer die Augen geschlossen. Ich stehe hier vor Deinem Sarg und sehe dich an. Ich möchte Dich berühren aber ich kann mich nicht überwinden es zu tun. Ich weiss, dass dies nur noch Deine Hülle ist. Das Du nun weg bist. Einfach so. Ohne mich. Du hast mir als Kind immer versprochen, dass Du mich nie verlässt. Nun bist Du doch geganngen. Mein Verstand sagt es ist besser so, aber mein Herz schreit NEIN!!!

Ich kann nicht mal weinen. Bin wie betäubt. Ich weiss ich sollte weinen, denn es war nicht das erste Mal dass mir der Tod begegnet. Aber ich kann nicht. Ich kann immer noch Deine Stimme hören. Wenn ich die Augen schliesse Dein Gesicht sehen. Ich weiss Du warst immer für mich  da. Aber nun bist Du soweit weg von mir.

Du hast mir mal versprochen, dass wenn ich sterbe, kommst Du mich am Ende der Regenbogenbrücke abholen. Du nimmst mich an der Hand und zeigst mir alles. Wirst Du dies einhalten? Oder hast Du mich schon vergessen? Siehst Du mich? Kannst Du mich hören? Warum kann ich Dich nicht mehr fühlen?

Ich habe Angst, dass ich Dich plötzlich nicht mehr hören kann. Deine Stimme und Dein Gesicht vergesse. Was tue ich dann? Was ist wenn Du nicht zu mir kommst wenn ich diese Erde verlasse? Was ist wenn wir uns nie mehr sehen? Was ist wenn Du nicht zu mir kommen kannst?
Ich wollte schon oft einfach aufgeben und gehen. Aber irgendwer war immer da, der mich wieder in die richtige Richtung geschubst hat. Warst Du das? Ich will und muss es glauben. Denn sonst werde ich verrückt.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Dir. Bis dahin "Hebs guet und ich han di mega lieb. Vergiss mi nid."
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