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GeschichteAllgemein / P16
Diva
26.06.2010
26.06.2010
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Around cheated Deadly


Seid ihrer ersten Begegnung wusste sie, das sie ihn wollte. Amshel war das zwar gar nicht recht, aber das war ihr egal. Diva wollte diesen Jungen und sie würde ihn auch bekommen, egal wie weit sie gehen müsste, um ihn zu ihrem Chevalier zu machen. Notfalls schreckte sie auch nicht davor zurück, Gewalt anzuwenden.

  Der zarte Duft der Rosen, die überall in dem kleinen Garten erblühten, mischte sich mit einer wunderschönen Stimme, die in der frischen Morgenluft verklang. Hohe Töne, wie von einer Opernsängerin machten den Vögeln bei ihrem Gezwitscher Konkurrenz und gewannen den Wettstreit haushoch.
Gebannt von der Stimme des Mädchens, welches die leicht melancholische Melodie angestimmt hatte, lag der schwarzhaarige Junge auf dem weichen Gras. Die Arme hatte er auf dem Boden gestemmt, den Kopf auf den Handrücken gelegt und die Beine ließ er im Rhythmus des Liedes hin und her schaukeln. Nie zuvor hatte er so eine Stimme gehört. Sie hatte etwas, das er nicht recht beschreiben konnte, aber es gefiel ihm. Aufmerksam verfolgte er mit seinen violetten Augen jede noch so kleine Bewegung der Sängerin, die in anmutigen Schritten durch den Rosengarten tanzte.
Ihr langes, schwarzes Haar und das weiße Kleid spielten mit dem Wind, während sie ihre Augen geschlossen hielt.
Nach einer ganzen Weile verließ schließlich der letzte Ton ihre Lippen und gleichzeitig beendete sie auch ihren Tanz, blieb inmitten eines Meeres aus Rosen der verschiedensten Farben stehen und hob die Lieder, die ihre tiefblauen Augen behütet hatten. Mit einem strahlenden Lächeln drehte sie sich zu ihrem Publikum um, das nur aus einem einzigen Jungen bestand.
  „Und wie hat es dir gefallen?“, fragte sie mit ihrer melodischen Stimme und drehte sich noch einmal um sich selbst, mit ausgestreckten Armen und dem Blick zum Himmel gewandt.
„Wie immer, es war wundervoll Diva.“, antwortete er mit einem Lächeln, das fast genauso strahlend war wie das seiner Gegenüber. Leise kichernd drehte diese sich im Kreis, bis sie abrupt stehen blieb und sich zu dem Jungen umdrehte. „Danke, dass du jeden Tag hierher zu mir kommst um mir zuzuhören und mit mir zu spielen.“
  Der Junge errötete leicht bei Divas Worten, was ihn noch einmal ein Kichern entlockte. „Du bist so niedlich, Carl. Ich bin froh, dich zu kennen.“
„Ich bin auch froh, das wir uns getroffen haben, Diva“, erwiderte der junge Franzose worauf sich etwas in Divas Gesichtszügen schlagartig änderte. Hatte sie gerade noch vor Freude gestrahlt, so flammte jetzt ein kaltes Feuer in ihren Augen auf und ein mehrdeutiges Lächeln zog sich über ihren Mund.
Carl legte den Kopf leicht schief, als er die Veränderung in Divas Mimik erkannte. „Was hast du denn? Hast du dir wieder ein neues Spiel ausgedacht?“
„Ja, ich glaube das habe ich.“ Plötzlich hauchte Divas Stimme ihm direkt neben seinem Kopf die Worte ins Ohr. Mit einer unmenschlichen Geschwindigkeit hatte sie sich neben dem Jungen niedergelassen. Erschrocken fuhr Carl hoch und fiel prompt nach hinten um, sodass er nun mit dem Rücken auf dem Gras lag und seine dunklen Augen direkt in die von Diva sahen. Diese hatte sich nämlich über den kleineren gebeugt und sah ihn jetzt mit einem zuckersüßen Lächeln an.
„Du spielst doch gerne mit mir, oder Carl?“
„N-Natürlich.“ Stotternd kam das Wort über seine Lippen, er spürte wie ihm wieder die Röte ins Gesicht schoss, weil ihm Diva doch ziemlich nahe war.
„Würdest du denn gerne für immer bei mir sein, um mit mir zu spielen?“ Wieder sah der Junge etwas im Blick dieser unendlich blauen Augen aufflammen. War das Verlangen?
„Würdest du?“, wiederholte Diva ihre Frage, wobei Carl nicht verborgen blieb, das sie einen drängenden Unterton hatte, der ihm nicht wirklich gerfiel.
„Wenn es möglich wäre...“, ließ Carl seine Antwort offen, doch Diva wusste genauso gut wie der Franzose, was er meinte. Ein glänzen trat in ihre Augen, ein solches das man oft bei Kindern sah, wenn sie von ihren Eltern ein langersehntes Spielzeug erhielten. Ihr Lächeln strahlte wieder, als sie sich aufsetzte und Carl angrinste.
„Es gibt eine Möglichkeit, das wir immer zusammen bleiben können. Bis in alle Ewigkeit“, verkündete das Mädchen mit wissendem Lächeln. „Aber du musst dafür etwas tun... das heißt, eigentlich müssen wir beide etwas dafür tun. Das könnte für dich zwar etwas unangenehm sein, aber es wird auch nur kurze Zeit anhalten.“
  Carl spürte, wie sich etwas in seinem Herzen zusammenzog. Sein Gespür sagte ihm, das sich Divas Worte und der glänzende Schimmer in ihren Augen nicht gut vertrugen. Etwas in ihren Augen, das Carl als das lodernde Feuer von Verlangen deutete, gefiel ihm gar nicht.
„Würdest du das für mich tun, Carl? Ich verspreche auch, das ich es so schnell und schmerzlos mache, wie ich kann!“, holte ihn die Stimme des Mädchens aus seinen Gedanken zurück.
„I-Ich...“, begann Carl und brach dann unschlüssig ab.
  Sollte er sich auf Divas Angebot einlassen? Vielleicht war das keine so gute Idee... andererseits, was sollte schon schlimmes passieren? Es würde unangenehm sein, wahrscheinlich schmerzvoll, aber Diva hatte es ja selbst gesagt: Sie würde es ihm so erträglich wie möglich machen. Und was bitteschön sollte sie schon entsetzliches mit ihm anstellen? Wahrscheinlich handelte es sich lediglich um einen Blutschwur, den sie mit Carl schließen wollte, damit sie für immer Freunde blieben.
Also fasste sich der Junge ein Herz und stimmte Divas Vorschlag zu, sie würde ihn schon nicht umbringen. „Ich mach es, Diva.“
„Toll!“, kreischte das Mädchen auf und hob dann ihren Rechten Arm, um ihre Hand ein paar mal zu schließen und sie dabei zu beobachten. Was sollte das denn jetzt? Suchte sie etwa nach einer guten Stelle, um sich die Haut aufzuritzen um den Blutschwur mit Carl zu besiegeln?
  „Diva? Was genau müssen wir eigentlich tun?“, fragte Carl, den auf einmal ein äußerst ungutes Gefühl heimsuchte, ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.
Diva schielte zu den Jungen herunter, der bei dem Anblick ihrer Augen schlucken musste. Das sonst so dunkle Blau, war jetzt leuchtend hell und er meinte darin eine unermessliche Gier zu erkennen, Gier nach ihm.
„Oh, nichts besonderes. Es wird ganz schnell gehen. Du muss lediglich...“, begann Diva ihre Erklärung, aber noch bevor sie ihm verriet, was er denn nun tun müsse, war es auch schon geschehen.
Mit unmenschlicher Geschwindigkeit hatte Diva ihre Hand auf Carl niederfahren lassen und ohne die geringste Mühe die Brust des Jungen durchbohrt. Ebenso wie das darunterliegende Herz, das nun in seinen lezten Bewegungen heißes Blut über Divas Arm pumpte. Mit weit aufgerissenen Augen starrte Carl Diva geschockt an, als sie ihren Satz beendete: „... sterben.“
  „D...Di...va“, keuchte Carl unter enormer Anstrengung und spukte Blut, von dem einige Spritzer auf dem Gesicht des Mädchens landeten, das ihn immer noch anlächelte. Genüsslich hob sie ihre noch freie Hand (da sie gar nicht daran dachte die andere aus dem Körper des Jungen zu ziehen), strich sich das rote Lebenselixier aus dem Gesicht und leckte es dann ab.
„Mhm...du schmeckst besser, als ich erwarte hätte.“ Entwich es Diva, die spürte, wie sich das Herz ihres Opfers immer mehr verlangsamte. „Aber du solltest nicht sprechen, das macht es dir nur unnötig schwerer.“
Carl hörte Diva schon nicht mehr, sein Blick wurde trüb und bald nahm er nichts weiter wahr als eine samtige Schwärze, die sich um ihn hüllte. Kraftlos ließ er die Lieder über seine amethystfarbenen Augen fallen und tat seinen lezten Atemzug. Mit steigender Begeisterung verfolgte Diva die lezten Sekunden des Jungen und riss dann ihre Hand aus dessen Körper. Sie hob ihren Blutverschmierten Arm an die Lippen und biss dann hinein, was ihr dank der äußerst spitzen Eckzähne keine allzu große Mühe war. Kaum hatte sie ihre Zähne in der weichen Haut ihrer Hand versenkt, spürte sie auch schon wie ihr eigenes Blut in ihren Mund strömte. Als sie der Meinung war, die Menge Blut müsse reichen, löste sie sich von ihrer Haut und beugte sich zu Carls totem Körper hinab. Sanft umschloss sie das Gesicht des Jungen mit ihren Händen, zog es etwas zu ihr herauf und legte dann ihre Lippen auf die des Toten. Mit sanfter Gewalt öffnete sie Carls Mund und flößte ihm ihr eigenes Blut ein, das kurz darauf in dessen Kehle verschwand.
Nachdem sie ihren Mund geleert hatte setzte sie sich wieder auf und entfernte sich dann fröhlich summend von Carls leblosen Körper. Aus Erfahrung wusste sie, das man einem Menschen, der gerade zum Chevalier wurde, nicht zu nahe sein sollte. Kaum hatte sie wieder ihre geliebten Rosen erreicht, die sie mit zarten Berührungen liebkoste, hörte sie auch schon ein schmerzerfülltes Stöhnen und Keuchen in ihrem Rücken.
Fröhlich lachend drehte sie sich wieder um und genoss das Schauspiel, das sich ihr darbot: Carl krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden, wälzte sich in schrecklichen Krämpfen herum. Die Augen weit aufgerissen und zum Himmel gerichtet, währen aus seiner Kehle schmerzverzerrte Schreie drangen. Genießerisch leckte sich Diva das Blut des Franzosen ab, das noch immer an ihrem Arm klebte, während sie wieder begann in Kreis zu tanzen und ihr Lied erneut eröffnete.

Es grenze an ein Wunder das die quälenden Schmerzen wieder aufhörten und sich Carls Körper wieder entspannte. Mit keuchendem Atem lag er da, reglos und starrte zum Abendhimmel. Was war gerade passiert? Diva hatte ihn ermordet, sein Herz durchbohrt, aber...warum lebte er plötzlich wieder? Hatte er das bloß geträumt und war eben wieder erwacht?
Carl hob den Kopf und sah auf seine Brust, um sich zu vergewissern, ob er wirklich geträumt hatte und wurde enttäuscht. Zwar war von dem klaffenden Loch in seiner Haut nichts mehr zu sehen, doch seine Kleidung war zerfetzt und blutgetränkt. Dann drehte er den Kopf zur Seite und sah auf Diva, die sich glücklich drehte und sang. Ihm stockte der Atem, als er die Reste des Bluten an ihrem Arm entdeckte. Er hatte also wirklich nicht geträumt, aber warum lebte er noch?
„Du bist jetzt mein Chevalier!“ Ohne sich zu ihm umzudrehen oder ihn auch nur anzusehen antwortete Diva auf die ungestellte Frage des Jungen. „Das bedeutet, das du für immer an meiner Seite sein wirst. Ist das nicht toll?“
Endlich hielt Diva in ihrer Drehung inne und kam dann zu ihrem frisch erwachten Chevalier gerannt. Prompt ließ sie sich wieder auf seinen Hüften nieder und beugte sich zu ihm herunter. Mit einem kindlichen Grinsen im Gesicht, hob sie wieder an: „Habe ich nicht gesagt, dass wir für alle Ewigkeit zusammen spielen können? Und ich habe mich bemüht dich schnell und schmerzlos sterben zu lassen.“
Unweigerlich weideten sich Carls Augen bei den Worten des Mädchens. „W-Was hast du da gesagt?“
Diva kicherte leise und zog sich etwas von dem Jungen zurück. „Um mein Chevalier, mein Beschützer und Diener, zu werden musstest du sterben. Aber durch mein Blut bist du jetzt wieder lebendig und nichts vermag dir jemals wieder etwas anzuhaben. Du wirst für immer leben und gemeinsam mit mir spielen können!“
„Aber wie...? Wie kann das möglich sein? Ich meine, das kann doch gar nicht...“
„Doch es ist möglich, das siehst du doch selber. Aber jetzt sei still, Amshel wird dir später alles in Ruhe erklären. Jetzt will ich noch etwas von deinem köstlichen Blut kosten, mein süßer Carl.“ Noch bevor der Junge die Worte des Mädchens richtig verarbeiten konnte, beugte die sich auch schon wieder zu ihm herab, legte ihre Lippen an seinen Hals und biss hinein. Carl keuchte erschrocken auf und versuchte Diva von sich wegzudrücken, aber das Mädchen ergriff die Hände des Jungen und drückte sie mit eisernem Griff auf den Boden. Wie konnte sie nur solch eine Kraft besitzen?
Carl kniff die Augen zu und spürte, wie sich Diva immer mehr und mehr von der roten Flüssigkeit in seinen Adern holte. Er sah sich schon fast einer Ohnmacht nahe, als er einen neuen Versuch startete: „Diva...l-lass das, ich...du bringst mich noch um...“
Der Franzose spürte, wie sich Divas Lippen zu einem Lächeln verzogen und sie sich kurz darauf von ihm löse. Sie leckte sich die lezten Tropfen von den Lippen und grinste Carl dann wieder zuckersüß an.
„Du bist bereits durch meine Hand gestorben Carl, habe ich das nicht gesagt?“ Kichernd richtete sich Diva auf und strich demonstrativ ihr Kleid glatt. Bevor sie ihrem neuen Chevalier die Hand zum aufstehen reichte. „Komm schon, lass uns nach Haus zu Amshel gehen.“
Carl starrte das Mädchen eine Weile unschlüssig an. Sollte er ihr folgen oder einfach davon rennen, zurück zu dem Waisenhaus, in dem er aufgewachsen war? Mit Sicherheit würde man nach ihm suchen, wenn er am Abend nicht zurückkehren würde...vorausgesetzt, dass ihnen überhaupt auffiel, das er fehlte.
„Wenn du dich nicht beeilst gehe ich ohne dich los und lasse dich hier alleine zurück!“, herrschte sie ihn an, was Carl zusammenzucken ließ. „Ich werde dir nicht noch einmal meine Hilfe anbieten!“
  Der Junge schluckte. Diese Seite an Diva kannte er gar nicht. In ihren Augen und der Stimme lag eine klare Botschaft, die keine Widerrede duldete und schlimme Folgen nach sich ziehen würde, wagte man es ihr nicht zu gehorchen. Also griff Carl nach Divas Hand, die ihn mit einem kräftigen Ruck auf die Beine brachte und dann loslief, ohne sich weiter um den Jungen zu kümmern. Summend tänzelte sie aus dem kleinen Rosengarten, gefolgt von einem zwölfjährigen Jungen, der nun seine Reise in ein neues Leben antrat – ohne zu wissen, was ihm dieses bringen sollte.