Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Rache des Feuerdämons

GeschichteFantasy, Horror / P18 / Gen
Bill Conolly Jane Collins John Sinclair Sheila Conolly Suko
25.06.2010
21.05.2017
12
16.208
 
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.06.2010 1.062
 
Als Sheila Conolly an diesem Morgen die Augen öffnete und aus dem Fenster blickte, blickte sie in einen düsteren und wolkenverhangenen Himmel. Sie seufzte leise und weckte dann ihren Mann, der sich brummend wieder umdrehen wollte. "Nun komm schon, Bill. Wir wollten doch heute zu John. Johnny hat seinen Paten ewig nicht gesehen und wird es kaum abwarten können, wieder bei ihm zu sein. Und wer sonst könnte uns fahren, als du mit deinem Porsche?" Die junge Frau schmunzelte ein wenig. Bill hatte heute einen freien Tag. Am Vortag kam seine Einwilligung, seinen besten Freund im Yard aufzusuchen. Jetzt jedoch schien er eher ans Ausschlafen zu denken. Sheila konnte es ihm nicht verübeln, denn schließlich waren die letzten Tage alles Andere als erholsam für den Reporter gewesen. Leise verließ sie das Schlafzimmer und weckte dann ihren Sohn.

Wenige Minuten später, als sie mit dem fünfjährigen Jungen am Frühstückstisch saß, fragte der aufgeweckte Junge: "Kann ich gleich mit Nadine raus spielen, Mommy?" "Später, mein Schatz. Wir fahren heute zu Onkel John. Er hat doch heute Geburtstag." Johnny sprang begeistert auf. Nadine, die Wölfin, blickte ihren Schützling verwundert an und wedelte dann freudig mit dem Schwanz. "Bitte, Mommy, darf Nadine mitkommen?" Sheila schüttelte bedauernd den Kopf. "Sir James wird das nicht wollen. Aber jetzt beeil dich, sonst kommen wir noch zu spät." "Warum denn? Wir haben doch noch genug Zeit." Sheila blickte auf die Uhr: "Wir können noch gerade für Onkel John einen kleinen Kuchen backen, wenn du möchtest. So viel Zeit haben wir noch und während er im Backofen steht, kannst du dich umziehen." Johnny war begeistert und bald darauf half er mit seinen kleinen Händen seiner Mutter beim Zubereiten des Kuchens. Der kleine Junge konnte es kaum erwarten, seinen Paten, der für ihn Held, Freund, Pate, Vorbild und wie ein großer Bruder zugleich war, wiederzusehen. Sheila hatte viel Mühe, ihren Sohn ruhig zu halten, denn Johnny hatte John fast ein halbes Jahr lang nicht mehr gesehen und vermisste ihn wirklich sehr. Nur mit gutem Zureden gelang es der jungen Frau, ihren Sohn ins Badezimmer zu schicken. Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit beeilte dieser sich und bald darauf waren Sheila und Johnny unterwegs ins Yard. Bill hatte versprochen nachzukommen, da er noch einige Recherchen für einen Auslandsartikel am PC ermitteln musste.

Eine gefühlte Stunde nachdem Jane mit dem Taxi fort gefahren war, fuhr ich ziemlich mies gelaunt auf das mir so bekannte Gelände des Yards. Immer wieder hatte ich während der Fahrt den Wagen neu starten müssen. Immer wieder hatte ich geflucht und immer wieder war mir bewusst geworden, dass das rein gar nichts an der Situation änderte. In meinem Büro angekommen, startete ich den PC. Mein Ziel war es, mehr über die Ermordete herauszufinden und einen Eindruck von Atimo zu bekommen. Ungeduldig wartete ich, bis der Rechner alle nötigen Informationen geladen hatte, um arbeiten zu können. Kaum waren die nötigen Symbole auf dem Desktop erschienen, klopfte es auch schon an meiner Bürotür. "Herein", brummte ich ein wenig verwundert. Sir James öffnete die Tür und schritt mit ernster Miene auf mich zu: "Da sind Sie ja, John. Suko ist gerade bei Inspektor Wilson." "Bei Inspektor Wilson? Er sagte mir bereits, er hätte schon einige Informationen erhalten." "Das schon, aber Sie kennen ihn doch. Er will alles ganz genau wissen", antwortete Sir James. "Ach, bevor ich es vergesse: Alles Gute zum Geburtstag, John. Und weil heute Ihr Geburtstag ist, spendiere ich Ihnen einen Becher Kaffee extra." Verwundert klappte mir der Mund auf, als Sir James einen Pappbecher mit dem dampfenden Gebräu hinter seinem Rücken hervor zog. "Hat das Yard endlich Kaffeegeld bekommen für diese spendable Aktion?", fragte ich mit einem belustigten Lächeln. "Nein, John. Doch wie ich Sie kenne, hätten Sie mich so oder so mit Ihrer charmanten Art irgendwann im Laufe des Tages angeschnorrt", erwiderte der Superintendent und brachte sogar ein kleines Lächeln zustande. Ich setzte eine gespielt empörte Miene auf: "Ich und Sie anschnorren? Nie." "Formulieren Sie es von mir aus wie Sie wollen, aber denken Sie ja nicht, dass diese Spendiererei zur Gewohnheit wird", entgegnete mein Gegenüber und verließ dann mein Büro. Langsam ließ ich den Becher auf den Tisch sinken und genoss den Geruch des frischen Kaffees. Einige Zeit blieb ich gedankenverloren so sitzen, bis ich mir meiner Pflicht wieder bewusst wurde.

Sheila und Johnny hatten Mühe, durch den morgendlichen Londoner Verkehr zu kommen. Dieses Mal erschien er der jungen Mutter sogar ein wenig dichter als gewohnt, doch resignieren durfte sie jetzt nicht. Schließlich war das nicht ihre erste Fahrt durch London. Ja, im Grunde würde ihr sogar etwas fehlen, wenn sie ehrlich war. Langsam, ganz langsam Meter um Meter arbeitete sich der von Bill geliehene Porsche vorwärts, bis sie an einer Sperrung angelangten. Verwundert blickte Sheila aus dem Fenster. Sie winkte einen jungen Polizisten heran und kurbelte dann die Scheibe hinunter. "Entschuldigen Sie, Sir. Wir wollten zum Yard und müssen genau hier entlang. Was ist hier passiert?", fragte sie. "Es tut mir leid, Madam, aber am Woodsidepark können Sie gerade nicht entlang fahren. Hier ist anscheinend ein Unfall oder sowas passiert. Ich habe ausdrückliche Anweisungen, Vorbeifahrende darüber zu informieren und sie umzuleiten." Sheila blickte den jungen Mann erschrocken an: "Was? Soll das heißen, wir dürfen jetzt den weiten Umweg fahren und durch Viertel London, nur um zum Yard zu gelangen?" Der junge Mann lächelte ihr entschuldigend zu, nickte und wandte sich dann ab. Sheila seufzte. Nachdenklich ließ sie die Scheibe wieder nach oben und wendete den Wagen. Dass diese Leute auch nie aufpassen konnten, dachte sie und runzelte missbilligend die Stirn. Sie konnte in diesem Moment ja nicht ahnen, dass sich ein neuer Einsatz für das Sinclair-Team anbahnte. "Kommen wir jetzt doch nicht zu Onkel John?", fragte der kleine Junge traurig. Sheila wandte sich um: "Doch, aber wir müssen einen Umweg fahren. Der junge Herr dahinten, ja, der mit dem blonden Haarkranz, hat es doch eben gesagt. Keine Sorge, wir sind schon auf dem Weg. Wir müssen nur ein wenig länger als sonst fahren", erklärte Sheila freundlich. Hinter ihr begann ein Mercedes zu hupen. Sie drehte sich wieder zum Lenkrad und setzte ihren Weg zum Yard fort.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast