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Die Rache des Feuerdämons

GeschichteFantasy, Horror / P18 / Gen
Bill Conolly Jane Collins John Sinclair Sheila Conolly Suko
25.06.2010
21.05.2017
12
16.208
 
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25.06.2010 1.216
 
Es dauerte nicht lange, bis das Taxi Jane Collins in die Townshand Lane bringen konnte. Dort angekommen steuerte die Detektivin zielstrebig auf ein kleines Häuschen zu, was gegenüber von einem Instrumentenladen beinahe versteckt stand. Der winzige Garten hinter dem Haus war gepflegt und sah einladend aus. Jane klingelte und schon bald darauf öffnete ein junger Mann mit Schnauzbart die Tür. "Jane? Du hier? Komm doch herein." "Hallo, Larry. Es freut mich, dich zu sehen", antwortete die Frau und betrat dankend die kleine Wohnung. Jane hatte Larry Brewster bei einem ihrer privaten Fälle kennengelernt, die nichts mit dem Sinclairteam zu tun hatten und seither stand die gutaussehende Frau mit dem Mann in freundschaftlichem Kontakt. "Was machst du hier?", wollte Larry Brewster wissen, nachdem er für sich und Jane in der warmen und behaglichen kleinen Küche einen Tee aufgesetzt hatte. "Nun, ich komme um dich um einen kleinen Freundschaftsgefallen zu bitten. Weißt du, es geht um meinen Freund, John Sinclair. Er ist Oberinspektor bei Scotland Yard und seit vorgestern läuft sein Wagen nicht mehr richtig rund. John hat heute Geburtstag. Könntest du ihn dir vielleicht mal ansehen?" "Nun, seitdem du mir bei der Aufklärung des Elternabendbetruges geholfen hast, hast du ja sowieso noch einen gut bei mir. Du hast Glück, denn ich bin zwar nur Lehrer für sozialschwache Kinder, aber ich habe nebenbei auch ein wenig Ahnung von Autos. Selbst ist der Mensch, wie man so schön sagt." Larry lächelte liebenswürdig und rührte Zucker in seinen Tee. "Ja, du musstest ja schon recht früh lernen, allein klarzukommen, nachdem deine Eltern so früh gestorben sind", pflichtete Jane bei. Larry Brewster war anfang 30, sah etwas verwegen aus und hatte schon recht früh seine Eltern verloren. Als Jane und er begonnen hatten, sich miteinander anzufreunden, hatte er der Detektivin einmal erzählt, seine Eltern seien bei einem Flugzeugabsturz auf dramatische Weise ums Leben gekommen und er hätte es erfahren, als er als 11-jähriger Junge eines trüben Nachmittags von der Schule nach Hause gekommen war. Larry erinnerte sich nicht gern an diese Situation und auch jetzt, wo Jane es ansprach, schmerzte es ihm tief in seiner Seele. Der junge Lehrer schluckte ein wenig und räusperte sich dann. Jane spürte sofort, dass sie ein schmerzliches Thema angesprochen hatte und wechselte es sofort: "Um mal zurück auf Johns Wagen zu kommen, es wäre toll, wenn er davon möglichst nichts erfährt. Es soll eine Überraschung werden. Ich habe John bereits gesagt, dass sein Geschenk später kommt." Sie zwinkerte ein wenig und Larry lachte leise. Er hatte verstanden, worauf die Detektivin hinaus wollte. "Das geht schon in Ordnung, Jane. Du sagst, er arbeitet beim Yard. Aber wie soll ich denn dann an seine Schlüssel herankommen?" "Da mach dir mal keine Sorgen. John ist gerade arbeiten gefahren. Sein Wagen befindet sich in der Tiefgarage und sein Partner kommt meist leichter an die Bentleyschlüssel heran, als John selbst." "Wow, dein Freund fährt einen Bentley? Wahnsinn! In so einem Wagen würde ich auch gerne mal fahren." "Vielleicht hast du ja Glück und John nimmt dich auf eine Spritztour mit", lockte Jane. Larrys Augen funkelten begeistert. Da Larry sanfte, braune Augen hatte, verlieh ihm das einen ganz besonderen Reiz. Doch bald darauf wurde er wieder ernst: "Bevor wir zum Yard fahren, muss ich dich allerdings auch um eine kleine Gegenleistung bitten. Ich weiß, dass ich dir vertrauen kann, Jane, daher wende ich mich mal wieder an dich. Meine Freundin Kim Lion ist seit gestern spurlos verschwunden. Sie ist nicht mehr aufgetaucht und heute Morgen hat mir die Polizei mitgeteilt, dass sie nicht mehr lebt." Das Gesicht des jungen Lehrers wurde traurig und bald darauf lief eine kleine Träne seine Wange hinunter. "Tut mir leid, Jane. Ich wollte nicht losheulen, wie ein ausgewachsener Wolf." Jane erhob sich und legte dem Freund beruhigend die Hand auf den Rücken. "Das macht doch nichts. Mir würde es genauso gehen, wenn John, Suko oder Bill etwas zustoßen würde. Aber sag mal, was war Kim für ein Mensch? Hatte sie irgendwelche Feinde?" Larry schnäuzte sich die Nase und blickte Jane dann an: "Kim war die liebevollste Person in meinem Leben. Sie war immer für einen Scherz zu haben und sehr musikalisch. Ihr Lieblingssänger war übrigens Brian Adams. Aber das nur so nebenbei. Sie hat immer geholfen, wo sie nur konnte. Ich bezweifle wirklich stark, dass sie irgendwelche ernsthaften Feinde hatte. Ich meine, fast jeder Mensch hat Neider, aber niemand von ihren Bekannten würde sich ernsthaft mit ihr verfeinden." Jane hatte genau zugehört und begann sich nun ein klares Bild von der Situation zu machen. "Man hat die Leiche im Woodsidepark gefunden, aber es sind keine Kampfspuren zu sehen. Auch von einer Vergiftung geht die Polizei nicht aus", berichtete der junge Lehrer weiter. "Sie wollen mich allerdings noch nicht zu ihr lassen. Von der Leiche soll nicht viel übrig sein. Bitte, Jane, ich möchte mich nur einmal von ihr verabschieden und möchte, dass dieser verdammte Schurke endlich dingfest gemacht wird." Larrys Stimme war lauter geworden. Nachdem er das gesagt hatte, hatte der sonst so ruhige und gutmütige Lehrer mit der Faust auf den Tisch geschlagen. Der Teelöffel in Janes Tasse begann zu klirren. Jane konnte den Mann nur zu gut verstehen, denn es war schließlich nicht das erste Mal, dass sie mit so etwas konfrontiert worden war. "Ich wüsste da jemanden, der dir vielleicht helfen könnte." "Was denn? Die Polizei? Aber, Jane, die wissen doch selbst nicht weiter", sagte der Lehrer verstört. "Das was ich dir jetzt erzähle, wirst du mir jetzt vielleicht nicht glauben, aber es ist wahr: John Sinclair arbeitet in einer Spezialabteilung, die sich mit der Bekämpfung von Übernatürlichem beschäftigt. Ja, John jagt Geister, Dämonen und Monster." Larry blickte Jane ungläubig an. "Entschuldige, Jane, aber ich hatte gedacht, du könntest mir helfen und würdest dich nicht über mich lustig machen. Kims Tod geht mir wirklich nahe, denn wir wollten eigentlich in drei Monaten heiraten. Aber dass du so reagierst, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet." Larry war empört. Er mochte es nicht, wenn jemand ihn für dumm verkaufen wollte und gerade von Jane hatte er es am wenigsten erwartet. "Nein, Larry, ich meine das wirklich ernst. John beschäftigt sich seit Jahren damit und die meisten Menschen reagieren so wie du. Daher überrascht es mich gar nicht, dass du so etwas sagst. John wird dir mit Sicherheit helfen können, wenn du ihm deine Geschichte erzählst." Larry blickte noch immer skeptisch. Plötzlich stand er auf und brüllte: "Meine Güte, Jane! Du erzählst mir hier irgendwas von einem Geisterjäger. Wir sind doch hier nicht im Märchenland. John... John... John... Meine Güte, davon wird Kim doch auch nicht wieder lebendig!" "Larry, bitte beruhige dich. Der Tod von Kim muss für dich unerwartet gekommen sein, doch jetzt lass uns erstmal zum Park fahren. Vielleicht finden wir da einen Anhaltspunkt und du kannst dich von ihr verabschieden. Ich bin Privatdetektivin und mit meinem Ausweis werden dich die Polizisten zu ihr lassen." Langsam, sehr langsam beruhigte sich der Lehrer wieder. Dann stiegen sie in Larrys kleinen Wagen und fuhren zum Park.
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