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Die Rache des Feuerdämons

GeschichteFantasy, Horror / P18 / Gen
Bill Conolly Jane Collins John Sinclair Sheila Conolly Suko
25.06.2010
21.05.2017
12
16.208
 
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25.06.2010 1.142
 
Ein leises gleichmäßiges Atmen erfüllte den Raum, den ich mein Schlafzimmer nannte. Lange würde es nicht mehr dauern, bis der Wecker zu klingeln begann und bis meine Arbeit beim Yard begann. Wieder einmal träumte ich von Jane, die ich seit einigen Wochen nicht mehr gesehen hatte, da sie als Privatdetektivin jede Menge zu tun hatte. Oh, wie sehr vermisste ich meine Freundin. Doch plötzlich riss mich ein schrilles Läuten aus dem Schlaf. Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, dass es nicht der Wecker, sondern mein Handy war, was losgeschrillt hatte. Murrend erhob ich mich und blinzelte. Dann nahm ich mit einem verschlafenen Gesichtsausdruck ab: "Sinclair?", brummte ich in den Hörer. "Guten Morgen, John. Ich wünsche Ihnen alles Gute zum Geburtstag. Ich wollte es Ihnen nur jetzt schon mitteilen, damit es nachher im Yard nicht untergeht", begrüßte mich Sir James Powell. Ich staunte nicht schlecht so früh von meinem Chef geweckt zu werden. "Ich hoffe doch sehr, ich habe Sie nicht geweckt." "Nein, natürlich nicht, Sir. Ich bin schon seit einer gefühlten halben Stunde wach", brummte ich schlaftrunken, aber doch so leise, dass mein Chef mich nicht hörte. Ohne eine Antwort abzuwarten, meinte Sir James: "Sie sollten sich beeilen, John. Inspektor Wilson hat im Woodsidepark eine Leiche gefunden. Das Merkwürdige ist nur, es gibt weder Spuren eines Kampfes noch irgendwelches Mordwerkzeug." "Wann hat er die Leiche gefunden? Hat man bereits herausfinden können, um wen es sich handelt?", fragte ich. Mit einem Schlag war ich hellwach. "Vor gut einer Stunde sagte Wilson. Seinen Berichten zufolge handelt es sich um eine Sekretärin einer Anwaltskanzlei. Ihre Tasche lag in der Nähe der Leiche. Ihr Name ist Kim Lion, aber sonst ist nichts bekannt", berichtete Sir James. "Vielen Dank, Sir James. Ist Glenda schon im Büro? Sie soll schonmal versuchen mehr über Ms. Lion herauszufinden." Sir James lachte leise. "Leider nicht, John. Glenda hat sich für heute krank gemeldet und für den rest der Woche auch. Das heißt, Sie müssen Ihren Kaffee schon selbst kochen und ein wenig länger als gewohnt arbeiten." "Was ist mit Suko? Hat er schon etwas mehr über die Tote herausfinden können?" "Suko wird gleich im Büro erscheinen. Er wird versuchen, etwas über die Angehörigen herauszufinden. Um Himmels Willen, John, in was sind Sie da wieder hineingeraten. Sollte es sich wirklich wieder um einen Dämon handeln, werden wir Schwierigkeiten haben, das den Behörden klar zu machen", wetterte der Superintendent nun. Nachdem ich mich von ihm verabschiedet hatte, begann ich meine morgendliche Vorbereitung auf die Arbeit. Dabei ging mir das Telefonat mit Sir James nicht aus dem Kopf. Dass hier ein Dämon seine Finger im Spiel hatte, war wohl kaum auszuschließen.

Ich hatte gerade die Tür zuziehen wollen, um mein Apartment zu verlassen, da piepte mein Handy und signalisierte eine SMS. Verwundert blickte ich auf das Display. Die Nummer war mir total fremd. Weder Bill, Suko oder Sheila hatten sich ein neues Handy gekauft. Ich öffnete den virtuellen Umschlag und begann zu lesen:

Seine Rache wird grausam sein. Atimo wartet auf dich, damit die Hölle mit dir abrechnen kann, Sohn des Lichts.

In diesem Moment musste ich mehr als verwundert ausgesehen haben. Anscheinend schien sich ein ähnlicher Vorfall wie vor ein paar Jahren zu wiederholen. Damals hatte ich ebenfalls Geburtstag gehabt und einen Anruf von einem Dämon bekommen, der verdammt gut in Schach war und mit mir abrechnen wollte. Als meine Freunde und ich uns um den Fall kümmerten, waren sie auf einmal aus meiner Wohnung verschwunden. Ich speicherte die Nachricht ab und begab mich in den Bentley. Langsam versuchte ich diesen zu starten. Ein klägliches Geräusch erscholl und der Motor ging wieder aus. Wieder versuchte ich es, doch nichts rührte sich. "Verdammt, hätte ich es doch bloß sein gelassen. Ich wusste doch, dass er es nicht tut", knirschte ich angesäuert. Seit genau zwei Tagen lief der Bentley nun nicht mehr so wie früher. Alles hatte damit angefangen, dass ich abends aus Kummer und Sehnsucht nach Jane ein wenig zu viel auf den Durst getrunken hatte und somit ordentlich über die Stränge geschlagen hatte. Bei dem Versuch, in meinen Wagen zu steigen, hatte ich aus dem Augenwinkel verschwommen eine Gestalt wahrgenommen, die auf die Kühlerhaube zulief. Dann knallte es. Erschrocken war ich aus dem Wagen gesprungen, doch niemand war zu sehen und der Motor des Bentleys hatte einiges an Schaden genommen.

Während ich vergeblich versuchte, meinen Wagen wieder ans Laufen zu bringen, klopfte es auf einmal an der Fensterscheibe und Jane stand neben mir. Sie lächelte ihr übliches charmantes Lächeln: "Na, will er nicht? Irgendwas muss er ja von dir haben. Starrköpfig wie du ist er allemal. Aber nun zu dir: Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz." "Hey, starrköpfig? Ich? Nie!", tat ich beleidigt und grinste dann. Ich stieg aus und umarmte Jane. Ich hatte sie wirklich sehr vermisst. "Warum bist du hier? Ich dachte, du hättest so viel zu tun." "Ich wollte die Erste sein, die dem großen Geisterjäger zu seinem Ehrentag gratuliert", scherzte sie gut gelaunt. "Leider bin ich dieses Mal nicht mit dem Wagen unterwegs, sondern gelaufen. Könntest du mir vielleicht ein Taxi holen?" "Klar. Wohin willst du? Zu deinem Klienten?", fragte ich freundlich. "Nein, in die Townshand Lane 66", erwiderte jane geheimnisvoll. "Townshand Lane 66? Das ist im englischen Musikerviertel. Hast du dir etwa heimlich einen Musiker oder Studenten geangelt?", versuchte ich sie aufzuziehen. jane lächelte und meinte: "Vielleicht... Ach übrigens, dein Geschenk bekommst du später." Viel verwirrter als zuvor bestellte ich meiner Freundin das geforderte Taxi. Sie winkte mir noch einmal gut gelaunt zu und verschwand. Wieder versuchte ich den Bentley zu starten, was mir nicht gelang. In dem Moment klingelte mein Handy. Es war Suko: "Mann, John, wo bleibst du? Willst du in deinem Apartment Wurzeln schlagen oder ist Jane bei dir?", wollte mein Partner wissen. "Ich bin schon unterwegs, wenn dieses verdammte Auto endlich anspringen würde." "Hättest du vorgestern nicht so viel getrunken und hätte ich dich hinterher nicht nach Hause bringen müssen, wäre es nicht so weit gekommen", witzelte mein Partner. "Schon gut, Suko. Hat Sir James dich über die Leiche von Ms. Lion verständigt?" "Ja, hat er und du wirst nicht glauben, was ich herausgefunden habe." "Nun spann mich nicht lange auf die Folter. Sag schon", forderte ich neugierig und ungeduldig zugleich. "Noch nicht, Kumpel. Zuerst musst du ins Yard kommen." Suko lachte und legte dann auf. "Na das war ja mal wieder typisch", brummte ich unwirsch. In diesem Moment ahnte ich nicht, dass dieser Tag noch einige chaotische Überraschungen mehr für mich bereithalten sollte.
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