Monster

von abyzz
GeschichteAllgemein / P12
Alphonse Elric Edward Elric
21.06.2010
21.06.2010
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Who are you?



Wer bist du?
Wer bin ich?
Was bin ich?



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Ein Monster.



Nein, das ist nicht wahr! Ich bin kein Monster!

Oder...?



Definiere den Ausdruck Monster!

Ein Monster wird geboren, um zu zerstören, zu töten. Um jeden, der ein Herz voller Liebe hat, zu zerreißen. Es erleidet Schmerz, wenn es das Glück anderer sieht, deswegen will es deren Glück zunichte machen. Um die eigene Trauer zu verstecken … Ein Monster tötet solange, bis seine Seele aufhört zu bluten. Doch die Seele hört nie auf zu bluten – denn ein Monster hat keine Seele. Das Monster aber ist der Ansicht, es hat ein Herz – jeder hat ein Herz. In jedem steckt etwas Gutes. Aber das ist gelogen.



In einem Monster steckt nichts Gutes!



»Verdammt, ich bin kein Monster!«


Doch, das bist du!
Wegen dir ist dein Bruder an eine Rüstung gekettet.
Du bist ein Monster, Edward Elric!



NEIN !!!


 »Ich bin kein Monster...«, flüsterte Ed immer und immer wieder, wälzte sich unruhig hin und her.
Alphonse, genannt Al und der Jüngere der beiden, beobachtete seinen Bruder schon eine Weile. »Ed?«, fragte er leise und tippte ihn mit der Hand an.
Ed schreckte hoch, sah sich um. »Al...«, sagte er dann leise, als er seinen Bruder erblickte.
 »Hast du schon wieder schlecht geträumt, großer Bruder?«, fragte Al. Ed hatte seit einigen Wochen Albträume, Al wusste das und sorgte sich sehr, auch wenn Ed immer sagte, dass alles in Ordnung sei.
Nichts war in Ordnung!
 »Ja.«, gab Ed ebenso leise zurück wie vorher. »Aber jetzt ist es ja vorbei.« Er wollte nicht, dass Al sich Sorgen machte.
 »Ed.«
 »Hm?«
 »Dir geht es nicht gut, stimmt's? Willst du mir nicht endlich erzählen, worüber du träumst?«, fragte Alphonse und setzte sich auf den Boden vor Eds Bett.
Ed legte die Stirn in Falten. Er hatte nie mit Al über den Traum geredet – und er würde es auch nicht tun. Denn es schmerzte den Fullmetal Alchemist zu sehr, ständig in seinen Träumen hören zu müssen, dass er ein Monster war.
Als Ed schwieg, riet Al: »Der Traum handelt von Mama, nicht wahr?« Er blickte zu Boden. »Du träumst von der Nacht, in der wir versucht haben, Mama zurück zu holen.«
 »Nein!«, sagte Ed schnell. »Es geht um etwas anderes, aber … es ist wohl besser, wenn ich dir davon nicht erzähle.«
 »Warum nicht?«, rief Al enttäuscht. Sie waren doch Brüder, haben immer den Schmerz miteinander geteilt – und jetzt wollte Ed ihm nicht von so einem dummen Traum erzählen?
Ed seufzte. »Es ist besser so, glaub mir, Al.« Mit diesen Worten zog er sich die Decke bis zum Kinn und schloss die Augen.
Schlafen konnte er aber nicht.

Am nächsten Morgen wachte Ed spät auf. Al war nicht im Zimmer – wahrscheinlich war nach draußen gegangen und erkundete die Stadt – oder er besorgte für seinen großen Bruder Frühstück. Manchmal kam es Ed so vor, als würde sich der kleine Bruder um den Großen kümmern, statt umgekehrt.
Edward schwang sich aus dem Bett und sprang kurz unter die Dusche. Das kalte Wasser beruhigte ihn, konnte die dunklen Gedanken aber nicht vertreiben, die durch sein Gehirn flossen. Immer wieder hörte er diese schreckliche Stimme …


Du bist ein Monster!



Nein!
Ed schüttelte den Kopf, als er frisch angezogen das Badezimmer verließ und aus dem Fenster sah. Er beobachtete das rege Treiben unten am Marktplatz. Menschenmassen drängten sich um die viel zu eng aneinander stehenden Stände. Ed war überrascht, dass heute so viele Menschen einkaufen gingen. Sein Blick schweifte nach oben.
Der Himmel war mit Wolken bedeckt, es nieselte sogar ein wenig und die Sonne hatte keine Möglichkeit durch die dicken grauen Massen zu dringen. Die Stadt kam dem Alchemisten irgendwie trostlos vor, deswegen wandte er den Blick ab.
 »Bin ich ein Monster?«, fragte Edward sich selbst und lehnte sich gegen die Couch. Er hatte sich oft darüber Gedanken gemacht, aber eine Antwort hatte er auf diese Frage nie erhalten. Al würde ihm antworten, aber der Ältere wollte nicht mit seinem Bruder über dieses Thema reden.
Er war froh, dass Al diesen großen Schmerz in seinem Herzen nicht spüren konnte. Doch manchmal hatte der Staatsalchemist das Gefühl, als wüsste Alphonse mehr, als er ahnte.

Es kam Ed absurd vor, dass er mit seinem Bruder nicht über seinen Seelenschmerz reden wollte. Aber er konnte einfach nicht.
Viel zu viel hatte er Al angetan; ihn jetzt noch mit seinen kleinen Problemchen zu konfrontieren, war unnötig.
Es war nur ein Traum.


Surreal. Fiktiv. Nicht echt.



Sich darüber Gedanken zu machen war sogar noch unnötiger, als mit Al darüber zu reden. »Reiß dich mal zusammen, Ed.«, knurrte der Blonde sich selbst an.
In diesem Augenblick flog die Tür auf und Al stürmte herein. »Ed! Du bist schon wach! Hier!« Al reichte seinem Bruder ein kleines Plastiksäckchen. Dieser öffnete es und nahm eine Flasche heraus.
Ed betrachtete sie skeptisch. Man konnte deutlich erkennen, dass der Orangensaftaufkleber von einer anderen Flasche stammte. Er öffnete die Flasche und sah sich den Inhalt genauer an. Gelb. Zu gelb. Als er daran roch, wurde ihm schlecht.
 »Al!«, rief er laut. »Das ist Milch
 »Oh Mist … Ich hatte gehofft, du würdest den Unterschied nicht merken.«, sagte Al beleidigt.
 »Wie hast du denn das gelb gemacht?«, fragte er, als er die Flasche abstellte und seinen Bruder musterte.
 »Lebensmittelfarbe.«
Ed hob die linke Augenbraue. »Meine Güte... Für was kaufst du mir Milch?«
Al senkte den Blick und erklärte: »Also … Auf dem Markt war so eine alte Frau und ich habe gerätselt, wie ich deine Albträume beseitigen kann … Und als ich die alte Frau gesehen habe, habe ich sie gefragt, ob sie eine Idee hätte. Da hat sie mir gesagt, dass das Gute-Träume-Milch ist und das sie 100% wirkt.«
 »Und das hast du ihr abgekauft?«, griente Edward.
 »Ja … Du könntest es doch wenigstens versuchen.« Al verschränkte die Arme vor der Brust und sah seinen älteren Bruder streng an.
 »Bist du verrückt!? Ich hasse Milch!«, motzte Ed und hielt dem scharfen Blick seines Bruder Stand. Nach wenigen Minuten des Schweigens entspannte er sich wieder und seufzte. »Trotzdem danke, Al... Du hast es nett gemeint.«
 »Es hätte bestimmt funktioniert!«, meinte Al überzeugt. »Wenn ich nicht in diesem Körper stecken würde, würde ich es sogar testen!«
Edward zuckte bei diesen Worten zusammen. Die Trauer überrannte ihn förmlich und seine Mundwinkel zeigten starr nach unten. Seine Fäuste verkrampften sich, schmerzten sogar.
Al musterte seinen Bruder besorgt, wusste nicht recht, was er jetzt machen sollte. In diesem Moment kam das Kind in ihm wieder zum Vorschein und machte ihn hilflos. »Tut mir Leid.«, flüsterte er dann.
 »Nein.« Edward hob den Blick. »Mir tut es Leid, dass ich dir das angetan habe.«
 »Du musst dich nicht immer entschuldigen.«, meinte Al.
Ed lächelte, beunruhigt. »Ich bring dir deinen Körper zurück.«
 »Das weiß ich doch!«
Es überraschte den Alchemisten immer wieder, wie viel Vertrauen sein Bruder ihm entgegen brachte, obwohl er allen Grund dazu hätte, ihm zu misstrauen.

 »Ed.«, begann Al und sah seinen Bruder fast erwartungsvoll an.
 »Nein, ich werde dir nicht von meinem Traum erzählen.«, sagte Edward bestimmt.
Pure Enttäuschung. Und obwohl diese Rüstung so gut wie leer war, konnte Ed diese Enttäuschung spüren. »Ich geh mir die Beine vertreten, wenn du nichts dagegen hast.«
Dann verließ er das Zimmer.


Ed streifte ohne genaues Ziel durch die viel zu engen Straßen. Wenn ihm ein Auto entgegen kam, musste er sich meist an die Mauer lehnen, um nicht gestreift zu werden. Nach einiger Zeit drehte er wieder um; jedoch ging er nicht zum Hotel zurück, sondern beschloss, sich den Markt genauer anzusehen. Dank seiner Größe hatte er keine Probleme, sich durch die Masse zu drängen. Plötzlich stieß er gegen jemanden.

Es war eine alte Frau. »Verzeihung«, sagte Ed und wollte weitergehen, als die Frau ihn am Arm zurück hielt und ihn mit zog. Etwas abseits des Marktes sah sie ihn durch ihre dicke Brille an, erst skeptisch, dann lächelte sie.
 »Na, junger Mann? Möchtet Ihr nicht etwas von dieser Wundermilch kaufen?« Sie hielt ihm eine Flasche entgegen. Dieselbe, die Al ihm angeboten hatte. »Dann seid Ihr im Nu größer!«
 »Wollt Ihr damit sagen, ich sei klein!?«, zischte Edward und verschränkte die Arme vor der Brust.
 »Der Größte seid Ihr nicht, aber das dürfte Euch bewusst sein! Na, wollt Ihr eine Flasche?«
Ed schüttelte den Kopf: »Nein, danke. Ihr habt meinem Bruder schon welche angedreht – so naiv wie er bin ich nicht. Außerdem hasse ich Milch.«
 »Das erklärt Eure Körpergröße«, griente die Alte.
Ed schluckte seine Wut hinunter, dann wandte er sich zum Gehen. »Ich hab andere Sorgen, als meine Größe.«
 »Selbstzweifel?«
Ed blieb stehen, drehte sich zu der Frau um. »Glaubt Ihr?«
 »Diesen Eindruck macht Ihr auf mich. Ich bin zwar nur eine alte Frau, die Milch verkauft … aber mit Menschen kenne ich mich besser als als Ihr vermutet.«, gab die Frau zurück und setzte sich auf eine in der nähe stehende Bank. »Erzählt mir doch davon.«
Ed runzelte die Stirn. Warum sollte er ihr von seinen Ängsten erzählen? Von seinen Träumen? Er erzählte ja nicht einmal Alphonse etwas davon. Was ging sie das an? Sie war eine Fremde, wusste nichts von seiner Vergangenheit, von seinen Taten. Sie konnte sich nicht ausmalen, was er durchgemacht hatte – was Al durchgemacht hatte.

Doch wie von selbst bewegte Edward sich und setzte sich neben sie, und ebenso selbstverständlich sagte er: »Ich hab seit einiger Zeit einen seltsamen Traum.«
 »Mit seltsamen Träumen kenne ich mich aus.«, lachte die Frau. »Aber ich will Euch nicht unterbrechen. Fahrt fort!«
 »Alles um mich herum ist dunkel, fast schwarz. Ich glaubte immer, dass meine Augen geschlossen sind – aber sie waren geöffnet. Auf jeden Fall … ist da diese Stimme. Sie nennt mich Monster. Und führt mir jedes Fall vor Augen, was ich getan habe.«
 »Was habt Ihr getan?« Ihr Blick hatte eine Schärfe angenommen, die das Gold in Edwards Augen durchstach.
 »Das tut nichts zur Sache.«, wich Ed geschickt aus. Dann erzählte er weiter. »Wenn die Stimme meinen Namen nennt, habe ich immer das Gefühl, als wolle sie ihn mir wegnehmen., meine Identität zerstören. Mich zerstören.«
 »Wie lautet Euer Name?«, fragte sie, den Blick auf die Kieselsteine unter ihnen gerichtet.
 »Edward Elric.«
Die Frau lächelte leicht. Dann sah sie Edward an und sagte: »Euer Name ist das Einzige, was man Euch nicht nehmen kann. Und man kann Eure Identität nicht zerstören, denn solange Ihr Euren Namen wisst, seid Ihr Edward Elric, und niemand anders. Das kann man Euch nicht nehmen.«
Überrascht über diese Worte war es nun Edward, der die Kieselsteine betrachtete. »Aber bin ich ein Monster?«
 »Auf diese Frage kann ich Euch keine Antwort geben, aber vielleicht jemand anders. Euer Bruder vielleicht.
Aber wenn ich Euch jetzt so sehe, muss ich sagen, dass Ihr nicht ausseht wie ein Monster!«
Ed schmunzelte. Es tat gut, das loszuwerden. Mit jemandem reden zu können, der zuhörte. Der Antworten gab.
Die Alte stand auf und verbeugte sich vor dem Blonden. »Nun, Edward Elric. Ich muss gehen. Ich hoffe, ich habe Euch weiter geholfen.«
Als sie sich zum Gehen wandte, stand Edward schnell auf. »Wie heißt Ihr eigentlich?«
Sie drehte sich um, lächelte schief und meinte: »Das tut nichts zur Sache!«
Dann tauchte sie in die Masse der Menschen ein und bald war sie verschwunden.
Ed war etwas verwirrt zurück geblieben. Sie hatte gesagt, sein Bruder könnte ihm Antwort geben.
Edward seufzte und kehrte zum Hotel zurück.


 »Ed, da bist du ja wieder!«
Alphonse stand von der Couch auf und beobachtete seinen Bruder dabei, wie er näher kam und sich auf die Couch fallen ließ.
 »Ich muss mit dir reden, Al.« Ernst sah Ed zu seinem jüngeren Bruder hoch.
Dieser ließ sich neben Edward nieder und sah ihn neugierig an. »Über was?«
Ed schluckte.


Du bist ein Monster, Edward Elric!



Dieser eine Satz hatte sich in sein Hirn gebrannt, geisterte Nachts durch seine Gedanken und hatte nicht vor, zu verschwinden.

 »Ich hab dich an diese Rüstung gebunden, weil ich so bescheuert war und versuchen wollte, Mutter wiederzubeleben... Sei bitte ehrlich... Bin ich ein Monster?«
Alphonse sah seinen Bruder lange Zeit schweigend an, während in Ed mit jeder vergehenden Sekunde die Angst wuchs, die Antwort würde Ja lauten.
Dann grummelte Alphonse und stieß seinen Bruder von der Couch.
 »Natürlich nicht, du Idiot!«
Erst sah Ed seinen Bruder geschockt an, dann lächelte er. »Danke, Al.«
Dabei musste er an die alte Frau denken, die einfach aufgetaucht war und ihn dazu gebracht hatte, seinem Bruder diese Frage zu stellen. Wer sie war, das würde Edward wohl nie erfahren.




Und so würde Alphonse Monster definieren:

Ein Monster wird nicht als Monster geboren. Es entwickelt sich erst nach einiger Zeit zum Monster. Es handelt nur aus reiner Trauer und Enttäuschung, aber niemals, weil es mit einem Herzen voller Hass geboren wird! Niemand wird mit einem Herzen voller Hass geboren. In jedem steckt etwas Gutes, egal was manche sagen. Niemand ist 100% böse. Tief innen drin hat jeder etwas Gutes, was man bloß finden und herausholen muss. Aber nicht viele haben die Geduld, das Gute zu suchen und dem Monster zu helfen. Es gibt Menschen, die sich nicht mit solchen Wesen beschäftigen wollen und deswegen schließen sie die Augen oder sehen weg... Aber das sind die echten Monster. Die, die immer nur wegschauen, anstatt zu helfen!




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Mein erstes Werk zu FullMetal Alchemist *_*

Ich les den Manga nun seit knapp über einem Monat und habe gestern Abend Chapter 50 abgeschlossen [: Einer der besten Mangas, den ich je gelesen habe xD Naja ... Eigentlich ... lese ich nur Naruto^^ Und manchmal One Piece^^ XD
Aber das kann nichts daran ändern, dass ich diesen Manga über alles liebe XD

Besonders Edward und Maes [der ja sterben musste T_T] sind mir ans Herz gewachsen x3 Die beiden sind doch einfach nur obercool XD


Wer Fehler findet darf sie behalten!


Liebe Grüße,
Bianca.
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