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Then we are decided?

von Simara
KurzgeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Annas Kaiaphas
20.06.2010
20.06.2010
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595
 
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Then we are decided?

Caiaphas war bereits wach, als Annas sich, auf einen Arm gestützt, halb im Bett aufsetzte. Er beobachtete seinen Gegenüber, welcher aufrecht saß und scheinbar in Gedanken versunken war, eine Weile. „Woran denkst du?“ fragte er schließlich, mit leiser Stimme, um die Stille um sie herum nicht zu zerstören. „Wir warten schon viel zu lange.“ Kam die abwesende Antwort. Annas seufzte beinahe unhörbar auf und lies sich ins Bett zurück fallen. „Kannst du an nichts anderes mehr denken? Warum lässt du es zu das er dich so sehr verärgert? Früher oder später werden die Leute ihn vergessen, sowie all die anderen.“ Seine Stimme hatte einen beinahe trotzigen Unterton angenommen, und am liebsten hätte er dieses leidige Thema für immer begraben, doch Caiaphas fuhr mit einem plötzlichen Ruck herum, lehnte sich über seinen Vertrauten, sodass dieser dessen Atem auf seiner bloßen Haut spüren konnte. Er hasste es sich dem anderen so unterlegen zu fühlen, doch es würde nichts bringen den älteren von sich zu stoßen, war dieser doch in ziemlich schlechter Laune. „Jesus ist anders als sie, er ist bedeutend!“ Ein verächtliches Schnauben entwand sich dem jüngeren von beiden, der schnell darauf denn Kopf abwandte, als er das unzufriedne Funkeln in den Augen des noch immer über ihm liegenden erkannte.
Endlich, so kam es Annas vor, richtete sich Caiaphas wieder auf, gab ihm die Freiheit sich selber vollkommen aufzusetzen, was er auch augenblicklich tat. Caiaphas beruhigte sich allmählich, versuchte das Gespräch wiederaufzugreifen ohne den anderen Mann erneut zu beunruhigen. „Wir haben ihn viel zu lange gewähren lassen- Er hat einen Krieg begonnen während wir nichts anderes getan haben als zu diskutieren.“ Es viel Annas noch immer schwer auf die wechselnden Launen seines Freundes richtig zu reagieren, doch er rückte vorsichtig ein Stück näher, und antwortete mit einem stummen Flehen in den Augen: „Er ist bloß ein weiterer Aufrührer aus Galiläa. Wo ist der Unterschied?“ „Sie nennen ihn ihren König- dass ist der Unterschied. Und…“ man merkte dass es dem Hohepriester schwer viel die folgenden Worte auszusprechen. „Und davor habe ich Angst.“ Annas wusste nicht was er darauf erwidern sollte, instinktiv lehnte er sich gegen die Schulter seines Gefährten. „Was glaubst du, wie die Römer reagieren werden, wenn sie ihren König krönen? Mit Jubel und Applaus? Was ist mit unseren Leuten, wenn sie erst einmal begriffen haben, dass ihre Priester wegen diesem Mann die Nerven verlieren?“ Ja, du verlierst die Nerven, mein Freund… dachte Annas im Stillen, du allein. Doch niemals hätte er gewagt dies auszusprechen. Seiner Meinung nach gab es schlimmeres als einen Wundertäter der den Leuten Hoffnung gab. „Er ist dass was die Leute immer haben wollten- warum sollten wir ihnen ihr Spielzeug wegnehmen? Er ist sowieso verrückt.“ Caiaphas schüttelte langsam den Kopf und legte beinahe liebevoll eine Hand auf die Wange des Mannes, mit welchem er nun schon seit langem ein Bett teilte. „Versuche dich doch in meine Lage zu versetzten. Ich kann nicht einfach mit gebundenen Händen daneben stehen- Ich bin verantwortlich für Recht und Ordnung. Denk an die Priesterschaft! Wir alle könnten fallen! Wenn wir nicht bald eine Entscheidung treffen ist es zu spät!“ Erschöpft fuhr sich Caiaphas über das Gesicht. Stille legte sich über sie, und erst nach einigen endlosen Minuten wurde sie von Annas gebrochen. „Dann sag es dem Rat- sag es ihnen genau so. Wenn du ihnen nichts gibst wovor Sie sich fürchten, werden Sie die Gefahr auch nicht erkennen.“ Überrascht drehte Caiaphas sich dem anderen zu. „Dann ist es entschieden? Du wirst mich unterstützen?“ Annas schloss, traurig lächelnd, die Augen. „Natürlich. Wie immer.“
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