City Secrets

von Earthling
GeschichteAllgemein / P12
17.06.2010
17.06.2010
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City Secrets

Er löste sich aus den Schatten, die ihn verbargen und trat langsam zu mir unter die Straßenlaterne. Seine Kleidung bestand aus einem schwarzen Anzug mit dazu passendem Hut und einem Hemd, welches fast ebenso weiß war wie seine marmorne Haut. Der Kragen seines Hemdes wurde von einer blutroten Krawatte zusammengehalten. Um die Schultern des Mannes wellte sich dichtes, hellbraunes Haar, welches lang genug war, um es als Zopf tragen zu können. Als er nur noch eine Armlänge von mir entfernt war, blieb er stehen und sah mich an. Ich überlegte, ob ich weglaufen oder doch lieber schreien sollte, denn er war mir unheimlich. Gleichzeitig war seine hochgewachsene, schlanke Gestalt aber so schön, dass ich ihn weiter anschauen wollte. Außerdem war ich neugierig auf sein Gesicht. Dieses war nämlich zur Hälfte durch den Schatten, den die Hutkrempe warf verdeckt. Er sah auf mich hinab und fragte: "Was tust du hier?" Es klang wie eine Mischung aus Überraschung, Vorwurf und Drohung.
Ein wenig perplex sah ich zu ihm auf. Warum duzte er mich und was hatte dieser seltsame Unterton zu bedeuten? Ich konnte mich nicht erinnern, ihn schon einmal gesehen zu haben; weder bei Carole, noch bei Dad, als er noch lebte. Oder doch? Seine Stimme war mir ja doch irgendwie vertraut. So sanft. So beruhigend. Und doch, ich spürte, dass ich hier nicht willkommen war.
Wind zog auf. Ich rieb mir fröstelnd die Arme. Verdammt! Meine Jacke hatte ich bei Carole und ihrem Freund liegen lassen. Der Fremde zog wortlos sein Jackett aus und legte es mir um die Schultern. "Komm mit. Ich bringe dich nach Hause."
Es fing an zu regnen.

Wir waren noch keine fünfzig Meter gegangen, als ich abrupt stehen blieb. Meine Fahrkarte für die U-Bahn hatte ich auch vergessen! Die war nämlich in einer meiner Jackentasche. Er stoppte ebenfalls. „Was ist?“ fragte er leise. „Auf die U-Bahn können wir verzichten. Ich fahre dich.“ Ich rührte mich nicht von der Stelle, während mir Szenen durch den Kopf gingen, die gut in einen Krimi oder einen Horrorfilm gepasst hätten. Er schien mein Zögern zu bemerken und schmunzelte. Oder zumindest spielte ein – nun ja – schelmisches Lächeln um seine Lippen. „Hast du etwa Angst vor mir? Ich habe nicht vor, dich zu entführen oder sonst was in der Art. Es sei denn, du betrachtest die ehrenhafte Absicht, ein junges Mädchen nachts nach Hause zu begleiten als Vergehen. Dann müsste ich dir jetzt Lebwohl sagen und deine Tante wird nicht gerade erfreut sein, wenn du völlig durchnässt und viel zu spät auf der Matte stehst.“
„Woher wissen Sie, dass ich bei meiner Tante lebe?“ fuhr ich ihn an. Seinen Akzent ordnete ich als britisch ein, was gut mit seiner Kleidung zusammenpasste. „Ich kenne deine Tante.“, unterbrach er meinen Gedanken. „Freunde sind wir zwar nicht gerade, aber ich kenne sie.“
Das irritierte mich. „Woher kennen Sie sie?“ Keine Antwort. „Wie heißen Sie eigentlich?“, fragte ich weiter und sah ihn forschend von der Seite an. Mir fiel seine markante Nase auf. Sie hatte in der Mitte eine Art Knick und wirkte so etwas raubvogelhaft. „Mein Name ist Lawrence Garner, aber Lawrence reicht vollkommen aus.“ Er blickte zu mir herunter und lächelte. Seine Lippen waren sehr gleichmäßig, seine Wangen glatt rasiert, seine Augen immer noch vom Schatten seines Hutes verdeckt. Sehr viel älter als ich konnte er nicht sein, höchstens fünfundzwanzig Jahre. Aber seine Art sich zu bewegen war anders. Nicht so locker, wie man das von den jungen Männern aus den zahlreichen kleinen und größeren Gangs kannte. Eher gemessen, so als gehorche jeder Schritt, jede Bewegung seiner Hände einem bestimmten Muster.
Wie bei einem Tänzer, der seine Bewegungen an den Herzschlag der ihn umgebenden Musik anpasst. Es war unheimlich, aber gleichzeitig faszinierend und mich beschlich wieder dieses seltsame Gefühl zwischen instinktiver Angst und unerklärlicher Vertrautheit.
„Ist irgendetwas?“ Er sah mich, schon wieder lächelnd, an. Mir wurde bewusst, dass ich ihn immer noch anstarrte und, was mir augenblicklich die Schamesröte ins Gesicht trieb, dies anscheinend mit geöffnetem Mund tat. „Nein, nein. Nichts.“, murmelte ich und kam mir ziemlich blöd vor. Wie konnte ich nur so völlig neben mir stehen? Am besten wäre es wohl, in die Amsterdam Ave. zu gehen. Dort könnte ich mir ja von ihm ein Taxi bezahlen lassen...
Ich zuckte zusammen, als etwas kühles sich um das Jackett auf meiner Schulter legte. „Halt! Wo willst du denn hin?“ Er hatte einen Arm um mich gelegt und das Kalte, was mich so erschreckt hatte, war seine Hand. „Wo ich hin will? Nach Hause will ich, was denn sonst?“ Ich ließ es mir nicht nehmen, ein wenig hochmütig zu klingen. Das schien ihn allerdings nur zu belustigen. „Hör mal“ sagte er schmunzelnd, „ich weiß, dass du in die Amsterdam Avenue willst, um dir ein Taxi zu nehmen. Allerdings müssten wir bis dorthin noch ein ganzes Stück laufen. Wenn wir hier durchgehen, sind wir viel schneller bei meinem Parkplatz und ich kann dich wesentlich günstiger und schneller daheim abliefern, als es ein Taxifahrer tun würde.“
Das leuchtete mir ein. Was ich aber ziemlich unlogisch fand war, dass er auf eine Sackgasse zuging.
Ich meine, wie soll ich bitte eine grob geschätzt viereinhalb Meter hohe Mauer hinaufkommen? Meine Körpergröße von einem Meter fünfundsechzig und meinen eher schmalen Körperbau mal ganz außer Acht gelassen. Denn ich war zwar eine recht gute Läuferin, aber litt unter einer verdammt heftigen Höhenangst. Sprich: Ab einer Höhe von drei Metern zwischen meinen Füßen und dem Erdboden wurde mir schwarz vor Augen, was klettern, Achterbahn fahren und so weiter einfach unmöglich machte.
Doch ich ahnte, dass Widerstand zwecklos sei und ging mit auf die bedrohlich aufragende Wand zu.
Kaum waren wir zwischen den beiden Häuserfronten verschwunden, blieb Lawrence plötzlich stehen und verstärkte den Griff um meine Schulter. Sein eben noch gelassener Gesichtsausdruck war einer Maske gewichen, auf der sich Wachsamkeit und Hass mischten. Mir war plötzlich wieder kalt und ich schmiegte mich enger in seinen Arm.
„Was ist mit Ihnen?“ Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme zitterte.
„Wir bekommen Besuch.“ Seine Stimme, eben noch so sanft, war zu einer Art Knurren verzerrt.  
Hastig drehte ich mich nach allen Seiten um. Ich hatte das ungute Gefühl, beobachtet zu werden. „Tu genau das, was ich dir sage, Kleine.“ Moment mal! „Ich habe auch einen Namen, Lawrence. Laurette!“ Sein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen. „Natürlich, Laurette. Tu genau, was ich dir sage und komm bloß nicht auf die Idee, blindlings davon zu laufen. Das wäre nicht so gut.“
„Was haben Sie vor?“ Ich wusste nicht, was oder wer uns da beobachtete, bemerkte aber, dass es nur die Mauer gab, über die wir hätten fliehen können und dass Lawrence ziemlich unruhig war.  „Hast du was dagegen, wenn ich dich werfe?“ Entgeistert starrte ich ihn an. „Wie bitte? Sie wollen mich werfen?“ Seinen Gesichtausdruck nach zu schließen, meinte er das ernst. Todernst. „Das schaffen Sie doch nie im Leben. Die Mauer ist mehr als vier  Meter hoch und ich wiege mindestens fünfzig Kilo!“ Diese Feststellung brachte ihn wohl zur Vernunft. „Gut, dann klettern wir eben.“ Er hob mich ganz ohne Anstrengung auf einen Stapel Kisten und stieg dann selbst hinauf. Von dort half er mir auf eine Feuertreppe, die ich vorher noch gar nicht gesehen hatte. Über die Treppe gelangten wir auf Höhe der Mauer. Lawrence half mir auf die schmale Kante herab und sprang selbst gleich ganz herunter. Mich wunderte, das er sich dabei nichts brach, denn selbst kämpfte ich gerade mit einem unheilvollen Schwindelgefühl. Er drehte sich um. „Spring, Laurette, ich fange dich auf.“ Was wollte er da von mir? Etwas sagen konnte ich aber nicht mehr, denn mir wurde, wie erwartet, schwarz vor Augen und ich kippte einfach hinunter.

Durch Schmerzen an meiner linken Wange wachte ich wieder auf. „Du bist einfach ohnmächtig geworden.“, entschuldigte er die Ohrfeige, die mich zu Bewusstsein gebracht hatte. „Au. Das hat aber weh getan.“, nuschelte ich und rieb mir die betreffende Stelle. Mir fiel auf, dass ich auf der Rückbank eines Autos hing. Auf der Rückbank eines ziemlich alten Autos. Ich rappelte mich auf und stieg aus dem Wagen. Meine Vermutung hatte sich bestätigt. „Ist das Ihr Auto?“ Ich stand vor einem 59er Fleetwood Cadillac. Nicht ohne einen gewissen Stolz antwortete er. „Ja. Das ist mein Wagen.“ Ich zog eine Augenbraue in die Höhe. „Und damit wollen Sie mich jetzt nach Hause bringen?“ Eigentlich wollte ich ihn ärgern, aber mein Tonfall war nun doch nicht so gehässig, wie er eigentlich klingen sollte.  „Wenn du nichts dagegen hast, Laurette, werde ich dich mit diesem Wagen nach Hause bringen. Deine Tante wird sich freuen. Vermutlich macht sie sich schon Sorgen, denn es ist mittlerweile nach Mitternacht.“ Ich schaute auf meine Armbanduhr. Die war allerdings bei zweiundzwanzig Uhr fünfzig stehen geblieben. „Na wenn Sie das sagen. Ich hoffe nur, die Karre fährt noch.“  Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, tat sie das wohl sehr gut. Jetzt schaute er richtig beleidigt drein. „Wenn du aufhören würdest, dich über mein Auto lustig zu machen, ja. Du benimmst dich ja beinahe wie Carole!“ Ich war verdutzt. „Woher kennen Sie meine Schwester?“ Ich erinnerte mich an das seltsame Gefühl, ihn schon mal gesehen zu haben. Aber wo und wann? Für einen Cousin war er entschieden zu alt, Brüder hatte ich keine und als Ex-Freund meiner Tante konnte er auch nicht herhalten, dafür war er wieder zu jung. Vielleicht ein ehemaliger Kollege meines Vaters? Fehlanzeige; auch zu jung.
Ich grübelte noch immer, als er mir die Beifahrertür aufhielt und ich fast automatisch auf dem ledergepolsterten Sitz Platz nahm. Er schaute noch einmal zu der Wand, über die wir vor ein paar Minuten geklettert waren. Seine Augenbrauen hatte er bedrohlich zusammengezogen. „Wir müssen hier weg.“ Mit einem beängstigenden Wendemanöver parkte er den Cadillac aus und fuhr auf die Amsterdam Avenue zu. Ich schnallte mich hastig an und starrte ihm dann mit vor Angst weit aufgerissenen Augen ins Gesicht. „Was ist denn das für ein Fahrstil, den Sie da haben? Wollen Sie mich umbringen?“ Mit stoischer Gelassenheit nahm er den Hut ab und drehte sich zu mir um. „Je schneller wir hier wegkommen, umso besser. Außerdem bin ich es gewohnt, so schnell zu fahren. Du kannst mir vertrauen.“ Das sagte er so ernst, dass ich mich wieder etwas entspannte und mir die Zeit nahm, ihn wieder zu mustern. Seine Augen, die ich jetzt das erste Mal sah, hatten eine ungewöhnlich blaue Farbe, die mich an etwas erinnerte. Abermals versank ich in Überlegungen, woher ich ihn denn kannte.
„Sie sind mir noch die Antwort schuldig, woher Sie meine Schwester kennen.“, wandte ich mich zu ihm um. „Hast du Lust auf Musik?“ Ganz offensichtlich wich er meiner Frage aus. „Ähm, eigentlich ja.“ Ich war plötzlich unglaublich müde. Mit einer schnellen Bewegung der rechten Hand drehte er an einigen Knöpfen des Radios und suchte einen Sender mit alter Swing- und Jazzmusik. Ich kuschelte mich in den Sitz und lehnte den Kopf gegen die Scheibe. Zu einem Klassiker von Frank Sinatra sank ich langsam aber sicher in den Schlaf und wachte erst wieder auf, als wir schon durch die schmalen Straßen von Little Italy rollten.
Zwischen einer Straßenlaterne und einem alten Fiat parkte er geschickt den Wagen ein und öffnete mir mit einer eleganten Geste die Tür. Mir fiel auf, dass ich schon die ganze Zeit über seine Bewegungen beobachtete. So elegant und selbstsicher bewegte sich doch kein Mittzwanziger! Zielsicher steuerte er das Café, über dem wir wohnten an. Er bog um die Hausecke und klingelte an der Tür. Schon nach wenigen Augenblicken hörte ich, wie die Riegel zurückgeschoben wurden. „Wer ist da? Laurette, bist du das?“ Die rauchige Stimme meiner Tante klang durch die Tür seltsam gedämpft. Ich spürte Lawrence neben mir unruhig auf seinen Fußballen hin- und herwippen und bemerkte, dass ich sein Jackett mittlerweile seit wir uns begegnet waren auf den Schultern hatte. Ich antwortete meiner Tante, woraufhin diese die Tür öffnete. Ihr Gesicht war die Verkörperung von Erleichterung. „Mein Gott, bin ich froh, dass du endlich daheim bist. Ich habe schon bei Carole angerufen aber die sagte mir, dass du gegen zehn gegangen bist. Und wie siehst du überhaupt aus! Woher hast du das Jackett?“ Fragend sah sie mich an. Dann fiel ihr Blick auf Lawrence und ihre Miene wurde eine Spur härter. „Du bist also doch gekommen?“ Verwirrt blickte ich von einem zum andern. „Ja. Ich bin gekommen.“ Er machte den Eindruck eines Menschen, der etwas ausgesprochen unangenehmes zu erledigen hat. „Was meint ihr?“
„Na wir sprechen uns noch.“ So kalt hatte ich die Stimme meiner Tante noch nie erlebt. Aber ich spürte, dass es falsch war ihn wegen etwas, da er vermutlich vor Jahren getan hatte, zu verurteilen. Meine Neugierde und der Regen siegten über die Verwunderung über die ungewöhnliche Begrüßung und ich zerrte Lawrence am Ärmel mit ins Haus. „Tante Clara, wenn du ihn wegen einer Sache, von der ich nichts weiß anschreien willst, dann heb dir das bitte für später auf. Er hat mich oben in Harlem eingesammelt und hierher gefahren. Außerdem hat er mich vermutlich vor irgendetwas Schlechtem bewahrt. Deswegen solltest du ihm wohl eher dankbar sein.“ Bei dem Gedanken an das Etwas, das uns da beobachtet hatte, wurde mir wieder kalt.
Resignierend ließ sie uns beide in das winzige Wohnzimmer eintreten, wo ich mich auf das Sofa setzte und mir das Jackett von den Schultern streifte. Ich hing es über die Lehne des Sessels neben mir und sah die beiden Erwachsenen aufmerksam an. Durch mein bestimmtes Auftreten hatte ich es erreicht, dass sie beide meiner Bitte nachzukommen schienen. Tante Clara nahm auf dem Sessel Platz und Lawrence zog sich einen Stuhl heran. Er wirkte noch immer sehr angespannt. Meine Tante knetete ihre Hände, ganz als ob sie überlegte, wie sie ihre nächsten Sätze formulieren sollte. Wider alles Erwarten machte Lawrence aber den ersten Schritt. „Es tut mir leid, Clara, wen ich dir damals so viele Unannehmlichkeiten gemacht habe. Hier habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten und der Tod von Charlie hatte mich sehr mitgenommen. Alles war so deprimierend und du, Laurette, du warst noch so klein und hast wahrscheinlich gar nicht richtig verstanden, was los war.“ Mit einem unglaublich flehenden Ausdruck in seinen Augen, blickte er mich an. Ich schaute verständnislos zurück. „Was meinen Sie? Ich weiß gar nicht richtig, wovon Sie reden. Als Dad starb, war ich fünf, dass ist jetzt zwölf Jahre her, aber Sie können doch höchstens fünfundzwanzig sein.“ Seltsamerweise musste er nach dieser Bemerkung schmunzeln. „Ich bin älter, als ich aussehe, Laurette. Letzten Monat wurde ich dreiunddreißig. Ich bin dein Cousin.“ Vor Überraschung klappte mir der Mund auf. „Was? Ich habe nie ein Foto von dir gesehen! Niemals hat jemand dich auch nur erwähnt. Aber was war das vorhin in der Sackgasse und wo hast du gelernt, dich so zu bewegen?“ Sein Gesichtsausdruck verdüsterte sich ein wenig. „Die Leute, die uns beobachtet haben, waren ein paar Jungs aus einer Gang, mit deren früherem Boss ich mal aneinander geraten bin. Eine Drogengeschichte. Ich habe der Polizei damals wichtige Informationen verraten. Dein Dad wurde daraufhin von ihnen getötet, weil sie ihn für mich hielten. Ich bin untergetaucht und nach England gegangen. Zu eurer Sicherheit habe ich jeglichen Kontakt abgebrochen.“ Mit jedem Satz, den er von sich gab wurde er ruhiger und der gehetzte Ausdruck, den ich zwischenzeitlich in seinen Augen zu sehen glaubte, verschwand.
Tante Clara hatte seiner Erzählung mit steinernem Gesicht gelauscht. Nun am Ende war sie aber doch sichtlich bewegt. „Du hättest doch wenigstens einen Anhaltspunkt dalassen können. Ich dachte die ganze zeit, du wärst tot!“ Mit einem Schluchzen warf sie sich in seine Arme. „Ist ja schon gut, Mom. Jetzt bin ich ja hier.“ Beruhigend strich er ihr über den Rücken.
Mein Taktgefühl sagte mir, dass die beiden wohl jetzt allein sein wollten und ich verschwand, um mir in der Küche einen Tee zu machen. Als ich zurück ins Wohnzimmer ging, saßen die beiden nebeneinander auf dem Sofa und Lawrence erzählte seiner Mom gerade, was er alles in den letzten Jahren getan hatte. Ich setzte mich wieder zu den beiden und schlief letztendlich mit dem Kopf auf der Schulter meines Cousins ein.


~~~++**##**++~~~  Ende  ~~~++**##**++~~~



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