OUT-NUMBER-ED

GeschichteDrama, Romanze / P18
Train Heartnet
10.06.2010
20.05.2013
9
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Es regnete so heftig, dass man den Eindruck gewann, Wellen würden sich an den Wänden der zahlreichen Häuser brechen und donnernd über die Dächer hinweg schwappen, die die gewaltigen Wassermassen schließlich auf den Asphalt treffen ließen.
Langsam hob ich die Waffe, die mir immer ein getreuer Partner gewesen war, mit meiner rechten Hand an meinen Arm.
Die Klinge des Katar blitzte kurz auf, als das Licht sich in den auf ihm liegengebliebenen Regentropfen brach und mir in allen möglichen Farben entgegen schillerte.
Doch all dies bekam ich unter meinem verschleierten, durch Tränen verschwommenen Blick nur halb mit.
Hier stand ich also, ungeschützt im heftigen, strömenden Regen, während sich die Tränen des Himmels mit meinen eigenen vermischten, die unaufhaltsam meine Wangen hinab liefen, sobald sie sich in den Winkeln meiner vertränten Augen nicht mehr halten konnten.
Alles, was ich gewesen war, was ich jetzt in diesem Moment war und je sein hatte wollen, all dies war in diesem Moment nichtig, unbedeutend, uninteressant, sekundär, ein einziger Witz.
Ich hatte gelebt dafür, was ich war.
Es war mein Lebensinhalt gewesen und ich hatte mich damit zufrieden gegeben, es hatte mir gefallen so wie es gewesen war.
Und dann hatte ich das alles zunichte gemacht.
Hätte ich meine Gefühle nicht in Zaum halten können, mich nur dieses eine Mal beherrschen können, auch, wenn ich es sonst nie getan hatte?
Er hatte mein Leben, meine Welt, mein gesamtes Selbst zerstört, alles, an was ich geglaubt hatte, war in Bruchstücke der früheren Grundfesten zerbrochen und es war unmöglich, all diese Splitter wieder zu einem intakten Ganzen zusammenzufügen.
Doch es war mir im Moment ohnehin nicht wichtig, mein Leben war vorbei, zerstört, zerbrochen, nur noch ein einziges Martyrium, und ich würde es beenden.
Hier.
Jetzt.
Immer näher wanderte das Katar an mein linkes Handgelenk, zitternd aufgrund meiner anderen Hand, die es umklammert hielt.
Ich zuckte kurz unter der Berührung des kühlen Metalls auf meiner Haut zusammen, zwang mich aber, die Klinge dort verweilen zu lassen, wo sie sich gerade befand.
In meinen Gedanken malte ich mir bereits aus, wie es wohl so sein würde, zu sterben, und nach den vielen Morden, die ich begangen hatte, war ich mir sicher, mir ein ziemlich gutes Bild davon machen zu können, wie es war, wenn die Haut mithilfe einer Klinge aufgeschlitzt wurde.
Das Gefühl, das man bekam, während man langsam in die andere Welt überging, konnte ich mir dagegen nicht vorstellen.
War es angenehm, ein befreiendes Gefühl der Erleichterung, endlich mit seinen Leben abgeschlossen zu haben und keine irdischen Sorgen mehr durchleben zu müssen?
Oder würde ich den letzten Moment, den ich als lebender Mensch auf Erden haben würde, damit verbringen, meinen Entschluss zu bereuen, würde ich Schmerzen haben und mich selbst für meine Willensschwäche verfluchen?
Doch darauf kam es letztendlich gar nicht an, denn auch wenn mein Körper in einigen Momenten vor Schmerz explodieren würde...es war immer noch besser als mein sinnloses Leben nur eine Sekunde lang unnötig weiterzuleben.
Aber...sinnlos?
Meine bewaffnete Hand verharrte in der Position, in der sie sich gerade befand, nachdem die Klinge mir bereits an einer kleinen Stelle ins Fleisch geschnitten hatte und dort einen rötlichen Schimmer besaß.
Gab es denn keinen Grund für mein Leben?
Mein Leben war...mein Leben war Kronos, eine Number zu sein war mein Leben, und mich selbst zu eliminieren kam letztlich einem Verrat gleich.
Wollte ich dies wegen ihm einfach wegwerfen?
Waren diese Gedanken wirklich...meine?
War das wirklich Riley Barrett, Number III der Kronos Numbers, Mitglied der dreizehn Ausnahmekämpfer einer weltweit etablierten Organisation?
...Ja.
Ja, auf eine skurrile, eigenartige Weise war ich dies, wenn auch erst seit kurzer Zeit, ich war ein anderer Mensch geworden als der, der ich früher gewesen war.
Wegen ihm.
Mein Stolz als Number sollte es mir im Grunde verbieten, so etwas wie meinen Selbstmord zu planen, mein Leben und somit meine Dienste beenden zu wollen...doch meine Finger schlossen sich nun nur noch fester um das Heft meiner Waffe und ich legte sie erneut an ihre Ausgangsposition neben meinen Pulsadern.
Kronos war mir jetzt, entgegen allem, von dem ich früher überzeugt gewesen war, zu dem ich erzogen worden war, gleichgültig.
Denn...meine Gefühle würden mich doch ohnehin früher oder später innerlich zermürben und so lange weitermachen, bis sie mein Wesen komplett vernichtet hatten...da konnte ich es doch genauso gut selbst tun.
Ein letzter Gedanke, eine letzte Nummer huschte durch meine Gedanken, bevor ich die Augen schloss.
Seine Nummer...






O U T - N U M B E R - E D
by xCrimsonSalix

INOFFIZIELLER Soundtrack: 'Frozen' by Within Temptation http://www.youtube.com/watch?v=fxS-2XSAuhM


Disclaimer: Black Cat, sowie seine Charaktere, Organisationen und Geschichte, gehört nicht mir, sondern ist Eigentum von Kentaro Yabuki.
Sämtliche OriginalCharacters so wie deren Namen, Persönlichkeit und Vergangenheit gehören jedoch mir.
Altersempfehlung: P14-P16
Genre: Drama, Sad Romance, Abuse...und manchmal ein Hauch Witz (denke ich mal).
Kapitelzahl: Etwa 15-20 Kapitel, plus-minus ein oder zwei.
Kommentar der Autorin: Diese FanFiction unterscheidet sich grundlegend von meinen anderen, da ich hier ein eher etwas realitätsnäheres Thema anspreche und auch keine übernatürlichen Kräfte (a.k.a. Tao) oder Ähnliches vorkommen lassen werde. Wieso ich Riley zur Number III gemacht habe, hat einen guten Grund - da die 'echte' Number III im Manga nicht auftaucht und dies nur im Anime tut (und aus dem Grund, da er noch ziemlich jung ist) habe ich mir einfach mal erlaubt, Riley seine Vorgängerin sein zu lassen...ich hoffe das ist halbwegs logisch nachvollziehbar.
ACHTUNG: Diese Geschichte wird KEIN Happy End haben. Erwartet es also nicht.
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