Begierde

von Branwen
GeschichteRomanze / P12 Slash
07.06.2010
07.06.2010
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Alles was die Hollows betrifft gehört der wunderbaren Kim Harrison, leihe sie mir für den One Shot nur aus :)
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Müde versuchte ich meine Lider zu heben. Sie waren schwer, so schwer als hätte sie mir jemand zugeklebt.

„Verdammt Rachel! Stell dich nicht so an!“, schimpfte ich leise vor mich hin. Ein großer Fehler, wie sich unmittelbar darauf herausstellte.
„Puuuh!“ Vorsichtig fuhr ich mit der Hand an meinen Schädel. Alleine diese sanfte Berührung ließ mich zusammenzucken. „Dreck, was ist passiert!“ Mehr als gestöhnte Wortfetzen kamen mir allerdings nicht über die Lippen. Träge blubbten Erklärungsversuche für meinen Zustand an meine geistige Oberfläche. Fluch, Dämonenmagie, Angriff von Newt, oder das schlimmste. Rotweingelage auf so einer dämlichen Dämonenparty, auf die Al mich mitzuschleifen pflegte.

„Al, ich werde Dich....!“, brummte ich wütend, wobei ich , anstatt zu sprechen, eher zischte wie ein Teekessel.

Meine Lider hoben sich einen winzigen Spalt, und allein das kostete mich eine unsagbare Kraft.

Das, was ich sah überraschte mich. Es war nicht Al's kleines Wohnzimmer im Jenseit, mit den geblümten Vorhängen und den altbackenen Möbeln mit Häkeldeckchen (Dämonen haben manchmal einen äußerst altmodischen Geschmack).

Ich lag in meinem Zimmer, meinem Bett. Trotz der Dunkelheit, konnte ich den Umriss meiner Kommode neben der Zimmertür ausmachen.

Verwirrt schloss ich meine Augen wieder. War nicht Samstag? Und somit Zeit für mein wöchentliches Date im Jenseits mit Al.

Dunkel konnte ich mich noch an eine der endlos langweiligen Dämonen Partys erinnern, auf die Al mich mal wieder geschleppt hatte. Ständig den Spruch auf den Lippen, dass es ja seit tausenden von Jahren keine Dämonenschüler mehr gegeben habe und er, der großen Algiarept, doch nun das Unmögliche vollbracht habe. Diese ständige Selbstbeweihräucherung ging nicht nur mir auf die Nerven, sondern auch allen anderen Partygästen. Immer wieder sah ich hinter Al's Rücken verdrehte Dämonenaugen. Irgendwann würden die ätzenden Partys auch ein Ende haben, denn mein großer Meister, würde gewiss nicht mehr allzuoft eingeladen.

„Verdammt!“ Wieder zuckte ein Schmerz durch meinen Kopf, als wäre ein Blitz eingeschlagen.

Doch. Das war gestern gewesen. Ganz sicher. Ein Stöhnen kam über meine Lippen. Verdammter Filmriss!

Erschrocken fuhr ich zusammen, als eine kühle Hand sich auf meine Stirn legte.

„Ssch, Rachel es ist alles gut.“ Eine Stimme wie Samt. Eine Stimme, die ich unter tausend anderen erkennen würde. Eine Stimme, die meinen Herzschlag beschleunigen ließ.

„Ivy?“, flüsterte ich. Ich war also wirklich wieder zu hause, nicht mehr im Jenseit bei Al. Was war bloß passiert? Ich versuchte mich aufzurichten, wurde aber sanft und gleichzeitig auch bestimmt ins Kissen zurück gedrückt. Neben meinen rasenden Kopfschmerzen, schlug nun mein Herz wie verrückt und ich bekam feuchte Hände.
Verdammt, das würde gefährlich werden. Doch mein Puls raste weiterhin und wollte sich einfach nicht beruhigen. Die kühle Hand legte sich nun wieder auf meine Stirn und brachte mir vorübergehend etwas Erleichterung, zumindest was die Kopfschmerzen btraf. Die Luft war von vampirischem Räucherwerk geschwängert.

„Nicht Rachel. Du musst dich ausruhen.“, flüsterte Ivy. Ihre Stimme. Dieser Klang hätte mich eigentlich ängstigen müssen, aber das Gegenteil geschah. Ein Schauder durchfuhr mich, beginnend in meiner Narbe am Hals und endend in meiner Körpermitte.

Langsam versuchte ich erneut meine Augen zu öffnen und sah Ivys schmale Kontur, ihr Gesicht war nahe an meinem. Zu nahe. Ihre Augen waren geschlossen. Ihre Gesichtsmuskeln angespannt. War sie schon zu nahe am vampirischen und versuchte sich zu beruhigen. Verdammt, was hatte Al mit mir angestellt. Wie betäubt lag ich da. Ich wusste was ich tun musste, was das sicherste für mich, nein für uns war. Sie musste gehen, oder ich. Aber dazu war ich nicht in der Lage. Ich wollte die sanfte Berührung nicht aufgeben, im gegenteil, ich wollte mehr. Alles.

„Schließ deine Augen, ruh Dich aus.“ Ivys feingliedrigen Finger fuhren über meine Augen, wieder durchfuhr mich ein Blitz und ich stöhnte leise auf. Das war es was mein verräterischer Körper wollte und nicht nur er, meine Seele, mein Verstand.

Sanfte Lippen berührten meine, und ich spürte wie mein Körper sich wand. Drängend erwiderte ich den Kuss, spürte wie sich die Hitze in mir ausbreitete, wie es in meiner Körpermitte pulsierte. Mit einer Hand berührte ich die glatten Haare in Ivys Nacken und drückte sie noch mehr an mich. Bestimmt. Bewusst. Mit dem Verlangen nach viel mehr.

Mittlerweile hatte sie eine Hand auf meinen Bauch gelegt und ich spürte ihre Körperwärme durch den Stoff meines Pyjamas. Sanft versuchte sie ihren Mund meinem zu entziehen, doch das konnte ich nicht zulassen, immer drängender wurde mein Bedürfnis mit ihr zu verschmelzen. Und sie ließ mich gewähren, gab mir das Gefühl ich sei die Stärkere. Auch wenn wir beide wussten, dass dem nicht so war.

Meine Zunge glitt über ihre Zähne, ich konnte keine scharfen Kanten spüren.
Hatte sie Kappen aufgesetzt?

Ivy stöhnte leicht auf. Langsam und genüsslich knöpfte sei meinen Pyjama auf und berührte sanft meinen Körper. Ihre andere Hand wanderte tiefer. Sie streichelte mich, zog sich zurück und erkundete wieder von neuem. Trieb mich dadurch in den Wahnsinn, und ließ mich immer mehr fordern.

„Ivy!“, stöhnte ich. Sie konnte nun alles von mir haben. Ich war bereit. Wie dumm war ich doch gewesen, uns dieses Gefühl vorzuenthalten. Wie konnte falsch sein, was sich doch so richtig anfühlte?

„Ivy, ich liebe dich!“, mit einem mal war meine Müdigkeit verschwunden und ich setzte mich auf.

War nun auf Augenhöhen mit ihr, umfasste ihr wunderschönes Gesicht. Sie hatte noch immer ihre Augen geschlossen. Hatte sie Angst, dass ich vor dem was sie war zurückschreckte? Wusste sie nicht, dass ich sie liebte, egal wer oder was sie war? Bedingungslos, genauso wie sie mich all die Zeit über bedingungslos geliebt hatte, egal was ich gerade für einen Wahnsinn anstellte, an welchen Abgrund ich mich, nein uns, gerade brachte.

„Ivy, schau mich an. Ich liebe dich, endlich habe ich es verstanden.“ Und dann öffnete sie ihre Augen, und die ziegengeschlitzten roten Augen ließen mich fallen. Immer tiefer.


Ja ich bin gemein ich weiß :)
Die Story ist auch auf
http://come-out-to-play.forumkostenlos.com/index.htm (tolles Hollows Forum), also bitte nicht wundern wenn ihr da auch über sie stolpert...
LG
Branwyn