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Unendliche Freundschaft

GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Batman
07.06.2010
07.06.2010
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Unendliche Freundschaft

Hallo alle zusammen. Ich möchte euch heute einen guten vierbeinigen Freund von mir vorstellen. Mein Pferd und bester Freund White Star. Seinen Namen verdankt er einer weißen Blässe auf der Stirn, die aussieht wie ein Stern. Sein Körper selbst war schwarz wie die Nacht. Ich bekam ihn als junges Fohlen von Dad geschenkt. Ihn großzuziehen machte mir riesige Freude. Seit damals sind wir beide unzertrennlich. Ich fragte Superman, ob er mir die Erlaubnis geben würde, einen Stall für White Star einzurichten. Und ich bekam sie. Als Dankeschön gab ich ihm einen kleinen Freundschaftskuss auf die Wange. Er errötete leicht und räusperte sich. Ich stellte währenddessen Star den andern vor. Weil Zauriel ein besonderes Händchen für Tiere im allgemeinen hatte, wie White Star bewies, stupste Star ihn liebevoll mit seiner weichen Schnauze an. >>Er möchte, dass du ihn reitest. <<, sagte ich. Wie, als ob er mich verstanden hatte, nickte er heftig mit dem Kopf und scharrte mit den Vorderhufen. Zauriel und ich sattelten ihn und wir gingen in den Holoraum. Ich hatte für diese Gelegenheit ein Programm entwickelt, das ich jetzt aktivierte. Es wurde ein schöner Strand, in orangerotes Licht getaucht, sichtbar. >>Wie lange hast du gebraucht, um dich mit dem Holoraum vertraut zu machen?<<, fragte Zauriel. Ich zuckte die Schultern.
>>Ein paar Tage.<< Zauriel hob erstaunt die Augenbrauen hoch. Ich bediente die Kontrolltafel, um das Hologramm eines Schimmels zu erschaffen. Ich streichelte seinen geschmeidigen Hals und saß auf. Ich reichte Zauriel die Hand, um ihm in den Sattel zu helfen. Wir gaben unseren Pferden die Sporen, sie wieherten auf und preschten los. Es war ein herrliches Gefühl. Den Wind in den Harren zu spüren, die salzgetränkte Luft auf der Zunge zu schmecken und das Adrenalin, das durch meinen Körper schoss, zu fühlen. Ich schaute mich nach Zauriel um, sein Gesicht war schweißnass und er legte seinen Kopf an White Stars Hals. Nach vier Stunden waren die Tiere und wir völlig erschöpft. Mein Körper fühlte sich völlig zerschlagen an. >>Na? Hat dir der Ausritt gefallen?<< >>Ja sehr. Danke!<< Ich kicherte. >>Das konnte man sehen. Ich will jetzt eine Runde schwimmen gehen. Kommst du mit?<< >>Nein danke. Ich fliege wohl nach LA zurück. Entschuldigst du mich bei den andern?<< >>Klar mach ich.<< Star kam und rieb seinen Kopf an Zauriels Arm. >>Nanu! So anhänglich habe ich ihn ja noch nie erlebt.<< Er blähte die Nüstern und leckte Zauriels Gesicht. >>Hey! Das kitzelt.<< Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. >>Ich lass euch Turteltauben jetzt alleine.<< Das Gesicht meines Freundes wurde für einige Sekunden stocksauer, aber dann musste auch er lachen. Ich brachte mein Pferd zurück in den Stall, entfernte das Geschirr und den Sattel und machte mich auf den Weg zum Schwimmbad. Hinter einer Kleiderwand zog ich mich aus und streifte den Tauchanzug über, der wie eine zweite Haut war. Ich sprang ins Wasser und ließ meine Gedanken schweifen. Ich dachte zurück an die Final Night. (Ich war damals noch kein offizielles Mitglied des Teams, unterstützte meine Freunde aber wenn sie Hilfe benötigten.)

Aquaman war damals, bei dem Versuch die Eisdecke der Ozeane für die Meeressäuger aufzubrechen, im Packeis am Nordpol gefangen, weil das Eis zu dick war, um es brechen zu können. Halb bewusstlos schickte er einen telepathischen Notruf aus, den ich empfing. Am Nordpol angekommen, versuchte ich das Eis zu sprengen. Vor Wut stieß ich einen Kampfschrei aus und knackte mit bloßen Händen den Eispanzer. Ich sprang ins Wasser. Die Kälte kroch sofort meine Wirbelsäule hoch. Aquaman trieb leblos unter der Eisoberfläche, als ich meinen Arm um seine Taille legte, um ihn an Land zu ziehen. Das Eis war wieder zugefroren. Ich rief telepathisch einen Wal zu Hilfe, der die Oberfläche wieder frei sprengte. Mit letzter Kraft hievte ich Arthur aus der tödlichen Falle und schleifte ihn zum Batwing. Mit aktiviertem Autopiloten, startete er in den Weltraum. Sein Ziel war der Wachturm weil er dort die beste medizinische Versorgung erhalten würde. Ich versuchte inzwischen, das HQ von J´onn zu erreichen. Nach einigen Kilometern verließen mich meine Kräfte. Ich tat das törichtste, was einem in dieser Eiswüste passieren konnte. Ich fiel in den Schnee und gab mich der Ohnmacht hin. J´onn fand mich einige Minuten später. Ein paar Sekunden länger und ich wäre eine tiefgefrorene Leiche gewesen. Er grub mich vorsichtig aus. Damit mein Körper wieder wärmer wurde, nahm er mir meinen Umhang ab und legte ihn, zusammen mit seinem eigenen, um meinen Körper. In seiner Basis wachte ich auf. Meine Maske, Handschuhe und Stiefel hatte J´onn entfernt. Um wieder zu Kräften zu kommen, fütterte er mich mit einer heißen Suppe. Erschöpft sank ich wieder ins Bett. Mit ruhiger Stimme fragte ich Manhunter: >>Wie geht es Arthur?!<<  >>Keine Sorge. Es geht ihm gut. Aber du musst dich erst einmal ausruhen. Du warst stark unterkühlt. … Was ist eigentlich passiert?<< Ich erzählte J´onn, was vorgefallen war und er nickte mir zu. Er kannte mich inzwischen so gut, das er wusste, dass ich jederzeit mein Leben für meine Freunde und meine Familie aufs Spiel setzen würde.

Meine Gedanken kehrten wieder in die Gegenwart zurück. Ich ließ mich von der Strömung des Wassers treiben. Aquaman kam mir entgegen und schwamm an mir vorbei. Ich tauchte auf und schwamm an den Strand, der sich am Tiefseebecken befand. Arthur stieg aus dem Wasser und setzte sich zu mir. Nachdenklich legte ich meinen Kopf gegen seine Schulter. Aquaman gefiel es scheinbar oder er ignorierte es. Für ein paar Minuten sagte keiner von uns ein Wort. Dann brach ich das Schweigen. >>…Hast du es je bereut? Ich meine…<< >>Du meinst als der Sun Eater auftauchte?!<<, fragte er. Arthur sah mich verständnisvoll an. Tränen stiegen mir in die Augen. Ich fühlte mich hilflos und verwundbar. Ich weinte still in den Armen meines Freundes. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, wie knapp ich dem Tod entronnen war. Es war nicht die Angst vor dem Tod selbst, sondern viel mehr die Angst, dass ich fast einen sehr guten Freund verloren hätte. Ich spürte, wie mir ein Kloß im Hals stecken blieb. Arthur nahm mich in die Arme und tröstete mich. Ich riss mich aus seiner Umarmung los und lief zur Pferdebox. Star spürte, dass ich traurig war und stupste sanft seine Schnauze gegen meine Wange. Ich lächelte und rieb erst seine Nüstern, dann seinen Hals. Vor Erschöpfung fiel ich in einen unruhigen Schlaf. An Stars Körper gekuschelt wachte ich auf. Er wieherte freundlich und stand auf. Ich zog mich an seiner Mähne hoch und striegelte ihn. >>Na? Ausgeschlafen? … Aquaman hat mir erzählt was passiert ist. Möchtest du darüber reden?!<< Die Stimme gehörte Zauriel, der mich besuchte. >>Ja.<< Meine Antwort war kurz und knapp. Als ich mit Zauriel über die Sache sprach, fühlte ich, wie alle meine Ängste ausradiert wurden. Ich fragte Zauriel, wie lange ich geschlafen hätte und er sagte: >>Ein paar Stunden.<< >>Danke fürs Zuhören.<< >>Gern geschehen.<< Ich wandte mich Withe Star zu, um ihn zu streicheln. >>Zauriel? Ich würde gerne mal dein Hauptquartier sehen.<< >>In Ordnung.<<, sagte er. >>Hast du was dagegen, wenn Withe Star mitkommt?!<< Er lächelte freundlich und nickte mir zu.

Mit dem Batwing flog ich, zusammen mit Zauriel, nach LA. Star schickten wir per Lastenteleporter zu Zauriel´s “Wohnung“. Die Aerie – so hieß Zauriels Basis – verfügte auch über einen Tropähenraum. Ich blieb vor einer Glasvitrine stehen, in der der Flammenspeer eines von Asmodels Bullenengeln aufbewahrt war. Ich rief mir dieses Abenteuer ins Gedächtnis, das ich aus den Berichten kannte, die mir J´onn gezeigt hatte. Einmal in gedruckter Form und einmal – eine etwas ungewöhnliche Berichterstattung – telepathisch, in Bildern statt mit Worten. Zauriel stellte sich hinter mich. Er vermutete, was mir im Moment durch den Kopf ging und ich bestätigte es mit den Worten: >>Weißt du, was aus Shannon geworden ist?<< >>Soviel ich weiß, hat sie ihren Freund Jerry geheiratet. Ha. Wahrscheinlich geht sie jetzt viel öfter in die Kirche als damals.<< Es war ein humorloses Lachen. Was mir sagte, dass ihm diese Sache immer noch schwer zu schaffen machte. Um ihn zu trösten, sagte ich: >>Kopf hoch! Wenn man bedenkt, wie viele Menschen es auf der Erde gibt  und wie viele davon weiblich sind. Und außerdem … siehst du einfach himmlisch aus.<< Er verstand den versteckten Scherz sofort und lachte. >>Danke für die Aufheiterung.<< >>Hab ich gern gemacht.<< Ich brachte ein Medaillon zum Vorschein. Ein gequältes Lächeln spiegelte sich auf meinen Lippen wieder und meine Hand, die das Medaillon hielt, zitterte. Zauriel legte seine Hand auf meine Schulter und fragte, was ich hätte. Ich atmete aus und ließ die Schultern hängen. Ich nahm den Anhänger und gab ihn Zauriel. >>Wer ist das?<<, fragte Zauriel während er sich das Bild ansah. >>Mein Bruder. Er ist tot.<< >>Ist… er der Grund warum du zu Batkid wurdest?<< >>Ja. Am Anfang … wollte ich nur meinem Vorbild nacheifern. Aber dann…<< Den Namen Batkid, meinen Superheldennamen, kannten Zauriel, Flash, GL und die Neuen im Team erst seit einem Monat. Davor wurde ich von ihnen respektvoll Fighter genannt. Ich hatte mein zweites Ich solange geheim gehalten, weil ich Angst hatte, dass ich so immer im Schatten meines Vaters stehen würde. Deshalb verdiente ich mir meine Mitgliedschaft auch ohne Empfehlung eines der Mitglieder. Die Einzigen, die meine Identität kannten, waren J`Onn, mein Vater, Wonder Woman, Aquaman und Clark.
Ich erzählte Zauriel, wie es dazu kam, dass ich Batkid wurde.

>>…Es ist jetzt schon fünf Jahre her. Ein Held, der sich damals Green Lantern nannte, und wegen einer persönlichen Tragödie wahnsinnig wurde, versuchte die Vernichtung seiner Heimatstadt Coast City zu verhindern, indem er das gesamte Zeitkontinuum neu erschuf. Die Helden verschiedener Zeitepochen versuchten das zu verhindern. Auch Batman und mein Bruder. Ich war … für einige Sekunden abgelenkt. Parallax, wie er sich später nannte, versuchte mich zu töten, weil ich wusste, wie seine Pläne waren und wie man sie vereiteln konnte. Er feuerte einen Energiestrahl ab. Ich wäre gestorben, wenn mein Bruder sich nicht dazwischen geworfen hätte. Ohhh Goooott. Ich höre immer noch das Geräusch wie seine Knochen splittern.<<

Ich presste meine Fäuste gegen die Schläfen, um den Schmerz zu verdrängen. Zauriel gab mir den Anhänger zurück und ich zog mich an einen stillen Platz in der Aerie zurück, um zu meditieren und so den Schmerz zu lindern. Weil Zauriel wusste, dass ich lieber allein sein wollte, ging er zu Withe Star und verwöhnte ihn mit Streicheleinheiten. Star wieherte vor Vergnügen und schloss die Augen. Er genoss es. Nach zwei Stunden hatte ich mich soweit gesammelt, dass ich wieder zu meinen Freunden gehen konnte. Star lief auf mich zu und rieb sanft seinen Kopf an meiner Wange. Ich lächelte und kraulte ihn hinter den Ohren. White Star stampfte nervös mit den Vorderhufen auf und wieherte schrill. Während ich ihn beruhigte, überprüfte Zauriel die Überwachungssysteme. Ein Engel mit pechschwarzer Haut griff die Bewohner von LA an. Traumiel. Zauriel´s Gesicht wurde zu einer zornigen Maske. Er packte den Griff seines Schwertes so fest, dass seine Handknöchel deutlich zu sehen waren. Er drehte sich zu mir um. Sein Blick fragte: ~Bist du bereit an meiner Seite zu kämpfen?!~ Ich nickte entschlossen. Zauriel verließ die Monitoren und kam kurze Zeit später wieder zurück. In seinen Händen hielt er den Speer. Fast zeremoniell überreichte er ihn mir. Da ich im Holoraum der JLA täglich mehrere Stunden mit verschiedenen Waffen trainierte, gehörte ich zu den Fortgeschrittenen im Umgang mit dem Speer. Ich schickte Star per Teleporter auf die Erde. Zauriel nahm mich in den Arm. Er breitete seine Flügel aus und wir schwebten so zu Boden. Unten angekommen, nahm ich Kampfposition ein.

>>Warum tust du das?! Es gibt keinen Grund für dich zu kämpfen. Dein Herr ist besiegt.<< >>Hmm Hmm Hmm ha ha ha ha ha.<< Zauriel versuchte auf ihn einzureden. Traumiel lachte überlegen. Er zielte auf ein kleines Mädchen, aber ich kam dazwischen und rettete sie, indem ich sie auf Stars Rücken hob. Ich hielt vor einer Kirche und bat die Schwester, die öffnete, sich um das Mädchen zu kümmern. >>Nehmen sie bitte Kontakt mit ihren Eltern auf und verstecken sie das Kind.<< Das Mädchen, sie hieß Rose, schaute mich neugierig an.
>>Bist du ein Engel?<< Ich lächelte freundlich und sagte: >>Nein. Aber ich bin hier, um euch zu helfen. Bleib bitte bei der Schwester. Hier bist du in Sicherheit.<< Ich saß auf und hob die Hand, um mich zu verabschieden. Rose winkte mir nach. Ich hatte diesen Ort ganz bewusst als Versteck für sie gewählt, weil ich glaubte, oder viel mehr hoffte, das die Kirche als heiliger Platz Traumiel fernhielt. So schnell ich konnte ritt ich zum Kampfplatz zurück. Um meinen Gegner abzulenken, schleuderte ich eine Blitzgranate. Zauriel riss sein Flammenschwert vors Gesicht. Die Flammen schützten ihn vor dem grellen Licht. Sie absorbierten den Teil des Lichts der Zauriel erreichte. Für einige Minuten blind, schoss Traumiel  mit seinem schwarzen Flammenschwert wahllos um sich. Ich nutzte die Chance, sprang vom Pferd und landete genau hinter Traumiel. Ich wollte ihn gerade von hinten mit der Lanze packen, als dieser blitzschnell reagierte und mir das Schwert in den Oberarm trieb. Ich biss die Zähne zusammen und presste meine Hand gegen die Wunde, um die Blutung zu stoppen. Um mich vor weiteren Angriffen zu schützen, stellte sich White Star zwischen mich und Traumiel. Ein verirrter Strahl aus Traumiels Waffe traf Star an der Flanke. Ein helles Todeswiehern hallte durch LA. White Star stürzte zu Boden. Wie betäubt stand ich vor dem schwarzen Engel. Der Zorn kochte ihn mir hoch. Ich nahm meinen Speer und schleuderte ihn Traumiel entgegen. Er wurde an die nächste Wand angenagelt. Die Waffe durchbohrte seinen Hals. Der pure Hass in meinen Augen erschreckte Zauriel.

>>Hilf mir bitte, White Star auf den Mond zu bringen.<< Er nickte. Dort angekommen, setzte ich alle meine Kenntnisse über Pferdeanatomie ein. Als Unterstützung bat ich Leslie Tompkins, eine alte Freundin und Ärztin meines Vaters, mir zu helfen. Zauriel mixte Kräutertränke, um Star wieder aufzupäppeln. Nach einigen Stunden beruhigte sich Star. Ich streichelte White Star sanft, um ihm zu zeigen, dass ich bei ihm war. Am nächsten Morgen, ich hatte in seiner Pferdebox übernachtet, begrüßte ich meinen Freund mit Streicheleinheiten, aber er reagierte nicht. Sofort schrie ich Zauriels Namen, damit er mir half. >>W-was ist mit ihm? Zauriel! Sag mir bitte, was er hat!<< Den Tränen nah, würgte ich die Worte regelrecht heraus. Mir steckte ein Kloß im Hals. Eine betäubende Leere nistete sich in meinem Körper ein. >>Es … tut mir so leid, Batkid! Es ist zu spät. Er ist tot.<< Schluchzend fiel ich auf die Knie. Zauriel kniete sich neben mich und nahm mich tröstend in die Arme. Nach einigen Minuten sagte Zauriel: >>Es gibt vielleicht noch eine Chance.<< Ich wurde hellhörig. >>Welche?<< >>Ich hatte damals einen Wellensittich namens Ringelschnabel wieder zum leben erweckt. …Allerdings habe ich es noch nie bei einem großen Lebewesen versucht.<< Mein Gesicht wurde zu einer gequälten Maske. Als mein Freund sah, das ich wieder den Tränen nah war, schob er mich mit sanfter Gewalt aus der Box.  Langsam ging ich in mein Quartier. Einige Minuten vergingen, als es an der Tür klopfte. Diana trat ein. >>Kann ich was für dich tun?<<, fragte sie mitfühlend. Ich schüttelte langsam den Kopf. Ich schlief vor Erschöpfung ein und schnarchte leise im stehen. Diana lächelte, als sie das hörte. Sie legte mich aufs Bett. Ich kuschelte mich tiefer in die Bettdecke.

Am nächsten Morgen sah Zauriel nach mir. >>Hey. Wach auf.<<, sagte er leise und mit sanfter Stimme. Schreiend wachte ich auf. Gehetzt schaute ich durch den Raum. Erst als Zauriel sanft seine Hand auf meine Schulter legte, fühlte ich mich sicher. Mein Herz raste. ~ Widerlicher Alptraum ~, dachte ich. >>Komm bitte mit.<<, sagte er. Benommen stand ich auf. Schwerfällig ging ich hinter ihm her. Ich merkte, dass mir der Weg seltsam vertraut vorkam. Ich fragte Zauriel, wohin er mit mir wollte, aber er ging stumm weiter. Unser Ziel war ein großer Raum, der mit Stroh gefüllt war. Die sanften Augen von White Star schauten mich neugierig an. Als er mich schließlich erkannte, lief er zu mir und leckte mein Gesicht ab. Ich hatte Tränen in den Augen. Ich legte meine nackten Hände auf Stars Nüstern und spürte seinen Atem. >>Du hast es also doch geschafft.<< Zauriel nickte freundlich. Ich fiel ihm vor Freude um den Hals und drückte ihn fest an mich. Mit vor Scham rotem Gesicht, bat mich Zauriel ihn loszulassen.

Einige Tage später suchte ich im Monitorraum nach Wildpferden auf der Erde. Nach einer Stunde Suche fand ich schließlich welche. Ich beamte mich in die Aerie und bat Zauriel, mich zu begleiten. Wir kehrten gemeinsam auf den Mond zurück und nahmen White Star mit zur Erde. Der Batwing brachte uns drei zu den Koordinaten, wo die Herde sich aufhielt. Wir landeten etwas weiter entfernt, um die Herde nicht zu erschrecken. Mit erhobenen Schweif ging White Star auf den Anführer der Herde los. Mit angelegten Ohren umkreisten sie sich. Vorderhufe donnerten auf den Gegner nieder. Die Schweife peitschten wild vor Nervosität. White Stars Vorderhufe rissen eine tiefe Wunde in die Flanke seines Gegners. Der Anführer schrie vor Schmerz auf. Langsam wich er zurück. Mit angelegten Ohren floh er. Star stellte sich auf die Hinterbeine und schrie triumphierend. Dann lief er auf mich zu und ließ sich die Ohren kraulen. Ich legte meine nackten Hände auf sein weiches Maul. Ich weinte. Star rieb seinen Kopf an meiner Wange, um mich zu trösten. >>Na los. … geh schon zu deinen neuen Freunden.<< White Star verstand meine Worte, und wandte sich ab. Er drehte sich noch einmal um. Sein Blick sagte: >>Wir werden immer Freunde bleiben. Was auch passiert!<< Ich winkte ihm lange nach. Auch als er schon verschwunden war. >>Komm. Lass uns gehen.<< Vor Traurigkeit wie erstarrt, blickte ich Zauriel verständnislos an. >>Kannst du verstehen, was ich sage?<< Ich schüttelte langsam den Kopf. Ich lief zu ihm und vergrub mein Gesicht in seine Brust. Er legte seine Arme um mich, und redete sanft auf mich ein.

Die nächsten Wochen war ich sehr niedergeschlagen. Zauriel bemerkte das, und versuchte mich aufzuheitern, wo er nur konnte. Ich fühlte mich zwar geschmeichelt, aber vermisste Star trotzdem sehr. Als Zauriel es nicht mehr mit ansehen konnte, wie ich mich quälte, beschloss er, zur Herde zurück zu kehren. Eine besondere Gabe von ihm war, dass er mit Tieren telepathisch sprechen konnte. Dort angekommen, suchte er an der Stelle wo wir uns von White Star getrennt hatten. Ihm fiel eine graue Stute auf. Ihr Fohlen saugte genüsslich an dem Euter der Mutter. Als das Kleine Zauriel bemerkte, versteckte es sich hinter der Stute. Die Alte machte sich zum Angriff bereit, legte die Ohren an und bleckte die Zähne. >>Lass mein Kind in Ruhe!<<, rief sie bedrohlich. >>Keine Angst. Ich werde euch nichts antun.<< Erstaunlicherweise, war das Fohlen feuerrot mit silbernen Schweif und Mähne. >>Wer bist du?<< >>Ich bin die Gefährtin von dem Hengst, den ihr hierher brachtet. Es wurde Zeit das Fire abgelöst wurde.<< >>Fire?<< >>Der Leithengst, der vor dem Neuen die Herde beschützte.<<  
~ Er ist also hier. ~,  dachte Zauriel. >>Weißt du wo ich ihn finden kann?<< >>Er ist sicher bei Black Ice, um Ihn herauszufordern.<< Das Kleine verlor seine Scheu und ließ sich von Zauriel kraulen. >>Wie heißt dein Fohlen?<< >>Sie heißt Diamant Fire. Du musst wissen … sie ist nicht das Kind von White Star sondern von Fire. Er kümmert sich um sie, als wäre sie sein eigenes Kind.<< Ihre Mundwinkel verzogen sich. Es wirkte wie ein misslungenes Lächeln. >>Würdest du mich bitte entschuldigen? Ich möchte mit White Star sprechen.<< >>Aber natürlich. Geh nur.<< Fast angekommen, hörte er hinter sich eine Stimme: >>Hey, du. Warte mal.<< Verblüfft drehte Zauriel sich um. Es war Diamant Fire. >>Ich heiße Zauriel.<<, sagte er scheinbar beleidigt, aber es war nur gespielt. >>´Tschuldigung<< Er lächelte freundlich. Bei White Star angekommen, sahen Zauriel und Fire, wie er gegen Black Ice kämpfte. Ice versuchte den Tritten seines Gegners zu entwischen, aber es klappte nicht. Black Ice war geschlagen. Beide Gegner standen sich ruhig gegenüber. Nur der Wind war zu hören. Dann machte Black Ice eine Geste der Unterwürfigkeit: Er senkte den Kopf und scharrte mit den Vorderhufen. White Star respektierte dies und wandte sich seiner Tochter zu. >>Papa.<< Sie rieben ihre Hälse aneinander. Ein Zeichen der Zuneigung. Der Hengst wandte sich um. >>Zauriel. Schön dich zu sehen. Kann ich was für dich tun?<< >>Es geht um Batkid. Sie… vermisst dich sehr.<< >>Wie kann ich helfen?<< >>Würdest du mich bitte zum Wachtturm begleiten?<< >>Einverstanden. Kann Diamant Fire mitkommen?<< >>Sicher.<<

Niedergeschlagen übte ich in der Bathöhle Nahkampf. >>Sarah? Komm schon! Wach auf!<< Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch. >>Sorry, Dad.<< >>Du machst dir immer noch Sorgen wegen White Star, nicht wahr?<< Ich nickte traurig. Auf einmal piepte Batmans Handgelenk. Im Handschuh war ein Funkgerät eingebaut. Bruce zog sich zurück und fragte, wer dran sei. >>Hier ist Zauriel. Kannst du bitte Batkid vom Teleporter ablenken?<<
>>Natürlich. Batman ende.<< Um mich aufzuheitern, gab mir Bruce einen Kuss auf die Wange. Ich lächelte schwach. Es war ein leises Summen zu hören. Das Zeichen, das der Teleporter aktiviert wurde. Ich ging neugierig zum Teleporter. Zauriel erschien. Ich zog fragend eine Augenbraue hoch. >>Komm bitte mit zum Wachtturm.<<, sagte der Engel. Wortlos folgte ich ihm. Dad blieb in der Höhle zurück.

Dort angekommen, nahmen meine trainierten Sinne Heu- und Pferdegeruch war. Mein Gesicht hellte sich auf. Ich rannte zur Pferdebox. Ein Fohlen blickte mich neugierig an. Es kam langsam auf mich zu und beschnupperte mich. Schritte näherten sich. >>Sie heißt Diamant Fire.<<, sagte Zauriel. Hinter ihm erschien White Star. Ich lächelte vor Freude. >>Wo warst du? Ich hab dich vermisst.<< Star lächelte. Tränen stiegen mir in die Augen.
Wir schmusten miteinander. >>Darf ich dir meine Tochter vorstellen?<< Er deutete mit dem Kopf auf Diamant Fire. Sie verneigte sich zur Begrüßung. >>Wieso kann ich dich verstehen?<< >>Telepathie<<, sagte Zauriel. >>Beherrschst du die Telepathie so wie J`onn?<<, fragte ich. >>Nein. Ich habe die Fähigkeit, mit Tieren per Telepathie zu kommunizieren. Bei Menschen funktioniert es nicht.<<  Ich hörte Zauriel schon gar nicht mehr zu, sondern streichelte Fire freundschaftlich. Sie tänzelte vor Vergnügen. Ich kicherte. >>Das hat sie eindeutig von dir abgeguckt.<<, sagte ich an White Star gewandt. >>Merkt man das?!<< Er grinste frech. Ich strich ihm liebevoll durch die Mähne. Ich nahm einen vertrauten Geruch war. >>Hallo J´onn.<< Wir sagten es im Chor. J´onn zog fragend die Augenbraue hoch und blickte zu Diamant Fire. >>Was macht das Fohlen hier?!<< Er klang verärgert, aber ich wusste es besser: Es war pure Schauspielerei. >>Ist der immer so unhöflich?<<, sagte Fire. Ich warf ihr einen warnenden Blick zu. Sie verstummte. J´onn lächelte. White Star wurde nervös. >>Was hast du?<<, fragte ich. >>…Nichts.<< Nach einigen Minuten sagte er: >>Ich möchte zur Erde zurück.<< >>Ich begleite dich.<<, erwiderte Zauriel. >>Ich möchte mitkommen Papa.<< Es klang fast quengelig. >>Ich möchte, dass du bei Batkid bleibst.<< Er wandte sich an mich. >>Sie wird dir eine treue Gefährtin sein.<< Dankbar und mit Tränen in den Augen umarmte ich ihn. >>Vergiss mich nicht.<< >>Wie könnte ich?!<< Er lächelte. Als ich mit J´onn und der Kleinen alleine war, versuchte ich Fire zu beruhigen. Sie weinte leise. Ich umarmte sie tröstlich und führte sie zu Batman. Er war inzwischen auf den Mond nachgekommen. Das Fohlen zitterte ängstlich. Bruce machte eine aufmunternde Geste. >>Hab keine Angst.<<, rief Bruce. Er lockte sie mit einem Apfel. >>Das nennt man Erpressung.<<, sagte sie. >>Sie ist sehr klug. Du hast eine gute Wahl getroffen.<< >>Nicht ich.<< Ich zwinkerte ihm geheimnisvoll zu. Wir baten die restlichen Mitglieder zu uns und hießen unser neues “Familienmitglied“ willkommen.
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