Two Little Boys

von MariLuna
GeschichteAbenteuer / P16
Brave Starr Tex Hex
07.06.2010
10.06.2010
6
11021
2
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Disclaimer: die Charas und die Orte sind Eigentum von L.Sheimer & Filmation Ass.

In dieser Geschichte verzichte ich auf die Sprachbarrieren, bin also ausnahmsweise mal genau so, wie die Autoren gewisser Sci-Fi-Serien. Es sprechen alle dieselbe Sprache, egal von welchem Planeten sie stammen. Basta. *g*
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Two Little Boys



Prolog


Ein kleines Bastkörbchen mit einem hübschen Blumenarrangement. Echte Blumen. Mit Wurzeln. Und es waren nicht irgendwelche Pflanzen, sondern eine ausgesuchte Mischung ihrer Lieblingsspezies.
Dazu eine Flasche erlesenen Weines.

Lächelnd beugte sich Jenni Belafonte hinab und hob die Gaben auf, die jemand ganz Bestimmtes vor ihrer Türschwelle abgelegt hatte.
Und obwohl sie wußte, wie zwecklos es war, suchte sie mit ihren Blicken die Umgebung ab – die Hügel mit der spärlichen Vegetation vor ihrem kleinen Haus und das dichte Gestrüpp zu ihrer linken Seite. Aber das Helle, was dort durch die Zweige hindurchschimmerte, gehörte nur zur Fassade des Nachbarhauses.

Für die Dauer einiger Herzschläge stand sie einfach nur da, das Gesicht den Sonnen zugeneigt, lauschte dem Raunen des Windes und dem Zwitschern der Vögel.

Doch dann seufzte sie nur tief auf und ging zurück ins Haus.

Der ältere, dunkelhäutige Mann am Eßzimmertisch hob den Kopf, als sie ins Wohnzimmer zurückkam. Sein Blick fiel auf die Blumen und den Wein, und er runzelte irritiert die Stirn.

„Jenni…“, begann er fragend, verstummte jedoch, als sie die Geschenke auf den Tisch stellte und sich dann wieder zu ihm an den Frühstückstisch setzte, wo das Läuten der Türklingel sie vor anderthalb Minuten unterbrochen hatte.

„Heute ist Muttertag“, erwiderte Jenni nur leise.

„Aber du hast doch noch gar keine…“, begann Doktor Benjamin Clayton, doch dann begriff er die Zusammenhänge und seine Augen weiteten sich etwas. „Wow. Ich meine … Moment mal, ich dachte, er kann sich an nichts erinnern?“

Sie lächelte nur stumm vor sich hin und strich sachte mit den Fingerspitzen über die grünglänzenden Blätter einer der Blumen. Dann entdeckte sie die Karte, faltete sie auseinander, überflog die wenigen Worte und kämpfte sichtlich mit den Tränen.

„Jenni!“ erschrocken griff Ben über den Tisch und berührte ihre Hand, hielt sie fest, streichelte sie.

„Nein, Ben, es ist nichts“, wehrte sie ab, während sie sich über die Augen wischte. Vielsagend schob sie ihm dann die Karte zu.

Alles Gute zum Muttertag für die beste Ersatz-Mama, die sich ein Fünfjähriger wünschen kann.

Benjamin Clayton konnte seine Überraschung nicht verleugnen.

„Jenni, Schatz, das ist einfach nur … reizend.“

„Ja“, flüsterte sie ergriffen.

Ihr Blick wanderte hinüber zu den Fotos an der Wand. Sie und Ben auf ihrer Couch, und in ihren Armen schlief ein kleiner, fünfjähriger Junge. Es war die einzige Möglichkeit, wie man von ihm ein anständiges Foto bekam – wenn er schlief oder so sehr abgelenkt war, daß er alles andere um sich herum vergaß. Denn sobald er ein Objektiv auf sich gerichtet sah, wurde aus dem kleinen, aufgeweckten Kind wieder der stille, ernste und unendlich traurige Junge, der sich so sehr bemühte, brav zu sein.

„Dann kann er sich also doch erinnern“, unterbrach Bens sonore Stimme ihre Gedanken. „Warum spielt er uns allen dann etwas vor?“

„Weil es so für alle Parteien das beste ist“, entgegnete sie ernst.

Ihr Blick wanderte aus dem Fenster in den kleinen Garten und die Hügel dahinter.
Als sie sprach, war ihre Stimme nur noch ein tonloses Flüstern.

„Ich hatte noch niemals in meinem Leben so viel Angst…“

***
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