Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Herzsplitter

GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
David Griffin
05.06.2010
25.12.2010
10
4.821
 
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.06.2010 640
 
-Frühstück unter Sterne-

“Griffin, wo sind wir hier, verdammt wie spät ist es überhaupt?”

Es war stockdunkel und nach Frühstücksstunden sah es nicht aus, im Gegenteil ein trockener Wind blies ihnen entgegen, wobei hohes Gras an den Beinen kitzelte.

“Jetzt schieb mal keine Panik, wir sind in Kanada, genauer gesagt in irgendeiner verlassenen Scheune am Smokey Lake, wusstest du, dass die hier riesen Kürbisse züchten?”, plapperte Griffin, während er das Baguette in halbwegs gleichgroße Stücke teilte.

David seufzte schwer, doch seine Augen gewöhnten sich bereits an die Dunkelheit und bald konnte er sogar die stille Wasseroberfläche in der Ferne ausmachen, wenn er nach Süden sah.

Das laute Schmatzen seines Freundes durchbrach lediglich die Stille, doch das ließ sich leicht überhören, nicht so sein tauber Herzschlag.

Er stand noch immer still da, während Griffin sich ins kniehohe Gras gesetzt hatte, fragte der blonde sich, warum er hier war und nicht bei Millie.

Millie.

Seine Atmung wurde flacher wenn er auch nur an ihren Namen dachte, er hatte Angst sein Herz würde aufhören zu schlagen, wenn er weiter dachte.

“Ich muss sie finden.”, sprach David, verloren auf sein Baguette starrend.

“Wen? Also wenn du den Käse darin suchst, den hab ich mir genommen, der ist echt köstlich Mann!”, entgegnete Griffin mit vollen Mund und grinste ihm entschuldigend zu.

“Was? Nein, ich meine den Paladin. Es war eine Frau.”, seine Stimme wurde immer leiser, immer bedrohlicher.

Griffin schluckte, besah sich sein Gegenüber und gratulierte sich, voller Ironie selbst, zur erfolgreichen Rehabilitation.

“Du wirst gar nichts finden David. Nicht, wenn du nicht neben deiner Freundin beerdigt werden willst, glaub mir, das, würde ich nicht übernehmen.”

Sie sahen sich an. Sturheit gegen Entschlossenheit. Wut gegen Sorge. Liebe gegen Vernunft.

“Du musst mir nicht dabei helfen, ich mach das allein.”

“Wer von uns war noch gleich der Einzelgänger?”

“Und wer von uns hat seine Freundin umgebracht?!”, schrie David ihn an, um mindestens irgendwie seine derzeitige Lage klarzustellen.

David wusste, dass er niemals schlafen könnte ohne von ihren toten Anblick zu träumen, wenn er keine Rache übte.

Ihn hatten sie gejagt und Millie gefangen, weil er sie direkt zu ihr gebracht hatte.  Nein, er wusste nicht, dass sie dort schlief, nie wäre er sonst dorthin gejumpt.
Aber er ist dort aufgetaucht.

Hatte ihnen mit seinem Jumpscar die Türen geöffnet und sich ins Verderben gestürzt.

Er war es ihr schuldig.

Griffin setzte sich neben David, legte das Stück Brot achtlos auf die Wiese und legte einen Arm um Davids Schultern.

Eine angenehme Stille bereitete sich aus, dämpfte die herausposaunte Wut.

“Ich muss Griffin.”, flüsterte der Blonde und legte seinen Kopf auf Griffins Arm. Es fühlte sich merkwürdig normal an.

“Ich weiß.”

Sie fielen zurück ins Gras, sahen in den sternenbehangenen Himmel und verloren sich in ihren Gedanken.  

“Wo soll ich sie begraben?”, fragte Griffin gen Himmel.

Sterne funkelten ihr gestohlenes Licht.

David drehte sein Gesicht zu Griffin, welcher stur nach vorn sah, um nicht in Versuchung zu geraten irgendetwas dummes zu tun.

Doch als er im Augenwinkel etwas funkeln sah, wandte er sich doch dem anderen zu, spürte dessen warmen Atem auf seiner Haut.

Eine laue Briese fuhr über die Wiese, durch ihre Haare.

Die Nähe war zu viel. Das funkeln der einzelnen Träne zu verführerisch.

Langsam beugte Griffin sich über David, ließ ihn keine Sekunde aus den Augen, ersetzte den Sternenhimmel über den blonden.

Er beugte sich runter, grinste, als Davids Atem anhielt und küsste den salzigen Tropfen von dessen Wange, bevor er sich wieder ins Gras fallen ließ und die Augen schloss.

“Es ist üblich die Kinder, in der Nähe ihrer Eltern zu begraben. Ich erledige das.”, sagte Griffin, als wäre nichts gewesen und setzte sich auf.

Sie bekamen nicht mit, wie die Sonne über den See strich und auch in Kanada der Morgen anbrach, denn sie waren schon längst wieder woanders.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast