Ein Kätzchen für die Sheffields

von Lhutien
GeschichteHumor, Romanze / P12
C.C. Babcock Fran Fine Maxwell Sheffield Niles
04.06.2010
01.01.2014
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04.06.2010 1.145
 
Kapitel 1 - Familienzuwachs

Die Eingangstür schwang auf und die Kinder, die rund um den Wohnzimmertisch ein Gesellschaftsspiel spielten blickten auf, als Fran in das Haus der Sheffields stöckelte. Sie trug einen knappen, schwarzen Minirock, der über und über mit Pailetten bestickt war und im Sonnenlicht glitzerte wie eine Discokugel, dazu ein leuchtend gelbes Top und gelbe High Heels. Offenbar kam sie gerade von einem Einkaufsbummel, da an ihrem einen Arm eine Unmenge an Einkaufstüten hing, die sie nun am Fuße der Treppe abstellte. In ihrem anderen Arm hielt sie ein kleines, haariges Bündel.

„Kinder, schaut mal, wen ich hier habe!“, rief Fran enthusiastisch und hielt das kleine Fellbündel hoch.  Sofort sprangen die Kinder auf, scharten sich um sie und streckten begeistert die Hände nach dem Kätzchen aus, um es zu streicheln.

„Darf ich es mal halten?“ – „Nein, ich will.“ – „Nein ich!“, fingen die drei sich an zu streiten, bis Fran dazwischen ging.

„Jeder darf mal, ok? Ihr müsst euch schon abwechseln. Hier Gracie, du darfst anfangen.“ Mit diesen Worten gab sie der Jüngsten vorsichtig das leise maunzende Tier. Grace strahlte über das ganze Gesicht.

„Warum darf Grace zuerst?“, maulte Brighton mit langem Gesicht. Fran seufzte und Grace kam ihr mit einer Antwort zuvor: „Weil ich die Labilste von uns bin und Dr. Miller gesagt hat, Tiere helfen dabei, seine eigenen Probleme in angemessene Relationen zu setzen.“

Fran blickte Grace skeptisch an. „Hä?“ Doch Grace hörte sie gar nicht, so vertieft war sie darin, das getigerte Kätzchen zu streicheln. Mit einem Schulterzucken beschloss Fran, über die hochgestochene Antwort der Jüngsten nicht zu grübeln – etwas anderes waren sie ja eigentlich von ihr nicht gewöhnt.

„Fran, wo hast du das Kätzchen denn her?“, fragte Maggie. „Aus der Zoohandlung?“

„Nein, wo denkst du hin!“, widersprach Fran. „Es ist mir draußen zugelaufen! Ich kann das arme kleine Tier doch nicht draußen seinem Schicksal überlassen. Es gibt so viele böse Menschen da draußen, die kein Herz für Tiere haben!“

Just in diesem Moment schwang die Eingangstür erneut auf und C.C. rauschte an ihnen vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen.

„Siehst du!“ Fran deutete hinter C.C. her. „Da habt ihr es.“

„Aber was wird Dad dazu sagen?“, fragte Maggie skeptisch. „Er hat uns noch nie ein Haustier erlaubt.“

„Ach was“, entgegnete Fran leichthin. „Einmal ist immer das erste Mal. Ich werde euren Vater schon überzeugen.“

„Dann dürfen wir das Kätzchen behalten?“, fragte Grace aufgeregt. Ihre Augen leuchteten und auch ihre Geschwister blickten Fran erwartungsvoll an.

„Bestimmt“, versicherte Fran unbekümmert. Wozu sich Gedanken machen? Bisher hatte sie ihren Willen bei Mr. Sheffield noch immer durchsetzen können…

Zunächst jedoch würde sie Niles in der Küche einen Besuch abstatten und einen Happen essen. Maxwell war sowieso noch beschäftigt, warum sollte sie ihn eher aufregen als nötig? Der Mann ging immerhin wichtigen Geschäften nach. Sein neues Broadway-Musical stand kurz vor der Erstaufführung und Fran freute sich schon auf die Premiere. Blitzlichtgewitter und endlich einmal wieder im Mittelpunkt in der Öffentlichkeit stehen, es würde toll werden. Erst recht mit so einem charmanten und gutaussehenden Mann wie Maxwell Sheffield an ihrer Seite. Wenn sie nur wüsste, was sie anziehen sollte…

In Gedanken ging sie noch immer ihren Kleiderschrank durch als sie die Küche betrat, wo sich Niles mit Schürze und Ofenhandschuhen bewaffnet bemühte, einen riesigen Truthahn aus dem Ofen zu holen. Fluchen zog er an dem schwer beladenen Backblech.

„Jetzt komm endlich da raus, du blöder Vogel! Oder muss ich dir erst Beine machen?“

Mit einem Ruck bekam Niles den Vogel frei und wuchtete das Backblech auf die Arbeitsfläche.

„Er hat doch schon Beine, Niles.“ Fran warf einen Blick auf den Truthahn. „Und auch noch herrlich gebräunte, da könnte man glatt neidisch werden.“ Dann ging sie zum Kühlschrank und öffnete ihn, um sich darin etwas Leckeres zu essen zu suchen.

Niles schmunzelte und streifte die Ofenhandschuhe ab während er der Nanny zuschaute. Fran am Kühlschrank war immer ein wenig wie die Ziehung der Lottozahlen – man wusste nie mit Sicherheit, was sie als nächstes heraus angeln würde. Niles wettete mit sich selber und tippte auf den Kartoffelsalat, den er schon früh am Morgen vorbereitet hatte.

Als Fran sich umdrehte, hielt sie einen Muffin in der Hand und biss gerade herzhaft hinein.
„So ein Mist“, murmelte Niles leise vor sich hin. Hätte er bloß nicht mit sich um die Reinigung der Gästetoilette direkt nach C.C.s Besuch dort gewettet!

Fran blinzelte zu Niles herüber und sah seinen mürrischen Gesichtsausdruck.

„Stimmt etwas nicht, Niles?“ fragte sie kauend.

„Nein, nein, alles in Ordnung!“, entgegnete Niles rasch und setzte ein Lächeln auf. „War Ihr Einkaufsbummel erfolgreich?“

„Oh ja!“, bestätigte Fran strahlend. „In der 96sten ist Ausverkauf – nicht einmal mehr der halbe Preis! Wo wird bei einer Frau schon mehr Adrenalin freigesetzt als am Wühltisch?“

Niles lachte und angelte sich ein großes Messer aus dem Messerblock, um den Truthahn fachmännisch zu zerlegen. Er setzte gerade an, als Fran ergänzte: „Und dann habe ich noch ein Kätzchen mitgebracht, das mir zugelaufen ist.“

Niles stoppte in der Bewegung. „Sie haben WAS?“

„Na, ein armes Kätzchen mitgebracht. Ich konnte es doch nicht auf der Straße sitzen lassen.“, entgegnete Fran mit unschuldigem Gesichtsausdruck, während Niles sie weiter entgeistert anstarrte.

„Weiß es Mr. Sheffield schon?“, fragte er und Fran schüttelte den Kopf.

„Nein, aber ich werde ihn schon überzeugen, dass die Kinder das Kätzchen behalten dürfen. Sie hätten ihre strahlenden Gesichter sehen sollen!“ Fran lächelte glücklich. „Ach, kommen Sie schon, Niles – haben Sie etwas gegen so einen kleinen, süßen Mitbewohner?“

Niles wog in Gedanken ab, wieviel Arbeit so ein kleines Kätzchen wohl machen mochte. Dies konnte jedoch nicht so gravierend sein, zumindest nicht, wenn man schon zwei Erwachsenen und drei Halbstarken den lieben langen Tag hinterher räumte… Also schüttelte er den Kopf.

„Nein, von mir aus kann das Kätzchen natürlich bleiben. Ein hungriges Maul mehr oder weniger macht nichts aus.“

In diesem Moment klopfte es an der Küchentür und Sylvias Gesicht erschien hinter der Scheibe.

Niles seufzte. „Ich nehme alles zurück.“

Fran grinste und ging zur Tür herüber, um ihre Mutter herein zu lassen.

„Hi Ma! Was führt dich hierher?“

Sylvia, heute in einen rosaglänzenden Catsuit gezwängt, schloss die Augen und sog genießerisch den Duft des gebratenen Truthahns ein bevor sie entgegnete: „Kannst du dir das nicht denken? Den Vogel habe ich bis nach Queens gerochen!“

Mit diesen Worten ließ sie sich auf einen der Stühle fallen und lächelte Niles schelmisch zu.
„Ihnen macht es doch nichts aus, mir ein kleines Stückchen abzuschneiden?“

„Aber sicher nicht, Sylvia.“, erwiderte Niles und setzte das Messer an.

„Nicht ganz so klein“, korrigierte Sylvia, und Niles tat, wie ihm geheißen. Vor Sylvia hatte er, wenn er recht darüber nachdachte, noch nie etwas in Sicherheit bringen können…

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Ich hoffe, der Anfang gefällt euch! Leider gibt es ja noch nicht viele Nanny-FFs. SCHADE! Ich liebe die Serie!!! Und würde mich natürlich ganz doll über eure Reviews freuen!
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