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Das Glückskind II - Lektionen

von Saakje
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
OC (Own Character)
01.06.2010
01.06.2010
7
13.553
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01.06.2010 489
 
So schnell mich meine Flügel trugen eilte ich zurück in die Stadt. Ich machte mich unsichtbar als ich die Stadt erreichte, landete dann im kleinen Hof hinter Malous Haus. Durch die Küchentür trat ich ein. Reo schlief bereits, ich huschte an ihm vorbei, die Treppe hoch zur Kammer; jetzt wurde mir bewusst, dass es wirklich eine gute Idee gewesen war, immer aufbruchbereit zu sein. Als ich meine Sachen zusammen hatte, fühlte ich mich schon ruhiger. Ich ging zu Reo und weckte ihn.

Ich versuchte ihn zu überzeugen seine Herrin zu verlassen, sie war grausam und der Schmerz anderer bereitete ihr Vergnügen. Doch er verstand nicht, was ich sagte - oder wollte es nicht verstehen. Er vertraute Malou, er wollte es wohl auch, oder vielleicht hatte er auch nur keine andere Perspektive. Ich redete lange auf ihn ein, bis ich es einsah: Ich würde ihn nicht überzeugen können. Irgendwann würde er merken, was er für Malou war - und dann würde es bereits zu spät sein.

Seufzend stand ich auf. Er gab mir noch etwas Proviant, verabschiedete sich von mir, wünschte mir alles Gute. Mit traurigem Lächeln tat ich es ihm gleich. Ich war mir sicher, dass es für ihn nicht gut ausgehen würde. Doch dann eilte ich davon. Wieder gab es nichts mehr, was mich hielt.

Zwei Nächte lief ich so rasch mich meine Füße trugen, immer weiter fort. Irgendwann hielt ich an, wurde langsamer, ruhiger. Malou würde mich nicht jagen, aber Freunde würde wir auch nie mehr werden. Ich streifte durch die Wälder, nahm mir jetzt mehr Zeit mich umzusehen. Es fiel mir leicht ein Tier zu erbeuten. Malou hatte Unrecht: Ich akzeptierte, was ich war. Ich nutzte meine Fähigkeiten, um Beute zu machen, und oft genug ließ ich mir das Blut der Beute schmecken. Doch ich wollte nicht zum Mörder werden. Und grundlos eine Person zu töten - das war für mich Mord. Nur um des Blutes willen war für mich kein ausreichender Grund.

Der Wald hier war dunkel und dicht, obwohl nicht allzu weit entfernt ein Dorf war. Ein kleiner Teich, ein kleiner Bach, es gefiel mir hier. Als ich auch noch eine große Höhle fand, war ich schon fast zufrieden. Ich ging neugierig hinein. Längs durch den Felsen lief ein Spalt, von oben bis tief in den Boden der Höhle durchschnitt er den Berg. Darüber führte eine uralte Hängebrücke, der ich nicht traute. Der Spalt war zwar tief, aber nicht sonderlich breit. Zwei, drei rasche Schritte und mit einem Satz war ich auf der anderen Seite.

Dort führte die Höhle tiefer in den Berg, ich entdeckte von Hand getriebene Stollen, eine Art Bergwerk. Ich sah mich um, entdeckte eine kleine Seitenhöhle, trocken war sie - und sie hatte die Größe der alten Hütte, die einst mein Zuhause gewesen war. Ich durchstreifte die Stollen. An einem Felsvorsprung lag eine halb vermoderte Leiter, an anderen Stellen altes Werkzeug. Diese Höhle wurde schon lange nicht mehr genutzt. Hier könnte ich bleiben.
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