Bei Nacht

GeschichteDrama / P16 Slash
31.05.2010
31.05.2010
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Titel: Bei Nacht
Fandom: Nightrunners
Pairings: Seregil/Alec Ilar/Seregil (one-sided) Ilar/Alec (verdrehtermaßen)
Warnung: Psycho (bedenkt man Ilars geistigen Zustand), yaoi (vom Fandom schon vorgegeben) – hm... Befingern von Schlafenden Personen. Außerdem sehr mordlüsternde Gedanken. All das rechtfertigt ein P16 voll und ganz, finde ich.
Comment: Während „Shadows Return“ angesiedelt. Ilar und seine sehr wirren Gefühle bezüglich seines „Freundes“ und seines Sklaven. Anlass? Ich feiere die Veröffentlichung von „The White Road“
Disclaimer: Nightrunners und alle hier erwähnten und verwendeten Charaktere gehören einzig und allein Lynn Flewelling. Ich habe nicht vor, weder mit ihr, noch den Anwälten ihres Verlages Ärger zu bekommen. Aber auch ohnedies lässt sich sagen: Ich verdiene nichts und habe nicht die Absicht, Profit aus diesem Text zu ziehen. Er entstand rein zu meinem Amüsement. Ich erhebe keinerlei Ansprüche auf die Charaktere und die Welt. Schon allein, weil es mir meine Ehre als Fanfiction-Autor verbietet.


Bei Nacht

Manchmal findet er sich an dem Bett des Jungen wieder, in später Nacht, wenn alles im Haus schläft.
Auch der Junge ist zu solchen Zeiten schon längst hinüber geglitten, weiß nichts von seinem Besucher, ahnt nichts von ihm.
Ihm kann es nur recht sein.
Er kann ihn beobachten, wie er schläft.
Er kann sehen, wie sich das Mondlicht auf die blonden Haare ergießt.
In dem blassen Licht sieht das Halbblut schon jetzt wie ein 'faie aus.
Wie oft schon haben Ilars Finger gezuckt, wie oft haben sie über den schlanken Hals gestrichen und sind an der Kehle verharrt?
Aber nein. Das hätte ihm nichts gebracht.
Was nützt es ihm, wenn der Junge stirbt? Ilban würde ihn bestrafen. Vermutlich würde er ihn nicht mehr freilassen. Und sicher würde er ihm sein Spielzeug wegnehmen.
Nein, wenn Alec ihm etwas bringen soll, muss er am Leben bleiben.
Dennoch zucken Ilars Finger immer wieder, immer wieder und wieder. Sie sind so unbeherrscht, seine Finger. So instinktgesteuert.
Da er sie nicht davon abhalten kann, zwingt er sie, weiterzuwandern.
Er kann die weiche Haut fühlen. Warm und zart. Und narbig. Viele von den Narben sind sicher erst wenige Jahre alt. Brandnarben an Schulter und Rücken. Schwerthiebe. Eine runde Narbe auf der Handinnenfläche.
Viel Leben für so wenige Jahre.
Das mag mit der Gesellschaft gekommen sein.
In Ilar steigt die bittere Galle auf, wenn er daran denkt.
Aber seine Hand wandert weiter.
Manchmal wendet der Junge den Kopf. Das Gesicht entspannt sich nicht einmal mehr im Schlaf. Nur selten zuckt etwas über seine Züge, das ein Lächeln sein könnte.
Wenn er seinen Namen murmelt.
Seregil
Ilar will ihm die Zunge ausreißen in solchen Momenten.
Ilban hat gesagt, er hat keine Verwendung für dieses nutzlose Körperteil. Es ist albern. Dumm. Und gibt zu viel preis. Mit der Zunge zeigt der Junge nur zu sehr, dass er dumm genug ist, ihm zu trauen.
Ja, er könnte sie ihm ausreißen.
Dann kann er den Namen nicht mehr sagen.
Aber nein. Das wäre albern.
Er kann den Jungen damit quälen, dass er nicht weiß, wie nahe er seinem Geliebten eigentlich ist. Er kann ihn in Ungewissheit wiegen.
Er kann versuchen, sich einen Weg in sein Herz zu bahnen, um es dann von innen heraus zu zerfetzen.
Bis dahin muss er sich gedulden.
Manchmal wandert seine Hand weiter. Tiefer.
Ilban weiß nichts davon.
Ilar ist immer darum bemüht, diese Spuren zu beseitigen. Ilban wäre nicht erfreut über diese nächtlichen Ausflüge. Auch, wenn ihm diese Art Endprodukt sicher nicht unrecht wäre.
Aber er weiß nichts von Ilars Wanderungen und Ilar will es weiterhin so halten. So ist es besser.
Also wandert seine Hand weiter.
Tiefer.
Die andere streichelt das Gesicht. Legt sich manchmal über die Lippen.
Wenn der Junge Laute von sich gibt, werden sie so wenigstens gedämpft.
Meistens ist der Junge leise.
Übung?
Gewohnheit?
Ilar möchte nicht darüber nachdenken.
Er beobachtet nur still, wie sich das Gesicht unter seinen Berührungen entspannt, wie sich die Wangen röten, so sehr, dass er es sogar in diesem schwachen Licht sieht.
Er lächelt, dann spannt sich die Miene an, die Lippen teilen sich – wieder das Wort. Wieder der Name.
Seregil
Manchmal ein anderes Wort. Ebenso schmerzlich.
Talí
Nein, Ilar wünscht nicht, darüber nachzudenken. Er weigert sich, diese Gedanken zu nah an sich heran zu lassen.
Es macht ihn zu wütend und wer weiß – vielleicht vergisst er Ilbans Wünsche, wenn er nur wütend genug ist?
Aber dennoch.
Egal, wie sehr er ihn dafür hasst, dass er ihm Seregils Herz entzogen hat – denn wäre es nicht wegen ihm, er wäre nach wie vor sicherlich die Person, um die sich Seregils Denken stärker drehen würde, als um jeden anderen – egal wie sehr er ihm dafür das Herz bei lebendigem Leibe ausreißen will.
Egal, wie sehr er ihm das hübsche Gesicht zerschneiden will.
In diesen Momenten, wenn Alec so da liegt – schlafend, kurzzeitig selig, mit Seregils Namen auf den Lippen – in diesen Momenten kann Ilar fast verstehen, was Seregil an diesem Jungen so sehr liebt.




Manchmal steht er genauso vor Seregils Bett.
Er muss sich immer sehr leise hinein schleichen; er wacht so leicht auf von fremden Schritten. Ob sein blonder talímeníos ihn ebenso aufschreckt, wenn er zu ihm kommt?
Er will nicht daran denken.
Aber er kann nicht anders, als dann doch daran zu denken.
Wie liegen sie beieinander? Wie geben sie sich gegenseitig, was sie brauchen? Wie nehmen sie es sich?
Wie sieht Seregil in diesen Momenten aus?
So wie früher, unter ihm, Ilar?
Zeigt er den gleichen Ausdruck – überraschte Verzückung darüber, wie man so etwas fühlen kann, ohne daran sofort zu sterben.
Oder doch anders – und wenn ja, wie? Wie sieht er aus? Wie lächelt er? Lächelt er?
Wie klingt er? Er gibt doch sicher Töne von sich...
Ilars Hände sind neugierig darauf.
Sie wollen wissen, wie es sich anfühlt.
Sie wollen die Narben fühlen und nachfahren, sie wollen sich ausmalen, wie er sie erhalten hat – viele, sehr viele sicher von einer Zeit, lange bevor sein blondes Haustier in sein Leben trat.
Sie wollen sich das Leben zusammen reimen, das er geführt hat. Ilar selbst hat ihn hinein gestoßen in dieses Leben, genauso wie Seregil ihn in seines gestoßen hat, ja das hat er.
Er würde es ihm so gern zurück zahlen.
Doch leider ist er in seinen Möglichkeiten schmerzhaft beschnitten worden.
Er kann das nicht mehr. Aber mit der Möglichkeit und der Fähigkeit ist leider nie das Verlangen verschwunden.
So kann er nur mit seinen Händen versuchen, seine verbleibenden Möglichkeiten auszuschöpfen. Geschickt genug sind sie.
Seregils Gesicht sagt ihm das immer wieder, wenn er so, schlafend, eine so unerwartete Befriedigung erfährt.
Er kann ihn noch immer dazu bringen, sich unter ihm zu winden und nach mehr zu verlangen.
Auch wenn Ilar sehr aufmerksam darauf achtete, ihn nie zu wecken. Aber so viel konnten seine Hände dann doch nicht bewirken. In den Wahnsinn treiben können sie niemanden mehr.
Sie genügen gerade noch, dass er Seregil Laute entlocken kann, Wimmern, Stöhnen. Ein Wort.
Talí
Ein Name.
Alec
In solchen Momenten wünscht er sich, er könnte die Beiden einfach umbringen, alle Beide.
Oder er wünscht, ihnen nie begegnet zu sein. Nie wieder. Es wäre so viel besser gewesen, wenn er nie von ihnen gehört hätte.
Denn egal, was er tut.
Egal, was er unterlässt, wie er sich verhät. Ob er nun Alecs Freund wird oder ob er ihn verrät, ob er ihn am Leben hält oder ihn umbringt.
Es ändert nichts.
Er mag es sein, der Seregil in diesen Nächten heimlich diese Befriedigung verschafft – und sich selbst Gewissheit, dass er ihn in der Hand hatte, er Macht über ihn besaß – aber es wird nie er sein, dessen Name seine Lippen in diesen Momenten verlässt.
Alec
Talí
Nein.
Seregil wird ihm nie wieder gehören. Egal, was Ilar tut.
Aber dennoch – er ist nach wie vor sein Besitz. Und schon allein für diese Gewissheit lohnt es sich, nachts in seiner Kammer an seinem Bett zu stehen und ihn so zu sehen und zu hören.

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Nein, ich denke nicht, dass Ilar je wirklich freundliche Gefühle für Alec übrig hatte. Vielleicht hat er ihn zuerst als Seregils hübsches Haustier betrachtet (er bezeichnet ihn als Seregils Bastardshure. Sagt viel). Später, bei der Flucht kam eine kurze Aufwallung von Dankbarkeit auf. Aber mehr? Sicher nicht.

Mein Versuch, Lynn zu huldigen.
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