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Für immer bei dir

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
30.05.2010
30.05.2010
1
773
 
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Dieses Kapitel
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30.05.2010 773
 
Mein erster Kingdom of heaven Oneshot, also seid bitte nicht zu streng zu mir. Ich habe mich nach langem Überlegen entschlossen,
diesen Oneshot doch Online zu stellen, obwohl ich ihn selbst nicht herausragend finde. Ich erwähne in dieser Geschichte die Krankheit
Balduins V nicht. Ich hoffe es gefällt euch:


Ich sitze in meinen Gemächern und denke nach, über die Welt, das Leben, mein Leben. Das Leben ist nicht leicht als König einer Stadt, noch schwerer jedoch ist es als König von Jerusalem. Die Kulturen , die Religionen die einander nicht akzeptieren wollen und sich einem Krieg wissentlich nähern. Und das nicht nur aus religiösen Gründen. Nein, es geht ihnen und Macht, Gold und Land. Doch solange Salah ah Din und ich regieren wird es keinen Krieg geben, auch wenn dem Herren der Muslimen täglich Anlass dazu gegeben wird. Auch meine Krankheit macht mir zu schaffen.  Früher fürchtete ich oft um Jerusalem und meine Familie. Nach meinem Tod würden beide nicht sicher sein. Und mein Tod ist nahe und unumgänglich. Mit jedem Tag spüre ich eine kalte Hand die nach mir greift, doch noch hat sie mich nicht, noch nicht. Denn es gibt wieder Hoffnung für Jerusalem. Meine Schwester hat einen Sohn, Balduin.
Ein Klopfen an der Tür.

„ Tretet ein“ rufe ich in Richtung Tür und sehe eine kleine Gestalt die in den Raum schleicht. Ein sanftes Lächeln umspielt meine Mundwinkel als ich den kleinen Jungen vor mir stehen sehe. Er ist ein hübscher Junge und ist meiner Schwester sehr ähnlich.
Die leuchtend blauen Augen und die dunklen Haare erinnern mich oft an mich selbst, als ich noch jung und unbeschwert war.

„ Hallo Onkel Balduin!“ ruft der Kleine und kommt lächelnd auf mich zu.
„ Hallo mein Kleiner“ erwidere ich sanft. Er setzt neben mich auf einen Stuhl.
Gerne hätte ich ihn auf meinem Schoß sitzen lassen, doch die Ärzte sagten mir es wäre eine Gefahr für den Jungen mir so nahe zu sein. Ich weiß, dass es so ist, aber die Gesellschaft meines Neffen ist das Beste an den Tagen die ich noch auf Erden verbringen darf. Seine eifrigen Fragen und seine reine völlig unbefangene Art faszinieren mich.  Er ist wie mein eigener Sohn und ich liebe ihn und seine Mutter mehr als alles andere auf dieser Welt.
„Onkel ich muss euch etwas fragen“ meint er völlig ernst und sieht mich an.

„ Nur zu frag Neffe, frag was immer du willst“ antworte ich.

„Stimmt es, dass ich bald König sein werde?“ fragt er etwas leise und bedrückt.
Ich wundere mich über diese Frage, er weiß doch, dass er auf mich als König folgen wird.

„ Ja das stimmt, Balduin.“ antworte ich.

Eine lange Zeit ist es still, doch dann beginnt er von neuem zu sprechen, seine Stimme klingt brüchig.

„ Das mag schon sein, aber was wird aus dir? Ich habe gelernt, dass es nur einen neuen König gibt, wenn der alte König stirbt... stirbst du jetzt Onkel?“ fragt er mich leise und sieht mich mit seinen tiefblauen Augen an.

Diese Frage wollte ich mit allen Mitteln vermeiden, ich will nicht, dass der Junge traurig ist. Ich weiß, dass er an mir hängt und ich weiß auch wie er sich fühlt. Ich selbst hatte meinen Vater mit 13 Jahren verloren und den Thron besteigen müssen. Mein Neffe jedoch  ist erst 6. Und nun müsste ich es ihm erklären, dass was unvermeidbar ist. Er sieht mir genau in die Augen und mir kommt vor als würde er direkt in meine Seele sehen. In die Seele die geschwächt ist von der Krankheit, in die Seele deren einzige Hoffnung er ist.

„ Balduin“, beginne ich langsam“ es ist so: Du weißt, dass ich krank bin, nicht war?“

„ Ja“ haucht er leise.

„ Und du weißt, dass jeder einmal gehen muss?“ frage ich erneut.

„ Ja, das weiß ich“ murmelt er.

„ Und du weißt, dass man, wenn man geht zu Gott kommt?“
„ Ja“ erwidert er erneut.

„ Nun, für mich ist es bald Zeit zu gehen und zu Gott in den Himmel zu kommen,“ sage ich leise und verdränge die Tränen, die sich in meinen Augen bilden, als ich das traurige Gesicht meines Neffen sehe.

„ Ich will aber nicht, dass du gehst Onkel, auch ich, und nicht nur Gott, habe Anspruch auf dich!“ flüstert er und Tränen rollen ihm über die Wangen.

Nun kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten, schnell schließe ich den Jungen in meine Arme. Der mahnende Tonfall meiner Ärzte fällt mir wieder ein , doch das ist mir jetzt herzlich egal. Ich sehe ihn fest an und flüstere:

„ Meine Seele mag vielleicht bald bei Gott sein, doch mein Herz wird immer hier sein, in Jerusalem, bei dir“

Ende
GLG eure Zu
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