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Flucht vor der Geliebten

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
27.05.2010
27.05.2010
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Hey, hier kommt also ein kleiner OS zu "Dorian Gray". Vorher die Arbeitsanweisung unter der diese Geschichte entstanden ist:
Arbeitsanweisung: 5. Sinfonie von Schostakowitsch (http://www.youtube.com/user/DansendeTheeketel#p/u/35/D_09g8wHIeE)
hören und dann einfach drauf los schreiben.
Bevor ihr jetzt lest, was ich daraus gemacht habe, noch schnell was zum Disclamair:
Alle Figuren und Schauplätze gehören Oscar Wilde, ich habe sie mir lediglich ausgeliehen. Und ich verdiene natürlich auch kein Geld mit meiner Geschichte.

So jetzt aber:

Flucht vor der Geliebten


Er rannte und rannte. Immer wieder sah er sich um, sah über die Schulter zurück, um den Verfolger auszumachen, den er überall vermutete. Nichts.
Trotzdem rannte er weiter. Ständig meinte er Schritte hinter sich zu hören, doch außer ihm schien niemand im dunklen London unterwegs zu sein.
Das Dunkle machte ihm zu schaffen, ja er hatte panische Angst davor. Nicht wie früher, als die Nacht ihm die liebste Zeit des Tages war.
Wie oft hatte er sich ihre Dunkelheit zu nutzen gemacht, um seine schändlichen Taten zu begehen. Die Dunkelheit war immer seine Freundinn gewesen. Seine Freundin, sein Schutz, seine Zuflucht, seine Geliebte.
Doch nun war die Liebe zwischen ihnen gestorben. Sie beschützte ihn nicht länger. Sie jagte ihn, machte ihn, den Jäger, zum Gejagten.
Endlich: am Ende der Straße erschien das alte Herrenhaus, das er von seinem Großvater geerbt hatte. Er stürmte darauf zu, stieß die Tür auf, sah sich ein letztes Mal um, und floh vor der Dunkelheit in den Schutz seines Kaminfeuers.
Selbst nach einigen Minuten im Lehnstuhl seiner Bibliothek, ging sein Atem noch schwer und keuchend.
Nachdem seine Augen ein letztes Mal panisch den Raum durchsucht hatten, lehnte er sich zurück und erinnerte sich an die Nächte in denen die Dunkelheit noch sein Freund war.
Abend um Abend flossen an seinem inneren Auge vorbei.
Abende, die er mit Henry im Club verbracht hatte, Abende in der Oper und im Theater, Abende auf den Gesellschaften verschiedener Leute, und Abende an denen er gesündigt hatte.
Ein dunkler Schatten legte sich über seine sonst so sanften Augen und der Ausdruck in seinem schönen Gesicht verhärtete sich, als er an all die jungen und alten, hübschen und hässlichen, Männer und Frauen dachte, die er fallengelassen, betrogen, bedroht, verführt und verschwinden lassen hatte.
Oh ja, Henry hatte recht gehabt, als er damals, vor so vielen Jahren, gesagt hatte, jeder habe den Himmel und die Hölle in sich.
Sein Gesicht, sein Aussehen, sein Körper: das war sein Himmel; seine Seele jedoch war seine Hölle.

***ENDE***


So meine Lieben, das war's auch schon wieder, Ich hoffe es hat euch gefallen. Ihr dürft mir natürlich gern ein kleines Feedback da lassen, sei es nun positiver oder negativer Art ;)

Liebste Grüße
Princess
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