Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / 4 gegen Z / Seelen

Seelen

von Nikkl
GeschichteAllgemein / P12
Jona Matreus Zanrelot
19.05.2010
30.09.2012
20
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19.05.2010 473
 
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“Hach, was die für Gesichter gemacht haben!” Jonathan lachte laut und seine Stimme hallte in den leeren Gängen der Unterwelt.
Matreus schmunzelte pflichtbewusst ein wenig. Laut zu lachen, das traute er sich hier unten nicht. Eigentlich traute er sich das nie wirklich, nicht einmal dann, wenn er mit seinem Cousin an der Oberfläche war. Sobald er sich nach unten transferierte und die trockene Luft der Unterwelt einatmete, wurde er erdrückt von der Verpflichtung zu Dankbarkeit und Gehorsam. Wie eine schwere Last drückte sie auf ihn nieder. Hier unten war er nicht viel wert. Er war der Diener des Herrschers der Unterwelt und dessen Sohnes, sonst nichts. Wortlos nahm er die Phiolen entgegen, die der Dunkelhaarige ihm reichte.
“Ich werde Vater Bescheid sagen, dass wir zurück sind.” verkündete er und entfernte sich durch den Gang zu ihrer Rechten.
Matreus sah auf die Phiolen. Es war seine Aufgabe, sie nun ordnungsgemäß zu verstauen. Vorsichtig transportierte er die Behälter in die Seelenkammer. Er hatte sie schon oft betreten und dort gearbeitet, aber noch immer war es ihm unangenehm, sie zu betreten. Die meisten Seelen hatten es inzwischen aufgegeben, ihn anzuflehen, sie zu befreien. Sie wussten, dass es keinen Sinn machte. Nie würde er sich über die Anweisung seines Meister hinwegsetzen und eine von ihnen freilassen. Und doch gefiel es ihm nicht, sich dort aufzuhalten. Er ging weit nach hinten und passierte dabei Regal um Regal, ehe er zu einem kam, das bereits benutzt wurde, in dem schon einige Phiolen mit Seelen standen. Er stellte sie auf dem Board vor dem halb vollen Regal ab.
‘Der Meister wird sich sicher noch mit ihnen beschäftigen wollen, ehe er ihnen einen Platz zuweist.’ überlegte er. Dann sah er zurück auf die vielen leeren Regalreihen auf dem Weg zum Ausgang. ‘Und die müssen Jona und ich noch füllen. Viele tausend weitere Seelen.’ Bei dem Gedanken daran, welchen Gefahren sie sich dabei aussetzen würden, stöhnte er auf.
“Was hast du zu stöhnen?” Eine ungeduldige und drohende Stimme ertönte hinter ihm.
Erschrocken drehte sich der blonde junge Mann um und sah ins Antlitz seines Meisters. Wie so oft war er lautlos hinter ihm aufgetaucht. Er wusste, dass Zanrelot, der Herrscher der Finsternis, ihn dafür strengstens zurechtweisen würde, wenn er seine wahren Gedanken aussprechen oder sich sogar beschweren würde.
“Ni.. Nichts, Meister” antwortete er unsicher und senkte den Blick, nachdem er den ungeduldigen und strengen Ausdruck in dessen Augen gesehen hatte. Einige Sekunden sagte keiner von beiden etwas. Matreus wusste nicht so recht, was er tun sollte. Er wusste, dass der Magier es nicht leiden konnte, wenn er seine Zeit vertrödelte und im Augenblick hatte er in der Seelenhalle nichts zu tun.
“Wenn ihr erlaubt..” sagte er fragend, sah kurz auf nahm wahr, dass Zanrelot mit dem Kopf zum Ausgang nickte. Froh, den Raum verlassen zu können, eilte der Jüngere hinaus.