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Mystery Island [PSI Factor]

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Lindsay Donner Peter Axon Professor Connor Doyle
16.05.2010
28.04.2012
8
76.782
 
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16.05.2010 10.287
 
Titel: Mystery Island
Autor: Dancing-Star
Pairing: Doyle/Donner
Rating: keine Ahnung, soll jeder selbst entscheiden (würde aber mal 16 tippen)
Spoiler: Perestroika/ Season 1
Anmerkungen: Die Figuren gehören nicht mir, und das ist auch gut so. Ich bin schon seit langem  Fan der Serie PSI Factor und freue mich, nun endlich meine erste FF dazu „auf den Markt zu bringen“. Ich kann es nicht glauben, dass es anscheinend im ganzen Internet offenbar keine aktive Seite mehr gibt, wo man seine (deutschsprachigen) PSI Factor FFs posten kann. Und selbst hier muss ich sie unter Sonstiges stellen. Hat denn nie jemand nach einer eigenen Kategorie für diese Serie gefragt???
Ich bitte übrigens meine Schreibweise von Connor Doyles Namen zu entschuldigen: Durch das, wenn auch späte, Anschauen der Folge „Der Klon“ („Regeneration“), weiß ich, dass man ihn Conner schreibt. Dummerweise hat sich das zweite O aber bereits aus Gewohnheit eingeschlichen… Trotzdem viel Spaß beim Lesen und gebt mir Feedback, wie ihr sie findet. Anbei möchte ich noch sagen, wie sehr ich Dan Aykroyd, den Moderator der Serie, bewundere. Für mich ist er einer der besten Schauspieler überhaupt.






Mystery Island

Mit Kopfschmerzen wachte Lindsay auf. Ihr war kalt und sie fühlte, dass ihre Kleidung nass war. Sie hob den Kopf und sah an sich herunter: Wasser strömte um sie und sie lag auf ebenfalls durchnässtem Sand. Die Sonne am Horizont war am Untergehen.
Was war passiert? Das letzte, woran sie sich erinnerte, war das Flugzeug, welches in starke Turbulenzen geriet. Sie und Connor waren auf dem Weg nach Russland. Sie waren ohne das Team geflogen, weil Peter und die anderen mit einer Maschine vor ihnen geflogen waren. Wäre Lindsay nicht in diesen Stau geraten und hätte Connor nicht unterwegs einen platten Reifen gehabt, hätten sie nicht mit ausgerechnet diesem Flugzeug fliegen müssen. Sie wären nicht abgestürzt….
Langsam richtete Lindsay sich auf. Sie sah neben sich einen schwarzen Koffer und Algen im Sand liegen. Sie vermutete, dass das Flugzeug in dem Sturm von einem Blitz getroffen wurde. Und aus irgendeinem Grund war es abgestürzt und sie auf dieser Insel gestrandet. Wo waren die anderen Passagiere der Maschine und… wo war Connor?
Mit zitternden Beinen stand sie auf. Lindsay hatte keine Ahnung, wo sie sich befand und die schlimmste Vorstellung war, hier völlig alleine zu sein. Die Absätze ihre Schuhe versanken im Sand, als sie einen Schritt vorwärts ging. Lindsay stolperte und beschloss, die Schuhe auszuziehen. Sie hob sie auf und ging am Strand entlang, registrierte, dass einige Koffer von der Meeresströmung angespült wurden. In einiger Entfernung sah sie eine Gestalt im Sand liegen. Ihre Knie wurden noch weicher, als sie es so wie so schon waren und sie lief schneller.
„Connor!“, keuchte sie, als Lindsay ihn bewusstlos auffand. Er lag mit ausgestreckten Armen und Beinen und ebenfalls nasser Kleidung im Sand aber er atmete. Auf seiner rechten Seite tropfte Blut aus dem Haaransatz.
„Connor!“, sie versuchte, ihn zu wecken und lachte erleichtert auf, als er die Augen öffnete. Sie umarmte ihn stürmisch.
„Lindsay… Wo sind wir?“ Sein Kopf schmerzte ebenfalls, aber er war nicht schwer verletzt. Die kleine Wunde am Kopf verheilte auch so, meinte er.
„Ich weiß nicht“, gestand sie und half ihm aufzustehen. Die Sonne war inzwischen komplett untergegangen und die Luft kühlte ab. Der Strand umsäumte eine Art Urwald in dessen Zentrum sich ein Berg befand. Weder Connor noch Lindsay hatten eine Ahnung, wo sie waren. Und sie wussten nicht, wie sie diesen Ort verlassen konnten.
Connor schlug vor, morgen eine „Bestandsaufnahme“ zu machen. Heute waren sie zu erschöpft und der Flugzeugabsturz belastete sie noch zu sehr…

Am nächsten Morgen, nachdem Lindsay seine Wunde am Haaransatz provisorisch versorgt hatte,  zerrte Connor die angespülten Koffer aus dem Wasser. „Das ist meiner!“, rief er Lindsay zu, als er an dem schwarzen Trolley ein Etikett mit seinem Namen entdeckte. Lindsay kümmerte sich um einen Pinkfarbenen Schalenkoffer. Das war nicht ihrer, aber aufgrund der Farbe glaubte sie, der Koffer gehörte einer Frau. Connor erklärte ihr, dass sie mit denen Dingen leben mussten, die das Meer ihnen anspülte, nachdem sie heute nach dem Aufwachen bereits festgestellt hatten, dass sie tatsächlich auf einer, wenn auch kleinen, einsamen Insel gelandet waren. Man brauchte nur zwanzig Minuten, wenn man sie zu Fuß umrundete und sich dabei nicht beeilte.
Zumindest der Strand ließ darauf schließen, dass die Insel unbewohnt war. Den Urwald der Insel hatten sie noch nicht erkundet.
Sie „sammelten“ bis zum Mittag Koffer, bis es zu heiß wurde, um noch weiter zu arbeiten. Also beschloss Lindsay sich auf die Suche nach etwas Essbarem zu machen. Sie war ungefähr fünf Minuten unterwegs, als sie einen Wasserfall erreichte, der nicht direkt in den Ozean, sondern in eine Art Teich mündete, an dessen Ende sich noch ein kleiner Wasserfall befand. Es schien also, als gäbe es auf der Insel eine ziemlich starke Quelle. Und der Berg… Ob das wohl ein Vulkan war?
Lindsay hörte Vögel zwitschern und auf einem Ast saß sogar ein bunter Papagei. Sie stieg auf einen Felsen hinauf und sah in der Ferne drei weitere Inseln, die wohl etwas größer waren, als diese hier. Der blauschimmernde Ozean war ein wundervoller Anblick, wäre da nicht die Tatsache, dass ihr Flugzeug abgestürzt und sie hier gestrandet waren. Das Flugzeug…  Sie war erstaunt, dass nur sie und Connor hier auf dieser Insel gelandet waren. Ob sich die anderen Passagiere auf die drei Inseln in der Ferne retten konnten? Lindsay würde ein Boot brauchen, um es herauszufinden, denn zum Schwimmen waren die Inseln viel zu weit entfernt.
Mit einem enttäuschten Seufzen verließ sie ihren Aussichtspunkt und ging an dem Teich entlang, am Wasserfall vorbei und in den Urwald hinein. Weitere zwei Minuten später erreichte sie eine Lichtung, und als sie es sah, stockte ihr der Atem….

„Connor!“, sie schrie sich fast die Kehle aus dem Hals, als sie den Strand erreichte, wo Connor eben seinen Koffer nach nützlichen Dingen durchforstete. Er drehte sich zu ihr herum und sah sie fragend an.
„Ich habe…“, sie atmete schwer, „Etwas entdeckt. Das sollten Sie sich ansehen!“
Er klappte den Koffer zu und folgte ihr zu der Lichtung. „Mein Gott“, auch er wusste nicht, was er sagen sollte, als er das Holzhaus entdeckte. Die Tür stand offen und es gab eine Veranda, die rund um das Haus führte. Außerdem gab es einen provisorischen Zaun, der an einigen Stellen kaputt war und der „Garten“ sah ziemlich ungepflegt aus. Sie gingen gemeinsam auf das Haus zu.
„Hallo?“, Lindsay hoffte, dass jemand hier war, der ihnen helfen konnte. Vielleicht gab es hier auch ein Funkgerät.
Als niemand auf ihren Ruf reagierte, betraten sie das Haus. Das Erste, was Lindsay sah, war ein Kamin in dem ein kleiner Haufen Asche lag, der längst erkaltet war. Im Winkel des Kamins hatte sich eine große Spinnwebe gebildet. Im Inneren der Behausung gab es Möbel, die nicht so aussahen, als hätte man sie in einem anständigen Laden gekauft, sondern eher wie die Eigenkreation eines Hobbytischlers. „Hallo? Ist hier jemand?“, Lindsay sah eine Steintreppe hinauf und als ihr wieder niemand antwortete, stieg sie vorsichtig eine Stufe nach der anderen hoch. Das sogenannte Obergeschoss war ein einziger Raum, in dem sich ein Bett befand und einige Kisten, die mit allerlei Kram angefüllt waren. Vor einem Fenster stand ein Tisch, auf dem ein Haufen Bücher lag.
„Haben Sie jemanden gefunden?“, fragte Lindsay, als sie Connors Schritte auf der Treppe hörte.
„Ja“, sagte er, „Aber es wird Ihnen nicht gefallen.“
„Was heißt das?“
Er ging mit ihr hinunter, verließ das Haus und zeigte auf ein kleines Kreuz, welches im Schutz eines Baumes nur schwer zu erkennen war. „Offenbar ist der Besitzer des Hauses tot“, sagte er.
„Aber wer hat ihn dann vergraben?“
„Ich weiß nicht. Haben Sie etwas Nützliches im Haus gefunden?“ Damit meinte er ein Funkgerät.
Lindsay tat es leid, ihn enttäuschen zu müssen.
„Das Haus sieht jedenfalls so aus, als wäre es schon lange nicht mehr betreten worden“, erklärte sie. Die dicke Staubschicht auf dem Boden bewies es.
„Ich denke, wir sollten die Koffer vom Strand hierher bringen. Dieses Haus als Schutz vor dem Wetter ist  besser als gar kein Schutz.“
Sie war einverstanden und so verbrachten sie den restlichen Tag damit, am Strand die Koffer auszusortieren und trugen alle Gegenstände, die sie verwerten konnten, in das Haus. Auf dem Weg zum Strand entdeckte Lindsay einen Baum, an dem Äpfel wuchsen und so pflückte sie so viele davon, wie sie erreichen konnte. Dies war ihr Abendessen.
Das Haus war gut eingerichtet. Zwar gab es kein fließendes Wasser und keinen Strom, aber immerhin gab es eine Küchenzeile mit einem Spülbecken, dessen Abfluss in einen Eimer mündete. Lindsay kümmerte sich alleine um das Geschirr, Connor bedankte sich. Aber als sie fertig war, fragte sie sich, wo er wohl hingegangen sein mochte. Sie ging auf die Veranda hinaus und machte sich auf den Weg zu dem Wasserfall. Dann sah sie ihn: Connor hockte auf dem Felsen, auf dem sie schon heute Morgen gestanden hatte und schaute zum Himmel hinauf.
„Was machen Sie hier?“, sie setzte sich neben ihm auf den Felsen.
„Ich versuche auszumachen, wo wir ungefähr sind“, erklärte er und schaute weiterhin zu den Sternen hinauf. Wahrscheinlich war diese Fähigkeit ein Relikt aus seiner Navy- Zeit.
„Haben Sie schon etwas herausgefunden?“, fragte sie vorsichtig.
„Ich vermute, dass wir ziemlich weit südlich abgedriftet sind. Ich weiß nicht, wo genau wir uns befinden.“
„Das sind keine guten Nachrichten.“
„Nein.“
„Glauben Sie, die anderen Passagiere konnten sich auf die drei Inseln in der Ferne retten?“
„Das wäre möglich. Aber die Inseln sind ziemlich weit entfernt, um rüber zu schwimmen.“
Einen kurzen Moment herrschte Stille.
„Denken Sie, man wird uns finden?“ Lindsay schaute in seine Augen, als sie ihn dies fragte.
„Ja. Ich glaube, dass man uns finden wird. Bestimmt sucht man schon nach uns.“
„Hoffentlich haben Sie recht.“

„Wo zum Teufel bleiben Connor und Lindsay nur?“, Peter war sichtlich beunruhigt. Er und das Team warteten schon seit einem Tag darauf, dass die beiden nun endlich nachkämen und für die Übergangszeit hatten sie sich in einem Hotel gegenüber des Airports einquartiert, bevor es dann mit einem LKW weiterging nach Sibirien. Dass Connor und Lindsay mit einer späteren Maschine nachkamen, wusste er bereits, denn er hatte noch mit ihnen telefoniert, bevor ihr Flieger startete.
„Lange wird Elsinger unsren Aufenthalt hier nicht dulden“, hörte er Cooper sagen.
„Das weiß ich auch.“
„Dann rufen Sie bei der Fluggesellschaft an. Eventuell hat der Flieger Verspätung.“
Peter sah ein, dass Cooper recht hatte und so wählte er die Kundenhotline von Oceanic Air. Er verbrachte fünf Minuten in einer Warteschleife, dann sprach er mit einer Dame vom Service. Aus den Augenwinkeln nahm er wahr, dass nun auch Anton gekommen war, um sich nach Connor und Lindsay zu erkundigen. Auch er machte sich Sorgen. Cooper und Anton beobachteten, wie Peter auflegte und durchatmete.
„Was ist los?“, fragte Anton.
„Das Flugzeug ist abgestürzt“, sagte Peter zu ihnen, „Die Maschine hat nicht mal den Russischen Luftraum erreicht. Die Airline sagt, sie wissen nicht, wo sie abgestürzt sind.“  Sein Handy klingelte erneut und er erkannte Elsingers Nummer. Er konnte sich gut vorstellen, worum es ging.

Gleich an dem Ersten Tag, an dem sie auf der Insel strandeten, legte Lindsay einen Kalender an: Sie malte für jeden Tag der verging einen Strich auf eine Stelle über dem steinernen Kamin des Hauses. Heute malte Lindsay den dritten Strich an die Steinwand.
Connor war nach dem Aufstehen gegangen, er sagte ihr, wo sie ihn finden konnte, falls sie Hilfe brauchte. Sie durchsuchte einen Koffer, den sie am Strand gefunden hatte und dieser schwarze Koffer gehörte offensichtlich einer Frau. Sommerkleider befanden sich im Gepäck. Sie fragte sich, wie jemand auf die Idee kam, Sommerkleider mit nach Russland zu nehmen, aber dann fiel es ihr ein: Der Flieger sollte eigentlich einen Zwischenstopp auf Sri Lanka machen. Nur war das Flugzeug dort nie angekommen…
Das Kleid schien ihr zu passen und auch wenn sie den Gedanken äußerst makaber fand, es anzuziehen, legte sie es auf den Stapel mit den brauchbaren Sachen. Wie Connor schon sagte: Sie mussten mit den Dingen leben, die das Meer ihnen anspülte.
Ihr Blick fiel auf den pinkfarbenen Hartschalenkoffer, den sie ebenfalls aus dem Meer gezogen hatte. Sie knackte das Schloss mit einer Zange, die Connor in einer Art Werkzeugkoffer hinter dem Haus gefunden hatte. Lindsay war gespannt, was sich in diesem Koffer befand und für einen Moment stockte ihr der Atem, als sie ihn geöffnet hatte. Babykleidung. Die Vorstellung, dass ein kleines Baby diesen Flugzeugabsturz nicht überlebt hatte, trieben Tränen in ihre Augen. Der Koffer wurde zugeklappt, sie schob ihn beiseite und beschloss, dass sie sich ablenken musste.
Den Rest des Tages verbrachte sie damit, ihr Haus so gut wie möglich herzurichten. Sie befreite den Boden von der Staubschicht, wusch einige Decken in dem Teich und hängte sie anschließend zum Trocknen in die Sonne.
Sie hoffte, dass man sie bald finden würde, immerhin konnte sie nicht jeden Tag ihre Wäsche waschen. Das Leben auf dieser Insel würde sehr eintönig werden.
Am Abend machte sich Lindsay auf den Weg in den Wald um nach Connor zu suchen. Sie kam wieder an den Apfelbaum vorbei.  Einige Äpfel steckte sie in eine Stofftasche, die sie in dem Koffer bei dem Sommerkleid gefunden hatte.
Sie war fast am Ziel, als Connor ihr entgegenkam. „Hey“, begrüßte sie ihn, „Was haben Sie den ganzen Tag gemacht?“
„Ich hatte eine Idee“, mehr verriet er ihr nicht.
„Warum verraten Sie mir nicht, was sie gemacht haben?“
„Es ist eine Überraschung.“
„Ein Haus haben wir ja bereits“, sie lächelte erneut und blickte sich unsicher nach den kreischenden Tieren hinter sich um, „Lassen Sie uns zurückgehen. Es wird dunkel.“

Vier Tage lang überlegte Lindsay, was die Überraschung wohl war, von der er gesprochen hatte.
Sie hatte bemerkt, dass Connor in den letzten Tagen im Wald nach langen Ästen und abgebrochenen Baumstämmen suchte und sie sprach ihn darauf an, was er damit vorhatte. „Ich plane, ein Boot zu bauen“, berichtete er ihr. Das war also die Überraschung.
Connor vermutete, dass die Insel bewohnt war und als der letzte „Vormieter“ gestorben war, war der- oder diejenige, der ihn vergraben hatte, ebenfalls mit einem Boot verschwunden. Nun hatte er vor, das gleiche zu tun. Er hatte noch nie eigenständig ein Boot gebaut, aber er würde es schaffen: Im Haus hatte er noch einiges Werkzeug gefunden, was ihm dabei helfen würde.
Nach etwa einer Woche mühsamer Arbeit und dauerhafter Holzsuche war das Boot fertig und er schleifte es an einem späten Nachmittag ans Wasser. Die Sonne brannte so erbarmungslos vom Himmel, dass es Lindsay egal war, was er über das Bikinioberteil dachte. Ebenso war es ihr egal, ob er es für makaber hielt, dass sie die Klamotten von inzwischen vermutlich toten Flugzeugpassagieren trug. Nach drei Tagen in der schmutzigen, zähen Kleidung hatte sie dringend das Bedürfnis sich etwas anderes an zu ziehen.
„Wissen Sie denn überhaupt, wo wir hinmüssen?“, wollte Lindsay von ihm wissen und diese Frage war natürlich berechtigt. Immerhin war die Gefahr groß, dass sie niemals am Festland, oder wo auch immer, ankamen, und verhungerten (Das bisschen Obst, was sie als Proviant in eine umfunktionierte Decke gepackt hatte, würde jedenfalls nicht lange ausreichen) und verdursteten. Oder gar ertranken oder von Haien gefressen wurden. Sie wollte es sich gar nicht vorstellen…
„Hauptsache weg von hier“, beantwortete Connor ihre Frage und musste selbst zugeben, dass diese ziemlich irrational war. Vermutlich hatte ihm die Sonne schon das Hirn verbrutzelt…
Er schob das Boot ins Wasser, bis er und Lindsay bis zu den Knien im Meer standen. Dann half er ihr hinein und folgte selbst. Während er die Ruder ins Wasser senkte, bemerkte er seinen Sonnenbrand.
„Wir hätten noch einen Sonnenschirm einpacken sollen“, er versuchte sie aufzuheitern.
„Ich hoffe, Sie haben auch nachgesehen, ob wir die Herdplatte und das Bügeleisen ausgeschaltet haben.“
Sein Scherz kam an und er schüttelte amüsiert den Kopf. Aber plötzlich hielt er inne. Connor glaubte, einen schwarzen Schatten im Meer gesehen zu haben.
„Was ist?“
Er wollte Lindsay nicht beunruhigen und so sagte er ihr, dass alles in Ordnung sei. Die Sonne brannte vom Himmel während sie weiter ruderten. Da war es wieder. Wieder dieser schwarze Schatten. Diesmal glitt er unter dem Boot durchs Meer. Lindsay hatte ihn auch gesehen.
„Ist das…?“, sie brach ab, denn als etwa zehn Meter von ihnen entfernt eine ebenfalls schwarze Rückenflosse aus der Tiefe emporschoss, wusste sie, was es war. Mit rasanter Geschwindigkeit hielt die Flosse auf sie zu, schnitt das Wasser fast entzwei um dann kurz vor dem Boot wieder abzutauchen. „Er will uns Angst machen“, stellte Connor fest, „Lindsay, wenn…“
Das Holzboot wurde unsanft zu Seite geschoben und Lindsay rang um Gleichgewicht. Mit einem Aufschrei landete sie im Ozean und Connor griff nach ihrer Hand. Jetzt attackierte der Hai ihr Gefährt von vorne, denn eben als er sie aus dem Wasser ziehen wollte, schob er es von vorne an und auch Connor verlor das Gleichgewicht. Er tauchte neben ihr im Wasser auf.
„Wie weit ist es zu Insel?“, Verzweiflung mischte sich in ihre Stimme.
„Noch nicht sehr weit“, er drehte sich zu ihr herum, „Wenn er auf uns zukommt, bemühen Sie sich, sich im Wasser aufzurichten…. Damit er Sie nicht für einen Seehund oder ein anderes Beutetier hält.“
Sie nickte, glaubte aber nicht, dass das den Hai angesichts seiner ohnehin schon vorhandenen Aggressivität überhaupt noch interessierte.
Sie schwammen, so schnell sie konnten und waren erleichtert, dass der Hai zuerst mit dem Boot beschäftigt war und es wie einen Spielball auf der Meeresoberfläche umher schob. Als er bemerkte, dass das kleine Schiff leer war, ließ er davon ab.
Er preschte zu seiner eigentlichen Beute zurück um festzustellen, dass diese das rettende Festland bereits erreicht hatte. Lindsays Knie gaben nach, als ihr das Wasser nur noch bis zu den Knöcheln stand und auch Connor ließ sich erschöpft im Sand fallen.
„Jetzt haben wir zumindest eine Vorstellung davon, was mit unserem Vorgänger passiert ist“, er atmete heftig und registrierte nur aus den Augenwinkeln, wie Lindsay nickte. Sie schnappte nach Luft und schließlich konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Ihr wurde schlagartig bewusst, was das bedeutete. Dieser Hai hätte sie umbringen können und vermutlich lauerte er da draußen und wartete nur darauf, dass sie einen zweiten Versuch wagten.
„Lindsay“, Connor zog sie an sich und hielt sie, bis sie aufgehört hatte, zu schluchzen. Als sie sich beruhigt hatte, sah sie zu ihm auf. Es war ein ungewohntes Gefühl, so von ihm gehalten zu werden, ein ungewohnt schönes Gefühl. Und sie fragte sich, ob es ihm wohl genauso ging…
Sie sah ihn weiterhin an, und versuchte seinem Blick stand zu halten, bevor sie beschloss, dass sie nicht mehr länger konnte und begann, ihn leidenschaftlich und herausfordernd zu küssen. Sie erforschte seinen Mund und spürte wie seine Hand ihren Rücken hinunter wanderte, während sie sich im Sand zurücklehnte und er ihr folgte.  Sie fühlte ein sehnsuchtsvolles Ziehen in ihrem Bauch als seine Hände nun über ihre Taille und Hüften strichen und sie verlangend die Beine um ihn schlang. Plötzlich war alles so einfach und klar…
Der Hai schob das Boot vor sich her, sprang dann aus dem Wasser um es mit einem lauten Brüllen in Stücke zu zerreißen.
Sie waren erschrocken, als sie dieses entsetzliche Geräusch hörten und Connor stand als erster auf. Er reichte ihr die Hand um ihr zu helfen. „Wir sollten ins Haus zurückgehen“, sagte er, „Es wird bald dunkel und ich habe keine Lust, auch noch einem anderen wilden Tier zu begegnet, und auf dessen Speisekarte zu landen.“

Nach dem, was am Strand passiert war, redete Connor kein Wort mehr mit ihr. Nicht, dass er es nicht wollte. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Seine Gedanken schlugen Purzelbäume, wenn er nur daran dachte und er suchte nach einem Anfang für das, was sie nun zu bereden hatten. Natürlich hatte es ihm gefallen, aber er wagte es nicht, es sich einzugestehen. Lindsay war eine wunderschöne, intelligente Frau, warum sollte sie ausgerechnet ihn…? Bestimmt war die Sonne daran schuld, redete er sich ein. Lindsay hatte in den letzten zwei Wochen einfach zu viel Sonne abgekriegt und litt unter der schlechten Ernährung. Immerhin konnte man sich nicht nur von Fisch und Obst ernähren, ohne dass man irgendwann durchdrehte…
Connor grübelte bis in die Nacht hinein, starrte gebannt in das Feuer im Kamin. Da es in dem Zimmerchen im „Obergeschoss“ keine Feuerstelle gab und die Nächte im Augenblick sehr kalt waren, übernachteten sie in den Schlafsäcken, die ursprünglich zu ihrer O.S.I.R- Ausrüstung gehörten und von der Strömung angeschwemmt wurden, vor dem Kamin.
Das schlimmste war, dachte Connor bei sich, dass er nur der Arm nach ihr ausstrecken brauchte wenn er wollte, dass das, was heute am Strand begonnen wurde, hier fortgesetzt werden sollte. Lindsay lag nur einen halben Meter von ihm entfernt, gleichzeitig kam es ihm wie eine Million Meilen vor. Er fragte sich, wie ihre Haut wohl roch...
Morgen früh würde er dringend mit ihr sprechen müssen. Jetzt wollte er sie nicht mehr aufwecken: Ihren tiefen Atemzügen zu urteilen, war sie längst eingeschlafen.
Er schlief unruhig in dieser Nacht. Das lag daran, dass er von dem Hai träumte, aber auch von ihr… Er träumte, wie sie sich in den Armen hielten und küssten und dass sie den Hai sein ließen. Wie sie im Sand lagen, das Wasser ihre Körper umspülte, seine Lippen über ihren Hals wanderten und sie aufstöhnte als sie ihre Arme und Beine um ihn schlang. Wie er an der Schleife ihres schwarzen Bikinioberteiles zog und sie beide endlich….
Mit keuchendem Atem wachte Connor auf und schoss senkrecht in die Höhe. Er sah angestrengt zu Lindsay. Gott sei Dank, sie schlief noch. Er murmelte ein leises „Verdammt“ und ließ sich wieder in den Schlafsack und das Kissen zurücksinken. Connor konnte den nächsten Morgen kaum erwarten…

Lindsay war nicht aufgestanden, um wie jeden Tag, nach essbarem Obst zu suchen. Sie war liegengeblieben und hatte Connor noch immer den Rücken zugewandt.
Er informierte sie, er ginge einen Fisch angeln (bevor er mit ihr sprach, musste er dringend etwas in den Magen bekommen) und sie nickte stumm. Bevor er zur Tür draußen war, hörte er sie angestrengt nach Luft schnappen und husten. Der uralte Plastikeimer, den er gefunden hatte und in dem er immer die Fische aufbewahrte, war sofort uninteressant geworden.
Connor kam zu ihr. Schweißperlen standen auf ihrer glühenden Stirn, während sie die Augen geschlossen hatte und versuchte, zu schlafen.
Er war zwar kein Arzt, aber er wusste, wie sich Fieber anfühlte. Also deckte er sie zu und machte sich auf den Weg zu dem „Erste Hilfe“ Koffer, den er neulich im angetriebenen Gepäck gefunden hatte. „Connor“, hörte er sie müde sagen, als er in dem schwarzen Plastikköfferchen nach Penicillin suchte. Erleichtert atmete er aus: Es gab Penicillin.
„Ich bin hier, Lindsay“, erwiderte er und setzte sich mit den Tabletten in der Hand wieder neben sie.
„Connor, ich liebe dich.“
Dieser Satz schlug ein, wie eine Bombe. Er wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Liebte er sie auch? Was sprach dagegen, es zu tun? Fast verzweifelt suchte Connor nach einer Antwort und stellte fest, dass er sie nicht brauchen würde: Inzwischen war Lindsay so erschöpft, dass sie einfach eingeschlafen war. Er lauschte ihrem Atem und sobald sie wieder aufgewacht war, würde er ihr die Tabletten geben. Wenn sie jeden Tag zwei Tabletten nahm, hätte sie in vier Tagen alles aufgebraucht und er hoffte, dass es ihr bis dahin besser ging.
Connor dachte über das nach, was sie eben zu ihm gesagt hatte. Sie hatte leichtes Fieber, gut, aber es war nicht so schlimm, dass sie im Fieberwahn redete, oder? Er wusste es nicht. Er hatte keine Ahnung, ob sie das ernst gemeint hatte. Genauso, wie er nicht wusste, ob der Kuss ernst gemeint war. Connor musste dringend nachdenken. Er musste sich im Klaren werden, was er für sie empfand.

Es ging Lindsay von Tag zu Tag besser, aber der Kuss und ihr Geständnis verkomplizierten die Situation zwischen ihnen. Lindsay bemerkte die Distanz zwischen ihnen und das gefiel ihr überhaupt nicht. Zwar kümmerte er sich sehr gut um sie, aber wenn er seinen Pflichtteil erledigt hatte, verschwand er meist den ganzen Tag über und kehrte erst am Abend zurück.
„Was ist los?“, fragte sie eines Nachmittages, als er ihr das Essen, Fisch, brachte.
„Was soll sein?“
„Connor, seit einigen Tagen benehmen Sie sich seltsam“, stellte sie fest, „Außerdem habe ich das Gefühl, dass Sie mir aus dem Weg gehen. Habe ich etwas Falsches gesagt?“
„Nein“, das war eine ehrliche Antwort, „Aber Sie haben mir zu denken gegeben.“
„Weshalb?“
„Als Sie Fieber hatten, sagten Sie…“, er stockte und Lindsay lächelte ihn an.
„Was?“, wollte sie wissen. Ihm schoss in den Kopf, dass sie sich offenbar nicht an das erinnern konnte, was sie gesagt hatte und für einen Moment zog er in Erwägung, es dabei zu belassen, aber wollte er das? Wollte er sie weiterhin von sich fernhalten?
„Sie fragten, ob es auf dieser Insel einen aktiven Vulkan gibt.“
„Ehrlich?“ Der Berg auf der Insel hatte ihre Skepsis geweckt, aber bisher waren sie vor Erdbeben oder dergleichen verschont geblieben. Und sie glaubte nicht, dass sie sich darüber so viele Gedanken gemacht hatte.
„Warum wollten Sie das wissen?“
„Aus reinem Interesse. Schließlich müssen die heißen Quellen auch einen Ursprung haben.“  Sie lehnte sich in ihr Kissen zurück. Connor hatte keine Ahnung gehabt, dass er mit dieser vermeidlich falschen Antwort direkt ins Schwarze getroffen hatte.
„Es gibt hier heiße Quellen?“, fragte er nach.
„Ja“, sie richtete sich auf, „Ich zeige sie Ihnen.“ Sie warf die Decke zurück und stand auf. Bevor er etwas dagegen einwenden konnte, nahm sie seine Hand und sie liefen los. Er war überhaupt nicht damit einverstanden, dass sie bereits jetzt aufstand und möglicherweise noch einen Rückfall erlitt und wieder krank wurde.
Aber es würde nicht helfen, wenn er etwas dagegen sagte.
Sie gingen unter dem Wasserfall hindurch und befanden sich nun in einer Art Felsvorsprung auf dem es ein Loch mit dampfendem Wasser gab. „Hier ist es“, meinte sie und drehte sich zu ihm um, „Manchmal ist das eine sehr angenehme Abwechslung im Gegensatz zu einer Dusche unter dem kalten Wasserfall.“ Sie hielt seinem Blick stand. Und in diesem Moment wusste er es: Er wusste, dass er keine Lust hatte, sie länger auf Distanz zu halten. Wenn er jetzt nicht die Gelegenheit ergriff, würde er es nie tun und wer wusste denn schon, wann die nächste Gelegenheit kam?
In seinem Kopf kreisten die Gedanken und er überlegte, was er als nächstes tun sollte. Er streckte die Hand nach ihr aus und sie legte ihre Hand tatsächlich in seine. Reflexartig zog Connor Lindsay an sich.
Sie genoss es, ihn so dich bei sich zu haben. Beide waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt und Lindsay hätte ihn küssen können.
„Was hast du vor?“, fragte sie und er bemerkte die Veränderung in ihrer Stimme sofort.
„Lass uns schwimmen“, schlug er vor, löste sich von ihr und sie war enttäuscht, dass er das getan hatte. Er befreite sich von seiner Kleidung um als erster ins heiße Wasser zu springen. Mit einem  ungeduldigen Blick sah er sie an. „Und?“
„Dreh dich um“, verlangte sie und kicherte leise, „Oder halt dir die Augen zu.“
Er gehorchte. Als er ein Planschen neben sich hörte, fragte er, ob er sich jetzt wieder umdrehen durfte. Connor wartete nicht auf ihre Antwort, drehte sich um und zog sie in seine Arme. Ihre Haut prickelte an den Stellen, an denen er sie berührte, als sie ihm in Augen schaute und ihn endlich küsste. Er hatte auf diesen Moment gewartet und hatte sich vorgestellt, wie sie sich wohl anfühlte. Durch den Kuss am Strand wusste er das bereits, räumte er ein, aber diesmal würde er es nicht soweit kommen lassen, dass sie jemand (oder etwas) unterbrach. Lindsay nun im Arm zu halten und ihre Haut zu streicheln, war besser als jede Fantasie.  
Bevor ihr Kuss inniger wurde, zog sie sich zurück und brachte etwas Abstand zwischen sich und ihm.
„Ist alles in Ordnung?“, er hoffte, dass er es sich mit dieser Aktion nicht mit ihr verdorben hatte. Wenn ja, würde das ein ziemlich einsames Leben auf dieser Insel werden.
„Ja“, Lindsay nickte, „Du fühlst dich so gut an.“
Sie fixierte seine Augen, schwamm wieder zu ihm um die Arme um ihn zu legen. „Oh, Connor“, kicherte sie und dann küsste sie ihn erneut. Sie ließ zu, dass ihr Kuss diesmal leidenschaftlicher wurde und fühlte, wie er sie leicht hochhob. Sie hielt den Atem an, als er ihren Hals küsste und seine Hand über ihren Oberschenkel strich um dann an ihrem Knie halt zu machen, damit sie ihre Beine um seinen Körper schlang.
„Ich weiß genau, was du vorhast“, lächelte sie, „Sei zärtlich, ja?“
„Keine Sorge, ich tu dir nicht weh.“  
Seine Berührungen gefielen ihr und ein Laut der Entzückung entwich ihr, als sie ihn endlich spürte. Er schmunzelte, als er diesen Laut hörte und begann sich langsamer zu bewegen. Connor wusste genau, dass er sei damit völlig wahnsinnig machte. Immer wieder küsste er sie, ließ die Hände über ihren Körper gleiten während sie immer unregelmäßiger atmete. Lindsay warf den Kopf zurück, bevor sie zeitgleich in dieser wundervollen Explosion ihrer Gefühle vergingen.

Am nächsten Morgen erwachte sie in seinen Armen und stellte fest, dass das Feuer im Kamin ausgegangen war. Aber das störte Lindsay nicht. Sie fühlte seine Atemzüge an ihrem Hals und drehte sich herum, um sich an ihn zu schmiegen.  Der gestrige Abend war wunderschön gewesen: Als sie von den heißen Quellen zurückgekehrt waren, gerieten sie in einen Regenschauer und kamen völlig durchnässt in ihrem Haus an. Lindsay versuchte, das Feuer im Kamin in Gang zu halten während Connor nicht fähig war zu reagieren: Die Kleidung, die sie trug war komplett durchnässt und erinnerte ihn an das, was er vor kurzer Zeit in der heißen Quelle geküsst, gestreichelt und geliebt hatte. Er zog sie an sich und legte seine Hände auf den nassen Stoff des weisen Kleides, welches sie in einem Koffer gefunden hatte und nun trug. Durch das Regenwasser war der Stoff durchsichtig geworden und klebte wie eine zweite Haut an ihr. Das Kaminfeuer wurde wärmer und er wagte es, sie noch einmal zu küssen. Er fühlte ihre Sehnsucht, als er ihr eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht streichelte, sie langsam vor dem durchnässten Stoff befreite und schließlich ließen sie ihren Gefühlen erneut freien Lauf und liebten sich noch einmal zügellos und wild. Danach waren sie Arm in Arm völlig erschöpft eingeschlafen.
Sie lächelte, als sie daran dachte. Sie hatte oft davon geträumt, wie es wäre all die Dinge mit ihm zu machen, die sie letzte Nacht gemacht hatten und sie beschloss, dass die Realität viel besser war. Lindsay hatte nicht geglaubt, dass es jemanden gab, der solche Gefühle in ihr auslösen konnte, der sie dazu brachte, sich so fallen zu lassen. Aber Connor war dieser jemand. Sie hatte noch nie so guten…
„Guten Morgen“, murmelte Connor und streckte sich.
„Hey“, Lindsay schenkte ihm ein fabelhaftes Lächeln, „Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“
„Ja, aber nicht sehr viel“, er lachte leise und zog die Decke fester um sich. Da das Haus keine Fenster aus Glas hatte und das Wetter heute ziemlich schlecht war, war die Luft kalt. Die Sonne schien nicht und es roch nach Regen.
Connor fror ein wenig. „Lass uns ins Bett gehen“, schlug er vor, als er ihre Gänsehaut ebenfalls bemerkte.
„Da sind wir doch längst.“
„Das hier ist kein Bett. Das ist der Boden vor unserem Kamin“, erklärte er ihr, „Und mein Rücken wird es mir danken, wenn ich zumindest ein paar Minuten auf weichem Untergrund liege.“
„Dein Rücken hat sich die ganze letzte Nacht nicht beschwert“, Lindsay lachte, bevor sie ihn küsste.
„Ich muss dir etwas gestehen. Ich war gestern nicht ganz ehrlich zu dir: Nicht die Frage nach einem aktiven Vulkan auf dieser Insel hat mich zum Nachdenken gebracht, sondern…. Du hast mir gesagt, dass du mich liebst, als du krank warst. Verzeihst du mir, dass ich es dir nicht gleich gesagt habe?“
Connor wartete gespannt auf ihre Reaktion. Und er hatte nicht erwartet, dass sie lachte.
„Was ist so lustig?“, wollte er wissen und hob den Kopf.
„Nichts, Liebling…“, ihre Stimme klang verführerisch, als sie noch einmal die Arme um ihn legte, „Letztendlich hast du es mir ja doch gesagt… und gezeigt.“ Erfreut stellte sie fest, wie sein Körper auf ihre Berührungen reagierte.
Er nickte und grinste, als sein Magen knurrte. Sie hatten beide seit gestern Mittag nichts mehr gegessen. Danach waren sie zu sehr beschäftigt, sich auf einer neuen Ebene kennen zu lernen, als sich um Essen zu kümmern.
„Komm, lass uns aufstehen“, sagte er, „Ich brauche dringend etwas zum Essen.“

Die ganze Zeit über hatte Lindsay sich gefragt, wo er die Fische fing, die sie aßen. Und heute erhielt sie eine Antwort darauf: Auf der anderen Seite der Insel gab es einen weiteren Teich, der im Gegensatz zu Lindsays Teich mit dem Wasserfall, direkt ins Meer führte. Hier tummelten sich die Fische. Er saß hier Tag für Tag, seit zwei Wochen und fünf Tagen, und angelte.
„Hierher verschwindest du also immer“, stellte sie fest, während sie am Ufer saßen und warteten, dass ein Fisch an Connors selbstgebauter Angel anbiss.
„Na ja, es ist noch die gleiche Insel, oder?“, fragte er sie amüsiert und sah sie schief von der Seite an. Sie hörten ein Geräusch, das vom Meer kam. Da war er wieder… Der Hai zog immer noch seine Kreise um die Insel. In den Fischteich kam er nicht, denn hier war der Boden zu flach. Trotzdem äußerte Lindsay ihre Bedenken: Sie hatte in Fernsehen schon Dokumentationen über Orca- Wale gesehen, die auf der Jagd nach Robben bis an den Strand kamen.
„Er ist immer noch hier“, kam es eintönig von Lindsay.
Connor warf die Angel zurück ins Wasser. „Solange er Kreise um die Insel zieht, brauchen wir gar nicht versuchen, noch einmal aufs Meer hinauszufahren. Er würde uns auffressen.“
„Heißt das, wir geben auf?“
„Ich weiß nicht“, gab er zu, „Ich weiß nur, dass es ziemlich dumm wäre, noch einmal hinaus zu schwimmen.“ Er sah sie an, „Aber ich werde ihn im Auge behalten und sobald er weg ist…“
„Wenn wir nur sicher sein könnten, dass er nicht wiederkommt.“ Ihre Stimme klang traurig und sie lehnte den Kopf an seine Schulter.
„Du siehst übrigens großartig aus“, stelle Connor fest.
Lindsay sah an sich herunter. Sie fand ebenfalls, dass ihr das fliederfarbene Sommerkleid stand, und Connor war offenbar der gleichen Meinung. „Danke“, Lindsay schluckte, dann lächelte sie.
Ein Zucken am anderen Ende der Angel riss sie aus ihren Überlegungen. Connor holte die Schnur zurück und warf den Fisch in den Eimer. Das war ihr Mittagessen, aber Connor hatte es satt. Er hasste es, jeden Tag Fisch zu essen. Aber sonderlich viel Auswahl gab es auf dieser Insel nicht: Sie aßen beinahe täglich Fisch und die unterschiedlichsten Obstsorten. Connor hatte neulich einen Krebs aus dem Teich gefischt und ihn in einen anderen Eimer gesetzt. Er plante, den Krebs ein wenig zu füttern, damit er wuchs und sie zumindest einmal etwas Besseres als Fisch hatten.
„Lass uns zurückgehen“, sagte Connor zu ihr, „Ich habe einen Fisch, mehr brauche ich heute nicht.“
Sie war einverstanden und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Haus, bevor ein heftiger Regenschauer einsetzte. Lindsay hoffte, dass der Regen nicht lange anhielt, ansonsten müsste sie in der im Gepäck aufgefundenen Regenjacke hinausgehen um Obst zu sammeln.
Der Regenschauer hielt bis in die Nacht an und zusätzlich hatten sich Blitz und Donner eingestellt. Der Wind peitschte gegen die hölzerne Wand ihres Hauses, als sie beide diesmal im „Obergeschoss“ des Hauses auf der Matratze lagen und versuchten, Schlaf zu finden. Aber sie konnten nicht: Alleine die Tatsache, erneut miteinander in einem Bett zu liegen, reichte aus um wach zu bleiben.
„Connor, ich bin sehr glücklich, dass ich mit dir hier bin“, gestand sie flüsternd, „Ich liebe dich.“
„Ich dich auch“, er streckte sich nach ihr aus und küsste sie kurz. Er war verrückt nach ihr und auch er war mehr als erleichtert, dass sie gemeinsam auf dieser Insel gelandet waren. Sicher gab es im Büro die eine oder andere Kollegin, die Interesse an Connors Privatleben zeigte und ihn fragte, ob er eine Freundin habe, aber das hatte ihn nicht interessiert. Er hatte schon immer nur Augen für Lindsay gehabt. Nur wollte er es sich sehr lange nicht eingestehen. Hätte er schon damals bemerkt, was er für sie empfand, hätten sie all dies schon früher haben können.
„Denkst du manchmal an sie?“
„An wen?“
„An das Team… An Peter und Anton und die anderen…“
„Ich frage mich, was ihnen wohl in Russland passiert ist und was sie erlebt haben, aber…“, er sah sie an und ein Leuchten lag in seinen Augen, „Ich bin viel lieber mit dir hier.“
Lindsay schenkte ihm ein warmes Lächeln. „Fürchtest du dich nicht davor, den Rest deines Lebens in einer Art Isolation verbringen zu müssen?“
„Nein. Ich hab dich.“
„Was ist, wenn wir uns eines Tages nichts mehr zu sagen haben?“, es war eine sehr besorgte Frage.
„Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass wir hier die einzigen Menschen sind und das durchaus die Möglichkeit besteht, dass wir uns eines Tages satt haben“, er war ehrlich, „Aber ich liebe dich viel zu sehr, um es nur annähernd so weit kommen zu lassen. Dafür habe ich viel zu lange auf dich gewartet und es hat sich gelohnt.“  
Tränen stiegen in ihre Augen. „So etwas Schönes hat noch nie jemand zu mir gesagt.“
Sie schlief glücklich in dieser Nacht ein. Connor war alles, was sie brauchte und sie hatte die Wahrheit gesagt: Sie konnte sich niemand anderen vorstellen, mit dem sie lieber hier war.

Die Schlechtwetterfront hielt eine lange Zeit an. Vermutlich brauchte die Natur dies auf dieser Insel.
Während der letzten Wochen blieben Connor und Lindsay nicht von Gewittern und schweren Regenstürmen verschont, aber sie waren froh, ein Dach über dem Kopf und ein Feuer im Kamin zu haben.  Zum Glück hielt das schlechte Wetter nicht an und  an einem Tag, an dem die Sonne endlich wieder schien und das Wasser im Teich wärmer war,  beschloss Lindsay ein wenig zu schwimmen.
Sie überlegte. Wie lange waren sie nun schon hier? Sie hatte es vergessen. Sie müsste erst auf dem Kalender nachsehen,  um ganz sicher sein zu können, aber sie schätzte, sie waren seit mehr als einem Monat hier. Die letzten Wochen waren herrlich gewesen: Auch, wenn sie hier auf viele Dinge verzichten mussten, die sie in ihrem Leben gewohnt waren, waren sie zusammen und sie genoss es. Sie liebte Connor und die Nächte mit ihm waren… Sie hielt Inne und setzte ihre Füße auf den Boden des Teiches. Ihr schoss in den Kopf, dass sie längst überfällig war. Seit einer Woche…
Besorgnis machte sich auf ihrem Gesicht breit. Lindsay konnte sich nicht vorstellen, auf dieser Insel ein Baby zu bekommen, sie hatte keine Ahnung wie das ging. Es wäre für sie und für Connor das erste Kind. Aber der Gedanke, sein Baby zu bekommen, beruhigte sie und erfüllte sie mit einem wundervollen Glücksgefühl.  Andererseits würde das Baby auf dieser Insel hier aufwachsen und viele Dinge niemals kennen lernen.
„Lindsay“, rief er sie, „Komm, es wird dunkel. Wir müssen zurück.“
„Ja!“ Sie beeilte sich, aus dem Wasser zu kommen und als er ihn Reichweite war, streckte er die Hand nach ihr aus. Hand in Hand gingen sie zu ihrem Unterschlupf zurück und sie beobachtete gespannt, wie er das neue Feuerholz verstaute und Feuer anzündete.
Wie würde er wohl reagieren, wenn er von dem Baby erfuhr? Aber andererseits wusste sie noch gar nicht mit Sicherheit, ob sie wirklich ein Kind bekämen.
„Du siehst besorgt aus“, stellte Connor fest und setzte sich neben sie um sie zu umarmen.
„Es ist… Ich habe… Connor, ich habe Angst.“
„Wovor?“
„Ich habe festgestellt, dass ich… Connor, wir bekommen ein Baby.“
„Bist du sicher?“, Freude lag in seiner Stimme und er küsste sie, „Danke, Schatz.“
„Heißt das, du freust dich?“
„Sehr, sogar.“
„Ein Baby verändert unser ganzes Leben, Connor.“
„Es macht unser Leben schöner“, korrigierte er sie, „Ich wollte schon immer ein Baby haben. Am liebsten natürlich mit dir… Schatz, diese Insel ist das Beste, was uns beiden jemals passieren konnte. Ohne diese Insel hätte ich dir nie gesagt, wie sehr ich dich liebe und wir bekämen jetzt kein Baby.“  
„Wir müssen warten, Connor“, sie wusste, sie hätte es ihm nicht sagen sollen, bevor sie nicht ganz sicher war. Falls sie doch nicht schwanger war, wäre er bestimmt enttäuscht, weil er sich offensichtlich ein Kind wünschte.
Sie schliefen Arm in Arm in dieser Nacht. Lindsay war schnell eingeschlafen, aber Connor war noch lange wach. Er schwor sich, er würde sie und das Baby so gut er konnte beschützen.  

Wie sich herausstellte, war sie tatsächlich schwanger und die Vorstellung daran, ein Kind zu bekommen, ängstigte Lindsay immer mehr: Was wenn etwas schief ging und sie und das Kind nicht überlebten? Dann wäre Connor ganz alleine hier. Sie erzählte ihm von ihrer Befürchtung, aber er versprach ihr, dass alles gut gehen würde. Die Zeit ran dahin und nach fünf Monaten war ihr die Schwangerschaft deutlich anzusehen. Connor fand, dass sie jetzt noch schöner aussah, als sie es ohnehin schon war. Seit sie hier war schnitt sie sich die Haare nicht mehr und weil Connor ihre langen, blonden Haare „unheimlich sexy“ fand (wie er ihr sagte) ließ sie sie so. Aber Lindsay scherzte, dass sie schon jetzt nur noch in wenige Klamotten passte. Bald würde sie dieses hässliche, grüne Sommerkleid tragen müssen, welches sie gefunden hatte.
„Ich möchte ein kleines Mädchen“, sagte er um sie aufzuheitern, „Ich hoffe, sie wird genauso hübsch wie du.“ Er beschloss, sie auf andere Gedanken zu bringen und sprach an einem Morgen, an den sie länger im Bett liegen blieben, mit ihr über Babynamen. Sie diskutierten über den passenden Namen für ihr Kind und stellten fest, dass sie sich nicht einigen konnten. „Christina ist ein sehr schöner Name für ein Mädchen“, schlug Connor vor.
„Christina?“, Lindsay zog die Augenbrauen hoch, „Christina Donner?“
„Christina Doyle“, verbesserte er.
„Wir sind nicht verheiratet.“
„Dann eben Christina Doyle Donner.“
„Du bist so schrecklich egoistisch“, sie verschränkte die Arme vor der Brust, „Und: warum nennen wir sie nicht Sophia oder Hannah oder Izabella?“
„Wir wissen noch gar nicht, ob es ein Junge oder Mädchen wird…“
„Wer hat denn mit den Mädchennamen angefangen?!“ Sie drehte sich von ihm weg und Connor atmete ratlos aus. Schließlich beschloss er, dass diese Stimmungsschwankung durch die Hormone ausgelöst wurde und auch er hatte keine Lust, mit ihr zu streiten.
„Das bedeutet nur eines“, erklärte Connor am Ende der Diskussion.
„Was?“ Sie horchte auf und wandte sich ihm wieder zu.
„Wir müssen noch mehr Kinder bekommen.“
Sie lachte, als sie das hörte und schlang die Arme um ihn. Sie hatte bereits vergessen, dass sie sich fast über den Namen ihres Kindes gestritten hatten und dass sie sich vor der Geburt fürchtete.
Sie hatte auch nicht im Sinn, dass dieses Baby alleine bleiben sollte. Sie wollte natürlich noch mehr Kinder mit ihm.
Lindsay hatte keine Geschwister, aber sie wünschte sich immer welche. Deshalb war es ihr wichtig, dass ihr eigenes Kind zumindest einen Bruder oder eine Schwester hatte.
„Ich liebe dich“, erklärte Lindsay ihm, „Ich möchte noch viel mehr Kinder mit dir.“


„Zweihundertsechzig“, sagte Lindsay und malte einen weiteren Strich auf die Wand über dem Kamin im Haus. Sie atmete aus und legte die Hand auf ihren dicken Bauch.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Connor besorgt und schaute zu ihr. Er stand eben an der Tür. Heute schien die Sonne und ein kühler Wind wehte.
„Wir sind schon sehr lange hier.“
„Ja“, Connor kam zu ihr und umarmte sie. Er fühlte, wie das Baby in ihrem Bauch zappelte. Erfreut flüsterte er ihr ins Ohr, dass er es diesmal auch gespürt habe. Bisher hatte es Connor nie geschafft, die Hand auf ihren Bauch zu legen, wenn sie völlig aus dem Häuschen feststellte, wie das Baby sich bewegte. Diesmal war er rechtzeitig gekommen.
„Lass uns ein wenig spazieren gehen“, schlug er vor und sie stimmte zu. Ein wenig Bewegung würde ihr sicher gut tun.
Wenig später gingen sie Hand in Hand am Strand entlang und Lindsay sagte ihm, wie schön es hier sei. Und sie erklärte ihm, dass sie sehr glücklich mit ihm war: „Connor, ich…“
Ein tiefes Hupen ließ sie herumfahren. Zeitgleich drehten sie sich erschrocken um und sahen ein großes, weißes Kreuzfahrtschiff, welches in einiger Entfernung durch den Ozean glitt. Sie fragten sich, ob man sie gesehen hatte und als sich eine halbe Stunde später ein kleines Motorboot auf die Insel zubewegte, erhielten sie ihre Bestätigung. Ein Mann in einer weißen Uniform stieg aus und stellte sich ihnen vor. Er fragte, wie lange sie schon hier wären und Connor gab ihm die gewünschte Auskunft.
„Sie sind schwanger“, stellte ein anderer Mann in Uniform Lindsay gegenüber fest.
Lindsay nickte. „Das kann man nicht übersehen.“
„Sieht so aus, als dauert es nicht mehr lange…. Sie sollten sich untersuchen lassen… Es sei denn, Sie möchten hier bleiben.“
„Nein, bloß nicht“, sagte Connor schnell. Anfangs hatte er sich gewünscht, dass man sie von dieser Insel wegholte, nun war er sich da nicht mehr so sicher. Er rief sich in Erinnerung, dass Lindsay und das Baby wichtiger waren als seine persönlichen Wünsche. In einem Krankenhaus bekämen die beiden die Betreuung, die sie benötigten. Also willigte er ein, dass sie mit auf das Schiff kommen würden. Nachher entschuldigte er sich bei seiner Freundin, dass er so überschnell reagierte und sie verzieh es ihm mit einem leichten Kuss.
„Auf der Insel gibt es ein Haus“, erzählte Connor dem Mann, der der erste Offizier des Kreuzfahrtschiffes war, „Weiß man, wer es  gebaut hat?“
„Es wurde 1946 gebaut und war bis 1990 eine Wetterbeobachtungsstation. Als Richard Blake 1990 auf Mystery Island starb…“
„Mystery Island?“, Connor glaubte, sich verhört zu haben.
„Ja… Als er starb, wurde er dort begraben und die Wetterstation wurde außer Betrieb genommen, weil niemand mehr das Leben eines Eigenbrötlers führen wollte. Alle paar Monate fahren Schiffe an der Insel vorbei, unter anderem auch unseres.“
Sie stiegen in das Boot und waren zu dem Kreuzfahrtschiff etwa fünf Minuten unterwegs. An Bord wies man ihnen eine Kabine zu und veranlasste, dass man ihnen eine Mahlzeit bringen ließ.
Begeistert streckte Lindsay eine Hand unter den warmen Wasserschwall, der aus dem Duschkopf in ihrem Badezimmer kam. Auf der Insel gab es nur den kalten Wasserfall, unter dem man duschen konnte. Und dann gab es ja noch ihre herrlichen, heißen Quellen…
„Lindsay!“, rief Connor sie, nachdem sie heiß geduscht hatte. Im Bademantel kam sie aus dem Bad und betrachtete, wie er ihr Essen auf den Tisch stellte. Sie hatte einen Gedanken: Connor hatte vor, weiterhin bei ihr zu bleiben. Die meisten Paare hatten die Möglichkeit, ihr Zusammenleben auszutesten, bevor sie eine Familie gründeten. Sie erhielten diese Chance nicht. Der arme Connor müsste nun ihre schrecklichen Kochkünste ertragen. Sie lachte leise.
Gemeinsam aßen sie und Lindsay stellte fest, dass ihr ein Steak mit Süßkartoffeln noch nie so gut geschmeckt hatte. Erleichert darüber, wieder in der Zivilisation zu sein, gönnte sie sich nach dem Essen eine Stunde schlaf im Bett. Ein richtiges warmes, weiches Bett! Nicht nur eine alte Matratze auf dem Boden des Hauses….
An ihrem ersten Abend auf dem Schiff gab es an Deck eine Salsaparty. Viele Leute tanzten, andere holten sich Essen, und wieder andere sahen den Tänzern zu. Lichterketten glitzerten, es war angenehm warm und Connor nutzte die Gelegenheit um mit dem Captain zu sprechen. Natürlich war Lindsay bei ihm. Auch sie war gespannt zu hören, wie es nun weiterging, nachdem man am Nachmittag, nach ihrem „Fund“ und der Aufnahme ihrer Personalien, dem O.S.I.R. mitgeteilt hatte, dass sie am Leben waren.
„Captain, was denken Sie, wie lange brauchen wir, bis wir das Festland erreichen?“, fragte Connor einen Mann in weiser Uniform.
„Wir legen in drei Tagen in Hawaii an. Dort können Sie aussteigen und ich hoffe, dass Sie Ihre Freundin dann in ein Krankenhaus bringen.“ Er zeigte zu Lindsay. Dann entschuldigte er sich und ging davon.
„Er war nicht sehr gesprächig“, Connor klang sehr enttäuscht. Er fühlte, wie Lindsay seine Hand nahm und mit ihm zur Tanzfläche ging. „Du solltest dich ein wenig schonen“, sagte er zu ihr, als sie die Arme um ihn schlang.
„Nein, mir geht es gut“, ihre Stimme war sehr leise.
„Du siehst übrigens sehr schön aus.“
Sie kicherte. „Es war das einzige Kleid auf dem ganzen Schiff, was mir gepasst hat.“ Lindsay trug ein hübsches, weißes Kleid. Ihre langen Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz zurückgesteckt.
„Erinnerst du dich noch an das Gespräch, was wir auf der Insel hatten?... Wir haben über den Namen des Babys gesprochen…“
„Connor, wir sollten ein anderes Mal…“
„Nein, darum geht es nicht“, seine Stimme war sehr ernst, „Du kannst dem Baby jeden Namen geben, den du möchtest. Aber ich möchte, dass du, das Baby und ich eine Familie sind. Lass uns heiraten.“
„Jetzt?“
„Ja. Sofort.“
Lindsay nickte und umarmte ihn. Sie liebte ihn für diese Idee. Es war eine wunderschöne Trauung. Nur sie beide unter dem sternenklaren Himmel, der Kerzenschein um sie herum. Es war fast wie in einem Traum, fand Lindsay. Und sie hoffte, dass sie niemals wieder aufwachen würde, wenn es tatsächlich einer war.
Mit einem glücklichen Gefühl im Bauch gingen sie spät in der Nach zu ihrer Kabine zurück. „Woher wusste der Captain wohl, dass wir beide nur eine Kabine brauchen?“, sie lachte leise.
„Er hat Augen im Kopf, Schatz“, sagte Connor, während er kurz auf ihren Bauch hinabschaute und sie vor der Tür ihrer Kabine küsste. Er öffnete die Tür und drehte sich zu ihr um. „Ich muss dich über die Schwelle tragen, schätze ich.“
„Aber das ist nicht unser Haus.“
„Wir holen es zuhause nach“, mit diesen Worten hob er sie hoch, trug sie über die Schwelle und kickte die Tür hinter sich mit dem Fuß zu…

Drei Tage später erreichten Sie Hawaii und man ließ sie von Bord gehen. Obwohl es Lindsay gut ging, bestand der Captain des Luxusliners darauf, dass Connor sie sofort in ein Krankenhaus brachte.  Beinahe pünktlich, wie ihm schien: Sie gingen von Bord, und noch eine Weile auf dem Pier spazieren, als Lindsay plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen blieb.
„Connor, das Baby kommt.“
Er sollte sie nun wirklich ins Krankenhaus bringen.
Eine Ärztin fragte sie nach ziemlich vielen Dingen über ihre Schwangerschaft aus. Schließlich rechnete sie aus, dass das Baby etwa sechs Wochen zu früh kam. „Natürlich ist das nur eine ungefähre Schätzung“ beruhigte sie Lindsay und Connor, „Da uns, oder besser, Ihnen ein Kalender gefehlt hat, ist es mir im Augenblick noch nicht möglich, genau festzulegen, wie weit das Baby entwickelt ist.“
Lindsay hielt besorgt Connors Hand, als sie das hörte. Aber es gab keinen Weg zurück. Die Wehen hatten eingesetzt und das Baby ließ nicht mehr lange auf sich warten.
Die beiden warteten noch zwölf Stunden, bevor Lindsay unter den schlimmsten Schmerzen ihres bisherigen Lebens ein letztes Mal gequält aufschrie und eine Krankenschwester der gleichen Ärztin ein Tuch und eine Schere reichte.
„Sie hat dunkle Haare“, rief die Ärztin und hob ein kleines, schreiendes Bündel hoch, „Hier ist Ihr kleines Mädchen!“
Sie wickelte das Baby in ein rosa Handtuch und übergab es an Lindsay. „Christina“, flüsterte sie, „Hi, meine Kleine…. Connor, sieh sie dir an, sie ist so wunderschön.“
„Nun gibt sie mir mal“, Connor klang ungeduldig und schenkte seiner Frau ein liebevolles Lächeln, als sie ihm sein Baby in den Arm legte. Connor hatte noch nie einen Menschen so sehr geliebt, wie Lindsay und dieses Kind setzte dem ganzen die Krone auf. Er hatte sein Baby bereits jetzt ins Herz geschlossen.
„Sie ist sehr süß“, sagte Connor und Lindsay nickte zustimmend: „Und verdammt tapfer.“
Christina war ein wenig kleiner und leichter, als andere Babys, hatte die Ärztin ihnen erklärt. Aber sie hatte sich gut entwickelt und die Ärztin war sicher, dass Christina schnell aufholen und sie schon bald ein normales Baby sein würde.
„Geben Sie uns einen kleinen Moment, um Ihr Baby zu untersuchen“, mit diesen Worten nahm eine Krankenschwester Christina auf den Arm. Sie sahen, wie das Baby gewogen, gemessen und gebadet wurde.
Connor und Lindsay waren alleine und er setzte sich zu ihr auf die Bettkante. „Ich hab dir versprochen, dass alles gut gehen würde“, er nahm ihre Hand in seine, „Ich liebe dich, Lindsay.“
„Ich dich auch.“ Sie küssten sich und Lindsay bemerkte aus den Augenwinkeln, wie eine Gestalt im blauen Kittel erneut auf sie zutrat. „Hier ist jemand, der sie beide sehen möchte.“
„Hey Christina“, ihre Augen strahlten, als man ihnen ihr Baby zurückbrachte und Connor küsste sie noch einmal. Er zog sie auf, dass sie den Namen, den er für das Baby vorgeschlagen hatte, nun doch ausgewählt hatte und sie lachte leise.
Sie waren glücklich. Genau hatten sie sich den Moment, in dem sie eine Familie wurden, immer vorgestellt.

„Lindsay Donner… Captain Green meinte, er habe ihr gesagt, sie solle in dieses Krankenhaus gehen.“
Peter und Anton redeten nun schon eine ganze Weile auf die Schwester an der Klinikrezeption ein. Beide hatten sich auf dem Flug hierher die verrücktesten Dinge ausgemalt, weil man ihnen nicht sagte, warum Lindsay im Krankenhaus war. Bestimmt war sie verletzt oder krank.
„Tut mir Leid“, sagte die Krankenschwester zu Peter und Anton, „Eine Lindsay Donner ist bei uns nicht eingeliefert worden.“
Es war das nicht einzige Krankenhaus auf der Insel, aber der Name war so eindeutig… Er konnte sich nicht vorstellen, dass es eine Verwechslung gegeben hatte.
„Können Sie nicht noch einmal in Ihren Computer schauen?“, flehte Claire sie an.
Die Krankenschwester rollte mit den Augen, tippte dann aber weiterhin auf der Tastatur ihres Computers herum. „Also, wie gesagt: Eine Lindsay Donner gibt es hier nicht, aber… Es wurde in den letzten Tagen nur eine Frau eingeliefert, die Lindsay heißt.“
„Wo finden wir sie?“
„Auf der Entbindungsstation.“
„Nein, das glaube ich nicht“, kam es von Peter.
Wieder rollte die Krankenschwester mit ihren Augen. „Wäre es möglich, dass sie inzwischen geheiratet hat und Doyle heißt?... Dritter Stock, Zimmer 132.“
Sie machten sich auf den Weg zum Aufzug und fuhren in den dritten Stock und klopften an der Tür von Zimmer 132. Nachdem sie ein leises „Herein“ hörten, traten sie ein.
„Connor? Lindsay?“ Er sah, wie Connor, der auf der Kante ihres Bettes saß, sich umdrehte und dann aufstand.
„Hallo, schön Sie wiederzusehen.“ Connor grinste, während Anton zu Lindsay ging.
„Lindsay, wie geht es Ihnen?... Und wer ist das?“, wollte er wissen, als er das in eine rosa Decke eingewickelte Bündel sah.
Peter erzählte ihm, dass man im vergangenen März Wrackteile der Maschine gefunden hatte. Leider fand man die Teile 1000 Meilen zu weit nördlich und man hatte an völlig falscher Stelle nach Überlebenden gesucht.  „Verdammt, ich kann es nicht glauben!“, meinte Peter zu Connor, „Wir haben neun Monate lang geglaubt, Sie beide wären tot. Dabei haben Sie sich die ganze Zeit auf einer einsamen Insel im Südpazifik amüsiert.“
„So würde ich es nicht nennen, Peter“, entgegnete Connor ernst.
„Na, hören Sie mal. Sie haben jetzt immerhin ein Baby.“ Peter sah zu Lindsay, die Claire und Anton das Baby zeigte.
„Ich denke, Sie wissen, was ich meine. Dort zu überleben war nicht leicht.“  
Es klopfte erneut an der Tür und sie fragten sich, wer das war. Sie baten den Besuch herein. Das hatte Peter fast vergessen! Elsinger war ebenfalls mit gekommen, als er hörte, dass man Lindsay und Connor aufgefunden hatte. „Sir?“, Connor war skeptisch. Was wollte Elsinger hier?
„Connor, gut, dass ich Sie hier antreffe“, sagte Elsinger zu ihm, „Nach dem, was auf dieser Insel passiert ist, bin ich hergekommen, um sie zu entlassen. Das O.S.I.R. wird Sie nicht weiter beschäftigen.“
„Das trifft sich aber gut“, sagte Connor, „Ich wollte ohnehin kündigen. Es gibt für mich nichts peinlicheres, als meiner Tochter sagen zu müssen, dass ich ausgerechnet für Sie arbeite.“
Lindsays Augen wurden groß. Kündigte er tatsächlich wegen ihr und dem Baby?
Elsinger ging und sie blieben etwas fassungslos zurück. „Ich kann nicht glauben, dass es das getan hat“, sagte Peter entsetzt, „Ich wusste davon nichts.“ Elsinger machte es kurz und schmerzlos. Fast ein wenig feige, fand Peter.
„Peter, vergessen Sie es!“ Connor sah zu Lindsay und sie stimmte zu. Sie erzählten, wie das Flugzeug abgestürzt war und sie auf der Insel aufgewacht waren. Ebenso berichteten sie von dem Haus bis es schon wieder an der Tür klopfte. Connor fürchtete, dass Elsinger zurückgekommen war. Doch dem war nicht so: Ein alter Herr und eine Frau im Chanelkostüm betraten des Krankenzimmer.
„Guten Tag“, sagte die Frau, und nun kam auch noch eine Krankenschwester zu ihnen.
„Entschuldigung, gehören Sie zur Familie?“, fragte sie und die Frau und der Mann nickten.
„Dann möchte ich jetzt alle bitten, die nicht zur Familie gehören, zu gehen.“ Damit schickte sie Peter, Claire und Anton hinaus. Sie sähen sich später, meinte Anton im Vorbeigehen.  
„Connor, ich bin so froh, dass du am Leben bist“, die Frau umarmte ihn, „Wie geht es dir?... Jemand namens Peter Axon hat uns informiert, wo du bist.“ Jetzt bemerkte sie, dass es Connor wohl soweit gut ging, dass der Aufenthalt im Krankenhaus nicht ihm galt, sondern der hübschen blonden Frau, die in dem Bett lag und sie warm anlächelte.
„Wer ist das, Connor?“, fragte die Frau.
„Mom, das ist Lindsay…. Lindsay, das sind meine Eltern.“
Die Frau in dem Chanelkostüm kam auf sie zu und reichte ihr die Hand. „Ich bin Julianne. Es freut mich, dich kennen zu lernen.“
Das Kind in Lindsays Armen machte sich bemerkbar.
„Ist das dein Baby?“, fragte Julianne entzückt.
„Ja, das ist Christina“, sagte Lindsay, während sie Connors Mutter das Baby in den Arm legte. Julianne war stolz, ihr Enkelkind in den Armen halten zu dürfen. „Weißt du, Lindsay, es gab schon lange keine Babys mehr in unserer Familie. Ich habe schon befürchtet, Connor würde nie jemanden finden, der ihm so ein wundervolles Baby schenkt…“
„Connor, kann ich dich kurz sprechen?“, sein Vater zeigte auf die Tür und er verstand. Er sagte zu Lindsay, dass er gleich wiederkäme und so ging er mit seinem Vater vor die Tür. Sie gingen den Krankenhausflur hinunter. „Was musst du mit mir besprechen?“, wollte Connor wissen und sein Vater blieb stehen.
„Junge, du musst das Mädchen heiraten.“
„Was? Dad…“, er atmete aus, „Das kann ich nicht.“
„Was soll das heißen, du kannst nicht?! Sie ist die Mutter deines Kindes! Das hättest du dir ein bisschen früher überlegen müssen!“
„Dad, ich kann sie nicht mehr heiraten.“
„Warum kannst du nicht? Ist sie schon verheiratet?“
„Ja.“
„Connor, du weißt schon, dass du in diesem Falle nicht Christinas gesetzlicher Vater bist…?!“
„Dad, ich kann Lindsay nicht mehr heiraten, weil wir bereits verheiratet sind.“
„Warum sagst du das nicht gleich?“
„Hab ich versucht…“
„Vielleicht hättest du deiner Frau einen Ring kaufen sollen. Dann hätte ich gleich gewusst, dass du und sie…“
„Dad“, mahnte Connor und sie gingen zu dem Krankenzimmer zurück. Bestimmt warteten Lindsay und Julianne schon auf sie…

Es war ungewohnt wieder zuhause in der Stadt zu sein. Nachdem sie neun Monate auf dieser Insel verbracht und sich auch daran gewöhnt hatten, war es sehr seltsam, nun wieder hier zu sein.
Er und Lindsay waren am Morgen gelandet und Connor hatte darauf bestanden, dass er sie in seinem Wagen nach Hause brachte. Ihn traf fast der Schlag, als man am Flughafen 2.000 Dollar Nachzahlung für den Parkplatz des Autos haben wollte. Aber er bezahlte es (zum Glück war sein Konto noch nicht aufgelöst worden), schließlich hatte er keine andere Wahl. Lindsays Auto würden sie ein anderes Mal abholen.
Sie fuhren zu Connors Wohnung, da Lindsays Wohnung inzwischen vom O.S.I.R. aufgelöst worden war. Ihre Sachen hatte man eingelagert und sie wollte im Laufe der nächsten Woche die wichtigsten Dinge abholen. Außerdem mussten sie dringend ein Bettchen und Kleidung für Christina kaufen…
Connor parkte den Wagen vor dem Hochhaus, in dem er eine Eigentumswohnung besaß. Er sperrte die Tür zu seiner Wohnung auf. Als er die Wohnung zum letzten Mal verlassen hatte, war er alleine gewesen. Und nun, da er zurückkam, hatte er seine Frau und seine Tochter bei sich.
Connor trat zur Seite. „Komm rein“, sagte er zu Lindsay, die Christina auf dem Arm hatte.
Lindsay war noch nie in Connors Wohnung gewesen, aber sie mochte es. Christina begann zu weinen und sofort war ihr Dad bei ihr. „Wir sollten sie eine Weile hinlegen“, sagte er zu Lindsay und sie nickte einverstanden. Also übergab Lindsay das Baby an ihren Mann und er brachte es ins Zimmer nebenan.  Fünf Minuten später kam er zurück und sie setzten sich gemeinsam auf die Couch.
„Geht’s dir gut?“, wollte er von ihr wissen.
„Mir geht es sehr gut, jetzt wo wir wieder zuhause sind... Außer, dass wir beide jetzt irgendwie einen neuen Job finden müssen.“ Lindsay kicherte leise. Dass sie mit Connor zusammen war, entschädigte sie für alles.
„Stimmt“, er klang sehr ruhig, „Aber vorher müssen wir noch einige Dinge erledigen.“
Sie nickte zustimmend und dachte an Christinas Zimmer. Bestimmt hatte Connor in dieser Wohnung ein Büro, was er entbehren konnte.  
„Was ist mit Flitterwochen?“, er sah sie an.
„Es fühlt sich an, als kämen wir da eben her. Immerhin haben wir fast ein Jahr auf dieser Insel verbracht.“
„Dann lass uns an einen Ort fahren, an dem es keinen Strand, keine Palmen und kein Meer gibt.“
„In die Berge. Colorado…“
„Das klingt sehr gut. Hab ich dir schon erzählt, dass meine Eltern ein Ferienhaus in Colorado haben? Wir könnten dorthin fahren“, schlug Connor vor, „Und wir können bleiben, solange wir wollen.“
„Dann lass uns fahren. Ich freue mich sehr darauf…“

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