Braces I Hate the Most

GeschichteAllgemein / P6
Charlie Bucket Dr. Wilbur Wonka Willy Wonka
14.05.2010
03.06.2010
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Soo, hier wie versprochen das zweite Kapitel. Es hat ein Weilchen gedauert weil ich die letzten 2 Wochen im Ausland war, aber besser spät als nie xD

Ein riesiges Dankeschön an meine beiden lieben Reviewschreiberinnen :)

Disclaimer: Nur die deutsche Formulierung meins, Rest von Roald Dahl und Magda Ramirez.. Geld krieg ich keins. No animals/persons were harmed during the making of this translation.
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Ein bisschen Spaß im gläsernen Fahrstuhl.

“Autsch!”
“Nicht bewegen, Willy!”
“Das hat wehgetan!”
“Es wird noch mehr wehtun wenn du weiter so auf dem Stuhl herumzappelst. Du solltest dich eigentlich dafür schämen, dass Charlie sich besser benommen hat als du. Du bist ein erwachsener Mann!”

Der Junge musste sich auf die Lippe beißen, um sich ein Kichern zu verkneifen als der Chocolatier frustriert aufstöhnte.

Das grässliche Geräusch stoppte, gefolgt von einem Seufzer von Dr. Wonka, der sich aufrichtete. “Ich bin fertig, du kannst deine Augen jetzt aufmachen.”
Willy öffnete seine Augen langsam, nachdem er sie während der gesamten Zahnreinigung fest zugekniffen hatte. Sie taten ein bisschen weh.
Er befühlte sein schmerzendes Zahnfleisch mit einem behandschuhten Finger, betrachtete ihn und zuckte zurück, als er etwas Blut auf der Fingerspitze sah.
“Das passiert eben wenn du nicht stillhältst.”
Dr. Wonka streifte seine Handschuhe ab und wusch seine Hände. Nach dem abtrocknen zog er schnell ein neues Paar Handschuhe über. Er drehte sich um, um seinen Patienten anzusehen. “Also, dann sehen wir uns in sechs Monaten, mein Sohn.” Er lächelte. “Oder früher, ohne Zahnseide.” Das Lächeln wurde breiter, beinahe schon leicht unheimlich.

Willy Wonka verließ den Stuhl und ging aus dem Raum, immer noch an seinen Zähnen herumfummelnd. Charlie, der die ganze Zeit neben Wonka gestanden hatte, lief hinterher.

“Mr. Wonka…”

Willy drehte sich um und sah Charlie an während er mit seinem Finger noch immer über seine Schneidezähne rieb. Er bemerkte, dass Charlie auf seine Sachen zeigte, die auf der Couch im Wartezimmer lagen.

“Oh, ja!” Er schenkte Charlie ein schwaches Lächeln während er schnell seinen schwarzen Wintermantel anzog und seine “hippe, groovy” Sonnenbrille aufsetzte, seinen Stock nahm und dann seinen Hut auf seinem Kopf platzierte. “Au!”
`Ah, verflixt noch mal. Genau da wo der Hut sitzt.´ dachte er als er unsanft an seine kleine Verletzung erinnert wurde, nahm den Hut wieder ab und massierte die Beule an der Seite seines Kopfes mit den Fingern, genau wie sein Vater es zuvor gemacht hatte. Obwohl Hände in Handschuhen sich nicht ganz so gut anfühlten wie es unbehandschuhte Finger taten.

“Ich kann das für Sie tragen, Mr. Wonka.” Charlie streckte seine Hand aus und wartete breit lächelnd darauf, dass sein Mentor ihm den Hut gab.
Wonka sah ihn einen Moment lang an und versuchte das Angebot einzuordnen. Er wollte Charlie nicht wie einen Sklaven oder Lakaien behandeln. Aber in Charlies Augen glänzte ein bisschen Aufregung bei dem Gedanken, seinen geliebten Hut tragen zu dürfen.
Willy beugte sich vergnügt lächelnd hinunter. “Ich habe eine bessere Idee.” Vorsichtig setzte er seinen Hut auf Charlies kleinen Kopf und runzelte ein wenig die Stirn als er nach unten über seine Augen rutschte. Er war einfach zu groß für den Jungen. Aber Charlie kicherte, schob den Hut hoch und hielt ihn mit einer Hand an Ort und Stelle. “Wie sehe ich aus?”
Wonka lächelte wieder, legte eine Hand auf seinen Oberschenkel und behielt die andere auf seinem Stock.

“Wie ein kleiner Chocolatier!”

In diesem Moment sah der Ältere genauso aufgeregt aus, wie Charlie es war.

“Na dann, los jetzt.” Wonka kam ein Stück näher und Charlie drehte seinen Kopf um sein Flüstern zu verstehen.
“Dieser Ort verleitet mich immer noch zu plötzlichen Fluchtversuchen.”
Charlie musste sich auf Lippe beißen um das Lachen über Wonkas Gesicht zurückzuhalten, als er das sagte. Der Junge war immer noch dabei, sich an die übertriebenen Gesichtsausdrücke des Chocolatiers zu gewöhnen.

Willy richtete sich auf, drehte sich auf dem Absatz um und eilte hinaus, sein Stock schlug beim laufen im Takt auf den Boden. Charlie musste beinahe rennen um mit ihm Schritt zu halten. Keiner von ihnen bemerkte den lächelnden Zahnarzt, der sie die ganze Zeit beobachtet hatte. Dr. Wonka seufzte zufrieden und verließ den Raum als sich die Tür hinter den Beiden schloss.

Als sie aus dem Gebäude liefen und den gläsernen Fahrstuhl ansteuerten konnte Charlie den Blick nicht von seinem Mentor abwenden. Er war so anders wenn sie seinen Vater besuchten, sogar bei reinen Routineuntersuchungen.

“Mr. Wonka?” Charlie musste etwas schneller werden um direkt neben seinem Mentor zu laufen, den Hut auf seinem Kopf festhaltend, damit dieser nicht herunterfiel. Er sah zu dem Mann auf. Wonka schien ihn nicht zu hören, darum wiederholte er etwas lauter: “Mr. Wonka!”

Willy erinnerte sich plötzlich, dass er nicht allein war, und wurde sofort langsamer (zu Charlies Erleichterung). Er blickte über seine Schulter, mit dem aufgesetzten Lächeln das manchmal bei ihm zu sehen war. “Ja, mein lieber Charlie?” Dann sah er wieder geradeaus, das Lächeln noch im Gesicht.

“Warum sind Sie immer so still wenn wir hierher kommen?”

Wonka stoppte abrupt, das Lächeln auf seinen Zügen eingefroren, doch er schien einen Moment zu überlegen. Letztendlich platzte er heraus: “Ich weiß es nicht!”
Er begann weiterzulaufen.
Charlie streckte sich und zog ihn am Arm um ihn zu stoppen. Ihm reichte die Antwort so nicht.
Er fühlte, dass Wonkas Arm sich anspannte als dieser stoppte. Als er seinem Mentor ins Gesicht sah bemerkte er den verängstigten Gesichtsausdruck. Er machte sich eine gedankliche Notiz darüber, nicht so abrupt mit Mr. Wonka umzugehen.
Aber immerhin hatte er erreicht was er wollte. Wonka hatte angehalten, also fuhr Charlie fort: “Ist es wegen dem, was Ihr Vater vielleicht denken könnte?”

Wonka drehte seinen Kopf langsam zu Charlie. Ein leichtes Lächeln begann sich auf seine Lippen zurückzuschleichen, auch wenn es dort noch etwas fehl am Platze aussah weil die Mundwinkel leicht zuckten. “Es ist ganz schön kühl hier draußen, nicht?”

Charlie nickte ein bisschen frustriert, aber es war klar dass Mr. Wonka nicht darüber reden wollte.
Willy lief schnell weiter, den Blick immer noch auf Charlie gerichtet. “Wir sollten schnell in den gläsernen Fahrstuhl steigen und zurü-”

RUMMS!

Charlie zuckte zusammen und starrte Mr. Wonka bloß an, er wartete darauf dass dieser, wie immer, von selbst wieder aufstand. Das schien ihm weniger peinlich zu sein als wenn jemand versuchte ihm aufzuhelfen.

Willy stand ziemlich schnell wieder auf den Beinen, fuhr sich mit einer Hand durchs Haar und klopfte den Staub von seinem Mantel. “Äh, zurück zur Fabrik fliegen.” Er errötete merklich als er den Knopf des Fahrstuhls drückte und sich mit einem “DING” die Türen öffneten. Beide gingen schweigend hinein. Sobald die Türen geschlossen waren drückte Willy einen anderen Knopf (gefolgt von einem weiteren “DING”), und schien erleichtert als der Fahrstuhl langsam vom Boden abhob und sich seinen Weg durch die Wolken zu suchen begann.

“So, was war noch mal deine Frage, kleiner Charlie?”

`Aha, also wollte er das Thema gar nicht vermeiden, sondern erst möglichst schnell von da verschwinden.´ “Sie müssen nicht darüber reden wenn Sie es nicht wirklich wollen, Mr. Wonka.”

Wonka dachte einen Moment nach, dann lächelte er wieder breit und offenbarte dabei alle seine perfekten weißen Zähne. “Ich wäre kein guter Mentor wenn ich dir etwas verschweigen würde, was denkst du Charlie?” Er fuhr fort bevor Charlie die Chance hatte, zu antworten. “Du bist der einzige Mensch dem ich wirklich vertraue, Charlie. Du bist vermutlich der Einzige mit dem ich mich je so unterhalten werde.” Charlie war überrascht als sein Mentor in die Knie ging um auf seiner Höhe zu sein, sich mit beiden Händen auf seinem Stock abstützend beugte er sich nah zu Charlies Gesicht.
“Ich werde dir ein kleines Geheimnis verraten.”
Wonkas Lächeln verwandelte sich wie auf Knopfdruck in einen sehr ernsten Blick, von dem Charlie dachte dass er in dem ewig fröhlichen Auftreten des Mannes ziemlich fehl am Platz wirkte. Andererseits hatte er schon den ganzen Tag seltsam un-Wonkahaft gewirkt. Charlie nickte, damit Willy fortfuhr.

“Mein… Vater… macht mit manchmal Angst.” Wonkas Augen rollten zur Seite und Charlie dachte, er würde sich vielleicht in einem seiner Flashbacks verlieren. Doch dann sah er Charlie wieder an. “Ich habe Angst davor, was er dir vielleicht tun könnte…”

Charlies Augen wurden groß. Meinte er, dass Dr. Wonka ihm wehtun würde? Hatte Dr. Wonka seinem Sohn jemals wehgetan… nicht nur gefühlsmäßig sondern auch körperlich? Charlie öffnete den Mund, aber es kamen keine Worte heraus.

“Charlie, ich will nicht dass du diese grässlichen Teile trägst. Deine Zähne sind toll! Er ist einfach zu besessen von einem perfekten Lächeln.” Willys eigenes Lächeln kam zurück. “Ich persönlich finde, so wie jetzt IST es perfekt.”
Der Chocolatier richtete sich wieder auf, lächelte und sah hinaus, obwohl es nicht mehr zu sehen gab als baumwollweiße Wolken.

Es gab eine längere Stille. Charlie überlegte noch immer ob Dr. Wonka seinem Sohn wohl wehgetan hatte. Die Unwissenheit plagte ihn aber er wagte es nicht zu fragen, zumindest jetzt noch nicht. Vielleicht hatte Mr. Wonka es ja auch nur wegen der Zahnspange gesagt, die er selbst als Kind tragen musste. Seiner Beschreibung nach war die überhaupt nicht bequem, sondern im Gegenteil äußerst schmerzhaft gewesen. Ja, das mussten wohl die Schmerzen sein vor denen er Angst hatte, nichts worüber man sich ernsthafte Sorgen machen musste.

Die Stille hielt nicht länger an, weil Wonka begann eine Melodie vor sich hin zu summen. Es war sein “Willkommenslied”. Das Lied setzte sich sofort in Charlies Kopf fest und seine Nachdenklichkeit war wie weggeblasen als er anfing, mit zu summen. Das Grinsen im Gesicht seines Mentors bemerkte er gar nicht.

Charlie begann zu singen und mit dem Kopf zu wippen. “Willy Wonka, Willy Wonka, Schokolade zaubert er! Willy Wonka, Willy Wonka, darum lieben wir ihn sehr! Sein schlaues Lächeln ist so nett und nicht zu übersehen, so großzügig wie er sich zeigt kann ihm keiner widerstehen!”

Willy war sofort angesteckt und wackelte noch viel schwungvoller mit dem Kopf. “Widerstehn widerstehn widersteeeeeeeeeeeeehn!”
Beim letzten Ton schwang er seinen Stock durch die Luft.

Charlie begann zu lachen und Wonka stimmte ein. Auf einmal fühlte Charlie eine warme Hand auf seiner Schulter und wurde näher zu seinem Mentor gezogen, der ihn jetzt fröhlich anlächelte. Charlie fühlte sich glücklich, nur weil er neben dem Mann stehen durfte den er verehrte. Einen Moment lang fühlte er sich benommen weil er daran dachte, wie sein größter Traum nun tatsächlich Wahrheit geworden war.

“Charlie?”

Charlie sah den Mann an und lächelte zurück.
Willys Augen waren halb geschlossen als er mit einem unbeschwerten, glücklich lächelnden Ausdruck im Gesicht zu dem Jungen heruntersah. So ein Lächeln hatte Charlie vorher noch nicht gesehen, aber er fühlte sich ein bisschen wichtig, weil er der Grund dafür war.

“Danke, dass du mein Freund bist.”

Erneute Stille folgte. Charlie wollte die Nähe zu seinem Mentor einfach nur genießen. Er hatte seine Augen geschlossen.
Wonka indessen konnte nicht lange ruhig bleiben. Er hob seinen Stock und stupste damit gegen Charlies Hut, sodass dieser wieder über dessen Augen fiel, und kicherte.
“Hey!” Charlie schob den Hut wieder hoch, nur um Willy wieder breit grinsend mit dem Kopf wippen zu sehen.

“Kauen, kauen, Tag für Tag!”

Mehr Gelächter und Gesang. Und sogar ein Tänzchen von Willy.

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Dieses war der zweite Streich, und der nächste folgt... irgendwann demnächst xD
Ich werde mich auch hier bemühen, mich zu beeilen. Garantieren kann ich für nichts außer der Tatsache, dass das Kapitel 3 definitiv kommen wird :)

Zu guter letzt: *Kekse für alle Reviewer hinstell*
Schwarzleser sind ein böses Volk.
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