I can‘t forget

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
14.05.2010
14.05.2010
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Dieses Kapitel
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Titel:  I can‘t forget

Genre: Romanze

Kurzbeschreibung:Veronica ist 25 Jahre alt und ein Klassentreffen steht an, sie hat Logan seit Jahren nicht gesehen und hofft, dass er auch auftauchen wird. Doch sie weiß nicht, wie sie ihm gegenüber treten soll.

Disclaimer:   Alle Figuren gehören Rob Thomas und ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Einzig und Allein die Idee ist auf meinem Mist gewachsen!


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Die blonde Frau, Mitte 20, stützte sich auf den schmalen Küchentisch ab und blickte auf die Karte in ihrer rechten Hand. Ihre Ellenbogen ruhten auf dem Marmor, ihr Blick war auf die Karte gerichtet und sie konnte es einfach nicht fassen. Sie klappte sie auf und zu, sah sich immer wieder das Deckblatt und dann wieder die Schrift an.
Sie wusste absolut nicht was sie davon halten wollte.
Ein Klassentreffen?

Sie war seit heute wieder in Neptune, wohnte wieder in ihrem alten Kinderzimmer bei ihrem Dad im Apartment und nun blickte sie auf die Karte, die ihr Vater ihr nicht zugeschickt hatte. Sie wusste warum er das getan hatte. Er hatte sich gewünscht, dass sie genau jetzt ihren Urlaub bei ihm verbrachte, weil Morgenabend ein Klassentreffen der Neptune High ihres Jahrgangs stattfand. Hätte ihr Vater ihr die Karte zu geschickt, hätte sie Wochenlang Zeit gehabt, sich eine Ausrede zu überreden und wäre garantiert nicht dieses Wochenende nach Neptune gekommen. Doch nun war sie hier und ihr Vater hatte für sie zugesagt gehabt.

Eigentlich liebte sie ihren Vater sehr, sie hatten immer eine wundervolle Beziehung zu einander gehabt, doch hin und wieder gab es einfach diese Momente in ihrem Leben, wo sie genau diese Beziehung anzweifelte. Jetzt war wieder einer dieser Momente.

High School Klassentreffen?
Wollte sie wirklich all die Leute aus der High School wieder sehen?
Schließlich hatte sie auf der Neptune High nicht gerade viele Freunde gehabt. Weder die 09er, die Biker-Gang von Weevil oder der Rest hatte sie gemocht. Sie war eine Außenseiterin gewesen, als ihr Vater damals im Lilly Kane-Fall gegen den Vater von Lilly untersuchte. Eine Zeitlang hatte sie zu den 09 gehört, als sie mit Duncan damals zusammen gewesen war. Bevor das alles mit Lilly passiert war, ihrer besten Freundin und seiner Schwester. Damals war zu viel passiert und das Meiste hatte sie versucht zu vergessen. Die High School Zeit war nicht die Schönste gewesen, doch wer konnte das schon sagen. Für niemanden war die High School ein Hauch des Paradieses gewesen. Aber da musste nun mal auch jeder einfach durch. Es gab immer jemand, der einen nicht leiden konnte, da war es egal, ob man Quaterback-Star, Cheerleader oder eben die Tochter des ehemaligen Sheriffs von Balboa Country war. Es gab auf der High School immer jemand, der einen beneidete oder eben die Pest an den Hals wünschte. Das war auch der Grund gewesen, warum sie damals ganz weit weg aufs College gehen wollte. Doch dann war sie doch auf die Hearst Universität gegangen, in Neptune.

Wie kam Madison Sinclair darauf ein Klassentreffen zu organisieren?
Und warum ludt Madison Sinclair - ach nein, nun hieß sie ja Madison Rutherford, Ehefrau von Timothy Rutherford, einer der reichsten Männer von Neptune, der neue Staranwalt der Reichen und Schönen – sie ein?
Es war ja nicht so, als waren sie beste Freundinnen gewesen. Zuerst war Madison die Freundin von Dick Casablanca, hatte damals dafür gesorgt, dass sie die Droge in ihrem Drink gehabt hatte, die dafür gesorgt hatte, dass sie vergewaltigt wurde. Dann hatten sie und Mac heraus gefunden, dass Madison und Mac als Babys im Krankenhaus verstauscht wurden und in den falschen Familien lebten, doch davon wusste Madison nichts. Es sei denn die Anzahl ihrer Zellen im Gehirn war überraschenderweise gewachsen.
Dann hatte sie auch noch mit Logan geschlafen…

Logan…
sie hatte ihn lange nicht mehr gesehen. Sie wusste nicht mal, wie er jetzt aussah. Gut, das war eine Lüge. Doch was Logan anging, belog sie sich und ihre Freunde. Sie hatte Logan immer wieder gegoogelt oder etwas über ihn in den Nachrichten gehört. Doch als sie damals ihr Sommerpraktikum beim F.B.I. anfing, war es das letzte Mal, als sie ihn gesehen hatte. Als sie zurück an die Hearst kam, der Sommer zu Ende war, hatte sie von Wallace und Mac erfahren, das Logan die Universität gewechselt hat.  Er war nach Los Angeles gegangen, wo seine Schwester Trina wohnte. Er hatte sie nicht mehr angerufen, ihr auch keine Nachricht hinterlassen. Aber vermutlich hatte sie genau das verdient. Sie hatte in diesem Sommer während sie Akten sortierte, Kaffee einschenkte, sehr viel Zeit gehabt nachzudenken.

Sie wollte immer die perfekte Beziehung haben, mit dem perfekten Mann. Doch es hatte zu lange gedauert, bis sie verstanden hatte, dass sie zu viel von Logan erwartet hatte und das Logan eigentlich perfekt war, wenn sie ihn nur ließ. Sie war doch selber nicht perfekt. Und durch ihre Arbeit als Privatdetektivin, bei dem sie Fotos von Männern machen musste, die ihre Ehepartner betrogen, konnte sie Logan nie richtig vertrauen. Sie dachte immer daran, dass er sie eines Tages verlassen würde, so wie ihre Mutter sie verlassen hatte, als es für alle zu viel wurde. Sie hatte es ihm nicht leicht gemacht, dabei war sein Leben sowieso nicht so einfach. Sein Vater hatte seine erste Freundin umgebracht, nachdem er mit ihr geschlafen hatte und wurde dafür nie bestraft. Seine Mutter war von der Brücke gesprungen, hatte sich das Leben genommen, weil sie mit dem Leben an der Seite von Aaron Echolls nicht klar kam. Und sie konnte sagen was sie wollte, Logan hatte ihre Halt und Sicherheit gegeben. Er war immer für sie da, auch als sie nicht mehr zusammen waren. Für ihn galt das nicht. Er prügelte sich dennoch für sie. Er verprügelte Piz, als Logan dachte, er hätte damals dieses Video aufgenommen und dann hatte er den Typ in der Cafeteria verprügelt, weil dieser Veronica beleidigt hatte. Und dabei war sie gar nicht mehr seine Freundin gewesen, nein, damals war er sogar mit Parker zusammen gewesen.
Er hatte sie oft einfach nur in den Armen gehalten. Als sie zum Beispiel damals auf der Hearst den Vergewaltiger gesucht hatte und dabei selber in Gefahr kam, hatte er sie einfach gehalten und sich um sie gekümmert. Logan setzte sie nie unter Druck und hatte sogar gewartet, bis Veronica bereit war mit ihm zu schlafen. Er ließ ihr immer alle Zeit der Welt und war einfach nur da.

Sie erinnerte sich noch gut an seine Worte. Es waren eigentlich die letzten die er zu ihr gesagt hatte. Er hatte ihr gesagt, dass er immer für sie da sein würde, falls sie irgendetwas brauchen würde. Doch er wusste auch, dass er das nicht der Fall sein würde. Veronica Mars hatte ihren Stolz und war ein wenig verblendet gewesen, wie Wallace es sagte. Wallace und Logan waren nicht gerade die besten Freunde, vor allem als Logan Piz verprügelt hatte, doch er wusste, dass Logan alles für sie tun würde.

Sie hatte in Quantico auf der Ausbildungsakademie des F.B.I.s einen Freund gehabt. Seth Miller. Doch die Beziehung hielt nicht lange. Dabei war er toll, er war klug und nett, fürsorglich und sanft und dennoch träumte sie immer wieder von Logan. Er war einfach immer da. Er war einfach in ihren Träumen da und sie fragte sich, wie ihr Leben wohl aussehen würde, wenn sie damals zugelassen hatte, dass er für sie da war.

Wie es wohl sein würde, ihn wieder zu sehen?
Wie würden sie sich verhalten, sich nach all der Zeit wieder zu sehen?
Wallace wusste von Dick Casablanca, Logans besten Freund, dass Logan Single war. Gut, Dick hatte es natürlich so ausgedrückt, das Logan Echolls sein Leben als reicher Junggeselle genoss. Man hatte ihm laut der Klatschpresse die eine oder andere Affäre angedichtet, aber warum auch immer, war er nicht vergeben. Dabei war er einer dieser tollen Junggesellen, mit dickem Bankkonto, toller Villa und vielen Autos in der Garage so groß wie ein Hangar, um die sich eigentlich alle Frauen rissen. Vermutlich taten sie das auch, doch Logan Echolls schien kein Interesse zu haben.
Was einen echt verwundern sollte, wenn man an den Logan Echolls aus der Nepune High School zurück dachte?

„Und wirst du hingehen?“

Veronica Mars blickte auf und sah ihren Vater an, der sich gerade die Krawatte seiner Uniform richtete. Er stand neben dem Regal und sah sie erwartungsvoll an. Sie lächelte.

„Und wie sehe ich aus?“

„Vielleicht sollte ich die alleinstehenden Frauen ab 35 warnen, denn Chief Mars ist unterwegs.“

Keith Mars lächelte, trat nach vorne und küsste seine Tochter auf die Stirn. „Es ist schön, dass du wieder hier bist, Spätzchen.“

Veronica lachte und griff nach dem Knoten von der Krawatte. Sie richtete sie etwas und war erst zufrieden mit ihrer Arbeit, als sie ihrem Vater wirklich wie angegossen um den Hals saß. „Ich bin 25 Jahre alt, wie lange wirst du noch Spätzchen zu mir sagen?“

„Immer“, meinte er mit einem Lächeln und griff nach seiner Aktentasche. „Veronica, ich fände es toll, wenn du hingehst und du selber auch. Du sollst Wallace übrigens anrufen und kümmer dich um deine Bewerbungen. Das F.B.I. will dich vielleicht in jedem Department anwerben, dennoch warten sie nicht ewig auf dich.“

„Alles klar.“ Veronica sah ihrem Vater zu, wie er die Wohnung verließ und seufzte.
Sie legte die Einladung zur Seite und blickte auf ihre Bewerbungsmappen, die sie geschrieben hatte. Sie wollte weiterhin beim F.B.I. bleiben, allerdings hatte sie sich noch nicht entschieden bei welchem Department sie arbeiten wollte. Eigentlich wollte man sie überall haben, sogar in Washington D.C., der Hauptzentrale des F.B.I.s. Es hatte sich schnell rumgesprochen, dass es auf der Ausbildungsakademie eine junge Frau gab, die in jedem Kurs als Beste abschnitt. Da war es klar, dass man sich um sie riss.
Doch wollte sie wirklich an die Ostküste?
Kalifornien war immer ihre Heimat gewesen. Die Zeit in Virginia war anstrengend gewesen und auch wenn sie ihrem Vater nie gesagt hatte, so vermisste sie Neptune und ihre wenigen Freunde. Ihren Dad, Wallace und Mac und… Logan…

Sie wusste nicht mehr wie oft sie in den letzten Jahren nach dem Telefon gegriffen hatte, seine Nummer gewählt hatte und dann sofort wieder aufgelegt hatte. Es hatte nicht mal geklingelt. Nicht mal das konnte sie abwarten. Sie hatte das Telefonat sofort wieder beendet, bevor es überhaupt stattgefunden. Sie hatte einfach nicht gewusst, was sie hätte sagen sollen. Nach so langer Zeit hatte sie nicht gewusst, was sie ihm hätte sagen sollen. Alles wäre falsch und einfach nicht richtig gewesen. So viel wollte sie ihm sagen, sich entschuldigen und ihm Recht geben, aber sie konnte es nicht. Es ging nicht um ihren Stolz, sondern darum, dass sie wollte, dass er glücklich war. Sie stellte sich vor, dass er ein Leben mit einer Frau an seiner Seite führte, die ihn liebte wie er war, bedingungslos. Genau dieses Leben wollte sie nicht zerstören, in dem sie an der Vergangenheit rüttelte.
Doch sie wusste, dass die Vorstellung, dass er eine Frau hatte, eine Lüge war, wenn man Dick Casablanca Glauben schenken durfte. Logan Echolls hatte offensichtlich von der Frauenwelt die Schnauze voll. Nicht, dass sie noch glaubte, dass da irgendwie wieder mal etwas laufen könnte, doch es freute sie dennoch, dass er noch nicht verheiratet war. Vielleicht hatte er sie genauso wenig vergessen, wie umgekehrt.

Sie versuchte die Gedanken an Logan abzuschütteln und sich auf die Unterlagen zu konzentrieren, die schließlich vor ihr lagen. So langsam sollte sie sich nämlich entscheiden, wo sie nun hin wollte. Sie hatte ihre Taschen in Quantico gepackt und war heute wieder in Neptune angekommen. Von hier würde es weiter gehen, wo auch immer das war.
Sie wusste immer was sie in ihrem Leben wollte, seit der zweiten Klasse war es ihr Traum, zum F.B.I. zu gehen. Dank ihres Professors an der Hearst, der auch ihr Mentor gewesen war, war es für sie verdammt leicht gewesen, auf die Akademie zu kommen. Sie hatte es zuerst nicht gewollt, das ihr andere halfen, aber dann war es großartig gewesen, das man ihr dieses Sommerpraktikum gegeben hatte.

Doch nicht alles war an diesem Sommer toll gewesen. Sie war raus aus Neptune gekommen und hatte verpasst, wie Logan seine Taschen gepackt hatte. Direkt nach ihrem Praktikum war sie zu ihm ins Neptune Grand gegangen, hatte Sturm an seiner Tür geklopft. Sie wollte sich entschuldigen und mit ihm reden. Ja, sie wollte ihm sogar darum bitten, dass er ihr noch mal eine zweite Chance gab. Sie wollte Logan Echolls, mit allem was nun mal dazu gehörte. Schließlich hatte Dick die Tür geöffnet und ihr erzählt, das Logan weg war. Es gab keine Nachricht, er war einfach weg. Er war einfach weg. Weg aus Neptune und weg aus ihrem Leben.



~~~

Es war früher Nachmittag als Veronica mit Wallace im Café an der Ecke der Hauptstraße saßen. Die Luft in Neptune war angenehm und sehr warm. Vom Meer kam eine salzige Prise und sie lebte es einfach wieder in Neptune zu sein. Egal was sie sagen konnte, wie schlecht es ihr hier ergangen war, was sie alles erlebt hatte, Neptune war ihr zu Hause. Ihre Taschen waren noch gepackt, Dinge lagen noch in Kisten in ihrem Wagen, den sie nicht mal richtig geleert hatte. Doch sie war wieder da.

„Es ist schön, dass du wieder da bist.“

„Ich weiß“, sagte Veronica und lächelte Wallace, ihren besten Freund an. „Wie geht’s deiner Familie, Wallace?“

Wallace lachte auf und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Sie saßen in einem Café und warteten auf Mac, während sie schon ihren Cappucino und den Kaffee tranken. „Es ist komisch wie das F.B.I. dich verändert hat.“

„Was meinst du, mein guter Freund?“ Sie grinste ihn an und war gespannt darauf, was er ihr nun sagen wollte.

„Ist dir mal aufgefallen, dass das eine unserer wenigen Unterhaltungen hier in Neptune ist, bei denen ich nicht irgendetwas für dich tun muss.“ Er griff nach seiner Tasse und trank wieder einen Schluck des heißen Getränks.

„Du meinst wie in das Büro des Direktors einbrechen, um mir Akten zu beschaffen?“ Sie lächelte ihn  an.

„Genau, dass ich dir ständig Schulakten von fragwürdigen Schülern beschaffen musste.“

„Fragwürdige Schüler entspricht dem voll und ganz.“ Es war toll mit Wallace zusammen zu sein. Als er damals in ihrem vorletzten Schuljahr auf der Neptune High an die Schule gekommen war, sie ihn vom Fahnenmast gelöst hatte, wusste sie, dass es mit ihm nie langweilig werden würde. Und wer hätte denn schon gewusst, dass sie einmal mit einem, der nackt am Fahnenmast geklebt war, beste Freunde sein würde. Doch sie hätte die High School Zeit, genauso wie das Leben auf dem Hearst nicht überlebt, wenn Wallace Fennel nicht da gewesen war. Es hatte DVD-Abende mit Pizza und Cola gegeben, sie hatten zusammen gelernt, zusammen Leute beschattet und abgehört…

„Da bin ich. Entschuldigt, dass ihr warten musstest“, sagte Mac und setzte sich zu ihren Freunden an den Tisch. Ihre Tasche landete auf dem Boden neben ihren Stuhl und sie stützte sofort ihr Kinn auf ihre Hände und sah ihre Freunde erwartungsvoll an. „Also was hecken wir wieder aus?“

Wallace grinste Veronica an und diese lächelte nur. „Warum geht ihr alle davon aus, dass wenn ich mit euch reden will, dass ich irgendetwas von euch will.“

„Soll ich dir mal ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit auf der High School und auf dem Hearst lag, vielleicht beantworte das deine Frage“, schlug Mac vor und grinste breit.

„Schon klar, aber die Zeiten als Privatdetektivin ist vorbei.“

„Stimmt ja, wir haben es ja nun mit dem F.B.I. zu tun“, meinte Wallace und Mac und er lachten.

Veronica sah ihre Freunde an und lachte ebenfalls. Wallace und Mac hatten schon Recht. Wenn sie ihre Freunde damals nicht gehabt hätte, dann wäre sie wohl nie so schnell hinter dem einen oder anderen Fall gekommen. Gelöst hätte sie den mit Sicherheit auch, aber nie in diesem Tempo.

„Gehen wir nun eigentlich zusammen zum Klassentreffen?“, fragte Wallace.

Veronica seufzte auf und sah ihren Freund genervt an. „Hat Madison eigentlich nichts Besseres zu tun, als ein Klassentreffen zu organisieren?“

„Offensichtlich nicht“, meinte Mac. „So wie ich es mitbekommen habe, ist Madison ja nur die Ehefrau eines reichen Mannes.“

„Zu was anderes, hätte sie auch nicht die Intelligenz für gehabt.“

„Sei nicht so gemein, Veronica Mars“, meinte Wallace, konnte aber selber nicht wirklich ernst bleiben.

„So bin ich nun mal“, sagte sie mit einem Lächeln und auch wenn sie nicht wirklich Lust dazu hatte, morgen Abend auf das Klassentreffen ihrer High School Zeit zu gehen, so freute es sie doch, das ihre besten Freunde mit ihr kommen würden. Wallace und Mac waren immer die ganze Zeit über, ihre besten Freunde gewesen und sie konnte immer auf sie zählen. Natürlich hatten die beide gewollt, dass sie sich in den letzten Jahren öfters gesehen hatten. Aber es war einfach alles nicht so leicht gewesen. Es hatte sie damals ziemlich fertig gemacht, als Logan einfach gegangen war, ohne sich von ihr zu verabschieden. Aber sie wusste auch, dass sie es verdient hatte. Aber einen Brief hätte sie dennoch gerne bekommen.

Gott, wie schrecklich war das eigentlich? Sie war 25 und trauerte noch immer ihrem Freund von der High School nach.




~~~



Sie hatte eine Ewigkeit vor ihrem Kleiderschrank gestanden und einfach nicht gewusst, was sie anziehen sollte. Woher sollte sie auch wissen, was sie zu einem Klassentreffen anziehen sollte, das war schließlich ihr erstes Treffen. Es würde das erste Mal sein, dass sie alle aus ihrem Jahrgang wieder sah. Mit Mac und Wallace hatte sie ja immer guten Kontakt gehabt, aber vom Rest hatte sie ewig nichts mehr gehört. Sie hatte noch andere gute Freunde gehabt, auf der High School. Da war schließlich als erstes Lilly, ihre beste Freundin, welche fast so etwas wie eine Schwester gewesen war. Sie waren durch dick und dünn gegangen und hatten sich eigentlich fast alles gesagt. Im Nachhinein erfuhr Veronica erst, dass Lilly viele ein paar Geheimnisse mehr vor ihrer besten Freundin hatte. Zum Beispiel die Sache mit Weevil und Aaron Echolls…

Dann war da Meg. Sie gehörte auch zu den 09ern und freundete sich durch einen Fall mit Veronica an. Sie mochte Meg sehr, was allerdings an Sympathie verlor, als Veronica wusste, dass ihr erster Freund Duncan mit Meg ausging.

Womit wir bei dem nächsten Kandidaten waren. Duncan Kane, Bruder ihrer besten Freundin und ihr erster fester Freund. Duncan war wundervoll, liebevoll, zärtlich und verständnisvoll. Es war voll mit Lilly, Logan – der damals Lillys Freund war, und Duncan Zeit zu verbringen. Damals schien das Leben noch so einfach und leicht zu sein. Doch trennte er sich plötzlich von ihr. Später erfuhr er, dass er das tat, weil er dachte, sie wären Geschwister. Tja, was sollte man auch anderes denken, wenn ihre Mutter etwas mit seinem Vater hatte, sie sogar Königin und König des Abschlussballs ihres Jahrgangs waren. Es gab viele Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kamen, als sie versuchte den Fall von Lilly Kane aufzuklären. Irgendwann war er mit Meg zusammen gekommen. Dann gab es das Busunglück im letzten Schuljahr, Meg fiel ins Koma und dann kam heraus, das Meg von Duncan schwanger war. Das alles war so verdammt kompliziert und schwierig. Als sie das letzte Mal von Duncan gehört hatte, hatte er sie von einem Einweghandy aus Australien angerufen. Ihm und der kleinen Lilly, wie er seine Tochter genannt hatte, ging es sehr gut. Sie waren wohl auf und das freute sie sehr. Seine Eltern und die Eltern von Meg wussten bis heute nicht, wie Duncan fliehen konnte und wo er sich nun aufhielt. Wer hätte auch gedacht, das Vinnie Van Lowe es niemals gegen sie verwendete, dass er ihr damals bei der Flucht von Duncan Kane und seiner Tochter geholfen hatte.

Sollte sie ein Kleid anziehen?
Oder einfach eine normale Hose? Vielleicht einen hübschen Zweiteiler?
Sie wusste es nicht. Gestern hatte sie all ihre Kleidung wieder in ihren alten Kleiderschrank eingeräumt und irgendwie hatten sich vor allem die Farben geändert. Im F.B.I. trug man meistens klassische Farben, schwarz, weiß, grau. Da gab es keine bunten T-Shirts mit lustigen Aufdrücken oder Pullis, mit kleinen Totenköpfen drauf.

„Dad, ich weiß nicht, was ich anziehen soll.“

„Hätte mich auch gewundert, du bist schließlich eine Frau“, antwortete er ihr aus dem Wohnzimmer heraus.

„Das hilft mir jetzt aber auch nicht weiter“, meinte sie frustriert und ließ sich auf ihr Bett fallen. Sie starrte an die Decke und hörte, wie ihr Vater ihr Zimmer betrat. Sie sah auf und erwiderte sein Lächeln.

„Willst du mir vielleicht sagen, warum du so nervös bist?“

„Ich finde das Wort „Klassentreffen“ ist Erklärung genug“, erwiderte sie nur und blickte wieder zu ihrem Kleiderschrank hinüber.

„Gut, ich dachte, es liegt vielleicht daran, dass du nach so langer Zeit Logan wieder über den Weg laufen könntest.“

Veronica seufzte und ließ sich wieder nach hinten fallen. „Ist das so offensichtlich?“

„Du warst schon mal eine bessere Schauspielerin“, sagte Keith Mars und lächelte sie an. „Es ist schon komisch zu sehen, wie meine Tochter vor ihrem Kleiderschrank steht und nicht weiß, was sie anziehen soll. Meinst du, du bist nicht ein wenig spät mit der Pubertät dran?“

Veronica rollte mit den Augen und strafte ihren Vater mit einem bösen Blick. „Gut, ich werde schon was finden. Danke für deine Hilfe.“

„Keine Ursache.  Wenn was ist, ich warte im Wohnzimmer auf dich.“

Sie nickte nur und blickte wieder zu ihrem Kleiderschrank. Wenn ihr Vater sogar wusste, dass sie wegen Logan Echolls so nervös und absolut unsicher war, wie würde dann erst er reagieren? Sie wusste es, jetzt schon, das würde in einem Desaster enden. Entweder sie würde kein einziges Wort über ihre Lippen kriegen oder ihm alles möglich erzählen.
Kam er überhaupt?
Sie hätte ja einfach Madison anrufen können, nach den eingegangenen Antworten fragen können, doch dieser Schritt war ihr dann schließlich doch zu viel gewesen.
Veronica Mars stand von ihrem Bett auf und ging schließlich zu ihrem Kleiderschrank, damit sie endlich aus ihrer lockeren Jogginghose in etwas Vernünftiges schlüpfen konnte.



~~~




Veronica hatte sich schließlich für einen Jeansrock, ein türkisfarbenes Top, welches mit einer goldenen Kette versetzt war, dazu trug sie noch einen Blazer im gleichen Jeanston wie der Rock. Die Ärmel der Blazer gingen bis zu den Ellenbogen und schließlich hatte sie sich noch für ein paar goldene Anhänger und Ballerinas entschieden.

Sie hatte sich bei Wallace eingehackt. Auf der anderen Seite von Wallace lief Mac mit ihrem Freund Max. Max hatten sie auf dem Hearst kennen gelernt und die beiden waren seit dem immer noch ein Paar. Inzwischen wohnten sie auch zusammen und vermutlich stand der Hochzeit nichts mehr im Wege. Die Freunde hatten beschlossen gehabt, die Party zusammen zu betreten und sie auch genauso zu verlassen. Sie hatten sich sogar ein paar Zeichen überlegt, wie sie um Rettung bitten konnten, wenn das eine oder andere Gespräch in das sie gezwungen waren, zu einschläfert war.

Wallace war für diesen Abend ihre männliche Begleitung und sie hoffte, dass sich nicht alle an jungen Frauen an den tollen Basketballspieler erinnern würden, damit sie ihn nicht immer von Frauen entreißen musste, nur damit sie nicht alleine da stand. Das Klassentreffen fand in der Turnhalle der Neptune High statt und es war einfach schon komisch, wieder auf dem Schulhof zu stehen. Veronica fühlte sich genauso ungeliebt wie damals, als man sie aus der 09er-Gang schmiss und keiner mehr ihr Freund sein wollte. Damals hatte sie die Starke gespielt, damit niemand spüren konnte, wie schrecklich es in Wahrheit für sie war und im Gegensatz zu vorhin im in ihrem Schlafzimmer war sie damals eine wesentlich bessere Schauspielerin. Aber es war auch notwendig gewesen. Lernte man nicht immer so am meisten?

„Wenn du weiterhin deine Fingernägel in meinen Arm krallst, kann ich ihn bald nicht mehr spüren.“

Veronica zuckte zusammen und ließ sofort Wallace‘ Arm los. Sie seufzte, denn sie war absolut nervös und alleine das machte sie noch weiter fertig. Sie gehörte nun mal nicht zu den Menschen, die immer zu nervös oder aufgeregt waren. Doch heute Abend war sie nervös. Sie wusste nicht, wie sie Logan gegenüber treten sollte, wie sie reagieren würde. Sie hatte sich Sätze zu Recht gelegt, Dinge, welche sie ihm sagen sollte. Dabei wusste sie noch nicht mal, ob Logan Echolls überhaupt anwesend sein würde. Logan war schließlich Geschäftsführer der momentan angesagtester P.R.-Agentur von Los Angeles. Er war berühmt, jeder wollte dass seine Firma die Aufträge übernahm, sie wollten mit ihm befreundet sein um Teil seines Ruhms zu werden. Doch Logan war nun mal Logan, er tat nie das, was andere für richtig hielten. Er tat das, was er für richtig hielt, frei von der Meinung der anderen. Das hatte sie an ihm immer bewundert. Es gab viele Züge an ihm, die sie bewundert hatte. Allerdings hatte sie ihm das nie gesagt. Inzwischen wusste sie, dass vieles anders hätte machen sollen, ihm zum Beispiel mehr die Möglichkeit geben, der Freund für sie zu sein, der er sein wollte. Sie gab ihm ja nie die Chance, weil sie im misstraute oder abblockte, wenn er ihr etwas erklären wollte.
„Tut mir Leid, Wallace.“

„Kein Ding. Aber ehrlich – du machst mir Angst, wenn du so nervös bist.“ Wallace legte den Arm um seine beste Freundin.

„So kennen wir dich gar nicht. Ist alles in Ordnung?“, fragte Mac.

Veronica setzte ein Lächeln auf, auch wenn es kein Echtes war, so wollte sie doch nicht, dass ihre Freunde sich auch noch Sorgen machten. „Nein, ich stehe nur nicht auf Klassentreffen.“

„Verständlich“, meinte Max.

Sie betraten die Turnhalle und Veronica war überrascht, wie sich alles verändert hatte. Alles leuchtete in Blau und Silber. Es gab Luftballons und Glitzergirlanden. Tische mit je 8 Stühlen und passenden Blumenbourget in der Mitte standen überall. Eine Bühne aufgebaut wurden, auf der schon eine Band spielte.

„Das erinnert mich eher an den Frühlingsball“, meinte Wallace.

„Ja, da stimme ich dir zu“, meinte Mac und beide sahen sich suchend um.

Da waren sie. All die Gesichter, die sie so lange nicht mehr gesehen hatte. Gesichter, von Menschen, die sie nicht mochten, die nicht zu ihr gestanden hatten, die nicht ihre Freunde gewesen waren. Menschen, die nicht freundlich waren, ihr immer wieder eine List spielten. Nun fiel es ihr wieder ein, warum sie Neptune solange den Rücken zugekehrt hatte. Wegen diesen Menschen, die sie wie eine Außenseiterin hielten, nur weil Veronica nicht so war, wie sie vielleicht sein sollte. Es war ihr egal, wie viele Leute ihr ins Jahrbuch schrieben, sie war einfach nur froh gewesen, dass sie die High School verlassen konnte.

„Also sollen wir uns einen Tisch suchen? Uns vielleicht was zum Trinken holen?“, fragte Wallace und sah sie erwartungsvoll an.

„Veronica Mars, was für eine Überraschung.“

Veronica rollte mit den Augen, bevor sie sich umdrehte und Madison ein Lächeln schenkte. „Madison, wie schön dich hier zu sehen“, meinte sie gespielt überfreundlich.

„Ja, wirklich. Ich freue mich auch, euch zu sehen.“ Sie legte ihre Hand auf ihre Wange, damit jeder ihren großen Klunker von Ehering sehen konnte. Doch weder Wallace, Mac und ich reagierten darauf.

„Du hast das wirklich toll hinbekommen, Madison“, sagte Mac schließlich. Sie drehte sich zu Max um. „Wollen wir uns einen Tisch suchen.“

„Ja, macht das. Ich werde bestimmt später noch mal zu euch kommen um mich mit euch zu unterhalten.“ Madison lächelte, drehte sich um und ging in die Menge.

„Hoffentlich vergisst sie es…“, murmelte Veronica und ließ sich wieder von Mac durch die Menge zu einem Tisch ziehen. An dem sie sich hinsetzten.




~~~





Sie saßen schon eine Weile an ihrem Tisch, als Wallace beschloss Getränke zu holen. Sie haben sich noch nicht mit allen unterhalten, eigentlich mit fast gar keinem, der nicht selber an ihren Tisch kam. Veronica war das ganz Recht, doch sie saß nun alle am Tisch, weil Mac und Max tanzen wollten, spielte mit dem Blumenbouquet und dachte an die Vergangenheit. Sie hatte sich immer wieder umgedreht und nach Logan Ausschau gehalten. Doch er war nicht da gewesen. Bisher war er noch nicht erschienen und sie glaubte zu wissen, dass er nun auch nicht mehr auftauchen würde. Die Band spielte schon das zigste uninteressante Lied. Aber sie achtete nicht wirklich auf die Songauswahl, sondern rupfte weiterhin die Blüten von den Blumen.

„Würdest du mir einen Tanz schenken?“

Sie sah die Hand an, die man ihr entgegen reichte und wollte schon verneinen, als ein angenehmer Duft ihr in die Nase stieg. Es war ein Parfüm, das sie an alte Zeiten erinnerte. An schöne Zeiten. Es erinnerte sie an Logan, an die Morgen, wo sie an seiner Seite aufgewacht war. Ihren Kopf in seine Halsbeuge vergrub und beschloss nur noch von diesem Duft zu leben. Sie wollte nichts mehr riechen, außer das.

Sie schluckte schwer und machte sich auf eine Enttäuschung bereit, dass jemand anderes, das gleiche Parfüm trug wie Logan. Langsam und ein wenig ängstlich, bereit auf die Enttäuschung, doch dann stockte ihr der Atem. Sie traute ihren Augen kaum und es dauerte eine Weile bis sie realisierte, dass vor ihr kein geringerer stand, als Logan Echolls. Er sah wundervoll aus, absolut männlich und irgendwie auch erwachsener. Sein Hemd stand ihm sehr gut, genauso wie die Jeans die ihm locker auf den Hüften lag. Um den Hals trug er ein Lederband als Kette.

„Logan…“, brachte sie atemlos hervor. Sie hatte sich so viele Sätze überlegt, die sie ihm sagen wollte, doch nun fiel ihr gar nichts mehr ein.

Logan sagte nichts, sah sie einfach nur regelrecht sanft an und hielt ihr immer noch seine Hand hin.

Sie biss sich auf die Unterlippe und legte ihre Hand in die seine. Sie war warm und sie hatte das Gefühl das sie gerade mehr tat, als seine Hand entgegen zu nehmen.

Seine Finger umschlossen ihre Hand und er zog sie mit sich auf die Tanzfläche. Veronica kam sich merkwürdig vor, so als wäre sie gar nicht wirklich hier. Sie konnte es nicht glauben, Logan zu sehen, ihn zu berühren. Er rief all die gemeinsamen Erinnerungen hoch, einfach nur, weil er sie berührte. Sie blickte auf die Hand, die ihre umfasste, spürte, wie er ihre Hand mit seinem Daumen streichelte und alles schien vergessen. Alle schlimmen Erinnerungen. In ihrem Kopf waren nur die schönen Bilder, die tollen Gefühlen. Diese Momente, wenn sie einfach zu zweit waren, neben einander im Bett lagen, sich ansahen, sie mit ihren Fingerspitzen über seine nackte Haut fuhr, das Kribbeln spürte und einfach alles um sich herum vergaß. Da gab es keine Leute, die sie nicht mochten und nicht mal an die Fälle dachte sie.

Logan drehte sich zu ihr um und umgriff ihre Hand wieder. Er legte sie sich an die Brust und hielt sie einfach fest. Die andere legte sie auf ihren Rücken und zog sie an sich, dabei sah er sie einfach nur an. Er lächelte leicht frech, wie er früher immer gelächelt hatte, wenn er sie angesehen hatte. Sie fühlte sich nicht mehr wie 25 Jahre alt, sondern wie 17 Jahre. Es war absolut unglaublich, denn sie fühlte sich wie in die Vergangenheit versetzt.
Die Band spielte ein ruhigeres Lied an und sie sah Logan einfach nur an. Er hatte sich verändert, in den Jahren, wo sie sich nicht gesehen hatten, dennoch war er immer noch Logan Echolls, der, den sie immer noch so liebte.

„Du siehst wunderschön aus“, sagte er und sie spürte wie er mit seinem Daumen über ihren Rücken streichelte. Er streichelte sie unter ihrem Blazer und nur das dünne Stück Stoff des Tops trennte ihre Haut voneinander. „Deine Haare sind ein wenig länger geworden, aber es gefällt mir.“

„Logan“, brachte sie nur mit einem Seufzer hervor und biss sich auf die Unterlippe. „Ich…“

„Ich habe dich vermisst, Veronica.“

Sie sah ihn fragend an und seufzte schwer. Sollte sie ihm wirklich die Wahrheit sagen? Sollte sie ihm sagen, dass sie ihn genauso vermisst hatte? Jeden Tag aufs Neue?
Sollte sie ihm wirklich sagen, dass sie mit dieser Leere in der Brust aufgewacht und es schrecklich war, nichts von ihm zu hören.
„Ich dich auch“, antwortete sie ihm schließlich.

Logan lächelte und umfasste ihre Hand fester. Sie legte ihren Kopf an seine Brust, schloss die Augen und atmete einfach den Geruch ein, der ihn umströmte.
„Es gibt so vieles, was ich dir sagen will. Ich will mich entschuldigen… für so viele Dinge.“

Sie nickte. „Ich auch…“

„Das ich damals einfach gegangen bin…“

Sie hob ihren Kopf von seiner Brust und sah ihn bittend an. „Nein… es war… okay…“

„Das war es nicht. Ich hätte mich wenigstens von dir verabschieden sollen. Aber ich wusste, wenn ich es dir gesagt hätte, dann hätte ich nicht gehen können“, sagte er mit ruhiger Stimme.

„Ich hätte dich nicht aufgehalten.“

„Das weiß ich“, sagte er mit einem Lächeln. „Aber der Blick in deine Augen, hätte mich nicht losgerissen. Ich hätte nicht gehen können, weil ich deine Augen vermisst hätte.“ Seine rechte Hand löste sich von ihrem Rücken und sie spürte, wie er ihre Wange entlang streichelte.
„Ich hätte dein Lächeln vermisst.“ Sein Daumen fuhr die Konturen ihrer Lippe nach und vergaß das atmen.
„Ich hätte alles an dir vermisst, Veronica Mars. Einfach alles. Ich hatte geglaubt, dass es mit der Zeit besser werden würde.“

Sie wusste was er meinte. Sie hatte auch geglaubt, dass sie Logan irgendwann mal vergessen konnte. Dass sie irgendwann ein neues Leben beginnen konnte, frei von den Erinnerungen mit Logan. Doch es ging nicht. Es waren ihre schönen Träume, die sie sanft in einen erholsamen Schlaf wiegten. Sie waren immer da, gegen Träume konnte man nun mal nichts tun.

Sie sahen sich einfach nur an, ihre Augen, fanden die seine und hielten sich in einen Bann fest, ohne einander wieder frei zu lassen.

„Deinen Verstand oder, dass du mir immer Kontra gibst.“

Veronica musste lächeln, doch sie konnte nicht lange lächeln, denn im nächsten Moment spürte sie seine weichen Lippen auf den ihren. Zuerst war sie überrascht über den plötzlichen Kuss, doch dann bewegten sich ihre Lippen wie von selbst, ganz alleine mit seinen. Sie erwiderte seinen Kuss nur zu gerne.
Ihre Hand wanderte von seiner Schulter in seinen Nacken, sie graulte wie früher die kurzen Haare dort. Es war ein wundervoller Kuss, er war intim und sagte so viel mehr aus. Es war irgendwie eine Art Versprechen, wie sie von nun an, miteinander umgehen sollte. Es war auch eine Wahrheit, denn sie liebten sich immer noch. Zwischen ihnen gab es immer noch so viele Gefühle, die sie nicht mehr leugnen konnten. Die Gefühle waren da und bisher war es vielleicht einfach gewesen, sie zu ignorieren, den Schmetterlingen im  Bauch keine Beachtung zu schenken, weil besagte Person nicht da war. Doch nun waren beide da und alles ignorieren, war vergeudet.
Sie seufzten beide in den Kuss hinein und lösten sich widerwillig voneinander, als die Musik stoppte, das Lied zu Ende war.
Verlegen sahen sie sich an.

„Ich…“, fing Logan an und Veronica seufzte.

„Du willst dich doch nicht für den Kuss entschuldigen?“

„Nein, nie im Leben“, meinte er Logan-Like und grinste frech. „Doch ich bereue es, dass wir uns nicht schon früher gesehen hatten, um das hier nach zu holen.“

„Das hier?“, fragte Veronica vorsichtig.

„Ja, genau das hier. Ich liebe dich. Ich liebe dich seit damals, als wir zusammen waren. An meinen Gefühlen für dich hat sie nie etwas geändert.“

Sie sah ihn überrascht an, dabei waren es genau die Worte, die sie hören wollte. „Ich liebe dich auch, Logan Echolls und ich wollte dich so oft anrufen, um für eine zweite Chance zu bitten.“

„Ja, ich auch. Deine Nummer ist immer noch in meiner Kurzwahlliste eingespeichert.“ Logan lächelte sie, griff nach ihrer Hand und küsste die Innenfläche. „Ich liebe dich, Veronica Mars und dieses Mal, werde ich nicht zulassen, dass du dich von mir trennst.“








Leonard Cohen - "I can't forget'

I stumbled out of bed
I got ready for the struggle
I smoked a cigarette
And I tightened up my gut
I said this can't be me
Must be my double
And I can't forget, I can't forget
I can't forget but I don't remember what
I'm burning up the road
I'm heading down to Phoenix
I got this old address
Of someone that I knew
It was high and fine and free
Ah, you should have seen us
And I can't forget, I can't forget
I can't forget but I don't remember who

I'll be there today
With a big bouquet of cactus
I got this rig that runs on memories
And I promise, cross my heart,
They'll never catch us
But if they do, just tell them it was me

Yeah I loved you all my life
And that's how I want to end it
The summer's almost gone
The winter's tuning up
Yeah, the summer's gone
But a lot goes on forever
And I can't forget, I can't forget
I can't forget but I don't remember what


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