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Freitag, der 13 - Slam Dance

von Lemmy
GeschichteParodie / P12 / Gen
11.05.2010
11.05.2010
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Freitag der 13te – Slam Dance

„Hör mal, ich weiß, dass diese wild herumvögelnden Teenager dein empfindlich-sittliches Gefühl gestört haben, mir ist auch klar, dass dich der Tod deiner Mutter ziemlich schwer mitgenommen haben muss und auch, dass du immer wieder auf deinem privat Eigentum für Ruhe sorgen musst – aber kannst du verfickt nochmal die Eishockeymaske abnehmen während du fährst.“
Eher ungeschickt und durch die Maske in der Sicht beeinträchtigt lenkte Jason das Cabrio über die ganze Fahrbahnbreite. Seine Beifahrerin richtete sich ihre windzerfurchten Haare.
Auf dem Parkplatz vor dem 50er Jahre Lokal kam Jason in einem Gebüsch zum stehen.
„Verdammt – hast du deinen Führerschein im Ferien Camp gewonnen?“ fluchte seine Begleitung und verpasste Jason einen Schlag auf den Hinterkopf. Mit spürbarer Verärgerung schwang sich Jason aus dem Wagen und betrachtete, böse grummelnd, das eingeschlagene Frontlicht.
„Ich hab dir ja gesagt du solltest vor der Grundschule langsamer machen – aber nein, der Herr hat es ja eilig – da schau, da hängt noch was vom den Hello Kitty Rucksack im Kühlergrill.“

Als die beiden das Lokal betraten, wurden sie an einen Tisch geführt. Milena Vanve bestellte sich – auf Jasons Kosten – einen 5-Dollar-Shake. Jason bestellte sich auch etwas.
„Hör mal, mir ist es egal ob du oder Vincent mich begleiten – da du ihm aber unbedingt deine Briefmarkensammlung zeigen musstest, hoffe ich für deinen Arsch, dass du mich unterhalten kannst – und ich will jetzt tanzen.“
Widerwillig lies er sich auf die Bühne zerren.

„Ich begrüße sie herzlichst zu unserem Tim Turtle Slam Dance – dem Gewinner des heutigen Abend winken zwei Kinokarten in den neuen Film : Freitag, der 13 – jetzt schlägt´s 13.“ der Moderator, ein gedrungener Typ mit südländischem Einschlag begrüßte die beiden angehenden Tänzer und bat Milena an da Mikro.
„Wie heißen sie denn?“
„Milena Vance.“
„Und ihr Begleiter hier?“
„Jason.“
Die Stirn in Falten legend, trat der Moderator einen Schritt zurück und eröffnete den Tanz. Chuck Berry schlug in die Saiten, die umsitzenden Gäste verfolgten das Spektakel. Milena, agil und selbstsicher – während Jason sich schwitzend versuchte ihr gleich zu kommen. Die Maske erlaubte ihm nur ein eingeschränktes Sichtfeld, was zur tragischen Folge hatte, dass er mit seinem 180 Kilo schweren Körper einen Mann unter sich begrub, der nahe der Bühne saß und nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, als Jason stolperte.

Auch als Jason versuchte den Roboter zu tanzen, verfing er sich so ungeschickt in einem, am Boden liegenden Kabel, dass es für einen Moment so aussah, als würde er unweigerlich ersticken, doch der beherzte Eingriff eines Kellners mittels Messer, rettete Jason das Leben. Dieser riss sich aus dem Kabelgewirr und traf den Kellner so unglücklich, dass dieser in sein eigenes Messer fiel und liegen blieb.
Milena legte eine Disco-Fox Einheit ein und tanzte um Jason herum.

Die Tragödie dauerte zwei Minuten.

„Nun … das waren Milena Vance und Jason. Einen Applaus – trotzallem – bitte einen Applaus.“ bat der Moderator, der dafür gesorgt hatte, das Lied vorzeitig zu stoppen.
Jason wurde an der Hand von Milena an den Tisch geführt.
Sie hatte bereits ihren 5-Dollar-Shake erhalten, Jasons rohes, gemischtes Hackfleisch wurde gerade serviert.
Noch ehe der Kellner ihm den Teller abstellen konnte, schlug Jason mit der flachen Hand gegen den Teller. Das Hackfleisch flog durch den Saal und bestückte den Ausschnitt einer jungen Frau. Der Teller zersplitterte an der Wand, die einzelnen Scherben rammten sich in den Schädel eines Elvis-Presley-Imitator.
„Zu seiner Verteidigung – er hatte Rinderfleisch bestellt – der Junge darf doch kein Schweinefleisch essen.“ erklärte Milena gelangweilt und sog an ihrem Shake.
„Ja doch, sicher doch, wir bringen sofort ein neues.“ beeilte sich der Kellner sich zu entschuldigen und verschwand.
„Gehören sie auch zu dieser Sorte Mann, die beim ersten Date gleich alles über eine Frau erfahren wollen? Wahrscheinlich eher nicht. Weißt du, ich schätze dich so ein, dass du eine Frau erst mit einem heiteren Witz zu lockern versuchst bevor du sie dir dann richtig vornimmst. Die besten Männer sind entweder schwul oder Psychokiller. Erinnern sie sich noch an den jungen Bates. Das war ein richtig feiner Kerl – der hat sich noch lange nach dem Tod seiner Mutter um sie gekümmert. Das könntest du doch auch machen – ich meine natürlich mehr als jetzt. Wann hast du ihr denn zum letzten Mal ein Strauß Blumen gepflückt? Oder ihr ein Gedicht geschrieben?“
Jason zuckte mit den Schultern.

Es vergingen eine Stunde des Schweigens – von Seiten Jasons. Milena redete stattdessen für zwei.
Sie verstummte erst als der Moderator um Aufmerksamkeit bot.
„Nun haben wir diese zehn Paare gesehen und die Jury ist zu einem Urteil gekommen.“ theatralisch öffnete er einen Zettel und las vor.
„Den letzten Platz belegt haben : Milena Vance und Jason. Denn sie waren schlecht, schlecht, schlecht, schlecht, schlecht, schlecht, schlecht ….“

„...Schlecht. Lass uns gehen, mir wird sonst wirklich schlecht.“ Die Stimme kam von außerhalb seines Zimmers. Jason war kurz davor schreiend aus seinem Albtraum aufzuwachen. Es war nur ein Traum, beruhigte er sich in Gedanken.
Er war wieder angekommen, im Crystal Lake Camp und saß in seinem Kinderbett.
Beruhigt stand er auf, nahm sich seine Hackebeil und ging ein paar herumlungernde Teenager schlachten – so nahm es für ihn ein glückliches Ende.

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Für mehr Respekt gegenüber Psychokillern - denn sie können nichts dafür !

grüzze Lemmy

ps: aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass ich mich ein wenig an QUENTIN TARANTINOS Meisterwerk PULP FICTION bedient habe.
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