X-Men - Neue Freunde, alte Feinde

GeschichteAbenteuer / P18
Beast / Henry "Hank" Philip McCoy Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Pyro / St. John Allerdyce Sabretooth / Victor Creed Wolverine
11.05.2010
29.07.2010
27
68.454
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11.05.2010 1.533
 
Diese Geschichte ist vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit DocMarley entstanden.
Wie gesagt, handelt es sich hier um eine Fortsetzung zu dem Kinofilm X-Men 2.
Neben vielen Originalcharakteren haben wir auch einige Neue dazu erfunden, vor allen Dingen auf Magnetos Seite, aber lasst Euch überraschen!!!
Viel Spaß beim Lesen & Reviewen nicht vergessen! ;-)

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Prolog

Grüner Boden. Grüner Boden mit schwarzen Sprenkeln.
Konzentriert sah die junge Frau auf den Weg, den sie entlang ging. Sie musste nicht mehr auf das achten, was vor ihr war, sie wusste, wann eine Abzweigung des Ganges, oder eine Sitzreihe kam. Sie war den Weg in den letzten Tagen so oft gegangen, dass sie die Augen hätte schließen können und trotzdem gegen nichts gestoßen wäre.

Dumpf nahm sie die Stimmen der Schwestern wahr, lauter noch das Quietschen ihrer schweren Boots auf dem Boden. Schließlich kam sie vor Zimmer 214 an. Langsam, als könne sie sich daran verbrennen, legte sie eine Hand auf die silberne Türklinke.

„Hi Oma, wann gehen wir zu den Chippendales?“, fragte sie, als sie eintrat.
Ihre Großmutter lächelte. „Wenn man mir die Schläuche raus nimmt. Hallo Engelchen, wie geht’s dir?“, wollte sie dann wissen.
„Wann lassen die dich hier raus?“, fragte sie.
Ein seltsames Gefühl überkam sie. Plötzlich dachte sie an die Situation vor ein paar Stunden. Sie kam gerade aus der Dusche und zog sich an, als das Telefon klingelte. Ein Arzt war dran und bat sie, ins Krankenhaus zu kommen.

In diesem Moment wurde der Himmel für sie grau, sie konnte weder den Duft der Blumen, noch das Singen der Vögel wahrnehmen. Alles was sie dachte war: Er hat sie gekriegt. Der Krebs hat sie gekriegt, er wird sie mir wegnehmen.

„Ich habe eine Bitte an dich.“, Jetzt erst fiel ihr auf, wie schwach ihre Großmutter war. „Kim. Mein Mädchen. Ich bin so stolz auf dich und ich würde nicht darum bitten, wenn ich nicht wüsste, dass du es schaffst.“
„Tu nicht so, als wären das deine letzten Minuten!“, unterbrach ihre Enkelin sie.
„Zu Hause. In meinem Schrank ist eine kleine Holzkiste. Dort ist ein Foto und ein Brief von meinem Bruder Erik.“, fuhr die alte Dame unbeirrt fort. „Ich möchte, dass du ihn findest und ihm in meinem Namen dankst.“

Kim erinnerte sich an das Gespräch, welches sie beide geführt hatten, kurz nachdem der Krebs diagnostiziert worden war.
Helga und Erik, ein Geschwisterpaar aus Polen. Als die Nazis die Konzentrationslager füllten, schleuste er seine kleine Schwester nach Deutschland. Dort lebte sie als Deutsche unter dem Namen Gertrude Brandt. Sie hatte ihn nie wieder gesehen, nur einen Brief von ihm erhalten, in welchem er für immer Abschied nahm.

„Warum suchen wir ihn nicht gemeinsam, wenn die dich wieder hinbekommen haben?“, protestierte Kim.
„Meine Kleine. Meine süße Kleine. Ich habe dich gut hinbekommen. Und alles für dich geregelt. Und ich bitte dich nur um diesen Gefallen. Mir liegt sehr viel daran, dass er weiß, dass ich durch seine Hilfe...“ ihre Stimme wurde zu einem Krächzen. „...durch seine Hilfe ein schönes Leben führen konnte.“

Entsetzt starrte Kim ihre Großmutter an. Konfuse Gedankenfetzen gingen ihr durch den Kopf. Ich bin erst 18, du kannst mich doch jetzt noch nicht alleine lassen! war der Lauteste.

Wortlos legte sie sich neben ihre Großmutter in das sterile Krankenhausbett. Die vielen Schläuche und Maschinen türmten sich darum, wie Efeu, der ein Haus komplett zuwuchert.

Ein furchtbar hoher Piepton ließ sie aufschrecken. Sie musste eingenickt sein, doch plötzlich drängelten mehrere Krankenschwestern und Ärzte um das Bett herum. Wie durch einen Vorhang aus Watte sah sie den jungen Arzt in seinem weißen Kittel und der grünen Krankenhauskluft auf die Uhr sehen.

„Zeitpunkt des Todes...18:45 Uhr.“ Das konnte doch gar nicht sein! Sie war doch gerade erst angekommen und hatte den Bus um 14:00 Uhr genommen!
„Frau Brandt?“ Eine junge Krankenschwester, wahrscheinlich gerade mit der Ausbildung fertig, nahm ihre Hand.
„Es tut mir sehr leid.“, sagte der Arzt und setzte sie mit der Schwester in einen der Stühle, die neben den Betten für Besucher bereit standen. Starr und steif wie ein Brett saß Kim auf dem Stuhl und stierte das Bett an. Ihre Großmutter war gestorben, während sie geschlafen hatte. Sie hatten ihre Hände ineinander gelegt und sie war gestorben. Draußen schien die heiße Junisonne und sie war gestorben.

Es dauerte eine Weile, bis sie den Sinn dieser Worte begriff. Ein Krankenpfleger holte sie aus ihrer Trance, als er die Schläuche aus den Armen ihrer Großmutter entfernte und das Bett aus dem Zimmer schieben wollte.
Als wäre er eine Erscheinung glotzte sie ihn an.
„Die nächste Schicht geht gleich los und das Zimmer muss bis dahin frei sein.“, entschuldigte er sich.
Ein kurzer Blick auf die Uhr sprach Bände. Neun Uhr Abends. Sie hatte jegliches Gefühl für Zeit oder ihre Umwelt verloren.

Auf dem Heimweg hörte sie weder hupende Autos, noch bekam sie mit, wenn sie angesprochen wurde.

Mechanisch hängte sie, zu Hause angekommen, den Schlüssel auf den Haken im Flur und stellte ihre Schuhe an ihren Platz. Dann setzte sie sich in der Küche an den kleinen Esstisch und wartete. Normalerweise würde ihre Großmutter jetzt etwas zu Trinken bringen, so wie sie es immer tat, wenn Kim nach Hause kam und sie von ihrem Tag erzählte.
Doch niemand brachte etwas zu Trinken. Langsam blickte sie sich um. Sie sah die liebevoll gezüchteten Topfpflanzen auf dem Fensterbrett, die ordentlich aufgehängten Topflappen an der Wand über der Spüle und das kleine Gewürzregal, welches schon immer ein wenig schief hing. Ewig hatte sie ihre Großmutter vertröstet, es nächste Woche und dann die danach gerade zu hängen.

Sie zündete sich eine Zigarette an. Und was mache ich jetzt?
Entschlossen ging sie und holte den Akkuschrauber. Als das Regal gerade hing, setzte sie sich vor den Schrank und schaute die Kiste an, von welcher ihre Großmutter gesprochen hatte. Es dauerte eine Weile, bis sie sie tatsächlich heraus nahm und öffnete.
Das erste, was sie sah, war ein vergilbtes schwarz-weiß Foto. Ein junger Mann mit Mütze und hochgekrempelten Ärmeln stand vor der Freiheitsstatue und grinste breit in die Kamera.

1 Dunkle Bedrohung

Der Alkalilake lag friedlich im Tal der Rocky Mountains an diesem herrlichen Spätsommertag, als die Sonne gerade über den Horizont kroch und ihre ersten, noch kühlen, Strahlen über die wundervolle Landschaft entsendete. Nachdem der Staudamm der Last des Wassers nachgegeben hatte, hatte sich der See gleichmäßig im gesamten, kesselförmigen Tal verteilt, so wie es einst von der Natur vorgesehen war.
Mal wieder hatte sich die Natur gegen den Einfluss der Menschheit durchgesetzt und bewiesen, dass sie nicht so leicht zu unterjochen war, wie es die Menschen gerne hätten.
Schließlich war die Umwelt der ausschlaggebende Faktor für jegliche Art der Entwicklung auf diesem Planeten.
Die Evolution war nichts anderes, als der Prozess der Anpassung an den Lebensraum.
Und die, die am besten angepasst waren, würden am längsten überleben...

Allerdings, ist diese Aussage so nicht ganz korrekt.
Richtiger wäre: es überlebt die Spezies, die am flexibelsten ist und die Fähigkeit besitzt, sich an eine ständig und rasant verändernde Umwelt anzupassen.

Dr. Jean Grey war so ein Wesen. Eine Mutantin.
Nur so hatte sie es geschafft, der Wucht von tausenden Tonnen Wasser stand zu halten, sich selbst in eine Art Kokon, einer Schutzhülle, unterzubringen und auf diese Weise am Grunde des Alkalilake zu schlummern, um eines Tages – wie ein Schmetterling aus seiner Puppe – auszubrechen und sich aus der eigenen Asche zu erheben.

Jean fühlte sich sicher.
Ihr war warm und die sanften Bewegungen des Kokons im Wasser hatten eine beruhigende Wirkung auf sie.
Ihr rubinrotes, kräftiges Haar, war mittlerweile sehr lang geworden und umhüllte ihren Oberkörper, der nur noch teilweise von ihrer einstigen Uniform bedeckt war.
Das schwarze Leder des Anzuges hatte sehr unter dem Wasserdruck gelitten und war zerschlissen. Einige der Nähte waren aufgeplatzt, doch die Gürtelschnalle an Jeans Taille war noch gut erkennbar: sie bildete ein X.

Ein Sonnenstrahl durchschnitt das kristallklare Wasser des Sees und schien ihr direkt ins Gesicht.
Ein zufriedenes Lächeln formte ihre Mundwinkel, als sie langsam die Augen öffnete und blinzelte.
Plötzlich wurde es stockfinster, ein Schatten legte sich über Jeans Antlitz und sie blickte dem fürchterlichen Wesen kurz in die Augen, das nun im Begriff war, von ihrem Körper Besitz zu nehmen.
Ein erstickter Schrei entfuhr ihrer Kehle und eine rötlich schimmernde, glitzernde Welle telekinetischer Energie wurde freigesetzt, die sich unter Wasser explosionsartig in alle Richtungen ausdehnte.

Dark Phoenix strömte wie eine schwarze Wolke durch Jean Greys Mund und Nase in ihren Körper, bahnte sich den weg durch ihren Schlund in ihren Leib und verbreitete sich dort, wie ein tödlicher Virus. Nun war es in ihrem Blut, in ihren Adern, in ihren Venen und Arterien, schlug in ihrem Herzen und strömte durch ihr Gehirn.

„Charles, hilf mir! Ich habe Angst.“, war der letzte klare Gedanke, den sie fassen konnte und hoffte, dass Professor Charles Xavier den schwachen telepathischen Kontaktversuch überhaupt wahr genommen hatte.

Dann fiel sie. Sie fiel und fiel und fiel. Weg von Sinn und Bedeutung, weg von Emotion und Vernunft, weg von ihrer eigenen Existenz in eine unendliche, seelische Leere, eine schwarze Wüste ohne Hoffnung.

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So, bald geht es weiter, ich hoffe es gefällt Euch bis jetzt. :-)
lG, Micah & Docmarley
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