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Nicht tot, bloß gestorben

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Geister & Gespenster
09.05.2010
06.02.2011
11
50.597
 
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Dieses Kapitel
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09.05.2010 598
 
Kurzbeschreibung:Henry ist tot. Zusammen mit seinen Eltern kommt er bei einem Autounfall ums Leben - Ende der Geschichte. Zumindest ist er bisher davon ausgegangen, dass es so laufen würde. Nun ziemlich schonungslos eines besseren belehrt macht er sich daran, die wichtigste aller Fragen zu klären: Warum? Gleichzeitig versuchen seine verbliebenen Geschwister sich mit der schwierigen Situation zu arrangieren. Und dann ist da noch ein Dämonenjäger namens Marvin, dessen Definition von "Problem" innerhalb weniger Tage völlig neue Dimensionen annimmt.

Beta: morgain-le-faye

Rating: P-16

Genre: Mystery, Action, Drama, (Romanze)

Zum Thema Kritik: Sämtliche konstruktiven Äußerungen nehme ich dankend an! Das gilt sowohl für Stil und Rechtschreibung als auch für inhaltliche Aspekte. Diese Geschichte spiegelt wahrscheinlich das beste wieder, was mir derzeit möglich ist. Das heißt aber nicht, dass nicht noch viel verbessert werden könnte. Also bin ich für alle Eindrücke und Vorschläge dankbar.

Claimer: Diesmal gehört der Großteil mir. Sowohl die Geschichte als auch die Charaktere sind frei erfunden. Den ein oder anderen Namen habe ich mir ausgeborgt. Trotzdem sind Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen Zufall.

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Nicht tot, bloß gestorben


"To die will be an awfully big adventure."
(James M. Barrie - Peter Pan)



Prolog

Das Tempo war atemberaubend. Schnell, schneller, viel zu schnell. Er hörte es noch krachen und scheppern. Dann stand die Welt plötzlich Kopf, Flammen schlugen aus dem Nichts empor, er schrie. Schwärze. Einen Moment lang nichts als dankbar angenommene, ruhige Dunkelheit.

Dann schlug er die Augen wieder auf und sah, wie etwas an der Motorhaube des Wagens herabglitt, eine Klaue, dunkel, gebogen, ein Blinzeln später schon wieder verschwunden. Flammen züngelten über die Stelle und er vergeudete keinen weiteren Blick. Raus hier!
Fahrig und unbeholfen tastete er nach seinem Gurt, schaffte es, ihn zu lösen und drückte den Griff der Autotür hinunter. Nichts, sie klemmte. Er drückte sich dagegen, presste und stemmte und hatte keinen Erfolg. Ein panisches Keuchen entfuhr ihm, als die Rauchschwaden dichter wurden, die Hitze unerträglich. Er musste hier raus!

Der nächste ergebnislose Stoß ließ seine Sicht verschwimmen. Verwirrt versuchte er sich abzustützen, fasste jedoch ins Leere, ins … Viel zu spät setzte sein Verstand die Bruchstücke zusammen und zeigte ihm, dass sich dort, wo eben noch eine feste Glasscheibe gewesen war, nicht mehr befand als ein paar Splitter, scharfkantige Überreste. Sie schnitten ihm in die Finger, als er sich daran emporzog, in die Haut unter dem T-Shirt, in die Oberschenkel. Mit einem Wimmern fiel er auf den Asphalt. Heiß … Ein dumpfes Grollen in seinem Rücken, dicht gefolgt von einer weiteren Hitzewelle. Er bekam keine Luft.

Hustend kroch er über den Asphalt, ließ das Wrack hinter sich, riskierte nur noch einen kurzen Blick zurück und sah es lichterloh brennen. Nein … Tränen stiegen ihm in die Augen und er krümmte sich zusammen, vergrub das Gesicht in der Armbeuge. Tot. Er wollte nicht der einzige sein, der überlebt hatte.

Hast du doch auch gar nicht, du Clown.

Sein Kopf ruckte hoch, doch er konnte niemanden sehen. Zu viel Rauch, zu viel für seinen Kopf. „Wer …? Hilfe! Krankenwagen! Löschen Sie –“

Hat keinen Sinn mehr. Weißt du doch selbst.

Er kannte die Stimme nicht, konnte sie nicht mal vage bestimmen. Seltsam verzerrt drang sie an seine Ohren, im einen Moment zischend hell, im nächsten dunkel, volltönend, beinahe schon gurgelnd. Wieder sah er sich hektisch um, blinzelte, konnte niemanden ausmachen.

„Wer bist du?“

Jemand, den du nur zu sprechen kriegst, wenn du tot bist. Oder halb tot. Fast tot. Na, wie du willst. Die Stimme schien sich zu amüsieren. Und praktischerweise bin ich auch die Antwort auf all deine Fragen.
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