Hailie in Love? PAUSIERT

GeschichteRomanze / P12
30.04.2010
12.07.2010
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Als ich aufwachte, war es noch dunkel. Ich hatte nur einige Stunden geschlafen. Trotzdem mehr als in den letzten Nächten. Ich hatte Angst zu träumen, mein ganzer Körper sträubte sich gegen die Vorstellung noch einmal diesen Traum zu erleben. Noch einmal in diese kühlen , eisigen Augen zu sehen .. Nein! dachte ich. Nicht darüber nachdenken. Ich stand auf und ging runter in die Küche. Ich nahm mir ein Glas aus der Vitrine, an die ich nicht rangehen sollte und füllte es mit Wasser aus dem Hahn während ich mich in der Spüle betrachtete. Ich war blass. Soweit ich das im verschwommenen Spiegelbild erkennen konnte. Mein Gesicht hatte schon lange keine Farbe mehr, obwohl es ihm nicht an Sonne fehlte. Ich war einfach von Natur aus blass. Das war ich schon immer. Zuerst war es mir peinlich gewesen, doch ich hatte mittlerweile eingesehen das ich es nicht ändern konnte. Es war mir egal. Seufzend nahm ich einen Schluck von dem Wasser. Meine Kehle kratzte und sog das Wasser in sich auf. Ich trank das Glas leer und stellte es mit einem dumpfen Geräusch auf die Theke. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das es 3 Uhr Nachts war. Aufbleiben kam also nicht in Frage, schlafen aber auch nicht. Mit langsamen Schritten ging ich wieder rauf. Ich hatte nichts zu tun, und wusste das ich darüber nachdenken musste warum diese Träume auftauchten. Nacht für Nacht für Nacht. Ich stand irgendwo im Wald, vor mir eine Person, ein zwei Jahre älter als ich. Er starrte mich an, seine eisigen Augen hypnotisierten mich. Er fixierte sein Opfer. Und es war mir Recht. Ich hatte nicht das Gefühl weglaufen zu wollen. Ich wollte mich nicht wehren. Ich wusste er würde mir wehtun, dieser verwirrend gutaussehende Mann war gefährlich. Und ich wollte das er mir wehtut. Wie er langsam auf mich zu kam, so nah das er fast meine Lippen berührte. Dann wachte ich auf. Nie hielt ich lange genug durch um zu sehen was er mit mir tun würde. Am Anfang kam meine Mutter immer nach mir sehen nachdem ich schreiend aufgewacht war. Doch mittlerweile tat sie dies nicht mehr. Sie wusste ich wollte nicht das sie mich so sieht. So geängstigt. Und was sollte ich ihr sagen? Da ist ein Typ und er kommt auf mich zu. Wow. Hört sich nicht nach einem Grund an jede Nacht hier rumzuschreien. Doch einmal war der Traum anders. Kurz bevor er bei mir war packte eine Hand an seine Schulter und schleuderte ihn nach hinten. Ich konnte nicht sehen wer es war, ich wachte auf. Es war zum verrückt werden. Ich hatte wirkliche Angst, Todesangst, aber irgendwie wollte ich auch schlafen. Wollte ihn wiedersehen. Wollte sehen was geschieht. Und irgendwann gab ich einfach nach. Ich gab einfach nach. Ich legte mich einfach wieder hin. Kurz danach schlief ich ein. Mein Gesicht berührte schlammigen Boden. Erschrocken öffnete ich die Augen und setzte mich auf. Es war dunkel und ich konnte nur schwarze Silhouetten erkennen. Bäume. Ich saß Nachts mitten in einem Wald. Wundervoll. Ich rappelte mich auf und klopfte den Schlamm von meiner Hose. Steine und Dreck knirschten unter meinen Schuhen. Ich drehte mich um und erstarrte. Vor mir stand dieser Typ. Nur ein paar Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Im Mondschein konnte ich schwach seine perfekten Lippen erkennen, seine perfekten Gesichtszüge , sein schwarzes Haar. Und seine eisblauen Augen. Sein Blick bohrte sich in meinen. Immer weiter. Ich fühlte wie meine Knie weich wurden. Keuchend schloss ich meine Augen und wartete bis das Schwächegefühl langsam verebbte. Ich durfte ihn nicht mehr ansehen. Ich senkte den Kopf und sah auf den Boden. Ich hörte sein leises atmen, so nah. Ich brauchte nur die Hand ausstrecken und ich würde den schwarzen Stoff seines Shirts berühren. Könnte langsam über seine Muskeln streichen, die sich unter dem Shirt andeuteten. Ich unterdrückte ein sehnsüchtiges seufzen und blickte nach oben, doch nicht ohne daran zu denken das ich ihm nicht in die Augen sehen durfte. ,, Hallo.“ Sagte eine ruhige, amüsierte Stimme. Es war das erste mal das er mit mir redete. Ich antwortete nicht, ich war zu erschrocken diese Stimme zu hören. Sie war mir nicht vertraut, doch ich hörte sofort diesen amüsierten Ton in seiner Stimme. Trotzdem war diese Stimme die schönste und wundervollste Stimme die ich je gehört hatte. Sie war klar und deutlich, sie erfüllte den gesamten Wald mit einem satten Ton. Es freute ihn das er mir so überlegen war. Und das war er. Er war stark und hatte jederzeit die Möglichkeit mich zu verwirren. Und das wusste er. Er tat das absichtlich. „Hallo.“ Sagte ich und versuchte dabei taff zu wirken. Er sollte nicht denken das ich ein leichtes Opfer war.
„Es ist gefährlich sich nachts im Wald aufzuhalten.“ Sagte er spöttisch und ging ein paar Schritte um mich herum. „Ich weiß. Ich bin auch nicht ganz aus freien Stücken hergekommen“ Sagte ich und drehte mich entschlossen zu ihm um als er hinter mir stand. Doch ich fühlte seine Anwesenheit so stark und währe im am liebsten einfach in die Arme gefallen und hätte ihn wild geküsst. Lächerlich. „Du hast mich hergeholt.“ Er lachte . Warum lachte er? Was war daran so lustig? „Du bist ein schlaues Köpfchen , Hailie.“ Sagte er und klatschte gespielt anerkennend in die Hände. Das Geräusch hallte durch den Wald. Das Geräusch kam mir unpassend vor. Klatschen war ein heiteres Geräusch, der Wald war dunkel und gefährlich. Ich ließ meinen Blick über ihn streifen. Er trug schwarze Jeans, schwarze Lackschuhe und ein schwarzes T-Shirt. Es war eiskalt draußen. Es schien ihm gar nicht aufzufallen. Sein Ton machte mich wütend. Sein arrogantes Verhalten war einfach zu viel für mich. Ich drehte mich um und wollte gehen, sollte er doch mit sich selbst wetteifern. Doch er stand in seiner ganzen Perfektion vor mir. Ich war mich sicher gewesen das er eben noch dahinten stand. „Wie hast du das gemacht?“ fragte ich und beging einen riesen Fehler. Ich sah ihm in die Augen. Ich konnte praktisch zusehen wie das Blau in seinen Augen zu Eis gefror. Ich zitterte. „Ist das so wichtig?“ fragte er , wieder in diesem spöttischen Ton, und trat einen Schritt näher. „Nein.“ sagte ich mechanisch. Er beugte sich langsam zu mir runter und ich konnte spüren wie seine Lippen über mein Haar strich. Wieso wachte ich nicht auf? „Na also. Warum also Zeit verschwenden und danach fragen?“ fragte er, doch er erwartete keine Antwort. „ Wobei es doch viel bessere Sachen gibt was man machen könnte. „ Er strich langsam über meine Wange. Ich sah auf seine Hand und merkte sofort wie das Gefühl verschwand. Ich stoß seine Hand weg, obwohl ich es auch gern gehabt hab wie er mich berührte. „Genau. Zum Beispiel ganz schnell weg von dir zu gehen.“ Ich wand mich zum gehen, doch er hielt mich an den Handgelenken fest. „Lass mich los.“ Sagte ich und versuchte mich seinem Griff zu entreißen, doch ich wusste das er stärker war. Ich merke wie seine Brust sich anspannte. „Gut. Wie du willst. Aber ich werde wiederkommen. Du wirst sehen.“ Sagte er und verschwand. Er ging nicht weg oder sonst was. Er löste sich einfach ins Nichts auf und ließ mich zurück. Erst nach einigen Stunden fand ich das Ende des Waldes und fand zurück nach Haus.
Es war schon hell, kurz vor halb Sechs . Ich war dreckig und meine Kleider zerrissen als ich ankam . Ich duschte und zog mir frische Sachen für die Schule an. Während des Frühstücks dachte ich über die Nacht nach. Bereits jetzt kam mir das ganze vor wie ein Traum. Wie einer der vielen Träume.  ,,Hailie? Hailie bist du schon wach?“ fragte eine müde, weibliche Stimme die Treppe hinunter. „Ja Mum. Ich bins. Ich frühstücke grad!“ rief ich hoch und hoffte das die Sache damit erledigt war. Vielleicht hatte einer mein Verschwinden bemerkt. Doch es kam kein Geräusch mehr von oben. Was war das gestern? Es ließ sich nicht verdrängen. Und es war kein Traum. Ich wusste das es kein Traum war. Das war zu real. Zu echt.
Als ich aufgegessen hatte , rief ich Anna an und wir verabredeten uns vor der Schule. Anna war eine gute Freundin. Sie ist vor kurzem von England hierhergezogen und sprach mit leichtem Akzent. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Mittlerweile stand ich vor dem Haus und zog die Tür hinter mir zu . Kalter Wind schnitt mir in die Wangen, es war recht kalt für Anfang Oktober , und umhüllte mich. „Drecks Wetter.“ Zischte ich zitternd. Das knirschen von Kies unter meinen Schuhen war ein vertrautes Geräusch, und brachte ein wenig Alltag hier rein. Auf dem Weg zur Schule traf ich bereits einige Leute aus der Schule, die mich von allen Seiten grüßten . Vor der Schule wartete Anna wie vereinbart auf mich und begrüßte mich herzlich. Sie war ein liebenswertes Mädchen. Ehrlich und nett. Sie war meine beste Freundin. „Hey Hailie.“ Sagte sie und umarmte mich. „Hallo Anna. Schön dich zu sehen.“ Begrüßte ich sie. „Was ist los?“ fragte sie besorgt. Ich hätte mir denken können das es ihr sofort auffällt. Es würde wahrscheinlich jedem auffallen. Ich sah aus wie eine lebendige Leiche. „Kann ich dir jetzt nicht sagen, später.“ Beruhigte ich sie und ging zu Biologie. Ich konnte mich kaum auf den Unterricht konzentrieren. Es ging zu viel in meinem Kopf herum, worüber ich nachdenken musste. Doch dann hörte ich doch auf. „ Ich freue mich in unserer Klasse einen neuen Mitschüler begrüßen zu dürfen. Er heißt Jason Tacker.“ Bis dahin ja kein Grund zur Sorge. Doch als ich dann diesen Typ sah der durch die Tür trat, erstarrte ich.
Eisblaue Augen.
Und ich sah wieder dieses süffisante Grinsen auf seinem Gesicht. Es galt mir. Doch erst dann kam der wirkliche Schock. Er ließ sich elegant auf den Stuhl neben mir gleiten, beugte sich zu mir herüber und fragte: „Was dagegen wenn ich mich neben dich setzte,Hailie?“ und dann ertönte ein leises Lachen. Ich wurde rot vor Wut. „Was willst du von mir? Bist du gekommen um mich zu verwirren?“ Er war verrückt geworden. Doch ich hörte nur sein leises, verfluchtes Lachen. Ich ignorierte ihn den Rest der Stunde, doch ich fühlte seinen Blick auf mir ruhen. Nach dem Unterricht stürmte ich zur Tür und hätte fast den Tisch mitgerissen und einen Mitschüler umgerannt. Wie peinlich. Vor der Tür wartete Anna bereits und ich zog sie in einen Seitengang. „Gott Hailie du machst mir Angst. Was ist passiert?“ Ich wusste nicht was ich sagen sollte. „ Ich hab dir doch von diesem .. Ding in meinen Träumen erzählt. Heute Nacht hat er mich geholt. Ich weiß nicht wie oder wieso, aber ich fand mich im Wald wieder und er war dort. Er redete in Rätseln und ein richtiges Gespräch kam nicht wirklich zu Stande. Und er ist hier. Er ist hier in dieser Schule. Er hat mit mir Biologie. Ich ..“ doch ich wurde gestört. Eine Person trat hinter mich und fragte amüsiert: „Stör ich?“ . Geschockt drehte ich mich um. Natürlich. „ Die Schule ist so groß, und du bist wahrscheinlich grade ganz aus Zufall hier, richtig?“ giftete ich ihn an. Er machte mich verrückt. Er grinste. „ Nein, eigentlich bin ich dir ganz absichtlich gefolgt. Intressante Sachen erzählst du deiner Freundin.“ Sagte er leicht Gedankenverloren. Er machte einen Schritt auf sie zu und sah ihr in die Augen. Ich wusste sofort was er tat als ich ihren verwirrten Blick sah. „Nein! Hör damit auf!“ schrie ich und schlug auf seinen Arm. Ich hätte auch einen Stein schlagen können. Dabei verletze ich mich nur selbst. Amüsiert drehte er sich zu mir. „Hast du grade versucht mir wehzutun?“ Ich antwortete nicht. Es war eigentlich nur ein Reflex gewesen. „ Und warum soll ich aufhören? Eifersüchtig?“ fragte er als ich keine Antwort gab.
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