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Nephilim’s requiem

von Croftgirl
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Kurtis Trent Lara Croft
27.04.2010
08.10.2010
4
6.778
 
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
27.04.2010 1.463
 
Mir gehören weder Lara, noch Kurtis bzw. irgendein Bestandteil von Tomb Raider. Auch verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld.
Viel Spaß beim Lesen! P.S. über ein paar Reviews würde ich mich freuen ^____^

Liebe Grüße
Croftgirl



Einige Monate nach den Geschehnissen von Tomb Raider the Angel of Darkness


Seit ihrem Abenteuer in Paris verging kein Tag, an dem Lara nicht an Kurtis, den geheimnisvollen Amerikaner, dachte. Ihr war bei ihrem ersten Treffen im Louvre ganz deutlich geworden, dass zwischen ihnen eine besondere Chemie herrschte.
Immer wieder dachte die hübsche Archäologin an die Zeit zurück, die sie zusammen mit Kurtis in Paris und Prag verbracht hatte, an das Abenteuer, das sie zusammen im Kampf gegen die Cabal erlebt hatten.
Doch genauso oft kam die Erinnerung an die endgültige Vernichtung des Nephilim und das schreckliche und jähe Ende dieses Abenteuers.


Flashback:
Lara hatte sich gerade mit letzter Kraft aus der Halle geschleppt, als diese augenblicklich von einer ohrenbetäubenden Explosion erschüttert wurde. Sie hatte die Leiche Karels und den zerschmetterten Nephilim hinter sich gelassen und stand nun wieder in der großen Arena, in der zuvor Kurtis gegen die mutierte Boaz gekämpft hatte. Jetzt aber war weit und breit keine Spur von dem attraktiven Amerikaner. Während Lara durch die Arena Richtung Ausgang ging, sah sie weiter vorn etwas im Licht aufleuchten. Als sie näher kam, erkannte die schöne Engländerin das Chirugai von Kurtis.
Sie erschrag. Es lag in einer Lache von Blut. Stammte es von Kurtis? Was war mit ihm passiert?
Wenn er geflohen wäre, hätte er seine Lieblingswaffe, das Chirugai, mitgenommen. Hätte Boaz ihn jedoch getötet, so wäre seine Leiche noch hier.
In ihrem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Es ergab alles keinen Sinn.
Sie ergriff das Chirugai und hob es hoch. Plötzlich schossen die Klingen aus der metallenen Scheibe und das Chirugai zog in Richtung eines dunklen Tors. Lara lies sich leiten und lief ihm nach. Insgeheim hoffte sie, Kurtis durch das Chirugai zu finden.
Lange Zeit folgte sie der Scheibe und lief durch scheinbar endlose Gänge. Auf einmal wurde die Kraft des Chirugais immer stärker. Lara stand nun vor einer großen Tür, die eher einem massiven Tor glich. Langsam öffnete die Abenteurerin sie und augenblicklich schlug ihr die Kälte des Prager Winters entgegen. Es hatte bereits wieder begonnen zu schneien. Wieder begann das Chirugai stärker zu ziehen.
Schließlich entglitt es ihrer Hand und wurde immer schneller und stieg immer höher. Nun hatte die Archäologin ein Problem, dem Wurfstern des Amerikaners zu folgen. Ein paar Mal änderte er abrupt die Richtung, so dass sie Mühe hatte ihm zu folgen und schließlich flog es ein paar Meter hoch, drehte ab und raste davon. Lara beeilte sich und versuchte dem Chirugai zu folgen, aber nach kurzer Zeit schon war es aus ihrem Blickfeld verschwunden.
Schwer atmend stand sie an einer Weggabelung. Ihr aufsteigender Atem bildete weiße Wolken in der klirrend kalten Luft.
Während  sie die Tränen, die ihr in die Augen krochen, bekämpfte, dachte sie daran, was sie nun tun sollte. Die einzige Chance, Kurtis hier wiederzufinden, war gerade, im wahrsten Sinne des Wortes, davongeflogen.
Jedoch wuchs in ihr gleichsam ihrer Verzweiflung die Hoffnung, dass Kurtis überlebt hatte. Nur er konnte das Chirugai kontrollieren, also musste er überlebt haben und nun außerhalb der Strahov-Festung sein. Trotz dessen stand sie am Rande der Verzweiflung. Was, wenn Kurtis stark verletzt und blutend in einer Strasse lag, zwar bei Bewusstsein, aber dem Tode nahe? Wenn ihre Vermutung stimmte und sie ihn nicht fand, würde er in der Kälte sterben. Und das war es, wovor sie Angst hatte. Warum? Sie glaubte, die Antwort selbst nicht zu kennen.
Bei dem Gedanken an Kurtis Tod konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Lara, die starke Abenteurerin, die sonst kaum weinte, ließ ihren Tränen freien Lauf.
Er durfte einfach nicht sterben.
Trotz dessen, dass sie sich noch nicht lange kannten, spürte Lara eine besondere Verbindung zu dem gutaussehenden Amerikaner. Liebte sie ihn? Sie wusste es nicht.
Lange Zeit stand sie an der Weggabelung und dachte nach, was zu tun war.
Dann wischte sich die mutige Archäologin die Tränen von den Wangen, die sie vergeblich hatte versucht zurückzuhalten und begann plötzlich, von einem momentanen Einfall bewegt, loszulaufen. Sie suchte das Gebiet rund um die Strahov-Anstalt nach einer Spur von Kurtis ab.
Nach endlosen Stunden, so schien es ihr, entdeckte Lara die Reifenspuren eines Motorrads. Bei genauerer Betrachtung fiel ihr auf, dass es nicht die Spuren irgendeines Motorrads waren, sondern die des heißgeliebten Zweirads von Mr. Trent.
Laras Herz schlug höher. Er lebte also noch. Unweit von ihr entfernt, war der Platz, an dem es geparkt gewesen war. Die Reifenspuren, die zum Strahov führten, waren schon zugeschneit und die, die weg führten, schienen noch frisch zu sein. Es war also eindeutig, in welche Richtung Kurtis gefahren war. In freudiger Erwartung folgte sie den Spuren im Schnee.
Jedoch, nachdem sie ihnen einige Zeit gefolgt war, verließen sie die verschneite Strasse und folgten dem rauen Asphalt. Laras Herz wurde schwer. Zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit hatte sie die Spuren des Amerikaners verloren. Aber er schien zu leben, so hoffte sie zumindest.
Flashback Ende


Seit den Ereignissen in Prag waren fast schon zwei Monate vergangen. Lara hatte versucht, mehr über die Lux Veritatis und vor allem über Kurtis Trent herauszufinden, aber die Ergebnisse ihrer Recherche waren mehr als dürftig. Über die Lux Veritatis konnte sie nicht mehr in Erfahrung bringen, als sie eh schon wusste. Und Kurtis Trent blieb immer noch genauso geheimnissvoll wie eh und je. Etwas leichtgläubig war sie davon ausgegangen, etwas über seinen momentanen Verbleib oder seine Adresse zu erfahren, da sie den attraktiven Amerikaner nur allzu gerne aufgesucht hätte. Durch ihre erfolglose Suche trübte sich Laras schlechte Stimmung noch mehr.
Obwohl die hübsche Archäologin wusste, wie ausweglos ihre Situation war, kreisten ihre Gedanken immer nur um Kurtis. Und das an jedem Tag, seitdem sie von Prag zurück nach England geflogen war. Auch wenn ihr Verstand ihr sagte, dass es falsch war. Sie wusste, dass sie ihn mit höchster Wahrscheinlichkeit niemals wieder sah.
Trotzdem träumte sie sich immer wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück in die Momente, in denen sie mit Kurtis zusammen gewesen war. Paris, Prag. Louvre, Strahov.

So auch jetzt. Lady Croft saß in ihrer Bibliothek, die ihr gleichzeitig als Arbeitszimmer diente, und war gerade in ein Buch über Tempelruinen in Kambodscha vertieft. Während sie sich ihrer Lektüre widmete, war sie mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache. Eigentlich sollte sie neue Ausgrabungen vorbereiten, aber sie konnte sich nicht auf die Vorbereitungen konzentrieren. Lara schweifte immer wieder ab. Sie dachte an Kurtis.
Eigentlich wollte sie ihn jetzt am liebsten suchen, aber sie wusste, dass das unmöglich war.
Er war wie vom Erdboden verschluckt.
Während sie vor sich hin träumte, schaltete sich plötzlich ihr rationaler Verstand ein. Warum dachte sie beinahe andauernd an Kurtis? Liebte Lara ihn?
Sie schüttelte den Kopf. Lara konnte sich nicht in einen Mann verlieben, den sie nie wieder sah. Das durfte nicht sein. Sie konnte sich nicht in ihn verlieben.
Außerdem, redete sie in Gedanken auf sich selbst ein, kannte sie ihn zu wenig, als dass sie ihn lieben könnte.
Traurig zwang sie sich, nun nicht mehr an Kurtis zu denken, sondern sich wieder ganz ihrer Arbeit zu widmen. Mit einem tiefen Seufzen blätterte die Archäologin eine weitere Seite in dem Buch um und fuhr fort.

Sie hatte gerade ein paar Minuten gelesen, als sie unvermittelt laute Stimmen und Poltern hörte. Es schien vom unteren Stockwerk zu kommen. Zwar immer noch den Blick auf das Buch gerichtet, aber nicht mehr lesend, lauschte sie den Geräuschen. Sie schienen langsam näher zu kommen.
Ganz deutlich hörte Lara die Stimmen von Winston, Zip und Alister, die scheinbar gerade eine hitzige Diskussion mit jemandem führten. Einen Moment lang versuchte sie zu verstehen, was sie sprachen. Dann stutzte sie. Eine ihr wohlbekannte, angenehm tiefe Stimme war zu hören.
Die Abenteurerin schüttelte kurz den Kopf. Das konnte einfach nicht sein...
Oder etwa doch?
Sie schlug das Buch zu, erhob sich eilig von ihrem bequemen Polsterstuhl und ging schnell zur Tür. Als ihre Hand die Klinke berührte hielt sie einen Moment inne. Am liebsten hätte sie sich in den Arm gekniffen, um sicherzugehen, dass sie nicht träumte. Wieder hörte sie diese Stimme. Es war kein Traum, da war sie sich sicher.
Schwungvoll öffnete Lara die Tür zum Gang. Ihre Schritte wurden immer schneller und sie musste sich beherrschen, um nicht loszurennen. Sie stürmte fast schon durch die nächste Tür, die auf eine der Arkaden in der großen Halle des Croft Manors führte. Die hübsche Engländerin ging direkt zur mamornen Brüstung und blickte auf die Halle hinunter.
Ihr Atem stockte. Sie traute ihren Augen kaum. Dort unten, neben Zip, Alister und Winston stand...

To be continued...
 
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