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Fresh! Pretty Cure! Itsu no Kokoro

GeschichteAbenteuer / P12
Inori Yamabuki Love Momozono Miki Aono
25.04.2010
25.04.2010
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25.04.2010 4.953
 
Der Himmel war blau über der Stadt die aussah, als wäre sie aus dem Inneren eines Computers entsprungen. Ein Jahr war vergangen, seit der große Turm im Zentrum zerstört wurde und mit ihm der Herrscher dieser Welt. Auch jetzt erkannte man hier und da noch, was für ein harter Kampf dort stattgefunden hatte obwohl schon seit einem Jahr alle Bewohner von Labyrinth versuchten, alles wieder aufzubauen. Überall waren Menschen zu sehen, gekleidet in grau-schwarze Anzüge. Nur drei tanzten aus der Reihe, jene drei, die gerade die Überreste des Turmes untersuchten. Es handelte sich hierbei um zwei junge Männer und ein Mädchen, welches ca. 16 Jahre alt war. Die Jungs waren beide in weiße Anzüge gekleidet. Einer von ihnen hatte kurzes grünliches Haar und die Verzierungen seiner Kleidung waren gelb und blau. Er war größer und muskulöser als sein Kumpel neben ihm. Dieser hatte schulterlanges graues Haar und seine Kleidung war mit gelben und grünen Streifen versät. Das Mädchen unter ihnen fiel komplett auf in dieser doch recht trostlosen Gegend. Sie hatte schulterlanges violettes Haar und trug einen roten Rock zu einem dunkelgrauen Oberteil. An ihrer Hüfte hing eine weiße Handytasche.
 Der größere der beiden Jungs kratzte sich am Kopf. „Oh man, seit einem Jahr arbeiten wir schon daran und es sieht immer noch aus, wie nach dem Kampf“, beschwerte er sich. Der grauhaarige Grinste. „Sei froh, dass es überhaupt weniger geworden ist, Wester“, antwortete er, „nach dem Kampf vor einem Jahr sah es hier schließlich noch schlimmer aus.“ Der Angesprochene, Wester, seufzte. „Das weiß ich doch selbst, Soura. Aber warum müssen ausgerechnet wir drei das hier aufräumen? Was ist mit den anderen?“ Das Mädchen drehte sich zu den beiden um. „Ganz einfach, man kann nie wissen, was sich hier noch befindet.“ Sie griff nach ihrer Handytasche und holte ihr Handy heraus. Es sah aus, wie ein seitlich geklapptes Mobiltelefon, jedoch wurde es hochkant gehalten. Es war rot und mit einem schwarzen Rahmen verziert. Der Bildschirm hatte einen weißen Rahmen als Verzierung. Das Handy selbst hatte zwar Knöpfe, aber sie sahen so aus, als wären sie nie benutzt worden. Direkt unter dem Bildschirm befand sich eine Verzierung die aussah wie ein Kleeblatt.
 Obwohl man glauben konnte, dass das Mädchen mit diesem Handy irgendjemanden anrufen wollte, klappte sie dieses auf, worauf man weitere Knöpfe sehen konnte. Am auffälligsten war der große runde Knopf in der Mitte, den sie berührte. Kurz darauf wurde sie von einem Licht umhüllt. „Change! Pretty Cure Beat Up!“, rief sie. Das Licht färbte sich rot, während sie sich verwandelte. Ihre Haare wurden länger und färbten sich rosa, zudem wurden sie wellig. Ihre Kleidung wurde durch ein rotes Kleid ersetzt, welches mit schwarzen Bändern und weißen Rüschen versät wurde. Darunter trug sie schwarze Strümpfe und schwarz-rote Stiefel. Auf ihrem Kopf thronte eine weiße Tiara, verziert mit zwei roten Herzen mit Flügeln, jeweils über ihren Ohren, und einem Kristall im Zentrum. Über ihrer Brust befand sich eine Brosche, die aussah wie ein schwarzes Kleeblatt mit einem rosa, gelben, blauen und roten Herzen, die ein grünes Karo umgaben. Als das Licht abklang erkannte man kaum noch das Mädchen, das bis eben noch dort gestanden hatte.
 Kurz nachdem sich das Mädchen verwandelt hatte, machten sich die drei auch schon an die Arbeit. Wester und das Mädchen stemmten mit Leichtigkeit die Felsen weg, während Soura versuchte die gefährlicheren Teile herauszufiltern. Sie waren so in ihre Arbeit vertieft, dass sie nicht merkten, was um sie herum geschah.
 Nur wenige Meter von ihnen entfernt erschien plötzlich eine seltsame, wabbelige Masse. Sie sah aus, als wäre sie ein einziger, gewaltiger Schatten, welcher sich langsam und lautlos auf sie zu bewegte. Als es nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt war, bäumte es sich auf und warf einen gewaltigen Schatten herab. Erst jetzt bemerkten sie das Wesen. „Was ist das denn?“, fragte Wester, gleichermaßen schockiert als auch neugierig. Das Mädchen wiederum teilte seine Neugierde nicht. „Es sieht fast aus wie ein Nakewameke, seit vorsichtig!“, sagte sie. Nur zu gut erinnerte sie sich an jene Monster, gegen die sie vor einem Jahr gekämpft hatte und die sie teilweise auch selbst erschaffen hatte. „Sie hat Recht, wir sollten dieses Monster nicht unterschätzen“, bestätigte Soura und machte sich ebenfalls zum Kampf bereit. Wester wollte noch etwas erwidern, als das Monster plötzlich die Gestalt eines Drachen annahm und mit seinen scharfen Zähnen nach ihm beißen wollte. Doch Wester schaffte es scheinbar Problemlos das Maul des Monsters mit bloßen Händen offen zu halten. Das Mädchen und Soura tauschten einen Blick und sprangen dann beide gleichzeitig in die Luft, um den Drachen mit Hieben und Tritten zu bearbeiten. Doch schon sehr bald mussten sie feststellen, dass das Monster ganz anders gebaut war, als die Nakewameke. Egal wo sie hinschlugen oder traten, es wirkte so als würden sie in einem schleimigen Etwas versinken. Als der Drache sich dann auch noch aus Westers Umklammerung entfernte, hatten sie überhaupt keine Gelegenheit mehr, ihm irgendetwas anzutun. „Was ist das nur für ein Ding?“, fragte das Mädchen, als der Drache erneut begann seine Form zu ändern, dieses Mal sah er aus wie ein zu groß geratener Bär mit gewaltigen Pranken. „Das wüsste ich auch gerne“, gestand Soura. Einzig Wester hörte nicht zu und stürmte bereits laut brüllend auf das Monster. „Wester, sei vorsichtig!“, rief das Mädchen und sprang schon hinterher, als der muskulöse Mann auch schon von einer der Pranken gegen die nächste Hauswand geschleudert wurde. „Wester!“, rief das Mädchen, fassungslos in das Loch starrend, in dem Wester verschwunden war. Gleich wandte sie sich wieder dem Monster zu und schaute es wütend an. Als dieses nach ihr schlagen wollte, sprang sie mit einem gekonnten Satz in die Höhe, nur um mit einem Bein voran auf das Monster zuzusausen. Doch das Monster ließ sich davon nicht beeindrucken, noch bevor sie es erreicht hatte, nahm es sie am Bein, ließ sie zunächst noch über seinem Kopf kreisen und schleuderte sie dann in den Trümmerhaufen, den sie zuvor noch mit den Jungs wegräumen wollte.
 Erschöpft stemmte sie sich an zwei Steinen hoch. „Was… ist das nur…“, murmelte sie. Es fiel ihr schwer sich zu bewegen. Vielleicht sollte sie versuchen, ihre besonderen Kräfte einzusetzen… Wackelig kam sie zum stehen. Als sie jedoch gerade ihre Waffe erscheinen lassen wollte, sah sie, wie das bärenähnliche Monster nun auch Soura problemlos in ihre Richtung schleuderte. „Soura!“, rief sie ihm hinterher, doch sie bekam keine Antwort. Sie wandte sich wieder dem Monster zu und hielt ihre Hand in die Luft. Über ihrer Hand sammelten sich rote Lichtkugeln, welche allmählich die Form einer herzförmigen Harfe annahmen. Sie wollte die Harfe gerade greifen, als das Monster plötzlich lossprintete und sie erneut durch die Gegend schleuderte. Mit einem lauten Krachen und umhüllt von einer gewaltigen Staubwolke verschwand sie in einer Hauswand.

Der Himmel war leicht bewölkt und es sah so aus, als würde es jeden Augenblick beginnen zu schneien. Überall erkannte man Menschen die mit dicken Winterjacken und Schals durch die Stadt hetzten um auch ja nicht zu spät zu ihrer Arbeit zu kommen. Hin und wieder erkannte man auch erste Schüler, die sich auf den Weg zu ihren Schulen machen. Nur Love bekam von all dem noch nichts mit. Das blonde Mädchen lag noch gemütlich im Bett und schlief und das, obwohl ihr Wecker schon die ganze Zeit über klingelte. Erst nach geraumer Zeit rührte sich das Mädchen allmählich. Verschlafen öffnete sie zunächst nur ein Auge und murmelte etwas Unverständliches. Sie zog sich zunächst für einen Augenblick noch die Decke über den Kopf, doch dann setzte sie sich urplötzlich auf und starrte ungläubig auf den Wecker. Ein lauter Schrei ihrerseits ließ vermuten, dass sie erneut verschlafen hatte. Hastig schlüpfte sie in ihre Schuluniform, bestehend aus einem altrosafarbenen Rock, einer weißen Bluse und rosafarbenen Jacke. Ihre Haare band sie sich zu zwei Zöpfen, damit sie ihr nicht so lose über die Schulter hingen. Dann schnappte sie ihre Tasche, stürmte die Treppen herunter, verabschiedete sich von ihren Eltern und lief dann so schnell sie konnte zu dem Ort, an dem sie sich wie jeden Tag mit ihren Freundinnen traf.
 Auf einer Fußgängerbrücke warteten die beiden auch schon. Eines der Mädchen hatte hüftlanges violettes Haar. Sie trug eine blaue Schuluniform und eine dunkelblaue Jacke mit einem weißen Schal. Das Mädchen neben ihr hatte hellbraune Haare und ihre Schuluniform bestand aus einem gelben Rock und einer braunen Jacke. Love winkte den beiden von weitem zu. „Miki! Buki! Guten Morgen!“, rief sie. Die Mädchen drehten sich um als sie ihre Freundin hätten. „Guten Morgen, Love!“, antwortete Miki mit einem Lächeln. „Guten Morgen!“, fügte Inori, welche von Love und den anderen normalerweise Buki genannt wurde, hinzu. Völlig außer Atem stieg Love die Treppen hoch und gesellte sich zu ihnen mit einem breiten Grinsen, während sie sich leicht beschämt am Hinterkopf kratzte. „Entschuldigt die Verspätung, ich habe verschlafen.“ Miki schmunzelte. „Macht nicht’s, wir sind das schon gewohnt.“ Inori schaute auf die Uhr. „Wir sollten uns allmählich auf den Weg machen, wenn wir nicht zu spät kommen wollen.“, sagte sie. Die anderen beiden Mädchen nickten und gemeinsam setzten sie sich dann in Bewegung.
 Auf halben Weg begann es urplötzlich zu schneien. Love legte den Kopf in den Nacken und schaute in den wolkenbehangenen Himmel. Ein Jahr war es nun schon her, seit sie Möbius besiegt hatten und Frieden zwischen der Erde und Labyrinth hergestellt hatten. Es kam ihr mittlerweile fast wie ein Traum vor. Schon allein die Tatsache, dass Setsuna sie schon lange nicht mehr besucht hatte… „Love, ist alles in Ordnung?“, fragte Inori plötzlich. Love schreckte aus ihren Gedanken auf und schaute ihre Freundin an. „Alles in Ordnung“, antwortete sie Lächelnd. Dann schaute sie wieder in den Himmel. „Ich habe mich nur gefragt, was Setsuna wohl im Moment macht.“ Die anderen beiden tauschten einen Blick. Ihnen war nicht entgangen, dass Love sie vermisste, schließlich hatte Setsuna fast ein halbes Jahr bei ihr gewohnt. „Bestimmt sind sie, Soura und Wester gerade dabei, die Ordnung in Labyrinth wieder herzustellen“, antwortete Miki lächelnd. Love lachte. „Das glaube ich auch.“ Ein breites Lächeln zierte ihr Gesicht. „Vielleicht sollten wir sie Mal besuchen, was meint ihr?“ Miki und Inori tauschten erneut einen Blick und grinsten. „Warum nicht? Sonst war sie immer diejenige die hierher kam um uns zu besuchen.“, meinte Miki. Love grinste verschwörerisch. „Bist du dir auch sicher, dass du wirklich nur wegen Setsuna dort hin willst?“, sagte sie. Miki wich ein wenig vor ihr zurück. „Was soll das jetzt schon wieder?“, fragte sie. Love grinste. „Ich bin mir sicher, dass du einfach nur Soura wieder sehen möchtest!“, antwortete sie. Miki lief rot an und wich Loves Blick auf. „Ach was, wie kommst du darauf?“, antwortete sie. Love warf einen Blick zu Inori. „Sieht nicht so aus, als würde sie das ernst meinen, nicht war Buki?“, fragte sie mit vorgehaltener Hand. Inori antwortete ein wenig schüchtern: „Love, meinst du nicht, du übertreibst ein wenig?“ Miki wandte sich zu den beiden Mädchen. „Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass ich Soura wiedersehen möchte!“, antwortete sie stur. Love konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. „Warum bist du dann auf einmal so rot?“, fragte sie. Miki wurde noch eine Nuance röter, wandte sich ab und ging ein paar Schritte voraus. „Das kommt von der Kälte!“, antwortete sie. Love tauschte einen verschwörerischen Blick mit Inori, welche das Schauspiel eher beobachtete als aktiv mitzumachen. Dann lief sie ein paar Schritte schneller und hakte sich bei Miki ein. „Das war doch nur Spaß, Miki. Lasst uns später Setsuna, Soura und Wester besuchen, okay?“, fragte sie. Miki, die zunächst überrascht geschaut hatte, seufzte. „Meinetwegen“, sagte sie. Inori lächelte. „Ich bin gespannt, wie es in Labyrinth jetzt aussieht“, meinte sie. Die anderen beiden Mädchen nickten zustimmend. Sie ahnten noch nichts von dem, was sie noch erwarten würde.

 Ein gleißendes Licht erhellte den Park für einen Wimpernschlag, sodass es niemand bemerkte. Genauso wenig, wie das Mädchen mit den dunkelvioletten Haaren, welches plötzlich auf dem Boden lag. In ihrer Hand befand sich das rote Handy, mit dem sie sich vor nicht allzu langer Zeit noch verwandelt hatte. Doch man sah ihr an, dass sie nicht in der Lage war, sich noch ein Mal mit dessen Hilfe zu verwandeln. Überall hatte sie schrammen, teilweise sickerte auch Blut aus ihren Wunden. Sie atmete schwer und man sah ihr an, dass es ihr schwer viel, das Bewusstsein zu behalten. „Ich… muss… Love… benach… richtigen…“, keuchte sie, während sie mit zitternden Fingern versuchte eine Nummer mit ihrem Handy zu wählen. Sie musste Love und die anderen warnen. Denn das, was sie angegriffen hatte, war bestimmt kein Gegner, den man unterschätzen sollte. Und sie wollte nicht, dass es ihren Freundinnen genauso ergehen würde wie ihr.

 Es schneite mittlerweile ununterbrochen und der Boden war bereits von einer sanften weißen Schicht bedeckt. Immer wieder schaute Love nach draußen oder auf die Uhr. Nicht mehr lange, dann wäre der Unterricht beendet. Sie konnte es kaum abwarten, endlich ihre Freundin Setsuna wieder zu sehen. Plötzlich spürte sie, wie etwas in ihrer Tasche sanft vibrierte. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen, als sie in ihrer Schultasche nach der weißen Handytasche wühlte. Warum musste auch gerade jetzt jemand anrufen? Eigentlich sollte doch jeder wissen, dass sie noch Unterricht hatte. Sie warf flüchtig einen Blick auf die Uhr. Wenn sie Glück hatte und der Anrufer nicht gleich auflegte, könnte sie den Anruf noch annehmen.
 Endlich hatte sie ihr Handy gegriffen und zog es leicht raus. Es sah genauso aus, wie das Gerät des violetthaarigen Mädchens, nur mit dem Unterschied das es in den Farben rosa und weiß gehalten wurde. Loves Augen weiteten sich, als sie auf dem Display den Namen des Anrufers sah: Setsuna! Ihr Herz machte einen Freudensprung. Hieß das etwa, Setsuna war gerade auf der Erde? Ungeduldig schaute sie zur Uhr. Nur noch ein paar Sekunden… Hoffentlich legte ihre Freundin jetzt nicht auf. Nur noch fünfzehn Sekunden… Innerlich betete Love dafür, dass Setsuna nicht gleich auflegte. Als die Schulglocke dann endlich läutete und sie sich von ihrem Lehrer verabschiedet hatten, sprang sie sofort auf und nahm den Hörer ab. „Setsuna! Lange nichts mehr von dir gehört, wie geht’s dir?“, fragte sie aufgeregt. Sie wartete einige Sekunden auf eine Antwort, erhielt jedoch keine. Sie runzelte die Stirn. „Setsuna, was ist denn los?“, fragte sie leicht schmollend. Dabei beachtete sie nicht, dass ihre Mitschüler sie teilweise mit schiefen Blicken bedachten. Doch erneut erklang nur schweigen. Love schaute noch einmal auf das Display. Es sah nicht so aus, als hätte Setsuna aufgelegt. Langsam wurde sie unruhig. „Setsuna? Sag doch bitte was, was ist los?“ Wieder keine Antwort. „Setsuna?“, fragte sie noch einmal. Sie wollte schon auflegen und alarmiert loslaufen, als sie ein Röcheln vernahm. „Lo…ve…“, erklang Setsunas Stimme aus dem Hörer. Love stiegen gleich die Freudentränen ins Gesicht. „Setsuna! Ein Glück, ich dachte schon, etwas…“ „Lo..ve… sei… vorsich…tig…“, keuchte das Mädchen auf der anderen Seite des Hörers. Love wurde gleich wieder unruhig. „Setsuna? Was ist los?“ „Ein… neuer … Feind…“, keuchte Setsuna. Love erschrak bei den Worten und es wirkte für einen Augenblick so, als wäre sie zu einer Salzsäule erstarrt. „Ein neuer Feind? Wo denn? Setsuna, geht es dir gut? Du klingst…“ „Warne… die… anderen…“, keuchte Setsuna, dann brach die Verbindung auf einmal ab. „Setsuna?!“, rief Love in den Hörer, obwohl ihre Freundin sie nicht mehr hören konnte. Man sah Love die Angst förmlich an. Irgendetwas stimmte mit Setsuna nicht, das wusste sie. Sie musste herausfinden, was! Sofort wählte sie Setsunas Nummer, doch die Freundin nahm nicht ab. Irgendetwas war passiert! Love schnappte ihre Tasche und stürmte aus dem Raum. „Hey Momozono, du hast heute Putzdienst!“, rief eine ihrer Mitschüler ihr hinterher, doch Love war bereits weg.
 Doch wo konnte Setsuna sein? Sie hatte ihr keinen genauen Ort genannt… Wenn sie nur dieselben Fähigkeiten hätte, wie Setsuna! Sie zückte ihr Handy und wählte sofort Mikis Nummer. Schnell erklärte sie ihr, was geschehen war und bat sie darum, auch Inori bescheid zu geben. Treffen wollten sie sich im Park – und genau dorthin sollte Loves Weg sie führen. Sie mussten Setsuna finden, um jeden Preis!

 Es dauerte nicht lange, bis die drei Mädchen sich im Park versammelt hatten, dort wo sie sich im Regelfall immer trafen. Die kleine Bühne und auch die Sitzplätze waren mit einer sanften Schneeschicht bedeckt. „Wir müssen Setsuna so schnell wie möglich finden! Irgendwas ist mit ihr passiert!“, sagte Love aufgebracht. Miki packte sie an der Schulter. „Nur die Ruhe, Love. Setsuna ist eine von uns, so schnell wird ihr nichts passieren.“ Love schaute ihrer Freundin stur in die Augen. „Miki, du hast sie nicht gehört! Setsuna klang nicht so, als wäre sie in der Lage überhaupt noch etwas zu tun!“ Miki seufzte. „Es bringt uns aber auch nichts, wenn wir jetzt den Kopf verlieren! Wir müssen ruhig bleiben!“ „Ich kann aber nicht ruhig bleiben!“, brüllte Love. „Irgendwo liegt meine beste Freundin und ist möglicherweise verletzt oder sonst was und ich hab nicht einmal die leiseste Ahnung, wo das sein könnte! Und dann verlangst du von mir, dass ich ruhig bin?“ Miki schaute ihr streng in die Augen. „Genau! Wir können Setsuna nicht helfen, indem wir Panik schieben! Hast du etwas gehört, als du mit ihr geredet hast? Irgendwas?“ Love holte tief Luft und überlegte. „Den Wind…“, antwortete sie zögernd. „Den Wind?“, fragte Miki ungläubig. „Vielleicht war Setsuna draußen? Irgendwo, wo man den Wind hören kann…“ Miki seufzte. „Aber es gibt so viele Orte, wo das sein könnte… Gibt es noch etwas was du gehört hast? Irgendwas?“ Love wollte gerade etwas erwidern, als sie plötzlich laute Schreie aus Richtung des Blumenhains hörten. Nur kurze Zeit später kamen ihnen Menschen entgegen, die panisch vor irgendwas davon liefen. Miki löste sich von der Gruppe und versuchte einen der Passanten zu greifen. „Entschuldigen Sie bitte, können Sie uns sagen, was dort hinten…“ „Ein Monster, ein gewaltiges Monster!“, antwortete der Mann panisch, riss sich von Miki los und rannte dann davon. Diese wechselte einen Blick mit ihren Freundinnen. „Ein Monster?“, fragte Inori um sicher zu gehen, dass sie richtig verstanden hatte. „Vielleicht ein Nakewameke, das irgendwie überlebt hat?“, schlussfolgerte Miki. „Lasst uns nachsehen, bevor irgendwas passiert!“, sagte Love. Es wirkte fast so, als hätte sie Setsuna mittlerweile vergessen. Miki und Inori tauschten einen kurzen Blick und stimmten dann zu.
 Die Mädchen liefen sofort in die Richtung in der sich das Monster befinden sollte. Der sanfte Schnee auf dem Boden machte es ihnen dabei nicht gerade leichter und dennoch hatten sie schnell den Blumenhain erreicht. Ihnen stockte der Atem, als sie das gewaltige schwarze Wesen sahen, welches sich vor ihnen auf dem Blumenhain auftat. Es sah aus wie ein gewaltiger Baum, bestehend aus einer wabbeligen Masse. „Was… ist das?“, fragte Miki leicht angewidert. „Ein Nakewameke?“, fragte Inori. Love wollte noch etwas erwidern, als sie die leichte Erhebung vor dem Monster sah. Als sie es genauer betrachtete, erkannte sie, dass es sich dabei um einen Menschen handelte. Ein Mädchen mit dunkelvioletten Haaren. „Setsuna!“, rief sie und wollte schon losstürmen, doch Miki packte sie am Arm. „Warte Love, wir sollten uns zuerst verwandeln!“ Love schaute ihrer Freundin in die Augen. Für einen Augenblick schien es, als wollte sie protestieren. Doch dann nickte sie. Alle drei zückten ihre Handys, oder eher gesagt Linkruns. Mikis Linkrun war blau und Inoris gelb. Sie alle drei öffneten diese und berührten den großen runden Knopf. „Change! Pretty Cure Beat Up!“, riefen sie gleichzeitig, ehe sie von einem hellen Licht umhüllt wurden. Loves Licht färbte sich rosa, Mikis blau und Inoris gelb, als sich die drei Mädchen verwandelten. Ihre Haare wurden länger und nahmen einen helleren Farbton an. Zudem veränderte sich ihre Kleidung: Love erhielt anstelle ihrer Schuluniform ein rosafarbenes Trachtenkleid, verziert mit pinken Schleifen. Über ihrer Brust befand sich eine Kleeblattförmige Brosche und ihre Haare wurden mit rosafarbenen Haargummis, die mit großen pinkfarbenen Herzen versät waren, zusammen gehalten. Miki bekam ähnliche Kleidung wie Love, nur war sie in Blautöne gehalten. Zudem trug sie das Oberteil und den Rock getrennt und war bauchfrei. Ihre Haare hatten den Farbton eines hellen Lilas angenommen und waren zu einem Zopf gebunden. In langen Wellen fielen sie über ihren Rücken. Auf ihrem Kopf thronte ein blaues Herz. Inori trug ein gelbes Trachtenkleid mit orangegelben Schleifen. Es wirkte ein wenig luftiger als das der anderen, ähnelte aber ansonsten dem von Love. Ihre Haare nahmen die Farbe eines dunklen Blondes an und wurden von einer gelben Schleife mit einem gelben Herzen zusammen gehalten.
 Nacheinander traten sie auf dem Boden auf. „PINKU no HAATO wa Ai aru Shirushi! Mogitate FURESHU! Cure Peach!“, rief Love, als sie auf dem Boden trat. „BURU no HAATO wa Kibou no Shirushi! Tsumitate FURESHU! Cure Berry!“, Miki warf ihre Haare zur Seite und stellte sich neben Love, als sie diese Worte sagte. „IERO HAATO wa Inori no Shirushi! Toretate FURESHU! Cure Pine!“, auch Inori gesellte sich zu Love und posierte. Zu dritt stemmten sie die Fäuste in die Luft und riefen: „Let’s PreCure!“
 Dem „Monster“ war es nicht entgangen, dass dort drei Fremdlinge aufgetaucht waren. Es schaute in die Richtung, aus der das Licht kam und ignorierte in diesem Augenblick die Beute, auf die es es eigentlich abgesehen hatte. Love, die jetzt zu Cure Peach geworden war, bedachte das Monster mit einem wütenden Blick. Sie stieß sich vom Boden ab und sprang in die Richtung des Monsters, mit erhobenen Fäusten. „Lass Setsuna in Ruhe!“, brüllte sie und verpasste dem Monster einen Schlag gegen den Rumpf. Zu ihrer Überraschung blieb sie jedoch in diesem Monster stecken! Überrascht und verwirrt zugleich versuchte sie sich zu lösen, doch die seltsame schwarze Masse schien ihren Arm verschlingen zu wollen. „Peach!“, riefen Berry und Pine gleichzeitig und sprangen ebenfalls auf, bereit dem Monster eine Breitseite zu verpassen. Sie beide trafen es zwar, allerdings glitten ihre Hiebe und Tritte scheinbar direkt durch das Monster durch. „Was zum…“, begann Berry, doch dann wurde sie schon von dem Monster zur Seite geschlagen. „Berry!“, riefen Peach und Pine gleichzeitig, woraufhin jedoch auch Pine von dem Monster weggeschleudert wurde, die direkt auf den harten Boden aufprallte. „Pine!“, rief Peach ihr hinterher. Dann schaute sie wieder zu ihrem Gegner. Was für ein Ding war das eigentlich? Sie biss ihre Zähne zusammen und schaffte es, sich von ihm loszureißen. Als es sie daraufhin auch angreifen wollte, schaffte sie es geradeso auszuweichen, indem sie ein paar Meter von ihm weg sprang. Ihr Gegner schaute sie nur mit seinen seltsamen, rotglühenden Augen an. Es wirkte fast so als würde es schnaufen, ehe es sich wieder dem Opfer zu seinen Füßen widmete. „Lass deine Finger von Setsuna!“, brüllte Love und sprang erneut in Richtung des Monsters. Dabei klatschte sie in die Hände. „Warui no Warui no Tondeike!“, rief sie. Das Monster ließ sich von diesen Worten nicht stören und ließ eine seiner Hände zu einer Art Sperr formen. Es wollte Setsuna tatsächlich Töten! Love formte mit ihren Händen ein Herz. „PreCure Love Sunshine!“, bei den letzten Worten bewegte sie ihre Hände von ihrem Körper weg, woraufhin ein rosafarbenes Herz auf den Gegner zuflog. Dieses zuckt leicht zusammen und schaute in ihre Richtung. Love schaute es irritiert an. Wie konnte es sein, dass dieser Angriff im nichts anhaben konnte? „Peach, sei vorsichtig!“, rief Berry plötzlich, doch ehe Cure Peach etwas tun konnte, wurde sie von dem Monster auch schon weg geschlagen. Doch jetzt waren Cure Berry und Cure Pine wieder zur Stelle und versuchten das Monster mit Hieben und Tritten zu bearbeiten, um es wenigstens von Setsuna fern zu halten. Peach rappelte sich allmählich auf. Das brachte alles nichts. Hiebe und Tritte, selbst ihr Love Sunshine hatte nichts gebracht… Sie griff nach ihrem Linkrun und ließ aus diesem einen rosafarbenen Schlüssel erscheinen. Mit diesem öffnete sie ihr Linkrun, so sah es zumindest aus, woraufhin aus diesem ein Stab erschien. Er war bunt verziert und an seiner Spitze befand sich ein rosafarbenes kristallähnliches Herz. „Todeke ai no Merodii!“ Sie schwang den Stab ein wenig. „Cure Stick! Peach Rod!“ Sie schaute noch einmal zu ihren Kameradinnen, die noch immer verzweifelt versuchten, das Monster aufzuhalten. Es musste einfach klappen… Es musste! Sie drückte die bunten Knöpfe ihres Stabes und formte dann vor sich ein Herz. „PreCure Love Sunshine…“ Vor ihr erschien ein Herz aus rosafarbenem Licht. „Fresh!“, rief sie, als sie das Herz mit ihrem Stab in Richtung des Monsters schleuderte. Bei einem direkten Treffer hatten normale Nakewameke keine Chance einen solchen Angriff zu überleben.
 Das Monster blickte in Peachs Richtung und schlug Berry und Pine weg, als wären sie lästige Fliegen. Dasselbe tat es, mit dem Angriff aus Cure Peachs Waffe. Diese starrte es mit großen Augen an. Wie konnte es sein, dass nicht einmal ihr Love Sunshine Fresh eine Wirkung gegen dieses Monster hatte? Ihr Gegner schnaufte und trat einen Schritt in ihre Richtung. Berry und Pine lagen irgendwo um sie verstreut, blieb nur noch Peach übrig. Ganz langsam trat es auf sie zu. Peach versuchte zurück zu weichen. Das konnte nicht sein! Sie konnten nicht verlieren! Sie mussten doch die Menschen beschützen! In ihrem Augenwinkel erkannte sie Setsuna, welche leblos auf dem Boden lag. „Setsuna…“, flüsterte sie. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Jetzt bemerkte sie auch Berry und Pine, die ebenso regungslos auf dem Boden lagen. „Berry… Pine…“ Ihr Blick wanderte wieder zu ihrem Gegner. Es wirkte fast so als würde es Grinsen. Ja, fast so, als würde es seinen Sieg genießen! Peach wich noch weiter zurück, bis sie mit ihrem Rücken an einen Baum stieß. Ihr Gegner war nur noch wenige Meter von ihr entfernt. Sie musste doch etwas tun können… Wenn es erst sie erwischt hatte, dann würde es nach und nach auch die anderen töten… Das konnte sie nicht zu lassen! Ihren Freundinnen durfte nichts passieren! In einem Akt der Verzweiflung formte sie erneut ihre Hände zu einem Herz. „PreCure Love Sunshine!“, rief sie. Das Herz prallte ab. „Love Sunshine!“, ein weiteres Mal. Und noch einmal. Doch alle ihre Angriffe schienen keine Wirkung zu haben. Es wirkte fast so, als wäre dieses eine Monster so stark wie Möbius! Sie schluckte schwer um neuen Mut zu fassen. Sie war die einzige, die ihre Freundinnen jetzt noch retten konnte, sie durfte nicht aufgeben! Nicht hier, nicht jetzt! Sie war Pretty Cure! Und sie würde für jedermanns Freude kämpfen!
 Das Monster war jetzt direkt bei ihr, als plötzlich ein gleißendes Licht von der Handytasche an ihrer Hüfte ausging. „Was…“, fragte sie. Das Licht wurde plötzlich heller und umhüllte sie. Selbst ihr Gegner war von dem Licht so geblendet, dass es einige Schritte zurücktreten musste. Als das Licht abklang, hatte sich Cure Peach erneut verwandelt. Ihr Kleid war heller geworden und der untere Rock länger. Auf ihrem Rücken befanden sich zudem zwei weiße Flügel. Sie schaute sich an. Wie konnte das sein? Zuletzt hatte sie diese Verwandlung gegen Möbius… Sie bemerkte den Schatten über sich und starrte das Monster an. Vielleicht war sie so in der Lage… Sie ballte ihre Hand zur Faust. „Na warte, du wirst für das büßen, was du meinen Freunden angetan hast!“, rief sie und schlug direkt mit der Faust in das Gesicht des Monsters. Dieses zerplatzte auf einmal, wie ein Wasserstrahl den man umlenkte. Allerdings wirkte es so, als hätte es nun ein Loch, genau an der Stelle, an der Peach es getroffen hatte. Jetzt war sie sich sicher, dass sie dieses Monster besiegen konnte! Mit einem lauten Schrei stürmte sie auf das Monster zu und verpasste ihm schier unendlich viele Schläge, bis dieses irgendwann auf dem Boden festgesetzt war. Wütend schaute sie es an. „Ich werde nicht zulassen, dass du irgendjemandem noch etwas antun wirst!“ Sie schloss die Augen und es wirkte so, als würde sie Energie sammeln. Ihre Flügel breiteten sich aus, woraufhin um sie herum Federn schwirrten. Sie führte ihre Hände über ihren Kopf und klatschte. „Warui no Warui no Tondeike!“, sagte sie und formte mit ihren Händen wieder ein Herz, behielt sie jedoch über ihrem Kopf. Dann öffnete sie ihre Augen. „PreCure Love Lightning!“, rief sie, woraufhin ein gewaltiger Blitz direkt dort einschlug, wo sich das Herz ihrer Hände befand. Sofort ließ sie ihre Hände sinken und deutete auf ihren Gegner, woraufhin ein rosafarbener blitzähnlicher Strahl auf dieses abgeschossen wurde. Nur wenige Augenblicke später war das Monster auch verpufft.
 Erschöpft sank Peach auf die Knie. Sie hatte es irgendwie geschafft, dieses Monster zu besiegen. Ihr Blick wanderte über den Blumenhain. Dann sprang sie auf und lief zu ihren Freundinnen. „Berry, Pine, seit ihr in Ordnung?“, fragte sie besorgt. Die Angesprochenen setzten sich auf und nickten erschöpft. „Es wird schon gehen.“, antwortete Berry und Pine nickte zustimmend. Peach war sichtlich erleichtert, dass ihnen nichts Schlimmeres geschehen war. „Ein Glück, euch geht es gut!“, sagte sie und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Berry und Pine tauschten einen Blick und lächelten. Doch als Peach abrupt wieder aufstand, wurden auch sie wieder ernst. Sofort liefen sie zu Setsuna, die noch immer reglos im Schnee lag. Über ihr hatte sich eine leichte Schneeschicht gebildet. Peach nahm sie in den Arm und rüttelte sie sanft. „Setsuna! Setsuna, öffne deine Augen! Bitte!“, flehte sie, doch ihre Freundin blieb stumm. Pine fühlte ihren Puls. „Ihr Puls ist ganz schwach, wir brauchen einen Krankenwagen!“, sagte sie. Berry nickte. „Ich werde mich sofort darum kümmern!“, sagte sie als sie aufstand und sich gleichzeitig wieder zurück verwandelte. Pine nickte und auch sie nahm wieder ihre eigentliche Gestalt an. Nur Peach war hatte sich noch nicht beruhigt. Sie schüttelte ihre Freundin unaufhörlich. „Setsuna, bitte, öffne deine Augen!“, flehte sie mit Tränen in den Augen. „Setsuna!“ Ihr letzter Schrei war so laut, dass es scheinbar die ganze Stadt zu erreichen schien. Nur eine Person schien es nicht zu hören. Und zwar die, an die dieser Ruf gerichtet war.
 
 
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