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Nightsouls (Pausiert)

von sunny1409
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery / P12 / Gen
Vampire
25.04.2010
14.05.2010
6
10.867
 
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11 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
25.04.2010 1.988
 

Bitte bitte, schreibt mir in einem Review, was ihr von der Geschichte haltet! Ich bitte euch reviews zu schreiben, ich schreibe nur weiter, wenn ich weiß, dass auch wirklich jemand die Geschichte ließt und nicht einfach nur kurz anklickt und dann wieder geht! Also bitte sagt mir was ihr von der Geschichte haltet :D
Lg


Auf einmal wurde alles um mich herum schwarz. Ich fiel rücklings zu Boden, doch ich spürte es kaum.
Ich konnte mich nicht mehr bewegen, konnte nicht einen Zentimeter von meinem Körper bewegen, konnte meine Augen nicht mehr öffnen, konnte nicht um Hilfe rufen. Ich konnte nicht mal nach Jim, Nic oder Tracy rufen. Das einzige was ich konnte, war hören und riechen. Mein Gehör und mein Geruchsinn waren genauso scharf genauso fein wie vorher. Aber warum, was ist passiert, wieso kann ich mich nicht mehr bewegen, nicht mal meine Augen öffnen?
Ich hörte nur noch den Wind der um das Gras wehte. Roch diesen typischen Geruch der Nacht. Diesen klaren, kalten, frischen Geruch, den ich so liebte. Ich hoffe nur, dass es den anderen bald auffällt, dass sie einer weniger sind.
Ich wusste nicht wie lange ich hier schon lag. Hier unter der alten Brücke, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, nicht fähig mich auch nur einen Zentimeter zu bewegen.
Doch ich wusste nicht was schlimmer ist. Die Angst mich nie wieder Bewegen zu können. Hier unter der Brücke bis in alle Ewigkeit warten zu müssen, ob mich meine Geschwister oder Nic je finden würden. Schließlich habe ich mich ja freiwillig etwas zurückfallen lassen. Ich bin ja absichtlich einen anderen Weg gegangen, die Angst nie wieder gefunden zu werden oder von den falschen gefunden zu werden. Von Menschen die sich zufällig hierher verirrten. Ich sah es schon in den Schlagzeilen stehen: „Gelähmter Vampir unter Brücke gefunden“, ja das gäbe eine tolle Story. Langsam bekam ich richtig Panik. Ich versuchte die Nerven zu behallten, während ich verzweifelt gegen diese verdammte Lähmung ankämpfte. Doch dann hielt ich plötzlich inne. Ich wusste zwar, dass ich mich sowieso nicht bewegt hatte, aber trotzdem versuchte ich mich so ruhig wie möglich zu verhalten.
Da war Jemand. Etwa 400 Meter von der Brücke entfernt und es waren nicht meine Geschwister oder Nic. Ich konnte ihn ganz deutlich hören. Jeden seiner Schritte, es klang wie ein alter Mann oder eine alte Frau. Es waren langsame, erschöpfte Schritte, wie wenn man gerade 10 Kilometer gelaufen wäre. Die Schritte kamen auf mich zu. Es waren jetzt vielleicht nur noch 200 Meter Abstand zwischen mir und dem Fremden. Der Wind drehte. Er kam jetzt aus der Richtung aus der der Fremde weiter auf die Brücke und auf mich zulief. Ich konnte sie jetzt riechen. Es war kein starker Geruch aber er war von einer Frau. Ich konnte ganz deutlich den süßeren etwas volleren Duft ihres Blutes riechen. Aber irgendetwas stimmte mit ihrem Geruch nicht. Ich hatte Hunger, verdammt großen Hunger. Normalerweise hätte sich das Biest in meinem Inneren schon längst gerührt. Hätte darauf bestanden das Blut dieser Frau zu trinken aber dieser Duft war….anders. Ich roch die Wärme und die Süße des Blutes, die so typisch für den Geruch von Frauen war, aber irgendwas störte mich an dem Geruch. Er roch irgendwie alles andere als appetitlich. Vielleicht lag es auch an dem was mich gelähmt hatte.
Die Fremde stand jetzt direkt auf der Brücke und schien auf irgendetwas zu lauschen. Zuerst überkam mich eine Welle der Erleichterung als sie weiterging, von der Brücke runter und ein paar Meter weiter, doch dann hörte ich sie über irgendetwas springen. Sie sprang über die großen ungewöhnlich roten Steine neben der Brücke! Sie kam direkt auf mich zu!
Während ich total in Panik geriet, war ich auch gleichzeitig total geschockt, weil ein Teil von mir sich fragte wie eine alte Frau, so leichtfüßig über fast 1 Meter hohe Steine springen kann. Die schweren, erschöpften Schritte wurden immer lauter, bis sie direkt neben mir waren. Ich hörte wie sie sich zu mir runter beugte, hörte ihren Atem der so unnatürlich erschöpft und angestrengt schwach  klang.
„Du dummer Vampir.“
Diese drei Worte, diese drei kleinen Worte aus ihrem Mund genügten, um mich völlig außer Gefecht zu setzten. Doch ich konnte nichts tun, geschweige denn einen klaren Gedanken fassen. Ich war so geschockt über ihre Worte. Darüber das ihre Stimme so jung klang, als wäre sie noch ein Teenager, darüber das sie „Du dummer Vampir“ nicht beleidigend sondern mehr etwas belustigt sagte, obwohl ihre Stimme extrem schwach klang und mehr ein Flüstern war, sagte sie es mit einem leichten Schmunzeln in der Stimme. Darüber das sie überhaupt Vampir gesagt hatte. Warum wusste sie was ich war! Sie war kein Vampir, das hätte ich gerochen aber warum wusste sie dann was ich war? Wie hatte sie es überhaupt erkannt? Für jeden würde ich wie ein 17 jähriger Junge aussehen, der unter einer Brücke liegt! Was geschieht hier bloß?
Ich hörte wie sie sich neben mir hinkniete und im nächsten Moment konnte ich es riechen. Blut! Doch es roch, wie ich es noch nie in meinen fast 55 Jahren als Vampir gerochen hatte. Es roch so abgöttisch und unvergleichlich. Dieser unappetitliche Geruch von vorher war verschwunden und hat diesem unglaublichen Duft Platz gemacht. Es ist das Beste was ich jemals gerochen habe und ich habe noch nie einen Geruch vergessen, ein lückenloses Gedächtnis ist einer der besten Eigenschaften, die man als Vampir hat. Die Bestie in mir brüllte und tobte aus Gier und Mordlust und hätte ich die Möglichkeit gehabt sie zu töten, dann hätte ich es getan. Ich spürte kaum, dass sie meinen Mund öffnete bis ich ihr Blut schmeckte. Sie tröpfelte tatsächlich ihr Blut in meinen Mund!
Es waren nur ein paar Sekunden, ein paar Tropfen ihres Blutes doch ich spürte die Wirkung sofort. Diese schreckliche Lähmung wurde schwächer. Ich brachte es zwar immer noch nicht fertig mich groß zu bewegen aber ich konnte wenigstens meine Fingerspitzen und meine Lippen fühlen.
In den nächsten Minuten war es still. Ich hörte nur noch den Wind im Gras und das Kratzen eines Stiftes über Papier. Sie schrieb etwas. Im nächsten Moment hörte ich wie sie sich schwerfällig aufhievte und davonging. Ihre Schritte wirkten noch schwächer und erschöpfter als zuvor. Ich wollte irgendetwas sagen, ich wollte Antworten auf all die Fragen die in meinem Kopf schwirrten und leichte Übelkeit in mir hervorrufen. Doch alles was ich hervorbrachte war ein heißer klingendes, erbärmliches Keuchen. Ihre Schritte wurden leiser bis ich sie überhaupt nicht mehr hörte. Sie ging in Richtung Wald aber mehr kann ich auch nicht sagen. Wer war das? Nein, was war sie? Sie roch so…anders, so fremd. Wie ein Mensch aber irgendwie auch nicht. Was ist hier bloß los? All diese Fragen und ich hatte auf keine einzige eine Antwort.
Stunden vergingen. Zumindest kamen sie mir wie Stunden vor. Stunden mit quälenden Fragen und keinen Weg ihnen zu entkommen. Wenigstens konnte ich meine Finger jetzt wieder bewegen. Auch meine Zehen wurden langsam von dieser Lähmung befreit. Warum bin ich gelähmt? Warum? Was ist passiert? Noch nie in meinem unsterblichen Leben, Existenz, wie auch immer man es nennen mag, habe ich die Ewigkeit und all die Stunden mit Langeweile und nichts tun so gehasst wie jetzt.
Langsam kam auch das Gefühl in den Rest meines Körpers zurück. Meine Füße wurden langsam frei und meine Arme konnte ich schon wieder bis zum Ellbogen bewegen. Es dauerte zwar noch eine ganze Weile aber nach unendlichen warten konnte ich, meine Augen wieder öffnen. Das erste was ich sah, war eine dicke, fette, kugelrunde, schwarze Spinne, die sich an einem langen Faden von der Unterseite der Brücke baumeln ließ. Sie war zwar unglaublich hässlich, doch in diesem Moment hätte ich mich wohl über alles gefreut. Es ist wirklich unglaublich, wie schön die feuchte, dreckige, steinerne Unterseite einer alten Brücke sein kann. Ich konnte alles genauso scharf und genau wahrnehmen wie immer. Konnte alle auch nur die feinsten Risse in der Brücke erkenne, jedes auch nur kleinste Härchen auf dem Körper der Spinne. Genau wie immer. Ich konnte mich nur nicht bewegen.
Auf einmal spürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust. Es fühlte sich so an, als würde mir jemand mein Herz bei lebendigem Leibe rausreißen. Der Schmerz breitete sich in meinen ganzen Körper aus. Von der Brust in die Arme, in meine Beine, in meinen Kopf. Schreiend krümmte ich mich vor Schmerzen. Wenn es jemals eine Strafe gibt, für all die Dinge die ich getan habe dann kann sie nicht schlimmer sein als das hier! So plötzlich wie der Schmerz gekommen war, verschwand er.
„Matt! Matt, hörst du mich! Matt!“ Ganz leise drang die hohe, panische Stimme meiner Schwester zu mir hindurch.
„Setzt ihn auf“ sagte die etwas ruhiger klingende Stimme von Nic. Sie lehnten mich an den Pfeiler der Brücke und ich konnte langsam wieder durchatmen. Die Luft roch verbrannt. Als hätte jemand Holz oder Stroh oder etwas Ähnliches in Brand gesteckt. Ich fing unweigerlich an zu husten als sich meine Lungen mit Rauch füllten. „Wir müssen ihn hier wegschaffen!“ sagte Jim und als nächstes spürte ich den Boden unter mir nicht mehr. Ich schlug die Augen auf, als ich den vorbeirasenden Wind auf meinem Gesicht spürte. Wir liefen in die Richtung in der unser Hotel lag.
Im Hotel legte Jim mich auf mein Bett, doch das was ich in diesem Moment am wenigsten wollte, war ruhig zu liegen. Nachdem der Schmerz aufgehört hatte, konnte ich wieder fühlen. Ich konnte mich wieder vollständig bewegen. Als wäre nichts geschehen! Es war als hätte dieser Schmerz die Taubheit aus meinem Körper gerissen. Wie Medizin die einem verabreicht wird, um einen Parasiten im Blut zu töten. Eine extrem starke und vor allem schmerzhafte Medizin. Ich setzte mich auf, um gleich darauf aufzustehen um mir mein Abendessen zu besorgen. Ich hatte riesigen Hunger! Ich brauchte Blut! Frisches Blut!
Ich sah das erleichterte Gesicht von Tracy als sie sah, dass es mir halbwegs gut ging. Ihre gesamte Schminke war verlaufen. Sie muss geweint haben. Doch sie lächelte ihr typisches Lächeln und auch Jim schien glücklich darüber zu sein, dass ich scheinbar in Ordnung war. Das einzige was mich störte war der geschockte, ungläubige fast schon zweifelnde Blick von Nic mit dem er mich ansah.
Das ganze bemerkte ich in weniger als einer Sekunde, die ich brauchte um vom Bett aufzustehen. Tracy fiel mir um den Hals und fing schon wieder an zu weinen. Sie murmelte irgendetwas, dass ich nicht genau verstehen konnte, da sie so schnell und undeutlich sprach und sie hatte schon wenn sie in normalem Tempo sprach einen ordentlichen Zahn drauf.
„Matt, ich bin so froh, dass wir dich gefunden haben.“ nuschelte sie aufgeregt. „Ich habe mir solche Sorgen gemacht!“ Ich wollte sie trösten, aber der Anblick von Nic störte mich zu sehr, als das ich es fertig brachte. Ich hörte nicht einmal mehr wirklich, was sie sagte.
„Oh Matt, was ist den nur passiert? Du warst auf einmal weg und als wir dich nicht mehr hörten, haben wir uns auf die Suche nach dir gemacht. Wir konnten dich so lange nicht finden, bis wir dich so entsetzlich schreien hörten! Was ist den passiert?“
Tracy hatte wieder meine Aufmerksamkeit und als ich zum Antworten ansetzten wollte, wusste ich nicht wirklich, was ich sagen sollte.
„Ich…ich weiß es nicht.“ , begann ich langsam. „Ich konnte mich auf einmal nicht mehr bewegen.“
„Was soll das heißen, du konntest dich nicht mehr bewegen?“ fragte Jim und als ich antworten wollte, kam Nic mir zuvor.
„Die wohl wichtigere Frage wäre wohl eher, wieso du dich wieder bewegen kannst.“, sagte er und ich starrte ihn komplett perplex an. Was meinte er damit?
„Du solltest dich überhaupt nicht mehr bewegen können.“, fuhr er fort.
„Nic“ fing Tracy an. „Was soll das heißen Nic? Wieso sollte er sich nicht mehr bewegen können?“ Wir starrten ihn an und sein Gesichtsausdruck wurde noch ernster, als er normaler weise schon ist.
„Wegen Lumis natürlich!“
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