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Silencio

GeschichteLiebesgeschichte / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
10.04.2010
22.06.2010
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Draco stürmte den Korridor entlang, während sein Magen rumorte und seine Handflächen und seine Stirn von kaltem Schweiß bedeckt waren

Draco stürmte den Korridor entlang, während sein Magen rumorte und seine Handflächen und seine Stirn von kaltem Schweiß bedeckt waren. Nein, es war nicht passiert! Es konnte nicht sein! Doch es war so. Er schüttelte sich und wandte sich schnell der Wand zu, als er sich mit tränenden Augen übergab. Sein Magen beruhigte sich ein wenig, dafür hatte er jetzt einen ekligen Geschmack im Mund. Beziehungsweise: einen noch ekligeren Geschmack im Mund, und seine Zunge fühlte sich an wie Pergament.

Er schniefte und blickte sich vorsichtig in beide Richtungen um, um festzustellen, ob ihn jemand gesehen hatte. Natürlich nicht. Niemand sonst war zu dieser Stunde noch unterwegs. Müde winkte er mit seinem Zauberstab und entfernte den Beweis seiner Schwäche. „Ratzeputz!“ Zumindest entfernte er den Beweis, den man entfernen konnte. Er bezweifelte, dass es leicht werden würde, das Schuldgefühl, die Schmach, den Ekel und dieses köstlich befriedigte Gefühl in seinem Unterleib loszuwerden.

Er war dem Untergang geweiht, sollte jemand es herausfinden. Sie würden es ihn nie vergessen lassen, nach allem, was er im Laufe der Jahre zu ihr gesagt oder ihr angetan hatte. Es wäre sogar noch schlimmer, wenn sein Vater es herausfinden würde. Lucius Malfoy war nicht gerade für seine Nächstenliebe gegenüber Muggeln oder Muggelfreunden bekannt. Verdammt, er wünschte sich, dass er sich diese Erfahrung irgendwie hätte verweigern können, denn jetzt würde er sich selbst plagen müssen.

Ausgerechnet mit dem Schlammblut rumzumachen, Hermine Granger, Potters bester Freundin, war inakzeptabel. Wenn sie es mitbekommen würden, würde das seine Loyalität und seine Unterstützung in Frage stellen; etwas, was er sich nun, da sein Vater sowieso schon in ihrer Missgunst stand, nicht leisten konnte. Er rieb sich über die Augenbrauen.

Er hatte nicht geplant, dass es passierte, wirklich nicht. Er hatte geplant, die dumme Gans zu erschrecken, sie vielleicht sogar zum Weinen zu bringen, wenn er Glück hatte. Er wollte sich über sie lustig machen, sie verhöhnen, sie für die Rolle, die sie und ihre Freunde bei der Inhaftierung seines Vaters in gespielt hatten, bestrafen. Das war doch wirklich nicht zu viel verlangt. Nur ein wenig Rache, bis jeder bekommen hatte, was er verdient hatte.

Aber natürlich war der Plan nach hinten losgegangen.
Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sie sich unter ihm so weich und einladend anfühlen würde, als ihre Rundungen sich unter dem Stoff ihres Umhangs abzeichneten. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich so zur Wehr setzen würde, nachdem er sie bedroht hatte und er hatte ganz sicher nicht damit gerechnet, dass ihre Bewegungen ihn anmachen würden. Er hatte sich vorgestellt, dass sie ihn anflehen würde, ihr nicht wehzutun und damit fertig. Dumme kleine Schlammblüter-Närrin, dachte tatsächlich, er würde ihr wehtun. Er hätte nichts getan, womit er einen Rauswurf aus Hogwarts riskiert hätte. Niemals. Er wollte das kleine Miststück nur etwas kleinlaut sehen, ihr zeigen, dass er über ihr stand.

Sein Vater hatte jedoch Recht behalten; wenn es darauf ankam, war er geradezu schändlich schwach.

Sein Mund formte eine düstere Linie, als er wieder weiter lief. Es hatte ihn schnell erregt, wie sie sich unter ihm gekrümmt hatte, und zuerst hatte er sie nicht losgelassen, weil er nicht wollte, dass ihre Arme und Beine auf - ohne Zweifel - schmerzhafte Weise auf seinen Körper trafen. Wenn es eines gab, was er gut konnte, war es, seine eigene Haut zu retten. Deshalb wollte er sie nicht loslassen und hatte auch an dem Entschluss festgehalten. Er war es nicht gewöhnt, etwas zu tun, was er nicht wollte und hatte nicht eingesehen, warum ausgerechnet das das erste Mal sein sollte.

Und dann… Dann hatte er den dümmsten, unumkehrbaren Fehler seines Lebens gemacht. Er hatte wahrhaftig mit dem Schlammblut geschlafen. Und es war ihr erstes Mal gewesen, genauso, wie er es einfach gewusst hatte. Wer sonst hätte sie schon berührt? Er wettete, dass Harry Potter zu selbstgerecht war, um einfach zu nehmen, was sich direkt vor seiner Nase befand und Granger war wirklich zu klug, um sich auf einen dämlichen Dreckskerl wie das Wiesel einzulassen. Sie sollte es dennoch tun. Das Wiesel wäre dumm genug, sie zu nehmen und vielleicht könnte man dann wenigstens ihre Enkel wieder als Reinblüter bezeichnen. Natürlich würde Weasley selbst Dummheit in die Gene einfließen lassen, aber dieses Opfer sollte sie für die größere Sache ruhig bringen. Merlin wusste, dass die Weasleys in ihrem Stammbaum durchaus Verstand gebrauchen können, egal, wer die Quelle war.

Er schweifte ab. Er schloss seine Augen, als ihn ein erneutes Zittern aus Selbstverachtung, gemischt mit lustvoller Erinnerung, durchlief.

Was ihn am meisten störte, war, dass er vergessen hatte, wer und was sie war. Er war zu ihr ebenso sanft gewesen wie zu Pansy, als sie damals das erste Mal miteinander geschlafen hatten. Zur Hölle, sogar noch rücksichtsvoller, da er diesmal besser wusste, wie er vorzugehen hatte. Er hatte sogar versucht, sie von ihrem Schmerz abzulenken. Er stöhnte laut, als er bemerkte, dass er wahrscheinlich ein Mal hinterlassen hatte; es war kein vorsichtiger Biss gewesen. Nicht, dass sie seine Anstrengungen zu schätzen gewusst hatte. Schließlich entschied er sich, dass es keine Rolle spielte, auch wenn der Gedanke, ein Mal auf diesem bestimmten Mädchen zu hinterlassen, einfach falsch erschien. Schlimmer als falsch; krank.

Egal. Aber wenn er schon mit Granger schlafen musste, warum konnte er sie nicht einfach… nehmen, anstatt auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen wie irgendein Narr, der sich tatsächlich um sie sorgte?

Er kannte die Antwort darauf.

Sie hatte ihn verführt, sich an ihn rangemacht wie eine kleine Schlampe, obwohl er sehr deutlich gezeigt hatte, dass er wollte, dass sie verschwand. Sie hatte seinen Verstand mit Lust benebelt und ihn seinen Hormonen ausgeliefert. Er war vielleicht in seinem eigenen Haus beliebt, dennoch geschah es nicht jeden Tag, dass Mädchen sich für ihn auszogen, ihn einluden, zu tun, was er wollte, und seine Annäherungen mit solcher Hemmungslosigkeit beantworteten. Pansy mochte ihn scheinbar ganz gern und sie hatten es ein paar Mal getan, aber es schien eher, dass sie es getan hatte, weil er es wollte, und nicht, weil sie es wollte. Sie wollte einfach seine Freundin sein.

Granger, andererseits, wollte überhaupt nichts von ihm. Trotzdem hatte sie es nicht für nötig gehalten, ihre Bedürfnisse zu verbergen. Sie hatte so rückhaltlos reagiert, dass er einfach testen musste, wie weit er gehen, sie berühren, sie beobachten konnte, wie sie sich unter ihm räkelte und ihn anbettelte, sie zu nehmen… Bald war es zu spät gewesen, um umzukehren. Er hatte gewiss nicht die nötige Willensstärke und sie komischerweise auch nicht. Er hatte gedacht, dass Mädchen vernünftig wären und nein oder Ähnliches sagen würden.

Sie hatte sich an ihn gekrallt und ziemlich tiefe Spuren auf seinem Rücken hinterlassen, die immer noch brannten und teilweise an seiner Kleidung klebten. Er bezweifelte, dass sie überhaupt gemerkt hatte, was sie tat, und er hatte das sichere Gefühl, dass er die Spuren unter keinen Umständen Pansy sehen lassen sollte. Es hatte ihm zu jenem Zeitpunkt jedoch überhaupt nichts ausgemacht. Er hatte genussvollen Schmerz erfahren und in dem Gefühl geschwelgt.

Er spürte, wie seine Erregung wieder wuchs und errötete leicht, blickte sich um. Er war immer noch allein.

Sein Orgasmus war eine der intensivsten Erfahrungen seines Lebens gewesen. Das Gefühl hatte ihn ertränkt und beinahe ehrfürchtig zurückgelassen. Bis er realisiert hatte, was und mit wem er es getan hatte. Diese Feststellung hatte jedoch weitaus länger gebraucht als sie sollte.

Galle stieg in seinen Hals und er unterdrückte sie. Der Unterschied musste wirklich nur im Blut liegen, denn bis zu jenem Zeitpunkt hatte sie sich wie jede beliebige andere Hexe angefühlt. Sie sah auch so aus, wie jede beliebige Hexe. Sie war nicht herausragend schön, hässlich jedoch auch nicht. Wenn sie eine Reinblüterin oder gar ein Halbblut, und auf keinen Fall eine Freundin von Potter gewesen wäre, hätte es ihm vielleicht gar nicht so viel ausgemacht. Wenn sie reinblütig wäre, hätte er sie hinterher vielleicht sogar gefragt, ob sie mit ihm ausgehen möchte. Okay, er gab es zu, er hätte die Chance, das Ganze zu wiederholen, niemals ausgelassen. Er spürte sogar einen Stich des Bedauerns, da es nie wieder passieren würde - einen Stich, den er ganz schnell vergrub.

Was er nicht verstand, war ihre Reaktion. Sicher, sie mochte ihn nicht besonders. Sie behauptete, ihn zu hassen und vielleicht tat sie es auch, obwohl offensichtlich nicht so sehr wie er sie hasste. Sie musste irgendetwas an ihm mögen, um sich ihm so an den Hals zu werfen. Mädchen schliefen nicht einfach so mit jemandem, außer sie wollten etwas Bestimmtes oder hatten Gefühle für die Person. Merlin, er hoffte, dass es nicht so war! Für wen hielt sie sich, ihn anzusehen, als ob ihm plötzlich zwei weitere Köpfe wachsen würden und er sie sprichwörtlich auffressen würde? Er war derjenige, der sich herabgelassen hatte, nicht sie. Er war ein Malfoy. Er entstammte einer der ältesten, am meisten geschätzten und mächtigsten Familien, die in der Magischen Welt bekannt waren. Seiner Meinung nach sollte sie sich geehrt fühlen, dass er ihr seine Aufmerksamkeit widmete. Auch wenn die Aufmerksamkeit ungeplant und zu einem großen Teil unfreiwillig war.

Als er den Slytherin-Gemeinschaftsraum erreichte, war er wieder ein wenig gefasster. Er konnte nichts dagegen tun; er musste einfach vergessen, dass es jemals geschehen war. Er hoffte, dass sie es für sich behielt, sonst würde er es ihr heimzahlen.

*****

Am Tag darauf stellte er fest, wie er schnell immer wütender wurde. Woher nahm Granger sich diese Frechheit? Er hatte sie fast den ganzen Tag beobachtet, um zu sehen, ob sie jemandem davon erzählte, und ein-, zweimal versucht, ihren Blick aufzufangen, um sie daran zu erinnern, was passieren würde, wenn sie tratschte, aber das kleine Miststück sah ihn nicht einmal an. Sie lebte mit ihren tugendhaften, kleinen Freunden weiter, als ob er nicht existierte und sie nicht noch vor ein paar Stunden total wild auf ihn gewesen war. Er beschloss, zu ignorieren, dass es eigentlich genau das war, was er gewollt hatte. Sein Ego war verletzt und an irgendwem musste er es auslassen. Goyle anzumotzen war einfach nicht zufriedenstellend.

Zwischen den Unterrichtsstunden entdeckte er das Trio im Korridor und entschied, dass es an der Zeit war, etwas Spaß zu haben. Mit seinen beiden vertrauten - oder eher zu-dumm-um-wahr-zu-sein-aber-immer-noch-manchmal-sehr-nützlichen - Bodyguards im Gepäck, lief er auf Potter und Konsorten zu.

„Schönen Tag, Potter, Wiesel… Granger“, sagte er fast fröhlich und bemerkte verärgert, dass sie ihn immer noch nicht ansehen wollte. „Gute Vorstellung gerade, Wiesel. Gut zu wissen, dass du die stolze Familientradition konstanter Dummheit fortsetzt, die letztlich zu einem andauernden Mangel an monetären Mitteln führen wird. Es ist sicher nicht immer leicht, dem Namen Weasley gerecht zu werden.“ Er hielt erwartungsvoll inne und wartete gespielt auf eine Reaktion, doch als Weasley ihn, wie vorhergesehen, nur fragend ansah, ließ er sich dazu herab, ihn aufzuklären. „Ich habe gesagt, dass du im Unterricht genau so ein Versager bist wie im wirklichen Leben. Wirklich, Weasley, man braucht Talent, um so talentlos zu sein, wie du es bist.“

Er grinste und trat zurück, als Weasley, wie bezweckt, auf ihn stürzte, und war nur ein wenig enttäuscht, dass Granger ihn scheinbar zurückhalten konnte, bevor Crabbe und Goyle ihren Spaß mit ihm haben konnten. Er verengte seine Augen zu Schlitzen als er sah, wie Granger ihren Körper vollständig gegen Weasleys presste und ihm wütend ins Ohr flüsterte. Potter versuchte ebenso, Weasley zu beruhigen, legte ihm jedoch nur eine Hand auf die Schulter, während er Draco mit seinem Blick durchbohrte.

„Alles klar, Granger?“, feixte Draco. „Ist er Manns genug für dich oder bräuchtest du ein wenig… außerschulische Befriedigung?“ Er ließ seine Augen träge über ihren Körper wandern, obwohl er absolut nichts unter dem lockeren Umhang erkennen konnte. Crabbe und Goyle kicherten, hatten es also tatsächlich geschafft, seine Bemerkung zu verstehen.

Hermine errötete, während Wut in ihre Augen trat und sie ihn endlich ansah. „Lass mich wissen, wenn du einen Mann findest, der die Anforderungen erfüllt“, sagte sie mit einem finsteren Blick. Er war beeindruckt. Seine Rowdys johlten. Dann schaffte sie es, ihre beiden Freunde unter großer Anstrengung, da sie beide über seine Anspielung gegenüber ihrer lieben, nicht-länger-jungfräulichen Freundin entsetzt waren, fort zu bewegen. Wenn sie nur wüssten… Er wünschte, er könnte sein Wissen nutzen, um sie zu provozieren, aber das stand leider außer Frage.

Als sie ihr krauses Haar zurückwarf, bemerkte er ein sehr markantes Mal auf ihrem Hals. Er grinste, was Crabbe als ein Zeichen sah, heftig zu lachen, woraufhin Goyle sofort einstimmte. Granger drehte kurz ihren Kopf, um ihn verachtend anzusehen.

*****

Das Leben und der Unterricht liefen ungerührt weiter, jeder Tag mehr oder weniger das Gleiche wie sein Vorgänger. Draco war gelangweilt, wirklich gelangweilt. Pansy betete ihn immer noch an und er ließ es zu. Wer würde so was nicht mögen? Dennoch ging sie ihm manchmal mit ihrer Schwärmerei auf die Nerven und er wich ihr aus, nur ein wenig. Wenn er jemanden gewollt hätte, der jeden seiner Schritte pries, hätte er seine Mutter mitgebracht.

Während der nächsten paar Tage schlief er nicht mit Pansy, da die Kratzer auf seinem Rücken immer noch nicht ganz verblasst waren. Zumindest sagte er sich das. Was näher an die Wahrheit herankam, war, dass er sich zu dreckig fühlte und keine noch so große Anzahl von Duschen schien das Bewusstsein, mit wem, oder eher mit was, er zusammen gewesen war und wie sehr er es genossen hatte. Näher an der Wahrheit, ja, aber nicht den Nagel auf den Kopf treffend. Er hasste es, vor sich zuzugeben, dass er, wenn er seine Augen schloss, Fantasien über das Ereignis hatte. Wenn Pansy auf ihn zukam und ihm jede Freiheit anbot, die er wollte, konnte er nicht anders, als den Unterschied zwischen ihrem „Aufgeben“ und Grangers Forderung danach festzustellen. Der Gedanke erregte ihn jedes Mal sofort, wenn er daran dachte - was öfter vorkam, als ihm lieb war - und ließ ihn mit einer Erektion in Kombination mit einem üblen Nachgeschmack im Mund zurück.

Er zerstörte sogar meistens sein Verlangen, Menschen herumzuschubsen. Sehr widersprüchlich zu seiner Lebenseinstellung. Er konnte es nicht erwarten, dass die Kratzer endlich vollständig verschwanden und er wirklich anfangen konnte, so zu tun, als wäre nie etwas passiert. Ohne den körperlichen Beweis würde sich sicher alles verlaufen. Er wäre in der Lage, mit Pansy zusammen zu sein und herausfinden, dass Granger gar nicht so perfekt war.

Eines Tages lief er nach dem Unterricht einen Gang in Richtung Bibliothek entlang, in seine Gedanken versunken und sich nur um seine Angelegenheiten kümmernd, und stolperte über eine Drittklässlerin, die einfach seinen Weg gekreuzt hatte, als jemand „Hey! Malfoy!“ rief.

Draco blieb auf der Stelle stehen, als er sah, wer ihn angesprochen hatte, und grinste. „Hallo, Potter. Einsam ohne deine Freunde, oder nicht? Sind sie deinen großen, vernarbten Kopf endlich Leid und haben dich fallen lassen?“

„Ich habe nur überlegt“, sagte Potter und kam auf ihn zu, „was Voldemort neulich deine Mami hat machen lassen.“

Draco zuckte bei dem Namen und lächelte falsch. „Klingt fast so, als würdest du andeuten, dass meine Mutter unter dem Imperius steht. Ich kann dir versprechen, dass dem nicht so ist.“

Potter schüttelte seinen kopf. „Nein, ist sie nicht. Sie hat selbst gewählt, Voldemorts Werkzeug zu sein, nicht wahr? Seine Drecksarbeit zu erledigen, hinter deinem Vater aufzuräumen, ihm ihren einzigen Sohn anzubieten. Erzähl mal, Draco“, er kam sogar noch näher. „Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass deiner Mutter ihre eigene Haut wichtiger ist als du?“

„Du hast keine Ahnung, wovon du sprichst!“, knurrte Draco. „Immerhin sorgt meine Mutter sich genug, um am Leben zu bleiben anstatt einen verlorenen Kampf zu kämpfen. Erzähl mal, Potter, wie fühlt es sich an, zu wissen, dass deine Mami lieber sterben würde, als dein hässliches Gesicht noch länger sehen zu müssen?“

Der Ausdruck auf Potters Gesicht war unbezahlbar.

Draco bohrte nach. „Nicht, dass sie sonst lange gelebt hätte, ein Dreckstück wie sie. Ich nehme an, dass du dich deshalb gerne mit Schlammblütern und Blutsverrätern umgibst. Um dich an Mami und Papi zu erinnern. Klappt es? Sind sie dreckig genug?“

„Lass es uns austragen, Malfoy“, stieß Potter hervor. „Hier und jetzt“, er zog seinen Zauberstab.

Draco wich zurück und zog schnell seinen eigenen Zauberstab. „Ich hoffe, ich darf zusehen, wenn er euch tötet!“, erzählte er.

„Ach ja?“, ertönte eine sanfte Stimme links hinter ihm. Draco fuhr herum, um Granger zu entdecken, mit kalten Augen und auf ihn gerichteten Zauberstab, während Potter ihn mit einem lauten „Expelliarmus“ entwaffnete. Mist. Er entschloss, es durchzustehen. Granger hatte bereits genug Schwäche für ein ganzes Leben in ihm gesehen.

„Versteckst du dich jetzt hinter dem Muggel?“, fragte er Harry. „Du hast schon immer wie der Typ gewirkt, der sich hinter anderen versteckt und auf eine Chance wartet, als Held dazustehen. Und gute Wahl! Die Welt wird sie nicht vermissen, wenn jemand sie endlich beseitigt.“ Er ignorierte den wütenden Blick Harrys und betrachtete das Mal auf Hermines Hals, blasser, aber immer noch sichtbar. „Was ist das da?“, fragte er und trat auf sie zu, als ob er das Mal untersuchen wollte, woraufhin sie ihren Zauberstab und ihr Kinn anhob. „Hat es wohl schon jemand versucht? Ich würde ihm applaudieren, aber nachdem er versagt hat, ist es das nicht wert, oder?“

Draco ignorierte was auch immer Potter hinter ihm verärgert hervor spie und konzentrierte sich auf Granger. Sie war dabei, zu antworten, ihre Augen verengten sich gereizt, als eine unverkennbare, kalte Stimme hinter Draco und Potter sagte „Was geht hier vor?“

Draco konnte nichts gegen sein breiter werdendes Grinsen tun und drehte sich zu Professor Snape um, der Potter so missbilligend wie schon immer ansah. Hinter sich spürte er eher, als dass er es sah, wie Granger eilig ihren Zauberstab versteckte. „Er hat mich angegriffen, Sir“, sagte er in seinem besten beleidigten Tonfall. „Ich habe mich nur um meine Angelegenheiten gekümmert, als er mich plötzlich mit seinem Zauberstab angriff.“

Der Professor sah Potter aus zusammengekniffenen Augen an. „20 Punkte Abzug für Gryffindor und eine Woche Strafarbeit ab sofort.“ Als Harry wirkte, als ob er widersprechen wollte, hob Snape kaum sichtbar eine Augenbraue und er verstummte. Malfoy frohlockte jetzt geradezu.

„Und Miss Granger?“, fragte der Professor in Bezug auf Hermine, die scheinbar versuchte, sich hinter Draco zu verstecken. „Hat sie Mr. Potter in irgendeiner Form geholfen?“

Draco dachte eine Sekunde nach und zuckte dann mit den Schultern. „Nein, Professor. Außer sie bezeichnen es als Hilfe, ihn anzuschreien, dass er aufhören soll, Ärger zu machen.“ Er war sich des überraschten Ausdrucks auf Potters Gesicht durchaus bewusst und grinste nur als Antwort.

Snape nickte und akzeptierte die Antwort. „Auf geht's Potter“, sagte er und schob ihn vor sich her. Als er auf einer Höhe mit Draco war, warf Harry ihm einen äußerst gemeinen Blick zu, lief jedoch gehorsam weiter.

„Braver Junge“, murmelte Draco gerade laut genug für Potters Ohren. Er ignorierte ihn, ebenso wie Professor Snape, doch ging die unauffällige Anspannung in Potters Rücken, die bestätigte, dass er es gehört hatte, nicht an Draco verloren.

Draco hatte sich seit Tagen nicht mehr so gut gefühlt. Er genoss das Gefühl einige Sekunden und drehte sich dann seufzend zur Hauptangelegenheit um. Granger. „Ich glaube, das Wort, dass du suchst, heißt 'Danke'“, half er ihr, als sie ihn nur finster anstarrte.

Es schien sie aus ihrer Starre zu reißen. Sie schnaubte angewidert und machte auf dem Absatz kehrt, als sein Arm hervor schoss und sie aufhielt.

„Wohin, denkst du, gehst du?“, fragte er. „Das war keine Durchgangserlaubnis.“

Sie schenkte ihm ihren am meisten genervten Blick. „Also sag mir bitte, wie ich mir diese Ehre verdienen kann.“

„Ein 'Danke' wäre schon einmal ganz nett für den Anfang.“

„Nein.“ Ihr Gesicht war eisern und entschlossen.

„Nein?“, fragte er nicht wirklich überrascht.

„Nein. Ich würde lieber jeden Tag für den Rest des Halbjahres nachsitzen, als auch nur ein einziges Mal 'Danke' zu dir zu sagen!“

„Aua“, sagte er lässig. „Vorsichtig, Granger, du könntest meine Gefühle verletzen.“ Sie schnaubte. „Weißt du“, fuhr er ebenso informell fort, „diese vulgären Laute, die du von dir gibst, machen dich nicht gerade annehmbarer.“

„Was willst du wirklich?“, explodierte sie schließlich zu seiner großen Genugtuung.

„Nun, zuerst einmal möchte ich diese Diskussion nicht hier auf dem Gang führen“, sagte er und blickte sich um. „Es muss einen ungestörteren Ort geben.“

Sie sah ihn plötzlich mit großer Besorgnis an und versuchte, langsam zurückzuweichen.

„Oh, lass das, Granger“, sagte er genervt. „Dafür brauche ich dich nicht.“ Er ignorierte die Tatsache, dass sein eigener Puls sich bei der Andeutung beschleunigt hatte und nur zu vertraute Bilder durch seinen Kopf blitzten.

„Was dann?“, schoss sie zurück und errötete leicht.

„Hier rein“, sagte er und zog sie zum nächsten Raum, ließ sie jedoch los, als sie ihren Arm fortriss. Ein weiteres Klassenzimmer. Komisch, wie es fast nichts anderes hier gab. Er überlegte kurz, die Tür zu verschließen, entschied sich jedoch dagegen, da jeder, der sie öffnen wollen würde, gleich vermuten würde, dass sie etwas Verbotenes taten. Was sie nicht taten. „Also“, sagte er. „Warum hast du das getan?“

Sie sah ihn verwirrt an. „Was?“

„Warum hast du mir deinen jungfräulichen Schlammblut-Körper geopfert?“, fragte er geduldig und stellte erst jetzt fest, wie sehr ihn diese Frage beschäftigt hatte.

„Oh. Das.“ Sie wich seinem Blick aus. „Keine Ahnung.“

Aha! Sie sah ein, dass es ihr Fehler war. „Hast du es getan, weil du in mich verknallt bist? Glaub mir, das würde ich verstehen“, sagte er sarkastisch.

Das richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn. „Nein“, stellte sie deutlich fest. „Wenn das der Fall wäre, hätte ich mich lieber umgebracht, als…“, sie sah wieder weg, wurde rot.

„Nun, dann darf ich wohl sagen, dass wir alle traurig sind, dass das nicht der Fall ist“, antwortete er kühl.

Wieder schaffte er es, sie wütend genug zu machen, dass sie ihn ansah. „Wie ist es mit dir?“, fragte sie selbstgefällig.

„Ich?“ Er runzelte die Stirn, verstand nicht, worauf sie hinaus wollte.

„Ja, du warst auch beteiligt, soweit ich mich erinnere.“

Vergessenszauber gingen ihm durch den Kopf. Er sollte darüber nachdenken. „Du kannst nicht erwarten, dass ich rechtfertige, was ich tue, wenn sich ein Mädchen vor mir auszieht!“

„Oh, du kannst also nicht verantwortlich gemacht werden, aber ich schon?“

Erleichtert, dass sie es kapiert hatte, sagte er, „Genau!“

„Du bist so ein verzogener Mistkerl!“, beschimpfte sie ihn verärgert. „Du bist genauso verantwortlich für das, was passiert ist, wie ich!“

„Ich?“, sagte er ein wenig zu laut. „Was habe ich denn getan?“

„Zuerst hast du mich in einen dunklen, verlassenen Raum gezogen -“

„Das führt nicht automatisch zu -“

„Und dann“, unterbrach sie ihn, „hast du dich auch noch auf mich gelegt!“

Das hatte er getan. Er errötete. Aber sie verstand alles ganz falsch, verdammt, so war es gar nicht gewesen. „Ich habe nur versucht, dir Angst zu machen; du hättest mich nur wegschubsen sollen.“

„Hab. Ich. VERSUCHT.“ Sie war praktisch außer sich vor Wut. „Ich habe dich sogar gebeten, mich loszulassen, weißt du noch?“

Unglücklicherweise ja. „Gut“, sagte er ungeduldig. „Das war meine Schuld. Aber dann bin ich runter von dir und habe gesagt, du sollst gehen, wie erklärst du das?“ Er wusste, dass er sie jetzt hatte.

„Warum bist du nicht gegangen?“ Ihre Stimme war trügerisch ruhig.

Selbst darauf hatte er eine Antwort. „Ich war nicht in der Verfassung. Jemand hätte mich sehen können.“

Sie machte wieder ein angewidertes Geräusch. „Bitte, dein Umhang war schnell wieder repariert.“

Draco lehnte sich näher und sagte in theatralischem Flüsterton, „Es war nicht mein Umhang, den niemand sehen sollte.“

„Wieso denn da -“ Erkenntnis zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab und ihr Mund formte lautlos ein O. Dann schüttelte sie ihren Kopf. „Dich hätte sowieso niemand gesehen“, schimpfte sie. „Es war schon spät und das weißt du!“

„Denkst du wirklich, ich würde riskieren, dass jemand mitbekommt, dass ein Muggel-Mädchen das bei mir verursacht hat, egal, wie gering das Risiko ist?“

Granger starrte ihn mit offenem Mund an. „Du bist einfach unglaublich!“

„Nun, glaub es!“, sagte er.

„Du glaubst also, dass deine Erektion“, sagte sie und Draco zuckte in Erinnerung an den sichtbaren Beweis seines Zustandes zusammen, „dir jede Schuld aberkennt?“

„So ziemlich“, bestätigte er.

„Nun“, sprach sie durch zusammengebissene Zähne, „tut sie nicht. Es gab unzählige andere Wege, mit der Situation umzugehen, du hättest -“

„Vor dir wichsen können?“, schlug er vor. „Ja, ich habe mir schon immer gewünscht, dass meine Würde auf so langsame und schmerzhafte Art stirbt.“

„Es aussitzen können“, sagte sie, als ob er sie nicht so unhöflich unterbrochen hätte.

„Es ist so, Granger“, sagte er mit seiner geduldigsten Stimme. „Wenn ein Mädchen nackt vor dir steht und dich berührt… ist aussitzen nicht mehr wirklich eine Option.“

Die Röte, die ihre Wangen herauf kroch, zeigte ihm, dass sie endlich verstanden hatte. „Trotzdem…“, sagte sie schwach.

„Egal, Granger, du hast meine Frage nicht beantwortet. Warum hast du es getan? Du hattest eindeutig keine Erektion und dein Umhang war unzerstört.“ Sie wand sich bei dem Gedanken, dass sie seine Kleidung auseinander gerissen hatte, während er nichts dergleichen getan hatte. Gut. Soviel dazu, dass er Schuld war.

„Ich weiß es wirklich nicht“, stieß sie hervor. „Ich war so wütend und dann…“, sie schüttelte ihren Kopf. „Ich denke, unsere Hormone haben uns vergessen lassen, was“, sie sagte dieses letzte Wort voller Verachtung und Abscheu, „wir getan haben.“

Hormone. Ja. Warum nicht? Es war bisher die beste Erklärung, obwohl sie nicht völlig zufriedenstellend war. Aber warum klang sie so angewidert? „Versuch nicht mal, mich zu täuschen“, warnte er. „Ich weiß, dass es dir sehr viel Spaß gemacht hat.“

Mit einem tieferen Rotton im Gesicht hob sie ihr Kinn und blickte ihn herausfordernd an. „Dir auch.“

„Ich bin ein Kerl.“

„Und?“

„Männer würden mit allem Möglichen Sex haben und es immer noch mögen. Manchmal sogar mit Schlammblütern.“ Daran hatte er bisher wirklich noch nicht gedacht. Gutes Argument. Hut ab für diese Gedankenstütze.

Hermine rollte mit den Augen. „Oh, so ein Unsinn! Wer sagt, dass ein Mädchen nicht genau so mit jedem Typen Spaß haben kann, den sie will?“ Und nur als Ergänzung, „Oder nicht will?“

„Können sie“, räumte er ein. „Wenn es Schlampen sind. Bist du eine Schlampe, Granger?“, fragte er mit trügerisch sanfter Stimme.

„Anscheinend nicht mehr als jeder Mann“, blaffte sie. „Sind wir jetzt fertig? Ich habe Wichtigeres zu tun, zum Beispiel Krummbein dabei zu beobachten, wie er seinem eigenen Schatten nachjagt.“

„Das wäre tatsächlich dein wichtigstes Vorhaben, nicht wahr?“, sagte er und zog eine Augenbraue hoch. „Ich wage zu sagen, dass du mir danken solltest, weil ich dir geholfen habe, deine Jungfräulichkeit loszuwerden. Es war weder für diese, noch für die nächste Dekade vorgesehen, oder?“ Er beobachtete, wie die Bemerkung sie traf und ihre Augen verdächtig zu glänzen anfingen.

„Du wirst jetzt nicht losflennen, oder?“, fragte er angewidert. „Ich bin wirklich nicht in Stimmung für -“ Er wurde unterbrochen, als sie ihn ansprang.

„Du Idiot!“, kreischte sie und hämmerte mit ihren Fäusten gegen seine Brust, seinen Bauch und überall hin, wo sie hinkam. „Du unglaublicher Trottel! Dreckschwein! Mistkerl!“

Obwohl ihre Fäuste ihm wirklich wehtaten, konnte Draco nicht anders, als loszulachen, während er ihren schlimmsten Schlägen auswich, was er auch fröhlich schaffte, bis sie versuchte, seinen Schritt zu treffen, was ihn sofort zur Besinnung brachte. „Schluss jetzt“, sagte er und packte ihre um sich schlagenden Arme. „Keine schmutzigen Tricks.“

„Warum nicht“, fragte sie voller Verachtung, ihre Augen immer noch schimmernd, ihre Emotionen jedoch schon besser unter Kontrolle. „Es scheint dein hervorstechendstes Merkmal zu sein.“ Ihr Gesicht errötetet auf eine Art, die ihn auf unangenehme Weise daran erinnerte, wie sie unter ihm gelegen hatte.

„Gut, ja“, sah er ein. „Aber du solltest für das 'Gute' kämpfen und… Muggel und… Hufflepuff.“ Er rümpfte angewidert die Nase.

„Sicherzustellen, dass du dich niemals fortpflanzen wirst, wäre für das Allgemeinwohl!“, sagte sie neutral.

Für einen Moment stand er stocksteif da und brüllte dann „SCHEISSE!“

Hermine zuckte zusammen. „Diese Bemerkung kann dich nicht wirklich überraschen“, murmelte sie sarkastisch und versuchte, freizukommen, da seine Hände sich nun schmerzhaft um ihre Oberarme klammerten.

„Granger“, sagte er unangenehm nachdrücklich. „Hast du einen Schutzzauber gesprochen?“

„Wann?“, fragte sie und versuchte, sich freizukämpfen, wobei sie ignoriert wurde.

„Wann glaubst du wohl?“, schrie er und schüttelte sie ein wenig. „Hast du einen Schutzzauber gesprochen?“

Verwirrt starrte sie ihn böse an, weil er sie wie eine Puppe behandelte und sie in Grund und Boden schrie. „Nein, natürlich nicht. Du hast mir keine Gelegenheit gegeben. Abgesehen davon: Meinst du nicht, dass du das vielleicht inzwischen gemerkt hättest?“

„Was?“ Er schüttelte seinen Kopf verständnislos. „Ich meine einen Verhütungszauber.“

Langsam dämmerte es ihr. „Oh. Du meinst so was wie die Pille? Nein. Kannst du mich jetzt vielleicht loslassen?“

Er ließ sie los, als hätte er sich an ihr verbrannt. „Was meinst du mit 'Nein'? Jeder weiß, dass sich das Mädchen darum kümmern muss!“

Hermine kochte vor Wut. „Du solltest deine Stereotypen demnächst noch mal überdenken“, sagte sie, ihre Stimme kaum gelassen. „Es gab mehrere Gründe, warum ich nicht konnte, mal abgesehen von der offensichtlichen Tatsache, dass du mich ruhig gestellt hattest. Erstens: Ich kenne ihn nicht.“

„Was soll das heißen, du kennst ihn nicht?“, fragte er und ignorierte passender Weise den Teil mit dem Ruhigstellen.

„Wir lernen ihn erst mit 17.“

„Das weiß ich. Aber das hat Pansy nicht davon abgehalten -“ er zögerte etwas wegen dem bedrohlichen Funkeln in ihren Augen, fuhr dann aber schadenfroh fort. „Aber das hat Pansy Parkinson nicht davon abgehalten, ihn zu kennen. Sie hat ihn jedes Mal gesprochen, wenn ich mit ihr geschlafen habe.“ Es war natürlich völlig unnötig, das so zu betonen, aber er fand es gab dem ganzen eine nette Note.

„Vergleich mich NICHT mit dieser Slytherin-Hure!“, zischte sie sehr untypisch für sie.

„Ts, ts, diese Sprache“, sagte er. „Aber ich werde es tun, weißt du, weil sie meine Slytherin-Hure ist, du meine Gryffindor-Hure bist und ich jetzt nur noch eine Ravenclaw-Hure finden muss. An Hufflepuff ist natürlich nicht einmal zu denken.“ Er stellte befriedigt fest, dass sie vor Wut bebte. Sie mochte Pansy also wirklich nicht. Gut zu wissen! „Also, erklär mir noch mal, warum du ihn nicht kennst?“

„Ich muss ihn bisher nicht wissen.“

„Nun, offensichtlich schon.“

„Warum hast du ihn nicht gesprochen?“

„Ich kenne ihn nicht.“

„Du hast gerade gesagt, Pansy hat ihn immer gesprochen!“

„Denkst du wirklich, dass mein Kopf in solchen Momenten auf den Spruch gerichtet ist? Vielleicht wird deswegen mehr Vertrauen in die Mädchen gesteckt.“

„Du großer, fetter Troll“, sagte sie. „Aber egal. Wir brauchen keinen.“

Erleichterung beschrieb nicht annähernd, was er fühlte. „Oh, gut! Also nimmst du so ein…“ Er winkte vage mit der Hand. „Muggel-Ding?“

„Nein.“

„NEIN? Du hast hoffentlich eine wirklich gute Erklärung, warum du glaubst, das wir das nicht brauchen, denn ich werde ganz sicher nicht die uneheliche Nebenwirkung eines verrückten Zwischenfalls, den ich mit einem Schlammblut hatte, willkommen heißen!“ Er knurrte wütend.

Abgesehen davon, dass er wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes umgebracht werden würde, wenn es passierte. Der Gedanke traf ihn wie ein Schlag und er spürte, wie sich Übelkeit erregende Angst und Panik in seinem Magen ausbreiteten.

„Wenn du einfach den Mund halten würdest, könnte ich es dir erzählen!“, sagte sie unhöflich. „Nach Teenager-Probleme und -Sorgen auf Hogwarts -“

„Was?“

„Halt die Klappe! - gab es einige Problem in… dieser Sache vor ein paar Jahren. Ein paar Schüler und sogar ein Lehrer mussten plötzlich gehen. Am Ende entschieden sie, einen Zauber auf die Schule zu sprechen, der verhinderte, dass eine Schwangerschaft eintreten könnte.“

Das war ihr toller Grund, sich keine Sorgen zu machen? Er war tot. Stöhnend lehnte er sich an die Wand. „Granger, hast du dir schon einmal überlegt, dass, falls das stimmen sollte, jemand davon wüsste?“

Sie runzelte die Stirn. „Jemand weiß es. Ich wette, Dumbledore.“ Sie rollte mit den Augen, als er sie verärgert ansah. „Du sagst also, dass es nicht wahr sein kann, weil Pansy nichts davon weiß? In dem Fall wäre die Welt auch nicht rund und Bücher nicht zum Lesen da.“

„Aber irgendjemand wüsste es doch“, sagte er hitziger und ignorierte ihren Seitenhieb auf Pansy, der - ehrlich gesagt - ziemlich treffend war. „Es gäbe ein Gerücht. Geflüster in den Gängen.“

„Nein“, sagte sie ruhig. „Es ist ein Geheimnis. Oder war, bis ich dieses Buch gefunden habe. Als Madam Pince mich damit erwischt hat, hat sie es konfisziert und ich konnte es seitdem nicht mehr finden. Sie wollen nicht, dass wir davon wissen, aus moralischen Gründen.“

„Naja, wir werden es ja bald wissen, nicht wahr“, stöhnte er elendig, schloss seine Augen, um sie auszuschließen und lehnte seinen Kopf an die Wand. Er zitterte. Er spürte die ihm nur allzu vertraute Galle wieder in seinen Hals steigen und musste mehrmals heftig schlucken. Er fragte sich, in wie vielen Stücken man ihn finden würde, wenn seine Ängste sich bewahrheiteten. Er überlegte sich, dass es wohl davon abhing, wer ihn zuerst finden würde; sie oder sein Vater, aber nach einiger Überlegung kam er zu dem Schluss, dass es wohl aufs Gleiche hinauslaufen würde.

„Ich würde mir keine Sorgen machen“, sagte sie leichthin. „Es gibt immer noch Auswege.“

„Zum Beispiel“, sagte er mit immer noch geschlossenen Augen.

„Das müssen wir nicht besprechen, denn selbst, wenn es keinen Zauber gäbe - was nicht der Fall ist - und es ein Risiko gäbe - was nicht der Fall ist - wäre dieses Risiko so verschwindend gering, von einem Mal schwanger zu werden, vor allem zu diesem Zeitpunkt meines Zyklus!“

Ihre Worte beruhigten ihn ein wenig. Er wusste nicht, was sie mit 'Zyklus' meinte, aber sie hatte Recht. Kein Grund zur Panik. Noch nicht. Und wenn er Pech hatte, konnte er immer noch hoffen, dass sie die Treppen herunter fiel. Vielleicht könnte er da sogar nachhelfen. Dieser Gedanke heiterte ihn ungemein auf.

Ohne Warnung öffnete sich die Tür und ließ eine kleine Gruppe Ravenclaw-Mädchen herein. Er grinste, während er an das dachte, was er vorhin noch darüber gesagt hatte, dass er auch noch so eine bräuchte. Diese hier waren jedoch noch etwas jung.

„Oh, Verzeihung“, sagte eine und wurde rot. „Wir dachten, das Zimmer wäre leer.“

„Ist es“, versicherte Granger, während sie sich umdrehte und das Zimmer verließ.

Warte. Was? Seit wann entschied sie, wann das Gespräch zu Ende war? Er folgte ihr. „Ich war noch nicht fertig“, informierte er sie, als er sie eingeholt hatte.

„Oh, was könntest du möglicherweise noch zu sagen haben?“

„Sag's niemandem.“

Sie rollte mit den Augen.

„Ich meine es so“, sagte er und packte ihren Arm. „Zieh bloß keine Beichte ab, weder jetzt vor deinen Freunden, noch vor dem nächsten Kerl, der einen Stich wagt und dabei entdeckt, dass die Ware bereits beschädigt ist.“ Er beobachtete sie und hoffte auf eine weitere befriedigende Reaktion bei der Erwähnung ihrer verlorenen Unschuld, doch sie enttäuschte ihn, indem sie ihn nur resigniert ansah.

„Oh, was stört dich das?“, sagte sie genervt. „Ich meine, es Harry zu sagen würde -“, sie hielt inne, mit großen Augen, und schlug die Hände vor den Mund.

„Dachtest du wirklich, ich wüsste nicht, wie ich diesen Vorfall einsetzen könnte?“, fragte er ein wenig amüsiert.

„Warum tust du's dann nicht?“, fragte sie und wirkte etwas verängstigt, dass er es wirklich tun könnte.

„Liebend gern, wirklich. Sein Gesichtsausdruck, wenn er hören würde, dass ich seine kleine Freundin gefickt - Aua!“ Sie hatte ihm ziemlich energisch auf die gleiche Stelle geschlagen, die sie schon vorher malträtiert hatte. „Pass auf!“

„Sag nicht dieses Wort“, sagte sie mit eiskalter Stimme. „Und beantworte die Frage!“

„Was? Ficken? Au!“ Sie hatte ihn schon wieder geschlagen. Er dachte ernsthaft darüber nach, sie wieder festzuhalten. „Hör gefälligst auf!“, bellte er, runzelte die Stirn und rieb seine Brust.

„Antworte!“, verlangte sie.

Er dachte nach. Gut, es war keine unverständliche Bitte. „Ich habe sehr viel mehr zu verlieren als zu gewinnen.“ Das war die einfache Antwort.

„Was?“, fragte sie. „Pansy Parkinsons Zuneigung?“

Er grinste, erfreut, dass der Gedanke an Pansy sie ärgerte. „Unter anderem…“

„Ach, keine Sorge“, sagte sie. „Ich wünsche ihr wirklich jemanden wie dich!“

Er hob seine Augenbrauen. „Du wünschst ihr den besten Fick deines Lebens?“

Sie holte wieder aus, doch diesmal war er vorbereitet und fing sie ab, während er seinen Schwung benutzte, um sie an die Wand zu drücken. Er wollte ihr sagen, was er von gewalttätigen Schlammblüterinnen hielt, als er plötzlich ihre feinen Kurven an sich gedrückt spürte. Sein Puls beschleunigte sich, er blickte auf ihre weichen, einladenden Lippen und lehnte sich gerade vor, um sie zu erobern, als sie etwas Unverständliches flüsterte. „Was?“, krächzte er, nicht willig, sich ablenken zu lassen.

„Ich fragte“, wiederholte sie deutlicher, „ob du wirklich hier mitten im Flur ein Schlammblut küssen willst.“

Die Wirklichkeit holte ihn ein und er wich zurück, wieder einmal erfüllt von Selbstverachtung und gründlich angeekelt, dass er sich so leicht ablenken ließ. Ohne ein Wort drehte er sich um und stürmte zu seinem Gemeinschaftsraum, als wäre ihm der Dunkle Lord selbst auf den Fersen.

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Hier jetzt das zweite Kapitel.
Insgesamt sind es 15, ich hoffe, dass ich sie relativ schnell übersetzen kann.

Liebe Grüße
Nitsrek
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