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Silencio

GeschichteLiebesgeschichte / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
10.04.2010
22.06.2010
16
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10.04.2010 4.491
 
Hermine lief schnell, rannte beinahe. Sie war spät dran und Zapfenstreich war bereits vorbei, aber sie konnte dem Drang, in die Bibliothek zu gehen und ein unwichtiges Detail, das sie gequält hatte, nachzuschlagen, und hatte dann, wie üblich, die Zeit vergessen. Während sie die Gänge entlang eilte, murmelte sie keuchend vor sich hin und tat ihr Bestes, sich Wort für Wort an das zu erinnern, was sie gelesen hatte.

„Murtlapessenz stärkt die Fluchabwehr, während -“ Sie rannte geradewegs in einen Körper, der scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war.

„Aua! Pass auf, wo du hinläufst, Malfoy!“, sagte sie verärgert, während sie erfolglos versuchte, an Malfoy vorbeizukommen, um ihren Weg fortzusetzen.

„Sieh einer an. Wenn das nicht Potters kleiner Sidekick ist, ganz allein unterwegs. Nach Zapfenstreich, wenn ich das bemerken darf.“ Draco Malfoy grinste unfreundlich, seine grauen Augen voller Boshaftigkeit. „Ich glaube, das werde ich melden müssen.“

Hermine schnaubte verärgert. „Ach ja? Und wie willst du deine eigene Anwesenheit hier dann begründen? Gib es auf; ohne deine Bodyguards bist du sogar noch weniger Furcht einflößend als sonst.“

Ärger blitzte in seinen Augen auf, doch dann grinste er. „Lieber Bodyguards haben als nur ein Sidekick sein, finde ich. Abgesehen davon mache ich Besorgungen für Professor Snape. Was ist deine Ausrede? Mal wieder unterwegs, um die Welt zu retten?“, lachte er und hielt es scheinbar für einen großartigen Witz.

Hermine rollte mit den Augen und versuchte noch mal, an ihm vorbeizukommen, nur, um durch körperliche Gewalt gegen die Wand geschleudert zu werden. Erzürnt griff sie nach ihrem Zauberstab, doch Malfoy packte problemlos ihre Handgelenke und zog sie über ihren Kopf. „Du hast also keine Angst vor mir?“, höhnte er. „Wenn du auch nur ein wenig Verstand hättest, Schlammblut, wäre das anders. Ich brauche Crabbe oder Goyle nicht. Ich brauche nicht einmal Magie, ich kann dich ganz einfach so töten, wenn du das willst.“

Hermine hörte für eine Sekunde auf, sich ihm zur Wehr zu setzen und schenkte ihm einen gelangweilten, angewiderten Blick. „Dann tu es oder lass mich los. Ich habe keine Zeit für so was!“ Beim letzten Wort zog sie ihr Knie an und verfehlte ihr Ziel, seine wertvollen Reinblüter-Juwelen, nur knapp, da er ein Bein dazu benutzt hatte, sie zu beschützen.

Malfoy stieß einen Fluch aus, der seine Mutter sicher dazu veranlasst hätte, seinen Mund mit Seife auszuwaschen, und stieß, nachdem er ihre beiden Handgelenke in eine Hand genommen hatte, die nächste Tür auf und stieß sie förmlich hinein, was sie bis zur Mitte des Raumes stolpern ließ. Bevor sie ihr Gleichgewicht zurückerlangt hatte, hatte er seinen Zauberstab hervorgezogen und „Accio Zauberstab!“ gerufen, was sie ihrer einzigen Verteidigung beraubte.

Trotz ihrer vorherigen Prahlerei wurde Hermine schnell immer nervöser. Er würde ihr nicht tatsächlich wehtun, oder doch? Er würde sie beleidigen, sicher, sie etwas in die Enge treiben, aber er würde doch nicht hier in Hogwarts einen Unverzeihlichen Fluch auf sie anwenden… oder?

Hermine sah sich nach Möglichkeiten um, wie sie sich schützen oder ihm die Oberhand nehmen könnte, doch es ließ sich nichts finden. Sie waren in einem scheinbar alten Klassenzimmer mit verschraubten Tischen und Bänken. Es wäre völlig dunkel gewesen, wenn nicht der Mond durch die großen Fenster der einen Wand geschienen hätte. Flink lief sie ein paar Schritte, um einen Tisch zwischen ihn und sich zu bringen, was Draco nur noch mehr lachen ließ.

„Oh ja, tolle Idee, Muggel-Ausgeburt“, sagte er lieblich. „Dieser niedrige Holztisch wird sicher jeden Fluch, den ich abfeuere, abwehren. Gut überlegt!“

Hermine spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Sie wusste natürlich, dass der Tisch nicht gegen die Flüche helfen würde; sie wollte nur außerhalb seiner körperlichen Reichweite sein. Die Art, wie er sie problemlos übermannt und entwaffnet hatte, machte sie plötzlich vorsichtig. Sie betete im Stillen, dass Harry oder Ron nach ihr suchen würden, wusste jedoch, dass es nicht so käme. Sie würden korrekterweise annehmen, dass sie die Zeit vergessen hatte, und würden wahrscheinlich ins Bett gehen, ohne nach ihr zu sehen. Sie überlegte, stattdessen zu schreien und öffnete, da sie es für einen guten Einfall hielt, ihren Mund.

„Silencio!“, sagte Malfoy sofort, was sie im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos machte. „So, warum habe ich das nicht gleich getan? Es ist sehr viel angenehmer, nicht deine jammernde, mickrige Stimme hören zu müssen. Du bist nicht so klug, wie jeder annimmt, nicht wahr? Wenn du es wärst, wärst du nicht hier allein mit mir, lautlos und ohne Zauberstab.“ Er lachte wieder.

Hermine stürzte durch den Raum in Richtung Tür, nur um sein „Colloportus!“ in gespielt gelangweiltem Tonfall zu hören. Sie wusste, dass sie vorerst verloren hatte und entweder weiterhin verängstigt herumrennen und ihm diese Befriedigung geben oder sich einfach stellen konnte. Sie drehte sich auf dem Absatz um, lief auf ihn zu und hielt erst an, als ihr Körper fast seinen berührte. Herausfordernd sah sie ihm ins Gesicht und versuchte Versuch's ruhig, Widerling zu kommunizieren.

Malfoy zog sich mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zurück. „Das hier ist keine Anmache, Dreckstück. Bleib mir bloß fern.“ Dann fing er an, seinen Umhang abzuklopfen, als ob sie tatsächlich Schmutz wäre und dreckige Flecken auf ihm hinterlassen hätte.

Sie spürte, wie ihr Gesicht errötete und verengte ihre Augen zu Schlitzen. Der Ärger, der sie durchströmte, ließ sie kaum in Zusammenhängen denken. Er wollte also nicht, dass sie ihn „ansteckte“. Wo doch jeder wusste, dass Abstammung übertragbar war, dachte sie sarkastisch. Abgesehen davon gab es nichts Schlechtes an ihrer Herkunft. Ihre Eltern waren gute, anständige, freundliche, liebende Menschen, die für sie ihr Bestes gaben und ein ruhiges, produktives Leben führten, wohingegen seine Eltern soziopathische Mörder, Todesser, waren. Wenn überhaupt sollte sie Angst haben, dass er das auf sie übertrug.

Stattdessen ging sie einen weiteren Schritt auf ihn zu und lächelte bitterkalt, als er sich wieder entfernte. Und noch einen Schritt. Er schien zu bemerken, was sie vorhatte, als seine Beine gegen das Lehrerpult stießen und errötete schließlich vor Verlegenheit und dann Ärger. Was für ein wütender Junge, dachte sie auch nicht gerade freundlich. Sie behauptete ihre Stellung und lachte geräuschlos, als er plötzlich auf sie zueilte und sie schubste, so dass sie einige Schritte rückwärts stolperte. Als Nächstes würde er die Tür entriegeln und in seinen Gemeinschaftsraum rennen und sie zurücklassen, damit auch sie in Ruhe zu Bett gehen konnte. Er war so vorhersehbar.

Sie kicherte immer noch, als er ihr Handgelenk packte und sie gegen den Tisch stieß, wobei er sehr wahrscheinlich ihren Oberschenkel verletzte, und sie rückwärts auf den Tisch drängte und ihre Handgelenke immer noch im selben eisernen Griff hielt.

So hätte er nicht reagieren dürfen. Ihr Lachen wurde durch ein Stirnrunzeln ersetzt, als sie vergebens gegen ihn ankämpfte, was nur dazu führte, dass er seine Haltung änderte, um ihre Beine mit seinen ruhig zu halten. „Ich werde später duschen und meine Kleidung verbrennen müssen“, knurrte er. „Also kann ich dich genauso gut dafür zahlen lassen!“

Hermine riss ihre Augen weit auf. Er meinte nicht - nein, das würde er nicht tun. Er hatte gerade erst bewiesen, wie er es verabscheute, in ihrer Nähe zu sein, und außerdem würde er von der Schule geschmissen und nach Azkaban geschickt werden. Das würde er nicht riskieren, nicht einfach so. Er machte ihr nur Angst. Ihr Herz schlug fest und schnell und in ihrem Magen spürte sie ein Kribbeln, das sie ihrer Nervosität zuschrieb. Trotz ihrer eigenen Zusicherungen wehrte sie sich mit neuer Kraft gegen ihn.

„Hör auf, zu kämpfen!“, keuchte er und klang ziemlich außer Atem durch die Anstrengung, sie zu halten. Er war nicht so stark, wie sie es befürchtet hatte; sie spürte einen neuen Schwall Energie für ihren Kampf. „Ich werde dich nicht - Ich werde es nicht tun! Warum sollte ich das wollen? Hör auf, zu kämpfen!“

Es war nicht, weil er sie aufgefordert hatte, aufzuhören, sondern viel mehr die Art, wie er es gesagt hatte. Es war untypisch für ihn, ihr irgendetwas zu versichern, außer, dass Sauerstoff an sie verschwendet wäre. Sie hörte auf, sich zu wehren; ihre blinde Panik verebbte. Er keuchte schwer, das Mondlicht betonte die Blässe seines Gesichts. Sie öffnete ihren Mund, um zu fragen, ob er sie gehen lassen würde, aber der ruhig stellende Fluch war natürlich immer noch aktiv. Sie schloss ihren Mund wieder und beobachtete ihn.

Seine Augen waren geschlossen und er zwang scheinbar seinen Atem zur Ruhe. Es war merkwürdig, da sie sicher war, dass sie nicht so sehr gekämpft hatte. Sie war bei Weitem klüger als er, aber er war größer und athletischer. Wahrscheinlich trainierte er, um dämliche Slytherin-Mädchen wie Pansy Parkinson zu beeindrucken. Sie schniefte laut, und verlieh damit ihrer Meinung zu diesem Thema Ausdruck. Aber natürlich wusste er nicht, was das Thema war, also war es eher überflüssig.

Bei dem Geräusch flogen seinen Augen auf und verblüfften sie in ihrer kalten, silbrigen Klarheit. Sie wirkten… anders, irgendwie, ohne die gewöhnliche Bösartigkeit. Beinahe sanft. Hermines Herz pochte wieder, diesmal ohne irgendeinen bestimmten Grund, und sie spürte Hitze ihren Hals zu ihren Wangen hinauf kriechen. Sie öffnete ihren Mund, um ihn zu bitten, sie zu erlösen, und seine Augen richteten sich auf ihre Lippen. „Lass mich los“, formte sie. „Ich sag es niemandem.“ Sie würde es wirklich nicht tun. Irgendwie wollte sie nicht, dass jemand davon erfuhr.

Langsam schüttelte er seinen Kopf. Sie drückte gegen ihn, versuchte, ihn von sich zu schütteln, nur durch Einsatz ihres Körpers. Er zitterte und umfasste ihre Handgelenke sogar noch fester. Ihre Hände wurden taub und sie wusste, dass sie blaue Flecken davon tragen würde, aber es machte ihr nicht einmal etwas aus. Sie hatte plötzlich auch keine Angst mehr. Sie konnte seinen Körper an ihrem spüren, angespannt und bedrohlich, aber sein Herz schlug schnell, seine Atmung war flach und er tat nichts weiter, als sie festzuhalten.

„Du tust mir weh!“, formte sie mit ihrem Mund, was zuerst einen verwirrten Gesichtsausdruck und dann ein Nachlassen seines Griffs zur Folge hatte. Er ließ sie jedoch nicht los. Er schien innerlich mit sich selbst zu streiten. Er hatte seine Beine etwas bewegt, um besseren Halt zu haben und auch wenn sie ihn immer noch nicht treten konnte, konnte sie versuchen, ihn mit ihrem Oberkörper wegzudrücken. Sie ignorierte die kleine innere Stimme, die sie drängte, still zu halten und abzuwarten, was er tun würde, und hob ihren Körper an, was ihn scharf einatmen und stöhnen ließ, als ihr Unterleib an seinen stieß.

Hermine versteifte sich, unsicher, was sie tun sollte. Er war ohne Zweifel erregt; sehr sogar, wenn sie nach seinem Aussehen ging. Er hatte einen Ausdruck verwirrter Not, den sie nicht richtig einschätzen konnte. Offenbar war er ebenso überrascht wie sie und wusste genauso wenig, was er tun sollte. Vor allem jetzt, wo sie Bescheid wusste. Sie machte sich nicht vor, dass er ihre Reaktion nicht bemerkt hatte. Sie ignorierte die unbekannten Gefühle, die durch ihren Körper rauschten, unwillig, sie zu hinterfragen; fühlte sich jedoch überall erhitzt.

Endlich bekam Draco sich scheinbar in den Griff. Er lehnte sich zu ihr und höhnte mit einer Stimme, die von ihrem Kampf rau war, „Ich hasse dich!“

Hermine öffnete ihren Mund, um eine Antwort zu formen, als sein Mund auf ihren traf. Überrascht von dem Angriff traf sie auch der Blitz, der sie durchfuhr, unvorbereitet und ließ sie lautlos wimmern. Sie bemerkte vage, dass er ihre Hände losgelassen hatte, dachte jedoch nicht daran, aufzustehen. Sie spürte seine Hände an den Seiten ihres Körpers und dann hielt eine Hand ihren Kopf und zog sie nachdrücklich noch näher an seinen Mund.

Sie fühlte sich unglaublich, wusste jedoch, dass sie es nicht sollte. Harry und Ron würden sie hassen, wenn sie es herausfinden würden. Den Gedanken verdrängte sie schnell. Sie hatte bereits gesündigt, also konnte sie es wenigstens genießen, bevor die Buße eintrat.

Draco stöhnte wieder, als sie den Kuss mit einer Hemmungslosigkeit, die sie beide überraschte, erwiderte, und Hermine liebkoste seine Brust durch seinen Umhang mit Händen, die gerade erst ihr Gefühl zurückerlangten. Er fühlte sich fest, warm und lebendig an. Überhaupt nicht nach Monster. Sein Herz schlug schnell und hart gegen ihren hand und er zitterte, als ihre Hände oder ihr Mund etwas taten, was ihm besonders gefiel. Nein, er fühlte sich sehr nach einem menschlichen Wesen an. Sie wollte mehr. Sie spürte, wie er ihren Umhang an ihren Beinen hochschob, bis er um ihre Taille geknüllt war und er zwischen ihren Beinen stand. Sie stöhnte lautlos, genoss das Gefühl seiner Anwesenheit dort. Unbewusst zog sie an seinem Umhang.

Draco unterbrach den Kuss. „Nein, nicht“, keuchte er. „Ich kann mich nicht zurückhalten -“ Mit einem einzigen Riss beendete Hermine die Diskussion, indem sie mit einem kraftvollen Zug den Umhang unabsichtlich entzwei riss. Nichts, was sich nicht durch Reparo wieder richten ließe. Nach der Überraschung auf Dracos Gesicht zu urteilen hatte er ihre Zielstrebigkeit unterschätzt, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Tatsächlich ließ die Art, wie er sie ansah, darauf schließen, dass er nichts als eine Ohrfeige und einen Stoß für seinen Kuss erwartet hatte. Und irgendetwas deutete an, dass er eine Ohrfeige und einen Stoß vielleicht dem vorgezogen hätte, was wahrscheinlich noch passieren würde.

Hermine bemerkte es kaum, sie betrachtete seine halb entblößte Brust und seine Unterhose und den Beweis, dass er sie trotz allem attraktiv fand. Sie fühlte sich etwas verlegen, konnte sich jedoch nicht beherrschen und berührte mit einem weiteren, für sie typischen, Erröten den Beweis. Draco atmete zischend ein und das Ding zuckte unter ihrer Hand, doch er hielt seine Position. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie Angst gehabt hatte, dass er zurückschrecken würde, bis sie die Erleichterung darüber spürte, dass er es nicht getan hatte. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sah ihm in die Augen. Sie waren wütend und vorsichtig. Forderten sie auf, ihn auszulachen oder sich über ihn lustig zu machen. Sie schüttelte ihren Kopf; sie hatte keinerlei Absicht, dies zu tun.

„Geh, Granger“, spie er hervor. „Bevor… Bevor ich beschließe, dass ich dir doch noch wehtun möchte.“ Diese Aussage war so lahm, dass sie ihn nur verwundert anblickte. „Hermine…“, flehte er. Sie versuchte, sich daran zu erinnern, ob er sie jemals beim Namen genannt hatte. Vielleicht konnte nicht einmal er ein Mädchen küssen und sie eine Sekunde später beschimpfen. Der Gedanke gab ihr ein Gefühl von… irgendetwas. Sie lächelte ihn an.

„Verdammt“, schrie er fast. „Hast du keinen Verstand? Hau ab! Alohomora!” Er hatte seinen Zauberstab wieder gezogen und die Tür entriegelt. „Hast du darauf gewartet? Geh!“ Sie sah ihn nur an. „Was willst du von mir?“, fragte er, beinahe erbärmlich. “Ich mag dich nicht einmal.”

Hermine schüttelte wieder ihren Kopf. Nein, er mochte sie nicht und sie mochte ihn auch nicht, doch… Sie blickte wieder auf seine Erregung. Sie hatte in keinster Weise nachgelassen und der Anblick ließ ihr Herz schneller schlagen und ihr Blut kochen. Sie war neugierig und… Sie streckte ihren Arm und strich über seine Länge, fühlte ein befriedigtes Zittern, als sein Kopf nach hinten fiel und seine Augen sich mit einem Stöhnen schlossen. Er wollte in ihr sein und im Moment wollte sie ihn in sich spüren. Sie glitt vom Tisch und nahm, als sie knapp vor ihm stand, den Saum ihres Umhangs und zog ihn über ihren Kopf.

Leicht bebend - teils vor Kälte, teils vor Erwartung, teils vor Angst, dass er einfach lachen und gehen würde - stand Hermine in ihrer Unterwäsche, unfähig, ihm in die Augen zu sehen. Immerhin war er noch nicht gegangen. Er stand scheinbar nur da und betrachtete sie. Sie schloss ihre Augen und versuchte, sich so weit zusammenzunehmen, dass sie ihn ansehen konnte, als sie plötzlich wieder auf den Tisch gehoben und mit Küssen bedeckt wurde, während Draco versuchte, die Überreste seines Umhangs loszuwerden. Süßer Wahnsinn.

Diesmal zögerte er nicht; es war, als forderte er sie heraus, ihn abzuhalten oder wegzustoßen. Kein Gedanke schien ihr ferner. Er war ein wirklich guter Küsser, zumindest, soweit sie das beurteilen konnte. Er brachte sie mit seinen Lippen und seiner Zunge zum Schmelzen… Sie spürte, wie ihr BH sich öffnete und dachte ironischer Weise daran, dass es wohl nicht das erste Mal war, dass er einen aufmachte. Wieder erschein ein Bild von Pansy Parkinson, gefolgt von einem Gefühl der Abneigung, in ihrem Kopf, doch sie verdrängte beides schnell. Es war nicht ihre Aufgabe, was er vorher getan hatte und was er später tun würde. Das hier war Jetzt. Außerdem war es nett, dass er Übung hatte. Sie kicherte beinahe bei dem Gedanken.

Er warf ihren BH zur Seite und starrte ihre Brüste hungrig an, bevor er sich zu ihnen beugte und eine mit seinen Lippen und seiner Zunge liebkoste, während er die andere mit einer Hand streichelte und kniff. Es waren nicht die größten Brüste, aber sie schienen ihm zu gefallen. Sie bebte unter ihm, als seine Zunge ihre Brustwarze genau richtig traf. Er wiederholte die Bewegung und entlockte ihr eine ähnliche Reaktion. Sie war fast froh, dass er sie verflucht hatte, da sie ansonsten schreien und die Aufmerksamkeit der gesamten Schule auf das Geschehen lenken würde. Als er seine Zuwendungen vertauschte, war sie sich sicher, dass sie, lange, bevor es an der Zeit war, einen Höhepunkt haben würde. Sie fühlte sich fiebrig und ruhelos und sehnte sich danach, ihn zu fühlen… Sie rieb ihren Unterleib an ihm und fiel nach hinten auf den Schreibtisch, als die Gefühle sie überrannten.

Draco hob seinen Kopf und zog an ihrem Höschen. Obwohl sie wusste, dass das der nächste Schritt war, hatte sie ein wenig Angst. So weit war sie bisher nicht gegangen und sie würde es ausgerechnet mit dem Menschen erleben, die am allerwenigsten einen Grund oder die Neigung dazu hatte, nett zu ihr zu sein. Für eine Sekunde zögerte sie und beobachtete, wie er mit zitternden Händen ihre Unterwäsche zerriss. Nein, es gab kein Zurück mehr. Sie musste es wissen. Dann, ohne Einleitung, drangen seine Finger in ihre intimste Stelle ein. Sie war feucht genug, um das Eindringen leicht zu machen. Sie zuckte so heftig zusammen, dass sie ihren Kopf am Tisch anschlug und nun zusätzlich zum Feuerwerk auch noch Sterne sah. Es fühlte sich wie nichts an, das sie bisher kannte, sie keuchte stark, krümmte sich, bettelte lautlos nach mehr.

Langsam begann er, seinen Finger zu bewegen, fügte einen weiteren hinzu. Es half nichts, um ihr Verlangen zu stillen. Sie wollte mehr, mehr, so viel mehr. Sie registrierte vage seinen geschockten Gesichtsausdruck und die Konzentration, mit der er sie beobachtete. Wortlos versuchte sie, ihn anzuflehen; „Bitte“, doch er hörte nicht auf, sie zu fingern, und obwohl er sich zwischendurch genauso durch den Stoff seiner Boxershorts besänftigen musste, tat er nichts, um sie zu erlösen. Egal, wie sehr sie es sich wünschte. Sein Kiefer spannte sich an und er beobachtete sie einfach ruhig, während Schweiß auf seiner Stirn ausbrach.

Sie wusste, dass sie sich nicht länger zurückhalten konnte. Er schien zu wissen, wo er sie berühren musste und sie schluchzte vor unerfüllter Lust. Er würde sie nicht nehmen; sie wusste es. Er würde sie fingern und danach mit Pansy schlafen. Die Abneigung in ihr wuchs. Sie wünschte, sie hätte es nicht begonnen, aber so war es. Es war eine noch bessere Rache für ihn. „Ich hasse dich“, formte sie, Tränen der Frustration auf ihren Wangen. Er nickte nur und fuhr unnachgiebig fort.

Am Ende war ihr Kampf vergeblich. Als er ihren Kitzler mit seinen Daumen berührte, einmal, zweimal, dreimal, konnte sie nichts weiter tun und ließ sich mit einem lautlosen Schrei von Wellen des Genusses überspülen, bis sie nichts weiter mehr als ein zitternder, zufriedener Klecks war. Als sie wieder bewusster wahrnahm, was um sie herum geschah, bemerkte sie, dass Malfoy noch um einiges blasser war als zuvor; er glänzte vor Schweiß, obwohl er sich kaum angestrengt hatte, und zitterte heftig als Antwort auf die verstummenden Nachbeben ihres Körpers.

Der Gedanke, dass er so betroffen war, befriedigte sie ungemein. Er sah aus, als würde er nicht lange genug durchhalten, um es auf den Gang zu schaffen, ganz zu Schweigen vom Slytherin-Gemeinschaftsraum. Er machte auch keine Anstalten, sich von ihr zu entfernen; stattdessen stützte er sich auf beiden Seiten von ihr ab und beugte sich vor, um sie nochmals zu küssen. Überrascht wusste sie nicht, ob es ihr gefallen sollte oder ob sie ihn durch passives Verhalten bestrafen sollte, doch bald hatte er ihr eine Antwort entlockt und ihr Körper erwachte langsam wieder zum Leben.

Malfoy unterbrach den Kuss und schluckte. „Ich nehme an, dass du noch Jungfrau bist“, flüsterte er fast unhörbar. „Es - Mädchen tut es weh. Du bist jetzt entspannter. Ich kann nicht noch länger warten.” Hermine stellte fest, dass er seine Boxershorts entfernt hatte und dass sie nun beide nackt und er gegen ihre Locken gelehnt war. Er würde sie nicht unerfüllt zurücklassen. Warum hatte er ihr das nicht einfach vorher gesagt? Sie öffnete ihren Mund, um zu fragen, keuchte aber, als er sich ihr entgegendrückte und sie die unvertraute Dehnung spürte. Er stöhnte und knurrte zu gleichen Teilen, während er sich Zentimeter für Zentimeter in ihr bewegte.

Hermine zappelte ein wenig, versuchte, sich an das Gefühl zu gewöhnen, doch er hielt ihre Hüfte fest. „Du bist so eng“, stieß er hervor. „Du wirst mich kommen lassen.” Dieser Gedanke ließ Hermine eine Welle aus warmer Aufregung spüren. Sie zappelte wieder ein wenig und er hielt sie erneut, diesmal fester. „Hör auf oder ich werde dich verletzen!“, knurrte er. Es war keine Drohung, er hatte nur kaum noch Kontrolle und sie spürte, dass er, wenn sie ihn weiter necken würde, die Kontrolle verlieren und sich nur um sein Vergnügen kümmern würde. Plötzlich neigte er sich nach vorne und biss fest in ihren Hals und als sie ihn schubste und ihren Mund öffnete, um ihm lautlos zu sagen, was sie von seiner Behandlung hielt, stieß er nach vorne und durchriss ihr Jungfernhäutchen.

Der Schmerz war stechend und sie stieß ihn erneut, fand es überhaupt nicht mehr angenehm. Sie wollte nur noch weg. In ihr warmes, sicheres Bett. Warum jemand Spaß hieran hatte, entzog sich ihrem Verstand und sie bereute, es gewollt zu haben. „Geh runter! Du tust mir weh!“, formte sie lautlos.

„Ich weiß“, stöhnte er. „Entspann dich, du machst es nur schlimmer.“

Sie machte es schlimmer? Sie war nicht diejenige, die mit steifen Körperteilen Löcher in andere bohrte. „Geh runter!“

Er schüttelte langsam seinen Kopf. „Ich kann nicht.“ Er atmete tief ein. „Versuch, dich zu entspannen, es ist bald vorbei.“

Der Schmerz war tatsächlich schon sehr viel geringer als zuvor, aber immer noch unangenehm, also versuchte sie, einige der wunden Muskeln anzuspannen. Es wurde eindeutig besser. „Ich hasse dich“, formte sie außer sich.

Es war zweifelhaft, ob er ihr letztes Geständnis ihres Hasses überhaupt bemerkt hatte, da er seine Augen geschlossen hatte und seine Lippen lautlos irgendetwas rezitierten. Hermine versuchte angestrengt zu verstehen, was er sagte, aber das einzige, was sie zu hören glaubte, war „Finbar Quigley“, der ihrer Meinung nach, ein Quidditchspieler war. Warum dachte er ausgerechnet jetzt an Quidditch?

Immer noch vor sich hin murmelnd, zog er sich vorsichtig ein wenig zurück und stießt mit einem Stöhnen wieder in sie. Hermine stellte fest, dass es diesmal überhaupt nicht wehtat. Sie war immer noch etwas wund, doch es störte sie nicht mehr so sehr, auch wenn sie immer noch unangenehm gedehnt war. Er wiederholte die Bewegung ein paar Mal, während die Bewegungen seiner Lippen mehr und mehr beschleunigten und er mit jedem Stoß stöhnte und bebte. Hermine merkte mit jedem Stoß, dass es ihr immer weniger ausmachte, bis sie sich wieder unter ihm krümmte, nach Erlösung suchend. Er bewegte sich schneller, härter, verlor seine Kontrolle; sein eigener Drang nach Erlösung wuchs, doch sie erwiderte nun jeden einzelnen Stoß, bis sie von den Wellen ihrer Erlösung davon tragen ließ. Unnachgiebig fuhr er fort und ließ sie nur wenige Sekunden später wieder kommen; wieder und wieder und wieder. Innerhalb weniger Minuten fühlte sie sich, als ob sie seit Stunden Orgasmen hätte und war überzeugt, dass sie nicht mehr ertragen würde.

Mit einem letzten Stoß tauchte er in sie; sein Schrei zerriss die Stille um sie herum, als sie spürte, wie er in ihr pulsierte und sie zur Antwort zittern ließ. Er brach auf ihr zusammen, während ihn mehrere Minuten alle paar Sekunden Beben durchfuhren.

Hermine spürte, wie sie durch die bloße Erschöpfung das Bewusstsein verlor.

Ein paar Minuten später erwachte sie mit der erschreckenden Erkenntnis, was sie soeben getan hatte. Sie hatte mit Draco Malfoy, dem Erzfeind ihres besten Freundes geschlafen. Malfoy würde diese Tatsache auf so viele verschiedene Wege gegen sie einsetzen können; sie als Schlampe beschimpfen können, Harry und Ron bis zum Äußersten reizen können, bis sie aus ihn losgingen und von der Schule geworfen wurden. Und ihr Ruf wäre zerstört; sie würde ebenso gezwungen sein, Hogwarts zu verlassen oder den Spott jedes Einzelnen zu ertragen. Mal ganz zu schweigen davon, dass Harry und Ron nie wieder mit ihr sprechen würden.

Sie hatte sie alle enttäuscht und Draco Malfoy hatte gewonnen.

Ihre plötzliche Bewegung schien Malfoy wachzurütteln, der auch eingenickt war. Er warf einen Blick auf ihr niedergeschlagenes Gesicht und sprang fluchend, mit unverhüllter Abneigung auf dem Gesicht, zurück. Mit zitternden Beinen glitt Hermine vom Tisch und begann, sich anzuziehen, wobei sie ihr zerrissenes Höschen und die vermischten Flüssigkeiten auf ihren Oberschenkeln mit stechendem Schuldbewusstsein bemerkte. Hinter sich hörte sie ein knappes „Reparo!“, als Malfoy seinen Umhang richtete. Den Umhang, den sie in ihrem blinden Verlangen zerrissen hatte. Sie schloss ihre Augen und bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen. Was hatte sie sich nur gedacht? Sie war nicht klug. Sie war dumm. Sie bezweifelte, dass es einen Zauberer oder Muggel gab, der dümmer war, als sie es heute Abend gewesen war.

Sie wagte einen Blick auf Draco. Er war vollständig angezogen und sein Gesicht zeigte immer noch Abneigung, nur dass sie jetzt noch deutlicher und mit einer Art Ekel vermischt war. Jede Hoffnung darauf, Malfoy anzuflehen, nichts zu sagen, verschwand. Nein, es wäre besser, so zu tun, als wäre es ihr egal. Vielleicht könnte sie Harry und Ron aufwecken und es ihnen erklären, damit sie auf seine Angriffe vorbereitet wären. Vielleicht würde ihm niemand glauben. Na gut, außer den Slytherins, aber die waren ja egal.

Wieder ordentlich angezogen machte sie sich auf den Weg zur Tür - zur unverschlossenen Tür - bis er sie einholte und sie mit unnötiger Gewalt gegen die Wand drängte. „NIEMAND erfährt, was hier gelaufen ist, ist das klar?“; flüsterte er außer sich, sein Gesicht hass- und wuterfüllt. „Niemand soll denken, dass ich, Draco Malfoy, auch nur in Betracht ziehen würde, ein dreckiges Schlammblut wie dich anzufassen!“ Er drückte ihr ihren vergessenen Zauberstab in die Hand, riss die Tür auf und marschierte hinaus. Nach erneutem Nachdenken richtete er seinen Zauberstab auf sie und murmelte „Sonorus!“, womit er den Stille-Zauber aufhob, und davon lief.

Sie stand da und sah ihm mit einer verwirrenden Mischung aus Erleichterung und Schmerz, die ihren Hals verschloss, nach.

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Erfreulicherweise hat Kitty mir erlaubt, ihre wundervolle, traurige Geschichte ins Deutsche zu übersetzen, ebenso wie ihre andere Fanfic - The Bracelet.
Bitte hinterlasst fleißig Kommentare, ich werde sie an Kitty weiterleiten.
Vielen Dank.
Liebe Grüße
Nitsrek
 
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