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Almost Forgotten Memories

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Evey Hammond V
10.04.2010
26.04.2010
7
13.656
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10.04.2010 3.336
 
Ein Rausch für die Sinne (Epilog)

Es war beinnahe eine halbe Stunde vergangen, doch Evey lag noch immer in Vs Armen und keiner von beiden sprach. Die beiden fühlten sich unglaublich geborgen in der Nähe des anderen und das war etwas, das nicht erst gesagt werden musste. Das wussten sie.
Doch Evey wusste auch, dass noch etwas ausstand. Eine Sache, die V ihr noch immer nicht beantwortet hatte. Jedenfalls war es für sie keine zufriedenstellende Antwort gewesen.
Natürlich verstand sie, dass es für V schwer war seine Maske endgültig abzulegen und mit “offenen Karten zu spielen”, aber sie fand, dass er ihr das schuldig war nach allem, was passiert war. Aber sie wollte ihn auch nicht drängen. Vielleicht sollte sie ihm noch ein wenig Zeit geben…

Zwei Wochen später:

Evey blickte ungeduldig auf die Uhr an ihrem Handgelenk. Es war Zeit für sie Feierabend zu machen. Schon die ganze Zeit hatte sie nervös auf die Uhr geschaut, doch heute wollte einfach nichts vorangehen. Um Punkt 5 Uhr Nachmittag verließ sie das Gebäude des BTN, in dem sie nun seit einigen Wochen wieder angestellt war und nahm den nächsten Bus Richtung  Westminster.
Sie war etwas nervös, als sie den Eingang des großen Archivs betrat, vor allem, weil sie an V denken musste, dem sie von alledem nichts erzählt hatte.
Evey ging zu einem der Schalter.
“Guten Tag.”, sagte sie und setzte ein kurzes Lächeln auf.
“Hallo. Was kann ich für sie tun?”, fragte eine Frau Mitte vierzig, die gerade von ihrem Schreibunterlagen aufblickte.
“Ich suche nach einer Familie, die bis vor zwanzig Jahren hier in London gelebt hat.”
“Haben sie den Namen der Familie?”
“Ja, ich habe sogar die Adresse, die sie zu dieser Zeit gehabt hatten.”, sagte Evey und zog einen Zettel mit einer Anschrift darauf hervor.

Maggie und William Sheldon
Canterbury Road 5
ME10 4SE London


Die Frau nahm ihn entgegen und musterte ihn argwöhnisch durch ihre Brille hindurch.
“Sheldon also.”, murmelte sie. Dann hob sie ihren Blick und sagte: “Folgen sie mir.”
Evey tat wie ihr geheißen und folgte ihr durch die Regale der etlichen Personenarchive, die bis vor einigen Monaten noch streng geheim gehalten worden, um so zu vertuschen, dass viele dieser Personen in Larkhill gewesen waren. Jetzt waren die Archive für jeden wieder zugänglich.
Die Frau führte sie zu einem langen Regal mit der Beschriftung: “Personenarchiv 2001” und zog nach einer Weile suchen eine Akte aus Fächern heraus.
“Sheldon, William”, hieß es darauf.
“Da haben wir es ja.”, sagte sie und lächelte zum ersten Mal.
Evey verspürte ein eigenartiges Kribbeln in ihrer Magengegend, als sie die Akte entgegennahm und die Frau sie damit alleine ließ.
Sie setzte sich damit an eine der Tische und schlug die erste Seite auf. Dort waren zuallererst nur Geburtsdaten und Geburtsort vermerkt, sowie die Einrichtungen, in denen Mr. Sheldon und auch seine Frau gearbeitet hatten.
Maggie war Bibliothekarin in Westminster gewesen, während ihr Mann Arzt in einer Fachklinik für Psychiatrie war. Evey blätterte weiter durch die Akte und entdeckte schließlich eine Kopie von Henrys Geburtsurkunde. Er wurde am 15. Mai 1981 in London geboren. Der 15. Mai also, dachte Evey lächelnd. Das war nicht mehr lange hin. Vielleicht sollte sie eine kleine Geburtstagsfeier für ihn organisieren.

Schließlich gelangte sie zur letzten Seite der Akte. Dort stand, dass die beiden Ende des Jahres 2001 untergetaucht waren, aufgrund von strafrechtlicher Verfolgung der englischen Regierung. Doch ihre Spuren tauchten fast einundzwanzig Jahre später wieder auf und zwar an einem Ort namens Hastings, der irgendwo an der englischen Küste lag. Dort wohnten sie anscheinend bis heute, denn es wurde keine nachträgliche Anschriftenänderung eingetragen. Auch eine Telefonnummer war hinterlegt. Das war endlich mal eine gute Nachricht, dachte Evey glücklich und beschloss die Akte zu kopieren.
Dann verließ sie das Gebäude mit den Kopien und machte sich auf den Weg zur Schattengallerie, wo V schon auf sie wartete.


“Hallo V.”, lächelte sie, als ihn beim Lesen auf der Couch vorfand.
“Du bist zurück.”, antworte er und drehte sich zu ihr.
“Ja.”
“Hattest du einen netten Tag gehabt?”, fragte er ruhig und legte das Buch beiseite. Interessiert blickte er zu Evey, die nun neben ihm Platz nahm.
“Sehr stressig könnte man eher sagen. Aber von nichts kommt nichts…. Du, V…? ”, fragte sie zaghaft.
V nickte stumm und zeigte ihr damit, dass er aufmerksam zuhörte.
“Wir haben doch über deine Eltern geredet und nun ja… ich war heute im Personenarchiv und habe ihre derzeitige Adresse herausgefunden.”, beichtete sie ihm. “Ich weiß, dass ich dich hätte vorher fragen sollen, aber ich… hab es nur gut gemeint und außerdem war ich selber etwas neugierig.”
Sie senkte reuig den Kopf.
“Danke, Evey.”, sagte V nach einer Weile. “Es bedeutet mir viel, dass du das für mich tust, aber ich weiß nicht, ob ich wirklich Kontakt aufnehmen will.”
“Aber wieso nicht?”
Sie runzelte die Stirn.
“Ich muss darüber nachdenken. Bitte versteh das, Evey. Ich brauche etwas Zeit.”
Evey nickte.
“Ich verstehe.”, sagte sie offen heraus. “Aber vielleicht möchtest du ja wenigstens einen Blick in die Kopien der Akte werfen…” Evey kramte in ihrer Tasche und zog den Bogen Papier heraus und reichte ihn V. Zögerlich nahm er es entgegen.
“Das werde ich. Danke.”, sagte er erneut.
Evey wollte so gern etwas sagen, doch zu dem, das sie sagen wollte, hatte sie nicht den Mut. Aber sie konnte auch nicht länger warten. Sie hatte schon so lange warten müssten. V merkte wahrscheinlich ebenfalls, dass sie mit innerlich mit sich kämpfte. Sie hatte wieder sie Lippen aufeinandergepresst und ihre Augen durchbohrten ihn ungeduldig.
“Du hast unser letztes Gespräch nicht vergessen?”, sagte sie schließlich. Es war eigentlich mehr eine Feststellung, als eine Frage.
“Heute morgen?”, fragte er.
“Nicht heute morgen. Ich meinte das Gespräch in meinem Zimmer vorletzte Woche.”  Sie wandte ihren Blick beim Sprechen von ihm ab und sie war sich sicher, dass V von Anfang an wusste, welches Gespräch sie meinte.
“Wie kommst du jetzt darauf? Natürlich hab ich es nicht vergessen.”
“Gut.” , sagte Evey langsam. “Dann weißt du sicher noch, dass ich dich zu etwas aufgefordert habe. Na ja…” Sie zögerte. “Es war mehr ein geäußerter Wunsch von mir.”, korrigierte sie sich.
“Würdest du bitte deutlicher werden?”
“Der Wunsch…” Sie suchte wieder seinen Blick.” in deine Augen zu sehen.” Sie flüsterte den letzten Satz nur, aber er war trotzdem klar verständlich. “Und sag jetzt bitte nicht wieder, dass das nicht geht.”, ergänzte sie sofort, bevor er zum Sprechen ansetzen konnte.
V schüttelte merkwürdigerweise den Kopf. Warum, wusste sie nicht so recht.
“Ich lasse dich die ganze Zeit in meine Augen sehen.”, sagte er zu Eveys Verblüffung.
“Du bezeichnest diese schwarzen Schatten, als deine Augen?”
“Diese Schatten sind meine Augen. Oder glaubst du es liegt viel mehr dahinter?”
“Natürlich liegt viel mehr dahinter, V. Du willst nur nicht dahintersehen. Das ist alles.”
“Du hast recht. Denn ich weiß bereits, was sich hinter den Schatten verbirgt.”
“Aber ich nicht.”, sagte Evey nun lauter.
Er seufzte.

Manchmal hatte Evey das Gefühl bei V gegen eine Wand zu reden, wenn sie versuchte mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Ständig blockte er ab. Doch diesmal würde sie nicht wieder nachgeben.
Evey näherte sich vorsichtig V an und sie hatte den Eindruck, dass ihn das etwas verunsicherte. Sie hob ihre Hand und führte sie zu seiner Maske und streichelte dann mit dem Handrücken über die künstliche Wange.
“Ich mag es bei dir zu sein, aber wenn ich dich berühren will, fühlt sich alles nur so kalt und starr an. Alles ist so leblos unter meinen Fingern, wenn ich dein Gesicht berühre. Ich möchte das nicht mehr.”, erklärte sie ihm und fuhr fort mit ihren Berührungen. “Ich möchte deine warme Haut mit meinen Händen spüren. Ich will spüren, wie dein Blut in deinen Adern pulsiert und wie sich deine Gesichtszüge verändern, wenn du mit mir redest. Ich möchte dir in die Augen blicken können, wenn ich dir sage, wie sehr ich dich liebe. Verstehst du das nicht?”

V fuhr kurz unter ihrer Berührung zusammen, als ihre Hand an seinem Hals mit dem hohen Stehkragen entlangfuhr. Sie fand eine kleine freie Stelle zwischen seiner Maske und seinem Kragen, die vollkommen unbedeckt war, direkt unter seinem Kinn. Evey zögerte nicht lange und platzierte ihre feuchten Lippen auf die verbrannte Haut, wobei er ein wenig erschrocken seinen Kopf hob und erzitterte. Sie konnte fast schon seinen Puls spüren, als sie den Kragen beiseite schob und die Haut darunter ebenfalls zärtlich küsste. Sie überkam plötzlich eine unglaubliche Hitzewelle und  infolgedessen keuchte sie kurz auf.
“Bitte, V…”, presste sie heiser hervor. Ihre andere Hand erreichte nebenbei seinen Handschuh, den sie rasch über seine Hand zog und dann auf den Boden fallen ließ. Nun konnte sie auch Vs schweren Atem hören, auch wenn dieser durch die Maske etwas gedämmt wurde.

Sie drückte ihren Körper nun immer mehr gegen seinen und drängte ihn auf die Couch bis er nachgab und sich nach hinten fallen ließ. Evey war nun über ihm und ließ noch immer nicht von seinem Hals ab. Er ließ das alles jetzt ohne einen Laut von sich zu geben über sich ergehen und Evey war sich dabei sogar sicher, dass er es genoss. Sie war überrascht als er plötzlich seine entblößte Hand auf ihre Hüfte legte und ganz zaghaft daran entlangfuhr, so als wäre es das erste Mal, dass er eine Frau so berührte. Und wahrscheinlich hatte Evey damit sogar Recht. Sie löste ihre Lippen schließlich von seiner geröteten Haut und blickte ihn erwartungsvoll an. Seine Reaktion war, dass seine Hand nun ihr Gesicht berührte, statt ihrer Hüfte. Ganz sanft strich er mit den rauen Fingerkuppen über ihre Schläfe bis zu ihrer Wange hinunter. Evey schloss dabei die Augen und genoss das Gefühl von ihm berührt zu werden.
“Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich der Bitte meiner geliebten Evey nicht nachkommen würde?”, flüsterte er schließlich. Evey glaubte sich verhört zu haben. Ein ungläubiger Blick zierte nun ihr Gesicht. “Aber ich habe ebenfalls eine Bitte an dich.”

“Eine Bedingung?”, fragte Evey, als hätte sie es kommen sehen.
“Ich überlass es dir einen Namen dafür zu wählen.”, lachte er leise. Es wirkte etwas angespannt, als er kicherte und Evey merkte, dass er jetzt nervös war.
V richtete sich auf, während Evey noch immer etwas verdutzt auf ihm saß.
“Wärst du bitte so freundlich und würdest das schwarze Tuch dort drüben holen?”
Evey folgte seinem Blick. An einer Garderobe neben dem beleuchteten Spiegel hing tatsächlich ein schwarzes Tuch.
Sie schaute ihn skeptisch an.
“Ich hab das Gefühl ich weiß, was du vorhast.”, sagte sie und musterte ihn ein wenig schroff, bevor sie aufstand und seiner Bitte folgte.
Evey gab ihm das Tuch und sie beobachtete, wie V es zu einem schmalen Streifen faltete.
“Du willst das tatsächlich machen. Hab ich Recht?”
“Dreh dich um.”, forderte er sie auf und Evey wandte sich zur anderen Seite und setzte sich wieder auf die Couch, sodass V nun perfekt ihre Augen mit dem Tuch verbinden konnte.
“Du bist verrückt.”  
Evey lachte kurz auf.
“Es gibt kein großes Genie, ohne einen Schuss Verrücktheit.”, zitierte V nun und Evey glaubte einen amüsierten Unterton dabei herauszuhören.
“Von wem ist das denn schon wieder?”
“Aristoteles”
“Ist das nicht dieser griechische Philosoph, der Ursache und Wirkung erforscht hat?”, fragte Evey, als V das Tuch an ihrem Hinterkopf festknotete.
“Vollkommen richtig.”
“V, wieso muss ich diese Augenbinde tragen? Das ist doch läche-”
“Siehst du noch etwas?”, hörte sie ihn fragen.
“Verdammt noch mal. Nein!”, schimpfte sie. “Ich versteh das nicht. Ich hab gesagt ich würde dir gern in die Augen schauen und nicht blind werden.”
“Du solltest dich mehr in Geduld üben.”
“So viel Geduld, die man bei dir aufbringen muss, hat keiner.”
“Du kannst dich wieder zu mir drehen.”, murmelte er schließlich.
Vorsichtig versuchte Evey sich wieder zur anderen Seite zu wenden.
“Gut so”
“Wenn ich jetzt noch eine Waage und ein Schwert hätte, dann würde ich aussehen wie Justitia.”, meinte sie barsch.
V kicherte leise.
“Also wirst du mir jetzt wirklich meinen Wunsch erfüllen? Oder besser gesagt: ein Teil davon?”, entgegnete Evey nun hoffnungsvoll.
“Das habe ich vor.”, erklärte er. Dann sagte er nichts weiter. Das nächste, was Evey hörte, war ein Klicken. Wahrscheinlich war das der Augenblick, in dem er tatsächlich seine Maske absetzte. Eveys Herz überschlug sich, so schnell begann es jetzt zu rasen, dabei konnte sie ihn noch nicht einmal sehen. Schließlich spürte sie, wie V nach ihrer Hand griff. Sie merkte, dass er jetzt beide Handschuhe abgelegt hatte.

“Einen Moment noch.”, sagte er leise und Evey wartete, während sie hörte wie er tief einatmete. Schon sein Atem klang jetzt anders. Wesentlich ungedämpfter als vorher, jetzt wo er nicht mehr durch das harte Plastik der Maske drang. “Ich bin jetzt soweit.”, teilte er ihr mit. Evey nickte, um ihm zu verstehen zu geben, dass sie ihn gehört hatte.
Seine Hände hielten ihre noch immer fest und jetzt führte er ihre Hände weiter nach oben. In die Richtung seines Gesichtes. Dann legte er eine von Eveys Händen an seine Wange. Durch Eveys Hand drang ein intensives Kribbeln bei der Berührung seiner Haut. Er ließ ihre Hand los und überließ ihr nun allein das Erforschen seines Gesichts. Fasziniert fuhr Evey über die warme unebene Wange. Es war besser, als sie es sich vorgestellt hatte, ihn zu berühren. Immer wieder strich sie über die Brandblasen auf seiner Wange und arbeitete sich dann weiter hinauf zu seiner Stirn. Doch die Oberflächenstruktur seiner Haut änderte sich dort nicht wesentlich. Auch nicht, als sie zärtlich seine Augenlider tätschelte. Sie spürte, wie er die Augen unter ihren Fingern schloss und sie gewähren ließ. Seine andere Wange schien in einer etwas besseren Verfassung zu sein, auch wenn dort ebenfalls Narben klafften. Sie tastete sich zu seiner Nase und bemerkte etwas erschrocken, dass diese nicht mehr ganz vollständig war. Das gleiche bemerkte sie an seinem linkem Ohr. An diesem war oben eine leichte Einkerbung und die Haut war an dieser Stelle besonders rau. V sagte nichts, als sie diese Entdeckungen gemacht hatte. Sie konnte sich schon denken wieso er lieber schwieg.
“Das macht mir nichts aus…”, hauchte Evey liebevoll an sein Ohr.
Sie berührte vorsichtig die Einkerbung, wie um ihre Worte zu beweisen. “Du bist einzigartig, V.”, wisperte sie und dann tastete sie nach seinen Lippen. Sie waren ebenfalls rau, aber trotzdem weitaus weicher, als der Rest seiner Haut. Mit dem Daumen fuhr sie über seine Unterlippe und sie hatte das Gefühl, dass V dabei mühsam versuchte die Lippen aufeinanderzupressen. Doch Evey brachte ihn soweit den Mund einen Spalt breit zu öffnen, damit sie an der feuchten Innenseite seiner Unterlippe entlangfahren konnte.

“Dir gefällt das, oder?”, lächelte sie etwas vergnügt.
“Ich würde lügen, wenn ich ‘Nein’ sagen würde.”, war seine knappe Antwort.
“Möchtest du noch mehr?”, zischte sie wieder gegen sein Ohr.
Bevor er eine Möglichkeit hatte zu antworten, hatte Evey auch schon ihren Mund auf seine Lippen gelegt und drückte ihre Lippen sanft dagegen. Die Berührungen vorher waren nichts gegen diesen Kuss. Die Hitze in ihr steigerte sich noch mehr, während sie ganz zärtlich seine Oberlippe in den Mund nahm und leicht hinein biss. Vs Hand befand sich plötzlich wieder an ihrem Gesicht und seine andere Hand strich über ihrem Rücken, während er nun zunehmend begann seine Lippen zu bewegen. Als sie sich voneinander lösten waren beide ein wenig außer Atem. Sie legte ihre Stirn an seine und legte die Hand auf seinen kahlen Hinterkopf. Dann begann sie den Rest seines Gesichts mit kleinen Küssen zu versehen. Sie ließ nichts aus.
“Evey…”, entfuhr es V plötzlich aufkeuchend.
“Ich liebe dich.”, flüsterte Evey zärtlich gegen seine Haut. “Ich möchte dich sehen… Bitte!”
Evey wollte den Knoten von dem Tuch gerade aufbinden, doch V legte seine Hand auf ihre, sodass Evey stoppte.
“Warte bitte einen Moment!”, bat V.
“Warum?”
“Ich möchte dir die Augenbinde abnehmen.”, sagte er.
Evey war ein wenig verwirrt.
“Na gut… okay.”, sagte sie und ließ ihre Hände sinken. Ganz langsam spürte sie, wie V den Knoten an ihrem Kopf löste.
“Halte deine Augen noch einen Moment geschlossen.”, wies er sie an. Als er das Tuch von ihrem Augen nahm, öffnete sie ihre Augen nicht.

“Jetzt öffne die Augen, Evey.”, sagte er mit seiner sanften Stimme und Evey zögerte keine weitere Sekunde. Zuerst nahm sie alles verschwommen wahr. Dann schärften sich die Umrisse von Vs Körper, der genau vor ihr saß. Im ersten Moment starrte Evey ihn nur vollkommen fasziniert an und das erste, das sie tatsächlich wahrnahm, waren seine leuchtenden blaugrünen Augen, die sie von damals noch sehr gut in Erinnerung hatte. Nur jetzt waren sie mit mehr Schmerz gefüllt, vermischt mit einem Hauch Angst und Unsicherheit über die jetzige Situation. Seine Haut unterschied sich nur wenig von der an seinen Händen. Sie war gerötet und fast an jeder Stelle verbrannt und vernarbt. Wie sie vorhin schon gespürt hatte, fehlten seine Augenbrauen, Wimpern, ein Teil seiner Nase und ein Stück an seinem linken Ohr. Doch sie fand nicht, dass ihn das vollkommen entstellte. Natürlich sah es ungewohnt aus. Niemand würde ihn vermutlich als hübsch oder attraktiv beschreiben, doch Evey fand genau, dass er das war. In ihren Augen war er wunderschön. Sie hatte immer die Erinnerung von damals im Hinterkopf. Und eigentlich hatte er sich nur wenig verändert, wenn man mal von den Narben und Blasen absah. Seine Augen waren schon alleine so ausdrucksstark, dass sie Evey vollkommen in ihren Bann gezogen hatten. Doch V hielt seinen Blick gesenkt.
“Nicht so schüchtern.”, lächelte sie und hob sein Kinn an, sodass er sie schließlich anschauen musste. Seine Augen schienen ihre gesamte Seele zu durchdringen mit nur einem Blick. Er starrte sie etwas fragend an, als würde er von ihr eine Meinung erwarten.
“Ich finde du hast wirklich übertrieben mit dem, was du über dein Aussehen sagtest.”, sagte Evey vorwurfsvoll. Seine schmalen Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln. Es war so ungewohnt ihn jetzt lächeln sehen zu können, aber sie liebte es.
“Wenn du lächelst, siehst du richtig süß aus.”, sagte sie frei heraus. Evey spürte, als sie Vs Wange berührte, dass er errötete unter seiner Haut. Ansehen konnte man es ihm allerdings nicht.
Sie drückte ihm einen Kuss auf die Lippen und streifte seine Lippen dabei mit ihrer Zunge. Nun wurde auch V mutiger. Er drängte sich in ihre Richtung und vertiefte den Kuss ebenfalls. Für ihn musste auch das Küssen völliges Neuland sein, dachte Evey, denn sie merkte wie unsicher er teilweise war, wie er die Berührungen angehen sollte. Doch V wäre nicht V, wenn er nicht das gewisse Selbstbewusstsein hätte, um schließlich seine Hand an ihrem Hals entlangzufahren bis zu ihrem Dekoltée hinunter. Zögerlich schob er den Träger ihres Kleids über die Schulter und begann sie an der Stelle ebenfalls zu küssen.
“V. Du-…”, begann sie, doch weiter kam sie nicht, denn schon lagen seine Lippen wieder auf ihrem Mund und sie teilten einen weiteren leidenschaftlichen Kuss miteinander.
“… bringst mich in den Wahnsinn.”, beendete sie ihren Satz, als sie sich voneinander lösten.
“Ich liebe dich, Evey Hammond.” ,keuchte er und umfasste ihr Gesicht mit seinen Händen.
“Ich weiß, Henry.” Sie blickte ihm in die strahlenden Augen. “Ich dich auch… und ich möchte vor allem für Ewigkeiten in deine Augen blicken können.  Ich bereue nichts, V. Du bist für mich der wundervollste Mann auf der Erde. Ich will nie wieder von dir getrennt sein.”
“Das wird nicht passieren.” ,wisperte V und küsste sie auf die Wange und wie jeder andere Kuss von ihm, hinterließ dieser ein angenehmes Brennen auf ihrer Haut...

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Okay, nach ganz viel Romantik-Gesülz, hat die Story wohl doch ein Ende gefunden. schade eigentlich : /
Es hat Spaß gemacht an der FF zu schreiben, aber ich bin auch schonwieder an einem "V wie Vendetta" Oneshot dran, also wenn ihr Interesse habt noch mehr von V und Evey zu lesen....einfach Abwarten^^

Reviews les ich natürlich wie immer sehr gerne!!! (Das ist eine Aufforderung^^)
Und ich hoffe euch hat das Ende trotzdem gefallen, auch wenn es schon zu erwarten war. Offen lass ich den Teil mit Vs Eltern nun absichtlich. Gefällt mir so einfach besser xD
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