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Almost Forgotten Memories

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Evey Hammond V
10.04.2010
26.04.2010
7
13.656
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10.04.2010 1.459
 
Der Traum der verlorenen Erinnerungen


Evey sah ihn deutlich vor sich stehen.
Er stand vor ihr und lächelte sie genauso an, wie er es vor Ewigkeiten auch schon getan hatte. Evey konnte nicht anders als zurückzulächeln und seinen Namen zu flüstern.
Er sah genauso aus wie damals, als sie ihn das letzte Mal gesehen hatte: Groß, schlank, dunkles kurzes in Wellen gelegtes Haar und Stahlblaue Augen mit einem Schimmer von grün. Jetzt, wo Evey älter war, konnte sie nicht anders als ihn als gutaussehend zu beschreiben. Doch damals war das für sie eine reine Nebensache, denn damals war sie gerade mal neun Jahre alt gewesen.

Er kam auf sie zu, immer noch lächelnd und sprach leise zu ihr:
“Evey, es ist schön dich wiederzusehen.”, sagte er mit seiner wunderschönen Stimme, die schon immer die Eigenschaft gehabt hatte, sie zu beruhigen.
Evey nickte ihm zu und grüßte ihn ebenfalls. Als er noch weiter auf sie zukam bemerkte Evey zum ersten Mal, dass sie nicht mehr die kleine neunjährige Evey war. Nein. Jetzt war sie eine junge Frau. So wie in der Wirklichkeit auch. Doch sie nahm nicht länger Notiz davon, denn ehe sie darüber nachdenken konnte, schlang er vorsichtig seine Arme um sie, um sie dann fest an seinen Körper zu drücken.
Seine Gegenwart löste ein eigenartiges Kribbeln in ihr aus. Ewas, das sie in seiner Nähe noch nie verspürt hatte.
“Ich bin wieder zurückgekommen. Wegen dir, Evey.”, wisperte er ihr zu und sie spürte, wie er sich dabei zu ihr hinunterbeugte und sein Atem an ihr Ohr drang. Ihr Herz machte einen Hüpfer. Dieses Gefühl war so ungewohnt. Nein, das stimmte nicht ganz. Eigentlich war ihr das Gefühl mittlerweile bestens bekannt, aber nicht in der Nähe dieses Mannes. Es war ein anderer Mann, der ihr Herz bis zum Hals schlagen ließ. Und deshalb war sie berechtigterweise irritiert und da erst wurde ihr bewusst, dass dies ein Traum war. Warum sonst sollte sie plötzlich solche Gefühle für einen Mann haben, den sie seit Jahren nicht gesehen hatte?
Sie atmete tief ein, um seinen Geruch in sich aufzunehmen, der ihr auf irgendeine Weise sehr vertraut vorkam. Natürlich war er ihr vertraut.
“Wo warst du?”, fragte sie beklommen, da sie sonst nichts anderes zu sagen wusste. Sie krallte sich an seinem Ärmel fest, als hätte sie Angst, dass er wieder verschwinden könnte.
“Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten, das- erst geduldet- Flüsse nicht mehr löschen.”, war seine rätselhafte und nichtssagende Antwort.
Evey runzelte die Stirn und blickte ungläubig zu ihm hinauf.
Dann riss sie entsetzt sie Augen auf und wollte zurückweichen, doch sie wurde von starken Armen festgehalten.
“Evey”, flüsterte die Stimme erneut. Sie hatte das Gefühl, dass sich die Stimme nicht verändert hatte, dennoch blickte sie nicht mehr in das freundliche Gesicht von vorhin mit den blau-grünen Augen. Stattdessen blickte sie in das erstarrte Lächeln von der Guy Fawkes Maske, die ihr mittlerweile bekannt war. Doch diesmal war sie sprachlos und wie vom Donner gerührt. Doch V hielt sie noch immer fest.
“Freust du dich nicht, dass ich zurückgekehrt bin?”
Er sprach noch immer sanft, wie Evey es von ihm gewohnt war, doch Evey konnte nur entsetzt aufkeuchen und versuchte sich loszureißen.

Sie schlug die Augen auf und atmete stoßweise ein und aus, während sie die Hand an ihre Stirn legte und erneut begriff, dass es nur ein Traum gewesen war, der sie aus dem Schlaf gerissen hatte. Sie konnte nicht mal mit Sicherheit sagen, dass es ein Alptraum gewesen war, denn schließlich hatte alles so schön begonnen.
Noch immer rang Evey nach Luft, gerade so als wäre sie gerade um ihr Leben gerannt. Mit der Hand tastete sie blind nach dem Lichtschalter neben ihr. Als der Raum erleuchtet war, setzte sie sich auf und versuchte wieder klar zu denken.

Sie befand sich in der Schattengallerie in ihrem Zimmer. Ein Zimmer, in dem sich hunderte von Bücher stapelten. Die erste Nacht, in der sie in der Schattengallerie aufgewacht war, befand sie sich in eben diesem Bett.
Doch diesmal wusste Evey, dass V gleich in ihrer Nähe war. Sein Schlafzimmer grenzte genau an ihres und für einen Moment spielte sie mit dem Gedanken zu ihm hinüberzugehen und ihm von ihrem Traum zu berichten, der sie so aus der Fassung brachte. Doch mit Sicherheit schlief V tief und fest und wecken wollte sie ihn nicht. Abgesehen davon wusste sie nicht, wie er auf den Traum wohl reagieren würde. Und wahrscheinlich wüsste er auch nicht, warum der Traum sie so verunsicherte. Sie wusste es ja selbst nicht einmal.
Sie versuchte sich die Bilder in Erinnerung zu rufen, die noch vor einigen Minuten ihre Gedanken gefüllt hatten. Sie konnte nicht begreifen, warum gerade jetzt die Erinnerung an ihn in ihrem Kopf aufgetaucht war: Der Mann, der sich plötzlich in V verwandelt hatte. Sie kannte ihn. Doch das war alles schon so lange her, dass sie es beinahe verdrängt, womöglich fast vergessen hatte. Seine Stimme hallte immer wieder in ihrem Kopf wider. Die Art und Weise wie er ihren Namen ausgesprochen hatte, war so vertraut. Plötzlich musste sie wieder an V denken. Was machte er in diesem Traum?

Evey schüttelte den Kopf. Das alles war so seltsam.

Sie ließ ihren Blick durch den Raum wandern.
Bewusst, zielstrebig.
Sie hatte plötzlich ein dringendes Verlangen, das ihr in der Kehle brannte wie Feuer. Sie stand auf, als ihr Blick eine bestimmte Kiste im Visier hatte. Eine Kiste mit einigen ihrer Besitztümer, die sie mit in die Schattengallerie gebracht hatte. Darin waren eine Menge alte Erinnerungen an ihre Kindheit.
Sie wischte den Staub von der Kiste und öffnete sie vorsichtig. In der Holzkiste sah sie einige ihrer Cds, die sie gern gehört hatte, als sie jünger gewesen war, unter anderem viele Hörspiele von Shakespeare und andere Klassiker wie “The Picture Of Dorian Grey”. Sie lächelte, als sie die Cds in die Hand nahm, legte sie aber beiseite, da es nicht das war, wonach sie eigentlich auf der Suche war. Stattdessen griff sie nach einem kleinen, alten Fotoalbum mit einem grauen Einband. Als sie es öffnete, fielen die Fotos darin hinaus, doch Evey fing sie rechtzeitig auf, bevor sie sich auf den Boden ausbreiten konnten. Das erste Foto auf dem Stapel war ein Hochzeitsfoto von ihren Eltern. Dann fand sie noch einige Familienfotos, die gemacht worden waren, als ihr kleiner Bruder noch am Leben war. Evey betrachtete die Fotos traurig und hätte dabei beinahe vergessen, nach dem zu Suchen, was der Grund war, weshalb sie die Kiste überhaupt geöffnet hatte.

Es dauerte auch nicht lange bis sie fand, was sie brauchte. Es war ebenfalls ein Foto. Es war bereits etwas ausgeblichen, aber es zeigte noch deutlich genug die Personen, die darauf abgebildet waren. Ein junger Mann im Alter von circa 20 Jahren saß auf einer Parkbank und neben ihm ein kleines Mädchen mit dunklen Locken, das er im Arm hielt. Beide lächelten unbekümmert, wobei das Lächeln des Mädchen etwas schüchtern wirkte. Evey konnte kaum glauben, dass das Foto gemacht wurde, nicht lange Zeit nachdem ihr Bruder verstorben war. Zu einer Zeit, die eigentlich alles andere als glücklich war. Doch dieses Bild zeigte etwas anderes: Es zeigte Zufriedenheit und Wohlbefinden. Man sah, dass die beiden Menschen auf dem Bild sich sehr gern hatten, trotz des großen Altersunterschieds. Und Evey konnte in diesem Moment nicht verleugnen, dass sie den Mann auf dem Bild vermisste. Er war ihr damals so ans Herz gewachsen wie niemand sonst, abgesehen von ihrer eigenen Familie. Sie drehte das Bild herum.

Sommer 1999, stand auf der Rückseite in sauberer Schnörkelschrift und Evey wusste, dass es der gleiche Mann daraufgeschrieben hatte, der mit ihr zusammen auf dem Foto abgebildet war.

Doch da war noch etwas anderes, was ihr auffiel. Die Schrift. Die Art der Buchstaben und die Art, wie sie geschrieben wurden. Die Ähnlichkeit mit der Schrift von V war nicht zu übersehen und im gleichen Moment ließ sie ungläubig das Foto sinken und fixierte gedankenverloren und geschockt zugleich einen Punkt auf dem hölzernen Parkett.
Sie durchlebte den Traum in ihren Gedanken erneut und versuchte sich an alle Details zu erinnern: an die Worte, die gesprochen wurden, die durchdringenden blau-grünen Augen, der Geruch, der sie umgeben hatte und die Art, wie ihr ständig ihr Name zugeflüstert wurde. Es war die ganze Zeit über ein und dieselbe besänftigende Stimme, die zu ihr gesprochen hatte und sie wusste genau welche Stimme das war.

Es war die von V.

___________________

So stell ich mir übrigens den geheimnisvollen Mann in ihrem Traum vor ;)

http://images2.fanpop.com/image/photos/10900000/christian-christian-coulson-10908558-533-800.jpg

http://images2.fanpop.com/image/photos/10900000/Christian-Coulson-christian-coulson-10971656-500-375.jpg

Das ist, wie der Link schon sagt, Christian Coulson und er dient mir hier mal als Vorbild meiner Fantasie^^
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