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Das Tor der Gezeiten

von Sylva
GeschichteMystery / P18 / Gen
10.04.2010
12.04.2010
3
2.041
 
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10.04.2010 667
 
Kapitel 2

Kurz nach Sonnenaufgang waren die beiden jungen Frauen in Richtung westlicher Wüste aufgebrochen. Seit der Nacht hatten die beiden nicht mehr wirklich miteinander gesprochen. Es herrschte eine Atmosphäre der Anspannung. Auch wenn Delila nicht wirklich damit rechnete, dass sie in diesem abgelegenen Teil der Wüste wirklich etwas finden würden.

Die Straßenverhältnis waren mehr als dürftig und nach etwa einer Stunde Fahrt war es nicht mehr möglich mit dem Auto weiterzufahren. Die beiden stiegen aus und folgten einem kleinen Pfad der sie direkt an den Rand eines kleinen Tales führte. Hier endete der kleine Weg.

Mit Hilfe einer Seilausrüstung gelangten die beiden nach unten. In der Ferne war im Licht ein goldenes Funkeln zu sehen. Nervös schritten die beiden langsam darauf zu.

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„Scarab ich glaube wir bekommen Gesellschaft!“

„Ich weiß meine Shabtis haben sie bereits erspäht.“

„Was gedenkst du jetzt zu tun?“

„Abwarten! Sehen was jetzt passiert! Und jetzt still, sie sind bereits in Hörweite!“

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„Oh mein Gott ich hatte Recht! Wir sind verloren!“, schrie Amina verzweifelt, als die beiden das Tor der Gezeiten erblickten.

„Das ist doch nicht möglich!“

Delilas Weltbild geriet gerade gehörig ins Wanken.

„Delila, ich glaube es ist besser hier zu verschwinden!“

„Ja, das denke ich auch!“

„Nicht so schnell!“

Ehe es sich die beiden versahen waren sie von unzähligen tönernen Kriegern umzingelt.

„Scarabs Armee!“

Amina gelang es sich ihren Griffen zu entziehen, während Delila von zwei starken Händen gepackt wurde.

„Amina lauf, hol meinen Vater!“, schrie Delila.

Amina wollte ihre Freundin zwar nicht alleine lassen, aber sie wusste auch das sie zwei alleine keine Chance hatten.

„Shabtis hinter her. Lasst sie nicht entkommen!“, schrie Scarab aufgebracht.

Doch Amina erwies sich als ungeheuer geschickt, darin ihren Verfolgern auszuweichen. Innerhalb kürzester Zeit war sie zurück an die Stelle gelangt, von wo sie sich in das Tal hinein abgeseilt hatten. Geschickt hangelte sie sich nach oben und kappte dann das Seil, um ihren Verfolgern den Weg nach oben zu versperren. Einigen der Shabtis war es bereits gelungen sich an dem Seil nach oben ziehen. Sie zerschellten auf dem Boden des Tals zu Staub.

„Ihr werdet Amina niemals kriegen, sie ist in der Wüste geboren, kaum jemand kennt sie besser als sie!“

„Und du, du bist wohl kaum in der Wüste geboren. Ich kenne deinen Vater!“, sagte Scarab.

„Das glaube ich ihnen nicht!“

„Nicht?! Darf ich mich vorstellen!“

Scarab nahm die Hände hoch ein Ruck ging durch seinen Körper und er verwandelte sich.in...

„Harris Stone! Jetzt weiß ich auch warum ich sie nie leiden konnte!“

„Ja deine Abneigung war deutlich zu spüren, mein hübsches Kind!“

Scarab nahm Delilas Gesicht in seine Hände. Sie musste das Bedürfnis sich zu übergeben unterdrücken, als sich Scarabs Gesicht dem ihren näherte.

„Sag mal was trägst du da um den Hals. Das ist doch mein Zeichen!“

Scarab ergriff den Anhänger und betrachtete interessiert den goldenen Skarabäus.

„Das war ein Geschenk von Aminas Familie!“

„Tja dein Pech! Ich glaube du wurdest soeben auserwählt!“, grinste Scarab, „Shabtis werft sie durch das Tor!“

Ehe Delila es siich versah packten sie zwei der tönernen Gestalten und liefen mit ihr auf das Tor zu und schleuderte sie hindurch.

Sie fiel in tiefe Schwärze. Das war das letzte woran sie sich erinnerte, bevor sie das Bewusstsein verlor.

Als sie die Augen wieder aufschlug dauerte es einige Augenblicke bis sie ihre Umgebung wahrnahm, da sie die Sonne blendete.

Sie befand sich mitten auf einem belebten Marktplatz, inmitten einer riesigen Menschenmenge, die sie neugierig, aufgeregt anstarrte.

Als sie sich die Menschen näher ansah wurde ihr auch bewusst warum. Ihre Kleidung entsprach nicht unbedingt dem Bekleidungsstil der Menschen. Offensichtlich war sie unfreiwillig einige tausend Jahre in die Vergangenheit gereist.

Zu allem Überfluss schien das im Moment nicht ihr einziges Problem zu sein. Aus dem Augenwinkel nahm sie war, wie sich ein Trupp Wachen auf sie zu bewegte.

„Mitkommen!“, brüllte sie ihr Anführer an.

Da sie weder bewaffnet noch in der Lage zu flüchten war,  kam sie seiner Aufforderung nach und ließ sich mit erhobenen Händen abführen.
 
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