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Das Tor der Gezeiten

von Sylva
GeschichteMystery / P18 / Gen
10.04.2010
12.04.2010
3
2.041
 
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10.04.2010 1.041
 
"Delila, wach auf!", aufgeregt weckte Amina ihre Freundin.

Diese reckte sich kurz um dann entnervt die Augen aufzuschlagen. Ein kurzer Blick auf ihren Wecker bestätigte ihr eindeutig, dass es noch eindeutig zu früh zum Aufstehen war.

"Oh mann, weißt du wie spät es ist?"

"Komm sieh mal aus dem Fenster!"

Delila war nun doch zu neugierig geworden und wiederstand dem Bedürfnis sich einfach wieder auf die Seite zu drehen und weiter zu schlafen.

So bemerkte sie jetzt auch das grüne Licht in einiger Entfernung, was ihre beste Freundin offensichtlich so in Aufregung versetzt hatte. Jedoch zog sie andere Schlüsse hinsichtlich der Ursache für dieses Licht.

"Amina, reg' dich bitte nicht so auf. Da sind bestimmt nur so ein paar Freaks die eine Goa-Party feiern."

"Eine Goa-Party mitten in der Wüste fernab von jeglicher Zivilisation!"

"Was auch immer es gibt bestimmt eine logische Erklärung dafür."

Irgendwie ahnte Delila was jetzt kam. Es war relativ einfach ihre ägyptische Freundin in Angst und Schrecken zu versetzen. Zu tief war ihr Glaube an alte Mysten und Legenden.

Delila hingegen hatte als Kind europäischer Eltern mehr die Angewohnheit mit einer gewissen Logik an das Leben heranzugehen. Zumal ihr Vater ein berühmter Archäologe war und ihre Mutter eine anerkannte Physikerin. Sie selbst studierte im dritten Semester Politik und Geschichte an einer renomierten Universität in England. Bereits in ihrere Kindheit hatte sie die meiste Zeit im Land der Pharaonen verbracht. Und auch wenn sie nicht an Mysterien glaubte, liebte sie die alten Geschichten die von Amina und ihrer Familie erzählt wurden.

"Weißt du überhaupt was da hinten ist, da liegt das verbotene Tal, wo sich die Ruine des Tores der Gezeiten befindet!"

"Tor der Gezeiten?... Das verbotene Tal?..., das ist doch nur eine Legende, unzählige Archälogen haben danach gesucht. Es ist nie gefunden wurden. Ergibt doch auch gar keinen Sinn, das Tor der Gezeiten, wir sind mitten in der Wüste wozu sollte jemand ein Tor errichten mit Bezug auf Ebbe und Flut. Wäre dazu Alexandria als Ort nicht besser geeignet gewesen."

"Willst du die ganze Geschichte hören oder nicht!", Amina wusste genau wie sie ihre Freundin aus der Reserve locken konnte.

"Also gut, erzähl schon!", gab sich Delila gespielt desinteressiert.

Amina lächelte wissend und begann mit ihrer Geschichte.

"Ich habe dir ja schon mal von dem bösen Zauberer Scarab erzählt. Wie du weißt wurde er zur Strafe für den Mord an Prinz Rapses den Sohn von Pharao Amenhotep lebendig in ein Grab eingeschlossen. Nun dieser hat mit Hilfe seiner dunklen Armee dieses Tor erbaut.

Scarabs Vorfahren stammten aus irgendeinem kleinen Ort am Meer. Vermutlich ist auch dort aufgewachsen. Er hatte der Legende nach einen starken Bezug zum Meer. Besonders fazinierte ihn das Kommen und Gehen des Wassers.

Er war gerade zu besessen von der Idee ein Tor zu erschaffen, durch das man von einer Zeit in die andere gelangen konnte. Man sagt wenn sich die Flut zurückgeht, dann gelangt man in die Vergangenheit und wenn sie zurückkehrt in die Zukunft.

Nun ist es Scarab nicht mehr gelungen sein Tor zu benutzen, aber jemand anderes hat es getan. Und damit unser Land fast in die Katastrophe geführt. Circa 200 Jahre nach dem Scarab das Tor errichtet hatte, wurde unser Land von Pharao Amenophis IV. genannt Echnaton regiert. Es gab viele Menschen die seiner neuen religösen Ideen nicht folgen konnten und wollten. Besonders die alten Priester die er aus dem Amt gejagt hatte.

Zwei von ihnen fielen die Schriften die Scarab über das Tor angefertigt hatte in die Hände. Jedenfalls durchschritten die beiden das Tor, um in der Zukunft nach einer Möglichkeit zu suchen. Sie kehrten allerdings ratlos mit leeren Händen in ihre Zeit zurück. Kurze Zeit starben beide an einer schrecklichen Krankheit. Aber sie waren nicht die einzigen, zunächst starben fast 80 % der Menschen in ihrem Ort an der selben Krankheit. Durch Reisende wurde die Krankheit im ganzen Land verbreitet. Schließlich starben auch der Pharao und fast seine gesamte Familie an der Krankheit.

Ägypten war plötzlich nahezu führerlos. Zum Glück gab es einige Gelehrte und Priester, denen es gelangen wieder einen Pharao einzusetzen, der fähig war die alte Ordnung wieder herzustellen."

"Man ich muss schon sagen, das war eine deiner wirklichen guten Geschichten!"

"Das ist keine erfundende Geschichte! Sie geht aus alten Überlieferungen hervor", sagte Amina beleidigt und fuhr dann fort:

"Jedenfalls müssen die beiden Priester die durch das Tor geschritten waren, sich wohl kurz vor ihrem Tod jemanden anvertraut haben, der dem Pharao von dem Tor berichtete. Nachdem dieser sich an ihn gewandt hatten und ihm Scarabs Schriftrollen überreicht hatte.  Gab er den Befehl das Tor zu zerstören und niemanden mehr zu erlauben das Tal zu betreten."

"Okay sagen wir mal deine Geschichte stimmt und dieses Tor gab es tatsächlich, so wurde es doch zerstört oder? Warum machst du dann also Sorgen!"

"Weil ich glaube das es heute nacht wieder errichtet worden ist! Ich bin vorher erwacht weil ich dachte ich hätte vorhin jemanden gehört. Ich hab' aus dem Fenster geschaut, und das grüne Licht gesehen. Außerdem habe ich jemanden in einer mir unbekannten Sprache reden gehört. Tief in meinem inneren habe ich aber gefühlt das es die Sprache meiner Vorfahren war."

"Ich sehe schon das ist aussichtslos, also was hälst du davon, wir fahren morgen dahin und dann überzeuge ich dich davon, dass da nichts ist."

"Ich werde dieses Tal nicht betreten!", sagte Amina energisch.

"Seid wann bist so ein Hasenfuß!"

"Bin ich nicht!"

"Also kommst du dann mit oder nicht, vielleicht können wir ja die Welt retten!"

Delila konnte es einfach nicht lassen ihre Freundin ein wenig aufzuziehen.

"Warum lass ich mich immer wieder von dir zu was überreden!"

"Hey du hast damit angefangen! Aber jetzt komm wir sollten noch ein wenig schlafen, bevor wir uns morgen auf den Weg machen!"

Mit diesen Worten drehte sich Delila wieder auf die Seite und war nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen. Ihre Freundin Amina fand jedoch keinen Schlaf mehr, sie hatte eine mehr als böse Vorahnung.
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