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One Special Night

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Severus Snape
06.04.2010
06.04.2010
1
4.887
27
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
29 Reviews
 
 
 
06.04.2010 4.887
 
Titel: » ONE SPECIAL NIGHT «
Disclaimer: alles gehört JKR, ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, alles just 4 fun ;)
Rating: R18 (Lemon)
Pairing: Hermine Granger/Severus Snape Nebenpairing: Harry Potter/Ginny Weasely
Genre: bin mir nicht wirklich sicher… Romanze? Allgemein?
Beta-Leser: keiner vorhanden
Infos: One-Shot! Post-Hogwarts und der Krieg ist vorbei! Ich halte mich nicht an alles, was in den Büchern steht…
Anmerkung: Vielleicht finden es manche ziemlich OOC, fluffig und etwas überstürzt oder so, aber ich find’s toll <3 und außerdem ist es ein OS – da muss es ziemlich schnell gehen ;D

Inhalt: ~~HGSS~~ ... Eigentlich hatte sie keine Lust heute auch nur irgendwohin zu gehen! Aber wie kann man schon seiner besten Freundin und ihrem Glubsch-Blick widerstehen!? Manchmal muss halt auch eine Hermine Granger zu ihrem Glück gezwungen werden! … ~~HGSS~~





» One Special Night «


„Hermine! Komm schon, ich verlang doch sonst nie etwas von dir!“, Ginny hatte wütend die Hände in ihre Hüften gestemmt und ihre Augen funkelten böse.
„Ich will doch nur, dass du heute mitkommst!“

Nun brauste auch der sonst so geduldige Lockenkopf auf. „Ginny! Ich hab’s dir doch schon hundert Mal erklärt! Ich hab keine Lust mehr heute irgendwo hinzugehen!“
Auch in ihrem Blick lag ein widerspenstiges Funkeln.

Eigentlich hatte sie vorgehabt sich mit einem neuen potentiellen Freund zu treffen. Sie war guter Hoffnung gewesen, denn schließlich hatte sie sich schon seit längerem bei ihm mächtig ins Zeug gehaut, auf Teufel komm raus mit ihm geflirtet. Doch wie sollte es anders kommen: Er hatte sie versetzt.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein! Nur weil dich dieser Idiot versetzt hat, willst du hier herumhocken und Trübsal blasen!?“, Ginny konnte es einfach nicht fassen! „Schwing dich ins Bad, mach dich fertig, putz dich ordentlich raus und dann kommst du mit! Egal ob du willst oder nicht! Ablenkung wird dir gut tun!“

Schon seit einer halben Ewigkeit versuchte die Jüngere ihre beste Freundin zu überzeugen, dass es eine gute Idee war, mit ihr weg zu gehen. Langsam beruhigte sie sich wieder, das Funkeln war aus ihren Augen verschwunden und mitfühlend blickte sie nun auf Hermine.

„Du weißt, ich will doch nur dein Bestes…“

„Ja, ich weiß, Ginny!“, entschuldigend blickte sie ihre Freundin an und seufzte schließlich ergebend. „Gib mir zehn Minuten – okay?“

Ein kurzes, freudiges Quietschen und Ginny fiel ihr um den Hals. „Ginny, wenn du mich nicht gleich loslässt“, gespielt böse sprach sie diese an, „dann werde ich nie fertig!“ Ein helles Lachen erklang und Hermine machte sich auf den Weg ins Badezimmer.

„Wohin geht’s eigentlich?“, sie hatte sich am Türrahmen zum Bad noch mal zu Ginny umgedreht und schaute sie fragend an. „Und vor allem: Mit wem?“
Nach der Uhrzeit brauchte sie nicht zu fragen, es war schon Abend und Ginny stand auch schon fix und fertig angezogen zum Weggehen in ihrer Wohnung. Sie verschwand im Bad, die Tür ließ sie offen stehen um ihre Freundin besser zu verstehen. Hermine betrachtete sich im Spiegel und einen kleiner Seufzer entwich ihrer Lunge.

Ihre Haare waren einfach zusammengebunden, hie und da hatten sich einzelne Strähnen gelöst und umrahmten locker ihr Gesicht. Sie hatte eine bequeme Hose an und ein einfaches Shirt – das bedeutete noch sehr viel Arbeit.

„Mit Harry!“, konnte sie nun Ginnys Antwort vernehmen. War klar, dachte sie bei sich. Seit ihrem Schulabschluss waren die zwei ein Paar und seit drei Monaten glücklich verlobt. Sie lächelte und machte sich wieder auf den Weg zu Ginny ins Wohnzimmer.

„Dachte ich mir schon“, sagte Hermine, „Ich dachte nicht, dass du auch nur für eine Sekunde auf deinen Schatz verzichten würdest!“

Doch irgendwie wurde sie wieder etwas traurig, schnell schüttelte sie ihre Gedanken wieder ab und setzte ein strahlendes Lachen auf. Hermine angelte nach ihrem Zauberstab der auf dem kleinen Couchtisch lag. Mit einem Schlenker stand sie perfekt gestylt vor ihrer Freundin. „Und?“, fragend blickte sie diese an.

Hermine hatte eine enganliegende Röhrenjeans an, schwarze Stiefel mit Absatz und ein mit Pailletten besetzten schwarzes Top. Ihre langen, geglätteten Haare reichten ihr bis über die Schulterblätter. Sie trug ein dezentes Make Up – Wimperntusche und Gloss, etwas Puder sorgte für ein ebenmäßiges Hautbild und ließ sie erfrischt aussehen.

„Du siehst wirklich super aus, Süße, ehrlich!“, erwiderte Ginny mit einem Lächeln. „Komm, schnapp dir deine Tasche, Jacke und auf geht’s!“

Hermine sperrte gerade die Tür zu ihrer Wohnung ab, als sie ihre beste Freundin leise etwas sagen hörte. „Wie bitte, Ginny? Ich hab dich nicht verstanden.“

„Ähm… Ich hab nur gesagt, dass noch jemand anderes mitkommt.“, schon hatte sich die Rothaarige umgedreht und wollte raus auf die Straße verschwinden. Hermine folgte ihr schnell und blickte sie erwartend an. „Und? Wer ist es?“

„Severus… TAXI!“, schrie sie nun laut und hatte ihrer Freundin den Rücken zugewandt.
Vor den beiden hielt ein Taxi und sie stiegen ein. Ginny nannte dem Fahrer die Adresse und schon fuhren sie los.

Hermine dachte, sie hätte sich verhört, also hackte sie noch mal nach. „Severus? Severus… Snape?“

Der braune Lockenkopf war reichlich verwirrt. Ja, die finale Schlacht war vorüber, Voldemort besiegt, sie hatten alle zusammengehalten und hatten es geschafft. Sie wurden als Kriegshelden gefeiert. Severus Snape hatte auf der Seite des Lichts gekämpft und hatte eine entscheidende Rolle gespielt, wie Voldemort besiegt werden konnte.
Er hatte Harry geholfen, wo es nur ging und hat ihm in etwaigen brenzligen Situation das Leben gerettet. Doch der Krieg hatte auch viele Opfer gefordert… Und mit der Zeit hatte sich zwischen Harry und Severus eine Freundschaft entwickelt, wieso das so war, dass konnte man nicht genau beschreiben

„Ja, Hermine! Severus Snape“, Ginny lachte und blickte ihre Freundin nur amüsiert an. „Du weißt doch, dass wir mit ihm befreundet sind!“

„Ich weiß, aber es ist immer noch komisch das zu hören.“, sie grinste. „Jahrelang habe ich probiert Harry davon zu überzeugen, dass er sicherlich kein schlechter Mensch ist und er der beste Zaubertrankprofessor ist und dass er… Naja, egal, dass weißt du ja, Ginny! Warst schließlich oft dabei“ Sie wirkte leicht verlegen, trotzdem hatte sie ein fröhliches Lachen auf den Lippen. Ginny schielte mit hochgezogener Augenbraue zu ihrer Freundin, sagte jedoch nichts. So herrschte Schweigen während der restlichen Fahrt – es war jedoch kein unangenehmes.

Eine viertel Stunde war vergangen, als die beiden jungen Frauen schließlich vor einem angesagtem Club Londons aus dem Taxi ausstiegen. Hermine ließ ihren Blick schweifen und konnte erkennen, dass sich schon eine längere Schlange von Wartenden gebildet hatte. Toll, dachte Hermine, das kann ja ewig dauern, bis wir da hineinkommen. Sie drehte sich um und da erblickte sie ihn…

Er stand zusammen mit Harry etwas auf der Seite, er lachte gerade hell auf – sie schienen sich prächtig zu amüsieren. Dann plötzlich drehte er sich zu ihr um, ihre Augen trafen sich und noch immer hatte er ein absolut umwerfendes Lachen auf den Lippen. Er winkte ihr zu.

Hermine drehte sich zu Ginny um und machte sie auf Harry und Severus aufmerksam, diese lächelte nur selig, als sie ihren Verlobten sah und stürzte auf ihn zu, fiel ihm um den Hals.

Die beiden hielten sich noch immer im Arm, als Hermine zu der kleinen Gruppe hinzukam. Verlegen blickte sie ihren ehemaligen Zaubertränkelehrer an. Seit dem Krieg hatte sie ihn nicht mehr gesehen und sie musste zugeben, er hatte sich wirklich verändert. Sein Gesicht wirkte… jünger. Er schien ausgeglichen zu sein, wirkte nicht mehr wie die fiese, dunkle und alte Fledermaus aus dem Kerker. Er trug eine schwarze Jeans und ein schwarzes Shirt – schließlich musste er sich treu bleiben.

Hermine hielt ihm ihre ausgestreckte Hand entgegen „Ähm… Guten Tag, Herr Profes…“, doch sie stockte als sie von ihm begrüßt wurde. Er hatte die dargebotene Hand ignoriert, begrüßte sie mit Küsschen rechts und Küsschen links.

„Ich denke nicht, dass ich noch Ihr Professor bin, Miss Granger!“, ein amüsiertes Glitzern erhellten seine schwarzen Augen, „Sie können mich gerne duzen, wenn Sie wollen“.

Perplex hatte Hermine ihre Hand auf ihre Wange gelegt. „Ha..Ha..Hallo, Severus.“, stammelte sie nur vor sich hin. Sie konnte es noch immer nicht fassen.

„Hallo, Hermine!“, Severus betonte ihren Namen mit seiner tiefen und samtigen Stimme, sie bekam Gänsehaut.

Ginny und Harry, die sich zwischenzeitlich wieder von einander gelöst hatten, betrachteten belustigt das Szenario. Schließlich fasste Harry sich ein Herz und ging auf seine beste Freundin zu, umarmte sie und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Doch sie – sie konnte einfach nicht die Augen von Severus nehmen. Nur halbherzig begrüßte sie ihren besten Freund.

„Na los“, hatte sich nun Harry von ihr grienend gelöst, „lasst uns rein gehen!“. Harry bot Ginny seinen Arm dar, welchen sie dankend annahm und gingen los.

Hermine blickten den beiden nur ziemlich ungläubig hinter her. Wie wollen die denn in diesen Club rein kommen!? Der ist doch rappelvoll!

Unerwartet spürte sie einen heißen Atem an ihrem Ohr, schon zum zweiten Mal an diesem Abend überzog eine Gänsehaut ihren gesamten Körper, sie schloss ihre Augen.
„Es hat doch seine Vorteile ein Kriegsheld zu sein, Hermine!“, konnte sie Severus’ dunkle, seidige und tiefe Stimme vernehmen. Ihr Verstand hatte abgeschaltet, doch dann: Woher…? Doch auch diesmal wurde ihr Gedanke unterbrochen, noch einmal konnte sie diesen warmen Luftzug spüren, ein heiseres Lachen und diesen samtigen Klang seiner Stimme vernehmen. „Ich konnte schon immer in dir Lesen wie in einem offenen Buch, Hermine!“ Und genauso schnell wie sie seinen Atem hatte spüren können, war er auch wieder verschwunden. Langsam öffnete sie ihre Augen – wieder dieses strahlende Lächeln.

„Darf ich bitten?“, galant hatte er ihr den Arm angeboten, welchen sie auch ergriff und zusammen machten sie die zwei auf den Weg um Harry und Ginny einzuholen, die schon beim Türsteher auf die beiden zu warten schienen. Also schlossen sie auf…

Endlich im Club angekommen, sahen sie sich um. Die Luft war stickig, drückend heiß und eine Unmenge an Menschen hatte sich auf der Tanzfläche zusammengefunden. Die Musik dröhnte laut, und die Besucher wiegten sich im Takt mit. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Suchend sahen sich die vier um und erhaschten den letzten freien Sitzplatz in einem der hinteren, leiseren Ecken, machten sich sogleich auf den Weg.
Endlich angekommen ließen sich die vier auf die gemütliche Couch fallen, legten ihre Jacken ab, die zwei Mädels platzierten ihre Taschen neben sich und fingen schon ein angeregtes Gespräch an. Harry und Severus sahen sich mit einem leichten Schmunzeln an, schließlich deutete der Jüngere Richtung Bar – keine zwei Minuten später waren die beiden auch schon verschwunden. Doch nicht, bevor Harry Ginny einen Kuss gegeben hatte – Hermine hatte sich währenddessen weggedreht, den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen. Severus war dies natürlich nicht entgangen, entschlossen drückte er seinen Rücken durch, beugte sich wieder ganz nah an Hermines Ohr herunter und fragte sie mit tiefer, samtiger Stimme: „Willst du etwas trinken, Hermine?“

Hermine hob den Kopf und sie blickte direkt in seine Augen. Sie hatte das Gefühl, als wäre die Zeit plötzlich stehen geblieben, sie verlor sich in seinem Blick. „Ähm… Was?“
In seinen Augen funkelte es auf einmal spitzbübisch auf und er beugte sich noch näher zu Hermine, seine Lippen waren nur wenige Millimeter von den ihrigen entfernt. „Ich fragte dich, ob du etwas trinken willst?“. Ihr Mund wurde unerwartet trocken, trotzdem bewegte sie sich nicht. Abwesend murmelte sie ein Cosmopolitan an seine Lippen, er nickte leicht mit dem Kopf, erhob sich.

Doch plötzlich hielt er in seiner Bewegung inne. Beugte sich wieder hinab zu ihr, setzte seine Lippen dicht an Hermines Ohr, sodass sie die Bewegungen fühlen konnte. „Du siehst wunderschön aus, Hermine!“. Er schenkte ihr noch ein umwerfendes Lachen und drehte sich schließlich zu Harry um. Fragend blickte er ihn nun an „Können wir?“.

Harry und Severus waren verschwunden und Hermine saß noch immer wie versteinert da. Ginny sah ihre Freundin besorgt an. „Hermine, ist alles okay bei dir?“
Erschrocken sah Angesprochene auf. „Ähm, ja klar… Alles okay!“ Ihr Herz pochte wie wild, es schlug ihr bis zum Hals, beinahe hatte sie die Befürchtung, man konnte es noch meilenweit entfernt hören. Ihr Atem ging schnell. Beruhig dich, Hermine! Lass dir einfach nichts anmerken! Es war das erste Mal, dass sie nach so vielen Jahren auf Severus getroffen war, das erste Mal, dass sie auf ihn als Privatperson gestoßen war und nicht auf ihren gefürchteten Zaubertränkeprofessor. Es war ein wirklich komisches Gefühl.

„Und? Was hältst du so von ihm?“, fragend sah sie die Rothaarige an. „Ich meine, so als… Naja, als Severus halt und nicht als den alten griesgrämigen Professor?“

Hermine war reichlich erstaunt über ihre Frage, zog überrascht eine Augenbraue hoch. „Ich finde, er hat sich verändert. Innerlich… und… und auch äußerlich. Zumindest habe ich den Eindruck. Er wirkt offener, zufriedener. Er scheint sich wirklich verändert zu haben.“

„Wer hat sich wirklich verändert?“, wurden die beiden jungen Frauen nun von Harry unterbrochen, Severus blickte fragend auf den braunhaarigen Lockenkopf, er konnte sehen wie sich ihre Wangen mit einem leichten Rotton überzogen. „Ach nicht so wichtig!“, antwortete Ginny schlicht, nahm Harry ihren Drink ab und grinste versonnen vor sich hin.

Severus zuckte mit den Schultern und reichte Hermine ihren Cosmopolitan, ließ sich neben ihr auf der Couch nieder. Hermine fühlte sich unwohl, wusste einfach nicht worüber sie mit Severus ein Gespräch anfangen konnte – doch ihr Unbehagen wurde unterbrochen, als er die Initiative ergriff.

„Hermine“, er führte sein Glas an die Lippen, nahm einen Schluck und sprach schließlich weiter, „Wie ist es dir so ergangen? Was machst du jetzt eigentlich nach Hogwarts – denn nachts in den Gängen mit den zwei Hohlköpfen herumschleichen geht ja wohl nicht mehr.“ In seinen Augen konnte sie den Schalk herausblitzen sehen und ein sanftes Lächeln legte sich um ihre Mundwinkel.

„Wissen Sie, Profes…“, sie stockte und verbesserte sich selbst – Gott, war das ungewohnt!, „Weißt du, Severus, es wäre ja nicht so, dass wir nur in den dunklen Gängen Hogwarts herumgeschlichen sind! Wir haben auch noch ganz andere Dinge angestellt… Aber das interessiert dich bestimmt nicht!“ Sie blickte ihn mit ihrem unschuldigen Blick an und fuhr schließlich fort. „Ich arbeite zurzeit in einem kleinen Buchgeschäft. Die Inhaberin ist schon ziemlich alt und somit helfe ich ihr, wo ich nur kann! Das mach ich wirklich gerne… Aber ich träume auch davon, einmal meine eigene kleine Bibliothek aufzumachen!“ Sie lachte herzhaft.

„Typisch Gryffindor!“, Severus Augen waren noch immer freundlich, fröhlich und offen, jedoch hatte sich ein kleines Anzeichen für gutmütigen Spott bemerkbar gemacht. „Immer noch die Hilfsbereitschaft in Person? Es gibt etliche, die davon profitieren – oder profitiert haben! Wie zum Beispiel Mister Longbottom im Zaubertrankunterricht.“
Hermine hatte jedoch den Anstand wenigstens kurz rot zu werden und den Kopf abzuwenden. Wenigsten ist er nicht auf ‚die ganze andere Dinge, die wir angestellt haben’ eingegangen!

„Hermine“, wurde diese plötzlich aus ihren Gedanken gerissen und blickte nun hinüber zu Ginny. „Hast du Lust zu tanzen? Lass uns die Tanzfläche unsicher machen!“ Kurz lachte sie auf und blickte nun den braunhaarigen Lockenkopf an. „Klar, wieso nicht!?“
Ein kleines und zaghaftes Lächeln schenkte sie noch Severus, bevor sie in der Menschenmenge verschwunden waren, um mit dem Takt der Musik zu verschmelzen.

Auf der Tanzfläche schien die Luft noch heißer und noch erdrückender zu sein, die Musik dröhnte laut in Hermines und Ginnys Kopf – doch das störte sie nicht im Geringsten!
Anmutig bewegten die zwei Frauen ihre Hüften im Takt und ließen sich auf den Wellen der Melodie hinweg tragen. Es machte mordsmäßigen Spaß!

Doch plötzlich schien Hermine wie angewurzelt, bewegte sich keinen Zentimeter mehr und ihr blick war starr geradeaus gerichtet.
Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Wut spiegelte sich in ihren Augen wieder, doch noch immer wollten ihre Beine sich nicht von Fleck bewegen. Es hatte den Anschein, als könnte der Empfänger ihres Blickes, alleine durch seine Intensität, tot umfallen.
„Hermine“, fragend und besorgt folgten Ginnys Augen ihren.

Es schien, als wäre durch ihren Namen nun auch endlich das Opfer ihrer Wut auf sie aufmerksam geworden. Er blieb stehen, in seinen Augen erschien ein geschockter Ausdruck und die Frau die er im Arm wiegte, starrte verwirrt zwischen den beiden her.
Der Anschein, dass er etwas sagen wollte, erweckte Hermine wieder aus ihrer Starre und mit funkelnden Augen kam sie ihm schrittweise näher.

Oh ja, jetzt kannte sie den Grund, wieso ihr neuer potenzieller Freund sie versetzt hatte: Groß, schlank, blaue Augen, langes blondes Haar und vollbusig.

„John…“, ihre Stimme war ruhig und leise, hatte etwas Gefährliches in sich. „Ich dachte, du musst heute länger arbeiten und hast deswegen keine Zeit!“

„Hermine! Ich… Ich… Es ist nicht so wie du denkst, weißt du es…“, doch mit einem Blick schnitt sie ihm einfach das Wort ab. „Vergiss es, schließlich sind wir nur Freunde. Das hast du selbst so oft zu mir gesagt und mir…“

Severus saß mit Harry noch immer auf ihrem Platz, keine sekundelang hatte er die zwei jungen Frauen aus den Augen gelassen. Sein Blick hatte etwas alarmiertes, als er sah wie sich Hermines Gesichtsausdruck verfinsterte, mit einem kleinen Stups machte er Harry auf die Situation aufmerksam und erhob sich.

John hatte noch immer keine Worte gefunden, hilfesuchend klammerte er sich an der jungen Frau in seinen Armen fest. Wo hatte er sich da bloß hineingeritten!? Hermine fuhr fort…

„…bist du bestimmt keine Rechenschaft schuldig! Jeder hat sein eigenes Leben!“

Sie spürte, wie sich plötzlich zwei Arme um ihre Hüfte schlangen und konnte gerade noch einen Aufschrei unterdrücken.

„Schatz“, sie konnte seinen heißen Atem an ihrem Hals fühlen und eine Gänsehaut überzog ihren Körper, „gibt es hier ein Problem?“ Seine Stimme hatte einen seidig-samtenen Ton und ihre Knie schienen weich zu werden. Severus!, das war der einzige Gedanke, der ihren Kopf durchschoss.

Severus starrte mit seinem geübten Todesserblick auf den jungen Mann ihm gegenüber, seine Hände lagen noch immer um Hermines Hüften.

Endlich fand auch John wieder seine Stimme: „Nein, hier gibt es kein Problem!“ Sein Blick war ungläubig auf Hermine und Severus gerichtet.
„Umso besser“, antwortete Severus bevor er Hermine an der Hand fasste und sie in einen langsamen Tanz verwickelte.

„Danke!“, Hermine war nahe an Severus gerückt, ihre Lippen streiften bei der Bewegung ihrer Lippen sein Ohr und dieses Mal war Severus an der Reihe eine Gänsehaut zu bekommen. Sie wand den Kopf, ihre Nasenspitzen waren nur wenige Millimeter voneinander entfernt und sie verloren sich in den unendlichen Tiefen seiner schwarzen Augen.

Wie in Trance näherte sich Severus ihren Lippen, bis sie sich schließlich zu einem schüchternen Kuss trafen. Es schien als würde die Welt stillstehen, als würden nur noch sie beide und der Kuss real sein. Ihre Umwelt wurde einfach ausgeblendet und sie schienen sich in diesen unendlich schönen Moment zu verlieren.

Als sie sich endlich lösten, konnte Severus die Blicke auf ihnen spüren – John funkelte böse zu ihnen hinüber, Harry stand der Mund offen und Ginny lächelte, gefolgt von einem fröhlichen Seufzer.

Er räusperte sich kurz, warf John noch einen kurzen – dafür jedoch sehr bekannten – Todesblick zu und wandte sich schließlich an Hermine: „Komm, lass uns hinsetzten. Ich hol uns noch etwas zum Trinken.“

So schritt der Abend voran. Es wurde getrunken, geplänkelt, gequatscht und gelacht. Die Nacht neigte sich dem Morgen zu und ein wunderschöner Abend schien zu Ende zu gehen. Sie standen bereits vorm Club, ließen sich die frische Luft um die Nase wehen und tauschten noch die letzten Gedanken aus.

„Hermine“, sprach Ginny ihre beste Freundin an, „willst du nicht vielleicht bei uns schlafen? Es ist schon spät und das du alleine mit dem Taxi fährst, behagt mir nicht! Auch nicht, wenn du apparierst…“

Harry schaute nur perplex seine Verlobte an, er verstand einfach gar nichts! „Aber…“ – das war auch schon das Einzige, was er hervorbrachte, durch einen Stoß in die Rippen wurde er gestoppt. „Ähm, ja! Ginny hat Recht, Hermine! Komm doch mit zu uns!“
Eine Diskussion entfachte, welche jedoch bald durch Ginnys überzeugende Argumente ein Ende fand – Hermine würde bei ihnen schlafen! Die Augen der Rothaarigen schienen mit dem Mond um die Wette zu strahlen… So riefen sie sich ein Taxi und machten sich auf den Weg zu ihrer Wohnung…

Keine halbe Stunde später hielt das Taxi in einer schönen Wohngegend Londons. Harry bezahlte den Fahrer und öffnete galant seiner Verlobten die Türe. Zu viert standen sie vor dem Gartentor, es herrschte Stille.

„Ähm… Nochmals danke, Harry, danke, Ginny, dass ich bei euch schlafen kann heute Nacht“, dann wandte sie sich Severus zu, blickte ihm in die Augen – etwas schalkhaftes lag in seinem Ausdruck.

„Ich wünsch dir eine gute Nacht, Severus.“, sie stellte sich auf die Zehnspitzen, stützte sich mit ihren Händen auf seinen Schultern ab und gab ihn einen kleinen, zarten Kuss auf die Wange. Mit einem Lächeln wandte sie sich ab und schritt durchs Gartentor.

Ein diabolisches Grinsen lag auf Severus Lippen. Harry war inzwischen vorgegangen, Hermine folgte ihm und zusammen betraten sie schließlich die Wohnung. Hermine zog sich gerade ihre Schuhe aus und platzierte sie auf dem Schuhregal, die Tür fiel ins Schloss. Sie hob ihren Blick und starrte in schwarze Augen, mit hochgezogener Augenbraue stand sie vor ihm. Vor Severus. Verwunderung lag auf ihrem Gesicht.

„Hermine, weißt du, auch Severus wird heute unser Gast sein. Sein Manor liegt außerhalb von London und auch ihm wollten wir nicht zumuten, um so eine Zeit noch zu apparrieren.“, versuchte Harry Licht in Hermines Dunkelheit zu bringen.

„Und wenn wir schon dabei sind“, fuhr Ginny fort, „ihr müsst euch leider ein Zimmer teilen, da unser zweites Gästezimmer gerade renoviert wird.“

Komisch, bildete sich Hermine das nur ein oder hatte das Wort leider eine eigene Betonung von Ginny erhalten!? Sie wusste es nicht, konnte auf jeden Fall nicht darauf Wetten.

„Also, mir ist es recht… Hermine? Ist es dir recht?“, aus fragenden Augen sah er sie an. Kein Spott, nichts außer reine Erwartung spiegelte sich in ihnen wider.

Was sollte sie schon darauf antworten? Ein Nein käme wohl nicht in Frage und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, konnte sie die Schmetterlinge schon in ihrem Bauch herumfliegen spüren. Wahrscheinlich etwas voreilig, dass wusste sie, aber viel zu sehr genoss sie das wohlige Gefühl.

„Nein… Ähm… Ich meine: Ja, es ist mir Recht!“, verlegen grinste sie ihm entgegen.

„Gut, dann hätten wir das ja geklärt! Ich wünsch euch eine gute Nacht! Hermine, du weißt ja wo das Gästezimmer ist, ja?“, kaum hatte Ginny fertig gesprochen, umklammerte schon Harrys Handgelenk und war schnurstracks in einem der angrenzenden Zimmern verschwunden.

Perplex standen sich die beiden nun gegenüber, völlig überrumpelt von Ginnys Ansprache und schnellen Abgang. Severus fing sich als erstes wieder und räusperte sich.

„Kannst du mir vielleicht zeigen, wo hier das Gästezimmer ist? Weißt du, ich war noch nie hier…“, jetzt konnte sie wieder ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen erkennen.
„Ähm… Ja klar, komm mit.“, zusammen machten sie sich auf den Weg.

Es war nicht weit, nur den Gang hinunter und anschließend rechts. Das Zimmer war schön und gemütlich. Severus Herz machte einen kurzen Stolperer in seiner Brust. Ein Doppelbett! Auch Hermine war es gerade aufgefallen, denn er konnte beobachten, wie sich ein feiner Rotschimmer über ihren Wangen verbreitete.

„Ähm, ich geh mal ins Badezimmer“, versuchte Hermine die etwas unangenehme Stille zu durchbrechen. Sie erhielt nur ein Nicken als Antwort.

Als der Lockenkopf im Badezimmer verschwunden war, unterzog Severus das Zimmer einer weiteren Inspektion. Eine kleine Couch stand gegenüber vom Bett. Er seufzte.
Im Notfall kann ich auf der schlafen…

Hermine hatte sich am Rand des Waschbeckens abgestützt und blickte ihrem Spiegelbild entgegen. In einem kleinen Schränkchen fand sie schließlich eine sanfte Reinigungslotion, entfernte so das Make Up von ihrem Gesicht und begann sich aus ihren Kleidern zu schälen. Eine entspannende Dusche war bestimmt das Richtige…

Als sie wieder aus der Dusche stieg, hingen ihr ihre wilden Locken ins Gesicht, sie wirkte erfrischt. Ein weißes Handtuch hatte sie sich um ihren Körper geschlungen als es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel… Sie hatte nichts für die Nacht! Den Gedanken in ihren Klamotten zu schlafen, verwarf sie so schnell, wie er gekommen war.
Und natürlich kam noch erschwerend hinzu, dass sie ihren Zauberstab auch noch im Zimmer gelassen hat. Entweder ich frag ihn ob er ihn mir gibt oder… Oder ich muss einfach so hinausgehen! Tolle Optionen!! Sie entschied sich für die Erste.

Severus saß gerade am Bett und wartete bis Hermine endlich wieder aus dem Bad kam, er hörte wie sich die Tür öffnete, er konnte ihren verlegenen Lockenkopf sehen.

„Ähm… Könntest… Könntest du mir deinen… Ich meine, meinen Zauberstab geben? Ich muss mein T-Shirt in verwandeln…“ Zum Schluss hin wurde sie immer leiser und hatte ihren Kopf gesenkt.

„Was musst du? Und ich weiß nicht, wo du ihn hingelegt hast…“

Sie straffte ihre Schultern, öffnete die Tür und betrat den Raum. Zum Teufel mit den Optionen! Augen zu und durch!

Ihm stand der Mund offen, er war ganz trocken. Severus glaubte seine Augen würden jeden Moment aus dem Kopf springen. Sie sieht umwerfend aus! Ihre nassen Haare hingen ihr über die Schultern, reichten bis zur Mitte ihres Rückens.

Hermine steuerte gerade den kleinen Nachttisch an, als sie plötzlich spürte wie er hinter ihr stand. Sein Blick glitt begierig über ihren Körper – er schätzte eine gute Mischung aus scharfem Verstand und… Nun ja, scharfem Verstand und sinnlichen Rundungen!

„Du bist wunderschön“, flüsterte er gegen ihre Schulter. Der Luftzug seiner gesprochenen Worte erzeugte auf ihrer nassen Haut ein wohliges Kribbeln. Sie spürte seine Hand auf ihrem Arm, wie sie langsam hinab glitt und sich schließlich mit ihren Fingern verknüpfte. Mit einer fließenden Bewegung hatte er sie zu sich umgedreht und Blickte in ihre Augen. Ihm stockte der Atem! Begehren, Lust und Leidenschaft – das konnte er in ihnen lesen. Und seine standen ihnen in nichts nach!

Seine Lippen senkten sich auf ihre und zerschmolzen zu einem sinnlichen Kuss. Ihre Hände hatte sie in seinen Haaren vergraben, ihren Körper drängte sie näher an ihn.
Severus Hände fuhren ihren Körper entlang, den Rücken hinab, an den Armen herauf und still forderte er sie zu einem Kamp heraus. Als sich ihre Zungen trafen, ein Duell ausfochten, welches keiner der beiden zu gewinnen vermochte, entfachte es ein nie gekanntes Feuer in ihrem Inneren.

Sanft dirigierte er sie Richtung Bett, barg sie sanft in die Kissen und lehnte sich mit seinem Körper sachte auf sie. Fiebrig strichen seine Hände ihren Körper entlang, seine Erregung stieg ins Unermessliche. Hermine wand sich unter ihm, ein leises Stöhnen entwich ihren Lippen.

Severus öffnete das verknotete Handtuch und setzte seine Erforschungen fort. Er übersäte ihren Körper mit Küssen: vom Hals übers Schlüsselbein, von ihren wohlgeformten Brüsten über ihren Bauchnabel, in den er ein paar Mal mit seiner Zunge stieß, bis hin zu ihrer Scham.

Hermine kam es so vor als ob sie unter seinen Berührungen vergehen müsste, sie wand sich… Sie wollte mehr! Sie konnte hören, wie er eine Formel flüsterte, doch eigentlich war es ihr im Moment auch ziemlich egal was er da flüsterte. Hauptsache er machte weiter! Verwöhnt sie weiter mit seiner Zunge! Als sie ihre Augen wieder öffnete, war es nun an ihr zischend die Luft einzuatmen.

Nackt, wie Gott ihn schuf, lehnte er über ihr. Verdammt, sieht er gut aus!
Er hob seinen Blick und ihre Augen begegneten sich. Pures Verlangen stand in ihnen geschrieben. Und mit einem Stoß versank er sich in ihr…

Sie liebten sich langsam, sie liebten sich schnell, mal war er oben, mal war er unten…
Es war eine lange Nacht für beide und irgendwann schliefen sie beide, ineinander verschlungen, aber glücklich, ein.

Hermine erwacht am frühen Vormittag, kuschelte sich enger an Severus. Sie spürte wie er durch ihre Haare fuhr und blinzelte ihm verschlafen entgegen.

Sie sieht wunderschön aus, wenn sie so verschlafen herumblinzelt.

„Gute Morgen“, Severus lächelte ihr entgegen, gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn.

„Morgen“, war das einzige was sie erwiderte, bevor sie sich näher an ihn und tiefer in die Kissen kuschelte.

Es war das Ende einer langen Nacht und der Anfang einer neuen Liebe…


~~1 Jahr später~~

Wenn man ihm vor einem Jahr gesagt hätte, dass er an diesem Punkt in seinem Leben stehen würde, er hätte angefangen zum Lachen und die Person direkt ins Sankt Mungos einliefern lassen.

Nun saß er hier, in Hermines Wohnung und seit einem Jahr führte er eine ausgeglichene Beziehung mit ihr. Er wusste, dass der Anfang ziemlich rasant gewesen ist. Hermine und er hatten einen tollen Abend und eine noch bessere Nacht verbracht. Doch hatte es auch Hürden gegeben, die sie jedoch gemeinsam gemeistert hatten…

Ein glückliches Lachen lag auf seinen Lippen. Besser konnte sein Leben nicht laufen. Er war mit der Frau zusammen, die ihm Glück in sein Leben gebracht hat.

Versonnen drehte er eine kleine schwarze Samtschachtel in seinen Händen, er hörte, wie Hermine aus dem Nebenzimmer kam. Schnell ließ er die kleine Schatulle wieder in seiner Robe verschwinden und drehte sich zu ihr um, als sie ihre Hand auf seine Schulter legte.

„Ich liebe dich, Hermine!“, säuselte er ihr entgegen, bevor sich ihre Lippen zu einem zärtlichen Kuss trafen.

Und er wusste, sie war die Frau, mit der er sein restliches Leben verbringen wollte…
Und er wusste, sie war die Frau, mit der er eine Familie gründen wollte…
Und er wusste, sie war die Frau, mit der er glücklich bis ans Ende sein wollte…

The End



So, das wars… Was sagt ihr dazu?
Ich weiß, ich weiß, ziemlich kitschig zum Schluss, aber da sind die Pferde mit mir durchgegangen… Ich bin halt auch einfach nur eine hoffnungslose Romantikerin – das kann ich wohl nicht abstreiten ^^

Eure Silent Tears
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