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Die Sonne der Nacht

von kathy15
GeschichteMystery / P18 / Gen
Lucian Viktor
02.04.2010
18.08.2012
8
5.432
 
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02.04.2010 783
 
Es war eine kühle Nacht, der Krieg zwischen den Vampiren und Lykanern wurde immer schlimmer. Ich selbst war eine Kreatur der Nacht, ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
Ich war auf dem Weg zu Viktor, unserem Gebieter und Oberfürst. Meine hellblauen Augen leuchteten und meine langen hellblonden Haaren wehten im Wind.
Schnellen Schrittes erreichte ich die große Halle. Heute war eine wichtige Sitzung und als Ratsmitglied wurde ich erwartet. Viktor saß bereits auf seinem Thron. Er sah mich durch dringlich an und wendete seinen Blick zur großen Empfangstür.
Ich setzte mich neben ihn, ich war sozusagen seine rechte Hand. Seine Tochter Sonja fehlte, wie so oft.
Ich sah zu Viktor, der gerade einem oberen Ratsmitglied zuhörte. Von der Seite betrachtete ich ihn.
„Kathy, du tätest dich besser daran Gilion zu zuhören, anstatt deine Gedanken woanders zu lassen,“ mit diesen Worten wandte Viktor seinen Kopf zu mir. Ich sah in seine eisblauen Augen, er war bisher immer ein kühler Vampir gewesen, sodass ich kein Lächeln erwarten konnte.
Ich richtete meinen Blick wieder zu Gilion.
Nach einer halben Ewigkeit war die Sitzung beendet. Alle Ratsmitglieder verließen den Raum, so auch ich. Ich erhebte mich und wollte ohne Viktor noch einmal anzusehen aus der großen Halle gehen.
Jedoch hinderte mich jemand daran, eine Hand ergriff eisern mein linkes Handgelenk. Ich wusste sofort das es Viktor war. Seine Augen durchstachen meine, sein Blick war undeutbar.
„Warte, ich muss mit dir reden...“ Mit diesen Worten ging er voran, in seine Gemächer.
Ich folgte ihm. Als ich durch seine Tür trat, schloss sich diese von selbst, fest verschlossen.
Viktor stand am großen Fenster, am Ende des großen Raumes, der fast 3 Schlafzimmer umfing. Ich blieb in der Mitte des Raumes stehen.
„Mein Gebieter, was wünscht Ihr?“, ich sah ihn nicht an, sondern musterte den Boden.
Viktor drehte sich zu mir um, musterte mich kurz und ging dann auf mich zu. Wie eine Raubkatze umkreiste er mich. Er nahm eine lange Haarsträhne von mir und strich mir zärtlich über den Hals. Er schloss seine Augen und für einen kurzen Augenblick hatte ich dass Gefühl dass es eine Qual für ihn war, während ich in seiner Nähe bin.
Ich hatte die ganze Zeit meine Augen geschlossen, ich versuchte mich zusammen zu reißen, denn keiner durfte erfahren welche Wollust mich umfing wenn er auch nur Zentimeter von mir entfernt war. Keiner durfte meine Schwäche spüren, ich war ein Vampir! Und Vampire zeigen keine Schwäche.
„Welche Gefühle hegst du...im Moment?“, hauchte er in mein Ohr.
Ich spürte teilweise seinen Körper hinter meinem, sein Duft umnebelte meine Sinne, ich riss meine Augen auf...sie leuchteten, meine Lust war nicht mehr zu unterdrücken, man sah sie mir regelrecht an.
„Mein Gebieter, meine Gefühle sind nicht von großem Wert. Ein großer Krieg steht uns bevor.“
Viktor zog eine Augenbraue hoch, er drehte mich zu sich um und sah in meine Augen.
„Deine Augen zeigen mehr als du denkst meine Liebe. Sie sind der Spiegel zu deinem Innersten,“ er strich mir zärtlich durch mein Haar.
Ich sah ihm weiterhin in die Augen und wusste nicht im Geringsten was ich nun sagen sollte. Ich musste mich zu sehr beherrschen nicht über ihn herzufallen.
Schon seit langer Zeit hegte ich Gefühle für ihn, viel zu lange, doch meine Absichten wären nicht erfüllbar. Er lebte seit über 2000 Jahren auf diesem Planeten, ich war im Gegensatz zu ihm nur 200 Jahre hier. Es trennten uns zu viele Vampirjahre.
Wie ich so darüber nachdachte, bemerkte ich nicht wie mich Viktor an sich drückte, sein Mund nah an meinem Ohr und hauchte: „Ich sagte dir schon so oft, dass du mich nicht anlügen kannst. Ich weiß was du fühlst, was du begehrst. Auch wenn du es noch so versuchst, du wirst nichts vor mir geheim halten können. Ich bin dein Gebieter und werde es immer sein.
Und du...wirst für immer mir gehören.“
Ich schluckte schwer, legte zaghaft meine Hände um seinen Rücken.
„Mein Gebi....“, doch weiter kam ich nicht, er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen.
„Nein, ich bin Viktor.“ Und für einen kurzen Moment lächelte er.
Die Tür schwang auf: „Mein Gebieter, die Lykaner sind auf dem Weg hier her. Cecilia, Oberfürstin aus Frankreich erwartet Sie in der Empfangshalle.“
Viktor war mir immer noch sehr nahe und doch ließ er sich nicht durch diese Störung beirren.
Er sah mir direkt in meine Augen. Seine rechte Hand streichte leicht über meine Wange, dann durch mein Haar. „Meine Liebe, stehe zu deinen Gefühlen. Sie gehören zu dir....so wie ich zu dir gehören...“, hauchte er leise und drückte mir einen Kuss auf die Stirn.
Schnellen Schrittes verließ er sein Gemach und ließ mich völlig irritiert zum ersten Mal zurück.
 
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