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Der Hut

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Raven (Gilbert Nightray)
26.03.2010
26.03.2010
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513
 
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Hallo, ist zwar kurz, aber ich hoffe trotzdem, dass es euch gefällt

Der Hut

Mit vor Vorfreude leuchtenden Augen saß Ada im weichen Sessel und ließ die Tür vor ihr nicht aus den Augen. Sie wartete. Sie hoffte, ihr Plan würde funktionieren. Kurz wand das Mädchen ihren Blick von der Tür ab, um einen Pappkarton, der auf einem kleinen Tischchen neben dem Sessel ruhte, zu betrachten. Dann öffnete sich die Tür. Sofort hob sie den Blick und ihr Lächeln wurde breiter. Ein junger Mann, gänzlich in schwarz gekleidet, stand nun im Raum und blickte sie geschockt an.
„Ada“, flüsterte er kaum hörbar.
„Hallo, Gill, lange nicht mehr gesehen“, ja, sie hatte Gilbert wirklich schon lange nicht mehr gesehen, acht Jahre. Nun gut, gesehen hat sie ihn schon, aber sie hatte nie die Gelegenheit gehabt, mit ihm zu reden.
„Verzeih die Störung“, flüsterte er wieder und wollte schon den Raum verlassen, als aus dem Flur ein Miaunzen kam. Genau so, wie Ada es gehofft hatte, wich er angsterfüllt von der Tür. In den ganzen Jahren hatte er sich nicht geändert, er hatte immer noch Angst vor Katzen.
Das Mädchen stand auf, nahm den Inhalt des Kartons an sich und ging, es hinter dem Rücken versteckend, auf ihren Gast zu.
„Es ist schön, dass du nicht wieder verschwindest, Gill“
„Ada, ich…“, er mied ihren Blick, er konnte ihr einfach nicht in die Augen sehen. Sie verstand es nicht wirklich, was war denn schon dabei, dass er jetzt ein Nightray war? Gill blieb Gill und daran konnte ein Nachname nichts ändern.
„Mach die Augen zu, ich habe ein Geschenk für dich“, forderte Ada ihn auf. Perplex gehorchte Gilbert. Sie stellte sich auf die Zäheenspitzen und setzte ihm einen breiten schwarzen Hut auf den Kopf. Sofort öffnete er die Augen wieder und fasste nach dem Saum des Hutes.
„Ich finde, er steht dir ausgezeichnet“, lächelte sie wieder und dieses Mal lächelte er zurück. Es war ein kurzes Lächeln, aber es war da.
Plötzlich schwang sich die Tür erneut auf. Herein kam Onkel Oskar.
„Gill, mein Junge, wie froh ich bin, dich wieder zu sehen!“, rief er sofort, als er Gilbert bemerkte, „ich habe das Gefühl, du würdest vor mir davon laufen!“. Was der junge Mann auch dieses Mal tat. Als er Oskar erblickte ergriff er mit einem geschockten Gesichtsausdruck, welchen er immer aufsetzte, wenn er eine Katze zu Gesicht bekam, sofort die Flucht. Da die Tür blockiert wurde, blieb nur noch das Fenster übrig. Mit einem geschickten Sprung verließ er, ohne dabei zu achten, in welchem Stockwerk er sich befand, den Raum. Enttäuscht  blickte der Onkel ihm hinterher, zwar spielte er mit dem Gedanken, ihm zu folgen, aber er würde ihn nicht mehr einholen können.
„Das ist ungerecht“, meinte Oskar und verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust, dann wurde er aber ernster und fragte seine Nichte, „und, hast du es ihm gegeben?“, als Antwort bekam er ein Nicken.
Nii-chan, dachte das Mädchen, heute habe ich Gill wieder getroffen, ich habe mir umsonst Sorgen gemacht, er ist immer noch der Gill, den wir beide kennen.
 
 
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