Keyroth - Der Tod eines Helden

GeschichteAllgemein / P18
25.03.2010
25.03.2010
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Keyroth, stand vor dem Transporter „Infinity“ und beobachtete wie der schier nicht endend wollende Strom von Flüchtlingen die Laderampe hinauf rannte. Die meisten hatten ihre gesamte Existenz verloren. Frauen schrien, selbst einiger der Männer weinten und viele Kinder riefen nach ihren Eltern. Niemand hatte den Mut ihnen zu sagen, dass ihre Eltern ihnen nie wieder antworten würden. Sie nie wieder in die Arme schließen werden oder jemals wieder mit ihnen reden könnten. Ab jetzt waren sie auf sich allein gestellt. Keiner, der sich ihrer erbarmte. Nur eine Hand voll Soldaten kamen hinzu und brachten sie hastig an Bord der Transporter. Über sein Helmcom hörte Keyroth die Information, dass in etwa einer Stunde alle Transporter bereit zum Abflug wären. Dann endlich könnten sie weg aus dieser Hölle. Er schloss sein Visier und aktivierte das HUD seiner Rüstung. Augenblicklich stellte sein interner Computer einen Uplink zu einem Satelliten her und Keyroth rief die aktuellen Daten über die Gefechtsentwicklungen in der näheren Umgebung ab. Laut Eagle Eye hatte sich nicht viel verändert. Die Miliz war immer noch in Kämpfe in einer Stadt 200km nördlich des Flughafens verstrickt. Mit einem kurzen Sprachbefehl zoomte er auf die Stadt und rief die Kennung der dort stationierten Einheit auf. Es war die Delta Kompanie. Seine alte Kompanie, in der er gedient hatte, bevor in das „S.P.A.R.K.S.“-Programm abkommandiert wurde. Man hatte ihn hart trainiert und extrem gut ausgebildet. Keyroth war der Beste seiner Gruppe und der zweit Beste aus seinem aktuellen Trupp. Doch im Nahkampf war er nach wie vor unschlagbar. Auch seine Fähigkeiten als Schütze waren beachtlich. Aber trotz intensivstem Training, konnte er seinem Truppführer nicht das Wasser reichen.
„SPARK 3 an Oberkommando, bitte kommen!“
„Oberkommando hört!“
„Noch eine Stunde bis alle Flüchtlinge verladen und die Transporter startbereit sind.“
„Haben verstanden SPARK 3.“
Im Com wurde ein Rauschen bemerkbar. Vereinzelte Wortfetzen durchbrachen die Interferenzen: „Feind … Überzahl … (Rauschen) … schwere … Verluste … zu viele … (Explosionen) … Granaten … Luftu …“. Die Verbindung brach für zwei Sekunden zusammen ehe wieder eine Stimme durch die Störgeräusche wahrnehmbar wurde: „Müssen …  Oh mein Gott! …“.
Das Rauschen war mit einem Schlag weg. Aber Keyroth hatte sich gewünscht, er hätte nicht hören müssen, was folgte. Schüsse fielen und Männer schrien in panischer Todesangst. Dann folgte ein neues, ein noch gräulicheres Geräusch. Das Knattern einer Motorsäge. Wieder Schreie, die gurgelnd erstickten.
„Oberkommando, hier SPARK 1. Erbitte Erlaubnis nachzusehen, was mit Delta geschehen ist!“, meldete sich der Truppführer zu Wort.
Doch die Antwort war eindeutig: „Negativ, SPARK 1. Ihre Befehle lauten die Zivilisten zu eskortieren und aus der Gefahrenzone zu bringen und nichts anderes. Sie bleiben, wo sie sind! Verstanden?“
„SPARK 1 hat verstanden.“
Keyroth unterbrach die Verbindung. Ein mulmiges Gefühl stieg in ihm auf. Erneut überprüfte er die Gefechtssituation. Unverändert. Doch dieses Mal kam er ins stutzen. Er verkleinerte das Bild und rief den Bericht von vor 15 Minuten auf. Verkleinerte auch diesen und schob ihn zur Seite. Dann rief er den Bericht auf, der vor 2 Stunden auf den Server übertragen wurde, auf aktivierte die Transparenz der Bilder. Er legte sie über einander. Die Situation war wirklich unverändert. Um nicht zu sagen sie waren identisch.
Grade wollte er dem Oberkommando seine Erkenntnisse mitteilen, als die „Raven Bird“ von einer Luft-Boden-Rakete getroffen wurde. Die Explosion töte alles, was sich an Bord befand. Die Besatzung, die Zivilisten aber auch alle, die sich im näheren Umfeld befanden. Die, die sich bereits im Transporter in Sicherheit wogen wurden zerfetzt. Sie waren die Glücklichen, sofern man das so nennen darf, die sofort tot waren. Andere hatten nicht so viel Glück. Alle, die sich im näheren Umkreis befanden wurden erst durch die Hitze bei Lebendigem Leibe verbrannt, doch erst die sie erfassende Druckwelle brachte ihnen ihr Ende. Keyroth sah, wie manche der Zivilisten durch die Luft geschleudert wurden. Als sie wieder auf den Boden fielen, blieben sie seltsam verrenkt und verdreht liegen. Er wünschte ihnen einen schnellen und leidlosen Tod, obwohl er wusste, dass es auf die meisten der Opfer nicht zutraf.
„Volle Deckung!“, schrie er und wandte sich an Kathy, die sich an Bord der „Infinity“  befand. „Kathy, meine Waffen!“
Sie verstand sofort und kehrte kurz darauf mit einem überdimensionierten Waffengürtel auf. Viele andere Soldaten wären unter dem Gewicht des Gürtels zusammengebrochen, aber Kathy wurde speziell dafür ausgebildet. Eigentlich müsste man sagen, dass sie speziell dafür gezüchtet wurde. Kathy war ein Reagenzglassoldat. Getrimmt auf bedingungslosen Gehorsam gegenüber des ihr zugeteiltem SPARK.
Wortlos nahm Keyroth den Gürtel und schallte ihn um. Auf seinem HUD tauchten erste rote Quadrate auf, die seine Gegner markierten.
„Oberkommando an alle Transporter: Sofortiger Start! SPARKS: Ihr werdet den Flughafen verteidigen und dafür sorgen, dass die Transporter entkommen!“
Alle 10 SPARKs bestätigten wie aus einem Mund: „Roger“.
Erste Kugeln fingen an um Keyroth zu zischen und zu pfeifen.
„FEINDFEUER!“, brüllte er und eröffnete das Feuer auf den Dünenhang, auf dem bereits hunderte von Infanteristen in Richtung des Flughafens stürmten.
Ein Mann wurde am Rücken getroffen und fiel mit dem Angesicht auf den Boden. Blut quoll aus dem klaffenden Loch, das sich in seinem Körper auftat. Es floss auf den Boden und versickerte in den sandigen Fugen zwischen den Betonplatten der Landebahn.
Im Mut der Verzweiflung schoss Keyroth schreiend weiter. Ungefähr 30 Meter östlich seiner Position befand sich eine Gruppe von 6 weinenden Kindern, die sich gegenseitig im Arm hielten.
Während er sein Gewehr nachlud rief er Kathy zu: „Schaff die Kinder hier weg! Bring sie in die ‚Infinity‘!“
Sie bestätigte nur knapp mit einem Nicken und rannte zu den Kindern. Keyroth sah wie sich ein Faden aus Rauch von der Düne her erstreckte. Doch bevor er noch reagieren konnte schlug die Stinger in der Gruppe der Kinder ein. Wo gerade noch Kathy und die weinenden Kinder waren, wogte nun ein Feuerball. Kathy und die Kinder waren weg. Einzig abgerissene, blutverschmierte Körperteile verrieten, dass sich dort vor wenigen Augenblicken noch Menschen befanden. Eins davon war Kathys Kopf, der neben einem verbrannten Stofftier lag. Doch ihr Gesicht hatte nichts Schönes mehr. Von ihren feinen, weichen, weiblichen Zügen war keine Spur. Nur verbranntes Fleisch und Haut, die geschmolzen vom Gesicht tropfte. Ihre tiefgrünen Augen, in denen sich Keyroth nur allzu gern verlor, waren durch die Hitze geplatzt und verdampft, sodass jetzt einzig ihre Augenhöhlen schwarz und leer ins nichts starrten.
Keyroth schrie aus Leibeskräften: „Kathy!“, noch während er von der Druckwelle durch die Luft geschleudert wurde. Er schlug gegen etwas Hartes und verlor kurz das Bewusstsein.
Als jedoch wieder Schüsse vernehmbar wurden, wurde er schlagartig wach. In einer Bewegung sprang er auf die Beine, hob sein Gewehr auf und sah seinen SPARK-Kameraden nach, die sich schon auf dem Vormarsch in Richtung Düne befanden. Im rennen schießend folgte er ihrem Beispiel. Ein Feind nach dem Anderen fiel, aber sie stürmten über die Leichen der gefallenen die Böschung hinab. Niemand schien sich um sie zu kümmern. „Sterbt ihr Schweinehunde!“, schrie Keyroth während er voller Wut auf den Kopf eines Raketenschützen schoss. Die Kugel fand ihr Ziel und ließ den Schädel bersten, wie eine überreife Melone. Einen rosafarbenen Nebel nach sich ziehend, schlug der Körper auf den Boden auf. Im Hintergrund war der immer lauter werdende Lärm eines Startenden Transporters zu hören. Aber auch das Fluchen und verzweifelte Flehen der zurückgelassenen Zivilisten. Die „Sacred Shield“ hob ab und gewann schnell an Höhe.
„Spark 4! Raketenschütze auf sechs Uhr!“
„Verstanden!“, lautete die Antwort. Dann ein lauter Knall und der Raketenschütze ging zu Grunde.
„Wieder einer für die Ratten! SPARKs nicht nachlassen. 13 Transporter müssen noch starten.“
Keyroth erreichte den Hangar kurz vor der eingestürzten Begrenzung des Flughafens, als sich ein Trupp der Miliz ihm in den Weg. Den Überraschungsmoment ausnutzend trat einer der Soldaten gegen sein Gewehr. Es flog in hohem Bogen davon und augenblicklich richteten sich die Läufe von zehn Waffen auf ihn.
Sein einziger Gedanke war: Amateure! Zugegeben, sie konnten ja nicht ahnen, dass über all an seiner Rüstung Blendgranaten waren, die er mit einem kurzen befehl zünden konnte.
In ihrer Selbstsicherheit umringten sie Keyroth. Als sie ihre Positionen bezogen hatten rührten sie sich nicht mehr. Das Lauern begann.
Ein weiterer Transporter startete. Als er die Landebahn verließ, zündete Keyroth wie auf Befehl die Blendgranaten. Seine Feinde schrien vor Schreck auf und pressten die Hände vor die Augen. Über einen weiteren Befehl öffnete sich ein Verstecktes Halfter an seinem rechten Oberschenkel und gab eine Pistole frei. Mit der Rechten Hand zog er sie hervor, während er sich nach links warf und einen der Soldaten gegen die Hangarwand drückte. Keyroth hielt ihn fest, rammte ihm den Lauf ins Gesicht und hörte Knochen brechen. Ohne lange zu zögern zog er den Abzug durch. Es knallte und fast zu selben Zeit barst der hintere Teil des Schädels und große Stücke des Hirns spritzen gegen die Wand. Er entließ ihn aus seinem Griff, wohl wissend, dass dieser Soldat keine Schwierigkeiten mehr machen würde. Im Augenwinkel nahm er eine Bewegung wahr. Einer der Soldaten hatte sich vom Schock erholt und legte mit dem Gewehr auf ihn an. Schnell schwang er die Pistole nach rechts und drückte zwei Mal ab. Die Kugeln durchschlugen die Lungenflügel und der Verwundete fing an Blut zu husten. Um ihn von seinen Qualen zu erlösen drückte Keyroth, gnädig, wie er ist, noch ein Mal ab. Die dritte Kugel traf ihn diesmal direkt in den Kopf.
Mit der linken Hand hielt er den dritten Soldaten fest und wollte auch ihn durch einen Kopfschuss niederstrecken. Jedoch klackte seine Waffe nur als er abdrückte. Sie hatte Ladehemmungen. Er hob die Waffe an und ließ den Schaft auf den Schädel seines Feindes niederfahren. Krachend gab die Schädeldecke nach und bohrte sich splitternd in sein Gehirn.
Ungerührt ließ er den Soldaten mit der Pistole im Kopf zu Boden gleiten und zog die Viborklinge aus der Scheide an seinem Gürtel und stieß den Griff dem vierten ins Gesicht. Unter der auf ihn einwirkenden Kraft brach der Unterkiefer und Blut begann in den Mundraum einzusickern. Fast ohnmächtig vor Schmerzen krümmte sich der Soldat und wurde durch einen Tritt in das Gesicht auf den Rücken befördert. Wieder fuhr Keyroth’ Stiefel auf ihn hinab. Diesmal traf ihn der Stiefelabsatz am Brustkorb. Der Menschliche Brustkorb, nicht für diese Belastungen ausgelegt, splitterte. Die Knochen durchbohrten die Lungen und zerrissen die feinen Lungenbläschen. Aber Soldat Nummer vier hatte mehr Glück, als er nach Keyroth’ Auffassung verdiente. Eine Rippe durchstieß das Herz. Mit jedem Schlag wurde mehr Blut in den Brustraum gepumpt. Immer mehr leben wurde ihm nun durch das Organ genommen, das ihn eigentlich am Leben erhalten sollte.
Im Schock erstarrt schaute ein fünfter Soldat auf seinen sterbenden Kameraden. Ohne Vorwarnung rammte Keyroth ihm die Viborklinge in die linke Niere und zog das Messer nach rechts durch. Rosa schlingen noch nasser Gedärme quollen aus ihm hervor,  fielen zu Boden und überzogen sich mit einer sich rot färbenden Sandschicht. Immer mehr Blut sprudelte und spritze aus ihm hervor und tränkte die Erde.
Soldat sechs und sieben versuchten mit aller Kraft, Keyroth das Messer zu entreißen. Doch er duckte sich unter den Sprung weg und vollzog eine Drehung, wobei er den Arm mit der Viborklinge ausgestreckt hielt. Das scharfe, kalte Metall glitt durch die Kehle des einen Angreifers, als sei sie nicht vorhanden. Es schnitt sich durch die Haut, die Sehnen und Schlagadern. In einem Anflug von Panik griff er sich fest mit beiden Händen an den Hals. So als könne er so dem Unvermeidlichen entrinnen. Doch alle Mühen waren vergebens. Das Blut floss bereits in die Lungen. Die Luft wurde aus den zwei Lungenflügeln verdrängt und entwich blubbernd, gluckernd durch den Schnitt in der Kehle. Die Muskeln fingen an unkontrolliert zu kontraktileren, da sie nach Sauerstoff begehrten. Heftige Zuckungen setzten ein und das letzte was er wahrnahm, war wie Keyroth seinem Kameraden das Messer durch den Unterkiefer in den Schädel trieb. Dann fiel er zur Seite und starb. Die Augen wurden glasig und kalt.
Keyroth hielt den Leichnam auf sein Messer gestützt hoch. Laut seinen Hundemarken gehörte er zur Armee und nicht zur Miliz und bekleidete den Rang eines Truppführers. Voller Verachtung ruckte er wieder mit dem Arm nach unten. Die Klinge gab nach erstem Widerstand auf und zog sich durch den Kiefer durch das Gesicht hinaus. Sie war starr vor Blut und Hirnmasse. Die Schneide verströmte einen süßlichen Kupfergeruch, der auf gerinnendes Blut schließen ließ.
Zeit sich um den Rest zu kümmern, sagte sich Keyroth und ermahnte sich zur Disziplin. Egal wie viel Freude ihm die Erfüllung seiner Pflicht auch bereitete, er durfte sich nicht mit solchen Spielereien aufhalten.
Er setzte sich wieder in Bewegung in Richtung der Düne. Im rennen schnappte er einen der vor dem Entsetzen fliehenden Soldaten, rammte ihm die Viborklinge durch das Genick und schlitze sein Rückgrat der Länge nach auf. Ohne ihm zu viel Aufmerksamkeit zu schenken warf er ihn, oder zumindest das, was noch von ihm da war, auf die Erde und rannte weiter. Nur weniger Meter vor ihm war der letzte Überlebende des Trupps, der ihn angegriffen hatte. Keyroth drehte das Messer und umfasste nun die Klinge. In einer weiten Ausholbewegung warf er es dem Soldaten nach. Auf der kurzen Entfernung war er ein leichtes Ziel und förmlich nicht zu verfehlen. Die Schneide traf den Hinterkopf des Soldaten und ließ die Schädeldecke entzwei spalten. Das Metall zerteilte das Hirn und Milliarden von Synapsen. Der Soldat war tot, bevor sein Körper den Boden erreichte.
Schwer atmend kam Keyroth über der Leiche zum Stehen, bückte sich und zog das Messer aus dem Kopf heraus.

Auf einer Düne ca. 900 Meter entfernt:

Ein Mann lag im Sand verborgen da und beobachtete das Geschehen. Er musste schmerzlich mit ansehen, wie seinem Bruder von einem SPARK-Soldaten das Rückgrat zerteilt wurde und achtlos, wie Abfall weggeworfen wurde.
Er lud eine Patrone in die Kammer. Ein weiterer Kamerad fiel. Niedergestreckt durch ein Messer im Hinterkopf. Der SPARK kam über der Leiche zu stehen. Der optimale Zeitpunkt. Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftdruck. Alles war perfekt. Der Mann hielt seinen Atem an und visierte die Brust des Kriegers an. Langsam und bedächtig krümmte sich der Finger um den Abzug. Das Gewehr bockte kurz gegen die Schulter des Schützen, als die Treibladung das Projektil aus dem Lauf beförderte. Die Kugel wurde durch eine plötzliche Windböe von ihrer Bahn abgelenkt. Dennoch traf sie den SPARK an der rechten Schulter, welche sich in einer Explosion von Fleisch, Blut und Knochensplittern auflöste. Der Arm des SPARKS hing schlaff hinab, einzig gehalten durch einzelne Sehnen.
Nicht schlecht, für einen Schuss auf der Distanz und dann noch aus einem kalten Lauf, ging es dem Schützen durch den Kopf. Eine neue Patrone wurde in die Kammer gelegt. Wieder wurde der Abzug durchgezogen. Doch diesmal traf die Kugel ihr Ziel und sprengte ein klaffendes Loch in die Brust. Steif fiel der Mann mit der Rüstung auf den Rücken und blieb reglos liegen.
„Die ist für meinen Bruder!“, raute er und schoss eine dritte Kugel durch den Kopf des SPARK-Soldaten.

Kurz zuvor:

Schwer atmend hielt er das Messer in der Hand und schaute auf den Toten zu seinen Füßen. „Widerlich!“, kaum ausgesprochen war ein Zischen zu hören. Etwas traf ihn an der rechten Schulter. Sie wurde regelrecht zerrissen. Muskelteile Haut und Knochensplitter segelten durch die Luft. Aus den Venen und Arterien schoss das Blut hervor.
Vor Schmerzen wurde Keyroth fast ohnmächtig und schrie aus Leibeskräften.
Ein neueres Zischen. Dann wurde sein Brustpanzer eingedrückt und aufgesprengt. Ein Projektil riss große Teile des linken Lungenflügels mit sich und trat dann erst wieder in einer roten Dunstwolke aus. Metallteile bohrten sich durch den Magen und die Speiseröhre. Keyroth verließ die Kraft. Er fiel auf den Rücken und sah am Himmel einen Transporter über ihn hinweg fliegen.
„Oberkommando an alle SPARKS! Gute Arbeit. Das war der letzte Transporter. Mission erfolgreich, kehren sie zur Basis zurück!“
Sein letzter Gedanke war: „Wir haben es geschafft“, bevor eine dritte Kugel seinem Leben ein jähes Ende bereitete. Keyroth weilte nur vergleichsweise kurz unter den Lebenden. Er hatte intensiv gelebt und jeden Moment genossen. Doch nun lag er in der Wüste mit zerfetztem Oberkörper und geborstenem Schädel.
Was er nie erfahren würde war, dass es von den insgesamt 20 Transportern nur vier die Basis erreichten. Die restlichen wurden entweder auf dem Flughafen zerstört oder in der Luft von Kampfjets abgeschossen. Und dennoch retten sie tausenden das Leben. Doch zu viele mussten den Preis dafür zahlen. Unter den Gefallenen befanden sich die Delta Kompanie, SPARK6 und SPARK1. Seite an Seite kämpften sie. Seite an Seite starben sie.
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