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Final Fantasy VIII - Dawn of the Guards

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
23.03.2010
17.05.2014
34
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23.03.2010 3.524
 
Rinoa und Squall standen auf dem Balkon des Balamb Garden.
Es schien alles nicht wirklich zu sein, so schnell hatte alles begonnen, und so schnell
war es auch wieder vorbei.
Die Stimmung war an diesem Tag ausgelassen. Und das Festkomitee hatte den Ersten Einsatz.
Unter Selphies Anleitung hatten sie einen Ball vorbereitet, der den der letzten Bestandenen
SEED-Prüfung bei weitem übertraf.
"Ich bin erleichtert, dass das Kämpfen ein Ende hat.", meinte Rinoa erleichtert und Blickte in den klaren Sternenhimmel.
Sie sah zur Seite und blickte in das Gesicht ihres, nun auch offiziellen, Verlobten und erblickte ein freundliches Lächeln, etwas, was er sehr lange nicht gebraucht hat.
Diesen warmen Gesichtsausdruck hatte sie bei ihm vermisst, denn sonst war er nur der nachdenkliche, grimmige Typ.
Er wandte seinen Blick ab und beobachtete die Sterne, lies seinen Blick langsam über den Himmel und den Horizont wandern.
Die gesamte Szenerie strahlte vor Ruhe, das leise, unter ihnen rauschende, Meer und die strahlenden Sterne, über ihnen, die ihnen den Weg nach hause weisen.
"Ich bin auch froh, mal ein wenig Ruhe zu haben.", meinte der sonst so rede faule SEED,
Auch Rinoa wandte ihren Blick wieder dem Sternenhimmel zu, als eine Sternschnuppen Horizont entlang flog.
"Schau!", rief Rinoa freudig und zeigte auf die Stelle, wo die Sternschnuppe gewesen war, "Du darfst dir was wünschen!"
Als sie ihn ansah, erblickte sie zuerst ein verdutztes Gesicht, dass seine Züge wiederfand und zu einem Lächeln anordnete.
"Was soll ich mir denn wünschen?", fragte er mit einer warmen weichen Stimme, die sie gar nicht kannte, während er langsam eine Hand auf ihre Wange legte, "Wenn ich doch schon alles habe, was ich will?"
Die Frage war kaum laut ausgesprochen, eher ein Flüstern, das nicht für die Welt bestimmt war.
Rinoa spürte, wie ihr langsam das Blut in den Kopf stiegt, bei diesen Worten.
Zögernd wandte sie sich ab.
"Ich hoffe nur, dass es ruhig bleibt.", flüsterte sie in einem Versuch, sich zu beruhigen.
Leise Schritte erklangen hinter dem Paar und sie wussten, zu wem sie passten, denn sie hatten sie in letzter Zeit des öfteren gehört.
"Leider muss ich euch enttäuschen.", hörten sie die leise traurige und Kalte Stimme Edeas, der Ziehmutter von Squall und den anderen.
"Warum weist du das, Mutter?", fragte Squall und drehte sich langsam zu ihr um.
Sie hatte sich sehr verändert. Das helle Make-Up war verschwunden und dezenten Hauttönen gewichen, die lange, schwarze Robe hatte sie gegen eine hellgraue eingetauscht und die Haare fielen glatt über ihren Rücken bis zu ihren Knien.
"Die Wächter sind verschwunden.", sagte sie und trat neben das Paar an die Brüstung.
"Die Wächter sind verschwunden und das Chaos wird sich wieder erheben, und es wird wieder versuchen in der Welt Fuß zu fassen."
Squall sah sie ernüchtert an, fasste sich aber schneller als Rinoa.
"Woher weist du das?", erkundigte er sich mit leiser Stimme.
"Artemesia," sagte sie und blickte in die Sterne, "Kurz bevor sie Starb, berichtete sie mir davon. Sie wollte es früher tun, versuchte dann aber das Chaos zu fangen und zu bannen. Deswegen wollte sie Adell nutzen, um in dieser Welt gegen den Feind vorzugehen, wo er noch schwach war.", erklärte sie ohne ihren Blick von den Sternen abzuwenden.
Eine Eisige Stille entstand zwischen den dreien.
"Du meinst, wir haben alles gegeben, um dann zu versagen?", fragte Rinoa entsetzt.
"Aber wir haben doch die Guadian Force! Mit ihnen werden wir stark genug um auch den letzten Gegner zu besiegen.", antwortete Squall voller Kampfesmut.
Edea wandte ihren Blick vom Firmament ab und betrachtete ihren Ziehsohn. Sie war stolz auf ihn. Er hatte alles Erreicht, er hatte die Welt gerettet.
"Die Wächter sind verschwunden.", stellte Edea trocken fest, "Ihr wart in die Zukunft gereist. Dort hatte Artemesia ihre Eigenen Wächter erschaffen, stärkere um das Chaos bannen zu können.
Als ihr ihr Schloss betreten habt, verschwanden die Guardians, oder?"
Die Frage wog schwer, dass wusste das junge Paar.
Rinoa nickte Abwesend, zu erstaunt über das neue Wissen, Squall bestätigte nur mit einem knappen ja.
"Ihre Wächter verschmolzen mit euren Wächtern, gaben ihnen eine Gestalt.", erklärte sie weiter.
"Dann waren all die Monster in ihrem Schloss Wächter?", erkundigte sich Rinoa und wusste, dass die Antwort ihr nicht gefallen würde.
"Ja, das waren sie."
"Und was war mit Griefer? Er war nie ein Wächter!", fragte Squall voller Hoffnung.
Edea sah ihn direkt an, hob Langsam die Hand und berührte mit der Fingerspitze den Anhänger um seinen Hals. Squall wich alle Farbe aus dem Gesicht und alles schien in den Hintergrund zu gleiten. Griefer war soll sein Wächter sein.
"Das glaub ich nicht, du musst dich Irren.", sagte er leise, von seinen Eigenen Worten nicht überzeugt.
"Weist du noch damals, als dich der Eis-Dorn durchbohrt hatte? Oder als dir Cifer diese Wunde zugefügt hat?", fragte sie und zeigte erst auf seine Brust, dann auf seine Stirn, "Was glaubst du, warum du Überlebt hast? Weil Griefer auf dich geachtet hat."
Die Worte der ehemaligen Hexe lagen schwer im Raum.
"Haben wir die Welt verdammt?", fragte Rinoa wie in Trance.
Wieder blieb Edea eisig. Es war wie eine natürliche Fähigkeit, die ihr auch bei allen Verhandlungen half, ob es nun ein friedliches Treffen sein sollte, oder eine Konfliktlösung zwischen zwei verfeindeten Gruppen, eine Fähigkeit, die auch ohne ihre Hexenmagie Stark genug war, um zu verhindern, das der Alte Galbadia-Esther Konflikt wieder erwacht.
"Mutter", fragte Squall, als die Welt scheinbar wieder an ihrem richtigen Platz war, "Was wird mit der Magie passieren?"
"Sie wird langsam versickern, Austrocknen, wie ein stiller See in stetiger Sonne.", verglich sie.
Eine drückende Stille trat ein, eisiger, bedrückender als zuvor.
Squall schwankte Kurz, trat dann einen Schritt näher ans Geländer und Stützte sich darauf.
Diese Erkenntnisse waren wie ein Schlag unter die Gürtellinie, ein Schlag mit einer Alten Nagelkeule.
"Warum haben wir dann gekämpft?", fragte Squall in den Raum und Rinoa spürte wie die Verzweiflung in ihm wuchs.
Am liebsten hätte sie ihn mit irgendeiner Weisheit oder einem Dummer Spruch aufgeheitert, aber alles schien mehr als fehl am Platz zu sein. Stattdessen umarmte sie ihn und wollte einfach nur bei ihm sein.
"Warum haben wir gekämpft?", flüsterte er.
Sie spürte, wie er sich verkrampfte. So verzweifelt hatte sie ihn noch nie erlebt, egal was passiert war, er hatte einen kühlen Kopf bewahrt und die Situation gerettet. Es schmerzte sie, ihn so zu sehen. Doch dann löste sich die Spannung in seinem Körper und er Flüsterte: "Es ist alles sinnlos gewesen."
Rinoa war den Tränen nah. Er Litt, mehr als alle sehen konnten, aber durch die Hexenkräfte, die in ihrem Körper waren, spürte sie es hundert mal stärker, als würde sie selbst so leiden.
Aber Rinoa hatte in ihrem Leben schon schlimmeres durchgemacht. Sie fasste allen Mut zusammen und Blickte ihre Schwiegermutter an.
"Können wir denn gar nichts tun?", fragte sie mit einem letzten Ton der Hoffnung.
Plötzlich wusste Rinoa, dass es nie Kälte war, die um Edea herum herrschte, nein, es war Traurigkeit.
Edea schüttelte den Kopf: "Ihr könnt nichts mehr tun."
Ihr stimme klang wie die Apokalypse selbst in Rinoas Ohren.
Langsam trat die Frau an das Verzweifelte Paar, und legte jedem eine Hand auf die Schulter.
In Rinoas Blick lag noch ein Funken Hoffnung, in Squalls nur Verzweiflung.
"Ihr könnt nichts mehr tun, aber ihr Könnt die Nächste Generation auf den Kampf vorbereiten.", meinte sie leise und bestimmt.
Hoffnung keimte auf in Squall, das spürte seine junge Verlobte, und auch ihre Hoffnung wuchs.
"Dann soll es so sein.", sagte Squall mit seiner Bekannt festen Stimme und richtete seinen Blick auf das Firmament.
"Und wenn es soweit ist, werden wir bereit sein.", fügte Rinoa hinzu.
Um Edeas Lippen formte sich ein lächeln, etwas, was sie noch nie getan hatte, aber sie Beschloss es von heute an häufiger zu tun, so gut wie es sich an fühlte.
"Sohn", sagte Edea, wischte ihr Lächeln von den Lippen und versuchte wieder ernst zu wirken, "Die Magie wird weichen, aber die Magie einer Hexe existiert immer und Überall."
Erstaunt blickte Rinoa Edea an, völlig überrumpelt, sah dann in das Gesicht ihres Verlobten, nur um dort genau die selbe Verwunderung zu erkennen.
"Hey!", schallte es aus dem Ballsaal.
Es war die Stimme von Selphie, dem immer lustige, Lebensfrohen Mädchen.
"Die wollen eine Rede!", rief sie noch einmal, zusehen war sie jedoch nicht.
Squall holte tief Luft und entlieh sie dann in einem Seufzer.
Wie er es hasste vor Leuten zu sprechen. Jeder hielt ihn für einen Guten Anführer, nur warum konnte er das nicht von sich selber sagen. Er blickte vom Saal wieder zu seiner Verlobten, die ihn mit einem freudigen Lächeln ansah, blickte dann zu seiner Mutter und sah den Anflug eines lächelns, der leider so schnell wieder vergangen, wie er erschienen war.
"Es scheint, wir könnten wirklich nur warten.", meinte Rinoa und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben.
"Überlassen wir es der nächsten Generation.", sagte er resignierend.
"Wo bleibt ihr denn?", halte Selphies Stimme erneut durch den Saal und Squall glaubte auch einige dumme Sprüche gehört zu haben.
"Geht endlich, sie erwarten euch.", hörten sie eine Männerstimme, die Sich dem Balkon näherte.
Es war Cid Kramer, der ehemalige Direktor des Gardens und der Ziehvater von Squall und den anderen.
"Und du mein Kind," wandte er sich an Rinoa, "Pass auf ihn auf."
Mit diesen Worten schob er das Junge paar in Richtung Saal.
Edea betrachtete ihren Ehemann.
"Du hast zugelegt.", Stellte sie trocken fest.
Cid fuhr sich mit den Händen über den seinen Bauch. Er ein wenig zerstreuter Mann, der aber immer freundlich und weitsichtig und leidenschaftlich bei der Arbeit war. Aber er musste ihr zustimmen: Er hatte zugelegt.
"Hast du ihnen alles erzählt?", fragte er freundlich und trat zu ihr.
"Nicht alles.", erklärte sie und versuchte wieder ruhig zu werden, das geschehen zu bestimmen.
"Also von der drohenden Gefahr?", fragte er vorsichtig.
Sie nickte. Sie verstand nicht, warum sie in seiner Gegenwart immer so aufgelöst sein konnte.
Er hatte eine beruhigende Art an sich, die alle in den Bann schlug. Keine Art wie die Ihre, die ihre Feinde vor Angst erzittern lies, sondern eine Distanzierte Ruhe, die ihnen klar und deutlich sagte, dass jeder Wiederspruch sinnlos war, da eine passende Antwort folgte.
Sie beneidete ihren Mann darum. Edea bestand vor langer Zeit darauf, den Garden zu Gründen, um Hexen zu jagen, aber sie wusste nicht, wie gut und Aufgeschlossen er die Jungen Leute, seine Schüler hatte unterrichten lassen.
"Wollen wir uns anhören, was unser Sohn zu sagen hat?", fragte Cid seine Frau, und bot ihr seinen Arm an.
"Gerne," sagte sie in einem bald freundlichem Ton, "Aber welchen meinst du?"
Cid musste lachen. Er hatte ganz das Waisenhaus vergessen, was er zusammen mit seiner Frau geführt hatte, bis da alles losgegangen war.
"Unserem Muffel.", sagte Edea und nahm die Einladung an und hakte sich unter.
Langsam gingen die beiden wieder in den Ballsaal.
Und zu ihrem Leidwesen erwischte sich Edea mehr als Einmal, wie sie sich an ihren Ehemann lehnte, welcher nur darauf lächelte.

Da stand er nun.
Auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
Oder eher den Untergang, wenn man sein Gehirn nicht dazu bekommt, irgendeinen Vernünftigen Satz zu Formulieren.
Squall blickte in die Menge herunter und wurde mit jeder verstreichenden Sekunde unruhiger.
Immer wenn er von einem Fuß auf den anderen treten wollte, versuchte er es so aussehen zu lassen, als suche er nur eine möglichst lässige Position.
Aber wenn die drückende Stille ihn nicht verrückt machte, dann die Tatsache, dass ihn der ganze Garden ansah.
Wie sehr wünschte er sich nur noch einmal, dass Alarmsignal, der kleine Hoffnungsschimmer, dass er sich doch noch aus dem Staub machen konnte.
Er lies seinen Blick durch die Halle schweifen. Zum fünfunddreißigsten mal innerhalb von fünf Minuten.
Und wieder sah er Rinoa an, die ihn hoffnungsvoll anlächelte.
Wenigstens verliert sie nicht den Mut, dachte er.
Leise und langsam begann sich eine ruhige Melodie in die Stille zu mischen und Squall fand endlich den Mut, dass Mikrophon vor sich in die Hand zu nehmen.
"Wem hab ich es eigentlich zu verdanken, dass ich hier oben zu stehen hab.", meinte Squall leise und erschrak kurz als seine Worte durch den Saal halten.
Die Stille wurde von ein paar einzelnen Gelächtern unterbrochen, dann war die Stille wieder da, aber bei weitem nicht so unangenehm.
"Versteht mich nicht falsch, ich bin Froh hier stehen zu dürfen.", sagte er mit neu gewonnenem Mut, "und ich würde am liebsten noch ein paar Leute mit hier hoch holen, aber wie ich sehe, sind sie beschäftigt."
Sein Blick wanderte erneut durch den Saal, aber diesmal mit einem Ziel.
"Ich würde hier oben gerne Quistis Trepe begrüßen, aber ich glaube ihr Fan-Club lässt sie so schnell nicht mehr in Ruhe. Des weiteren Xell Dincht, der Hoffe ich, bei den ganzen Hotdogs nicht platzt. Lass dir Schmecken.", sagte der SEED und sah einen Arm, zum Gruß gehoben hinter einem Hotdog-Tablett aufsteigen.
Seine Schüchternheit verflog, als er so von seinen Freunden redete.
"Dann noch Irvine Kinneas, unseren Meisterschützen und Frauenheld. Selphie Tilmitt, dafür, dass sie sich solche Mühe mit dem Ball gegeben hat und ihren Optimismus immer mit uns geteilt hat."
Squall wandte sich zum Bühnenrand und reichte seiner Verlobten die Hand.
"Und Rinoa Heartilly, die mehrfach dafür gesorgt hat, dass ich jetzt vor euch stehe.", sagte er mit einem Lächeln, was von den Mit-SEEDs mit lautem lachen quittiert wurde.
Einen Moment schlich sich Traurigkeit in Squalls gute Stimmung. Sie verstanden es falsch, aber dass sollte auch nicht ihr Problem sein.
Ein wenig überrascht betrat Rinoa die Bühne und somit das Blickfeld der anderen. Es wurde gespenstisch Still. Als sie neben Squall stand, wurde auch ihre Nervosität größer. Sie betrachtete die Menge und winkte leicht mit einem Schüchternen lächeln.
Sofort jubelten sie los, als wäre sie ein Star. Lobpreisungen und Beschwörungen ihrer Schönheit.
Das sie eine Hexe war schien sie nicht zu stören.
Und von Irgendwo aus der Masse kam ein "Rinoa, ich will ein Kind von dir!", was ein allgemeines Gelächter auslöste.
Das Eis war gebrochen, es wurde Gelacht und gescherzt, oft auch auf Kosten von anwesenden Helden.
Irgendwo aus der Masse quetschte sich Selphie und kam auf die Bühne gerannt.
Völlig außer Atem meinte sie: "Los, runter, dass Programm geht los."
Squall hielt sie mit einer kurzen Handbewegung auf und wandte sich dem Publikum zu.
"Ich weiß, der Kampf war hart und Lang," begann er, worauf die Menge leiser wurde, " Aber auch wenn es ruhig ist, bleibe ich hier. Ich werde weiter kämpfen, komme was wolle. Den Ruhm, wie ich erlangt habe, wollte ich nie und werde ich auch nie wollen. Und wer jetzt sagt, dass ich mich doch auf meinen Lorbeeren ausruhen kann, der irrt sich. Wir wissen nicht, was noch alles auf uns zukommt. Und Ich will nicht sagen müssen, "Wir waren unvorbereitet", oder "Damit habe ich nicht gerechnet". Kriege und Kriegstreiber kündigen sich nicht an, genauso wenig wie "Lunas Tear". So was kann uns immer und überall treffen."
Er machte eine Kurze Pause, überrascht von dem,was er gerade gesagt hatte. Unbehagen und - Unglauben rauschtem ihn aus der Menge entgegen und er wäre am liebsten sofort gerannt, Hauptsache weg von hier. Aber da hielt ihn etwas zurück. Er Spürte Rinoas sanften Händedruck und faste den Mut noch einmal das Wort an die Anderen zu richten.
"Wer gehen will, kann gehen, aber ich bleibe. Ich will nicht, dass unsere Kinder im Krieg oder schlimmeren leben sollen."
Selphie wartete keine Reaktion ab, sondern packte die beiden an den Händen und zog sie von der Bühne.
Kaum hatten sie sie verlassen, begann eine E-Gitarre, die Stimmung aufzuheitzen. Und aus der Mitte der Bühne erhob sich Cifer, gekleidet in seine Neue Uniform.
Darauf setzte ein Schlagzeug ein und links neben Cifer erschien Rai-Jin, der die Sticks gekonnt kreiseln lies. Und rechts neben Cifer erschien Fu-Jin mit einem umgehängte Keyboard. Anders als Ihre Bandkollegen trug sie nicht ihre Uniform sondern ein Kleid, nicht zu Formel, aber auch nicht zu freizügig.
Kaum waren alle drei auf der Bühne, fingen sie an richtig zu Spielen.
Die Musik wechselte von Tanzmusik auf Schmusetitel und andersherum.
Die Stimmung im Saal wurde ausgelassener, es wurde getanzt und gefeiert.
"Sie haben allen Grund dazu.", meinte Squall immer noch nachdenklich.
"Was hast du?", fragte Rinoa und sah ihren Verlobten in die Augen.
"Was ich da oben gesagt habe, hat mir wieder in den Sinn gerufen, wie verzwickt unsere Lage ist.", sagte er und betrachtete seine Verlobte, "Und das Macht mir Angst."
Die Sonst so Rede- und Streitsüchtige Rinoa schien klein bei zu geben und nahm seine Hand in ihre.
Squall blickte zuerst auf die Hand und dann sah er in ihr Gesicht und es was zeigte, gefiel ihm gar nicht.
Es zeigte ein kleines, gemeines Grinsen.
Plötzlich zog Rinoa Squall auf die Tanzfläche, legte seine Hände dorthin, wo sie sein sollte, und begann im Takt des ruhigen Liedes zu tanzen.
"Weist du eigentlich, dass ich gerade ein Déjà-vu habe?", meinte Squall trocken.
Rinoa grinste, sagte aber nicht.
Dann wechselte die Band das Lied und Rinoa sah überrascht zur Bühne, wo sie von den dreien nur angelächelt wurde.
"Hörst du, sie spielen unser Lied.", sagte sie verträumt.
Und sie hatte Recht. Das Lied wurde auf dem SEED-Abschlussball gespielt, auf dem die beiden sich kennen gelernt hatten.
"Solange du nicht wieder weg rennst, wenn das Lied zu Ende ist.", meinte er scherzhaft und erinnerte sich an ihre plötzliche Flucht damals.
Wieder schien ihm ihr Lächeln entgegen: "Und wenn? Halt mich doch auf."
Er merkte, wie sich ein Grinsen auf seinem Gesicht breit machte, all das Negative verscheuchte und sagte: "Gerne."
Sie blieben noch für ein paar Lieder auf der Tanzfläche. Zogen sich dann aber auf eine der vielen Sitzecken zurück und betrachteten die Feier.
Nach zwei Stunden mischten sich auch die Band-Mitglieder unter die Leute, während Musik aus den Lautsprechern weiter erklang.
Und er sah auch Cifer, der geradewegs auf ihn zu kam.
"Was sollte denn der Scheiß da oben?", fragte er in seinem gewohnt arroganten Tonfall.
"Mutter hatte es mir gesagt.", antwortete Squall gewohnt kühl und wollte nicht schon wieder einen Streit vom Zaun brechen.
Cifer fragte nicht erst sondern setzte sich zu den beiden.
"Ich weis, was sie gesagt hat. Ich wusste es ja auch schon länger als du.", erwiderte er trocken und bestellte sich noch ein Getränk.
"Du hast es gewusst?", fragte Rinoa, da Squall scheinbar einen Moment brauchen würde, um seine Gedanken zu Ordnen.
Er nippte an seinem Glas und nickte, bevor er es langsam abstellte und sich über den Tisch zu den beiden lehnte.
"Damals im Fernsehsender hatte sie mich um Hilfe gebeten, hatte mir gesagt, dass ich die Welt retten könne.", sagte er und setzte sich wieder aufrecht hin.
Plötzlich und ohne ein Wort stand Fu-Jin hinter Cifer. Schweigend legte sie ihm die Hand auf die Schulter. Er sagte nichts, drehte sich nicht um, sondern legte seine Hand auf ihre.
"Und ich habe ihr damals geglaubt. Ich wusste nicht, dass sie unsere Mutter war, aber das war Nebensache. Ich konnte endlich beweisen, was ich drauf hatte.", erklärte er weiter, während seine Hand auf die der jungen Frau lag, "erst später begriff ich wie verzweifelt die Lage war. Durch ihre nähe konnte ich das Übel spüren, und habe es sogar schon einmal gesehen."
als er diese Worte aussprach begann er sich zu schütteln, als wolle er etwas abwerfen.
Squall und Rinoa taten es Fu-Jin gleich, sie schwiegen. Sie wussten eh nicht was sie sagen sollten, denn es kam ihnen so vor, als würde die ganze Welt Bescheid wissen, nur sie nicht.
"Wir sollten uns erstmal entspannen und Vorbereitungen treffen.", sagte plötzlich Fu-Jin mit einer samt weichen Stimme während sie sich neben Cifer setzte, "Wir haben jetzt Ruhe, und die sollten wir nutzen."
Squall nickte kurz und lies seinen Blick durch den Saal wandern. Dann sah er wieder den Balkon und die Sterne die wie zum Trotz in der Dunkelheit leuchtete.
„Wenn es soweit ist...“, begann Squall.
„... werden wir bereit sein.“, beendete Cifer seinen Satz.
Wie zur Bestätigung leerte die Gruppe ihre Gläser.
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