„Würdest du gehen, wenn ich dich bitte"

GeschichteDrama / P12
22.03.2010
22.03.2010
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Meine erste autobiographische FF, für die ich mir lediglich zwei Anime-Charaktere ausgesucht habe. Außer der Idee gehört nichts mit und daher verdiene ich auch kein Geld damit.

„...“ = jemand spricht
‚...’ = jemand denkt
>>...<< = geschrieben von einem Charakter in der FF

Ich weiß... eine Story im Präsens zu schreiben gehört nicht zu meinen Stärken...
Die Absätze sollen ein wenig zeigen, was Vergangenheit ist und was gerade passiert.
Alle Vergangenheitsformen sind im Perfekt, aber ich weiß nicht, ob das richtig ist... Deutsch-LK und trotzdem keine Ahnung =p
Vielleicht gefällt es euch trotzdem. Es war eine spontane Idee und es wird keine Fortsetzung geben, da ich noch nicht weiß, was in der Zukunft passiert... Insofern: Sad.

Eins noch: Seid bitte nicht so streng mit Kisshu....
Die Geschichte ist aus Ichigos Sicht geschrieben, sodass Kisshu nicht zu Wort kommt und sich daher nicht verteidigen kann. Das rückt ihn natürlich in ein schlechtes Licht, während Ichigo praktisch als mitleiderregende Ungeliebte gezeigt wird. Ein Laster des personalen Erzählstils.

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Ichigo sitzt auf ihrem Bett und starrt gedankenverloren vor sich auf den Boden. In ihrem Kopf spielt ein gewisser Alien mit grünem Haar die Hauptrolle, dem sie vor zweieinhalb Jahren gesagt hat, dass sie ihn nicht liebt.
Was für eine miese Lüge. Seitdem er wieder auf seinem Planeten ist, denkt sie jeden Tag an ihn.

Nachdem Deep Blue besieht gewesen ist, hat Kisshu ihr sein Versprechen gegeben, sie in Ruhe zu lassen, solange sie mit Aoyama glücklich sei. Kisshu hat sie weiterhin besucht, hat allerdings nie etwas versucht, was sein Versprechen gebrochen hätte, obwohl Ichigo die Beziehung mit Aoyama nach dem Kampf mit Deep Blue beendet hat.
Ja, sie hat die Beziehung beendet, weil sie gewusst hat, Aoyama niemals so lieben zu können, wie sie Kisshu liebt.
Aber Kisshu hat lange nichts davon erfahren, obwohl er sie häufig, wenn auch nur kurz, besucht hat.
Ichigo hat ihn nie zum bleiben überredet, denn sie hat zu genau gewusst, dass Kisshu auf seinem Planeten gebraucht worden ist. Immerhin muss der Planet des Alien wieder aufgebaut werden und das dauert eine Weile.
Es hat ihr das Herz gebrochen, als Kisshu eines Tages zu ihr gekommen ist und ihr von seiner Freundin erzählt hat. Im Ernst. Seiner Freundin.


Die Erinnerung, wie sie die Tränen zurück gehalten, ihn umarmt und sich scheinbar für ihn gefreut hat, lassen sie leise aufschluchzen.

Mehr noch: Kisshu ist so ausgelassen gewesen und hat mit Feuereifer von dem süßen Alienmädchen erzählt, das ihm scheinbar den Kopf verdreht hatte, während Ichigo ihm stumm zugehört und verzweifelt versucht hat, nicht in Tränen auszubrechen.

Flashback
„Ichigo, warum weinst du?“, fragt Kisshu, als er abrupt die Erzählungen von seiner Freundin abbricht.
„Wie?“ Überrascht fasst Ichigo sich an die Wange. So ein Mist! Ausrede her, aber schnell. „Ich freu mich einfach nur so für dich, Kisshu.“ Darauf folgt ihr strahlendstes Lächeln und sie umarmt ihn. Wirklich gelogen ist das nicht. Sie findet, man solle sich mit dem Geliebten freuen, wenn er glücklich ist. Auch wenn man selbst es nicht ist.
Aber selbst nicht mehr Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit zu sein, während er selbst die Hauptrolle in ihrem Herzen und ihren Gedanken spielt, ist hart.
„Du willst sicher gleich zurück zu ihr, nicht wahr?“, fragt Ichigo, die inzwischen daran gewöhnt ist, dass Kisshu nur wenige Minuten bei ihr bleibt.
„Ja... ist wirklich alles OK?“ Der Alien sieht sie unsicher an.
„Aber klar. Mach dir um mich keine Sorgen.“

Flashback Ende

Daraufhin ist Kisshu wieder zu seinem Planeten und seiner Freundin zurückgekehrt und Ichigo hätte den Kopf auf die Tischplatte geschlagen, wenn diese stabil genug gewesen sei.

Die Gedanken an Kisshu und seine Freundin lassen sie seitdem nicht mehr los. Das ist auch einer der Gründe gewesen, warum sie getan hat, was anschließend passiert ist.

Bei Kisshus nächstem Besuch hat Ichigo ein ernstes Gespräch angefangen – und Kisshu gebeten, sie nicht mehr zu besuchen. Selbstverständlich ist Kisshu mehr als überrascht gewesen und hat sie ausgefragt, warum sie ihn nicht mehr sehen wollte.
Tief durchatmend hat Ichigo Kisshu ihre Gefühle gestanden: „Dich zu sehen ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung für mich. Kisshu, ich liebe dich... Ja, es ist wirklich der falsche Zeitpunkt für so ein Geständnis, aber ich halte das nicht aus. Wenn du von deiner Freundin erzählst, merke ich jedes Mal, wie sehr mir das weh tut... Ich weiß, du bist glücklich mit deiner Freundin und ich will dir wirklich nicht im Weg stehen. Geh bitte und sei glücklich. Bitte.“ Tränen haben sich auf ihre Wangen gestohlen und Kisshu ist zurückgewichen.
„Geh!“, flehte sie fast schreiend.


Ichigo kann bis heute nicht sagen, was zu diesem Zeitpunkt in Kisshu vorgegangen ist.

Schließlich ist er einfach gegangen, ohne noch ein Wort an Ichigo zu richten.
Und Ichigo? Sie hat versucht, ihre Gefühle auf andere Jungs zu konzentrieren. Immerhin ist Kisshu viel zu weit weg gewesen und hat noch dazu eine Freundin gehabt, die er nicht ständig allein lassen könnte.
In dem Glauben, Kisshu vergessen zu müssen, ist sie mit anderen Jungs ausgegangen, hat dabei aber immer nur an Kisshu denken können. Dieser Schuss ist also nach hinten los gegangen. Niemand hat ihr die Erinnerungen an Kisshu und diesen Schmerz nehmen können, egal wie sehr sie es auch versucht hat. Also hat sie diesen Plan, Kisshu durch einen anderen Jungen zu ersetzen, wieder verworfen. Schon von Anfang an hat sie geahnt, dass ihr das ohnehin nicht gelingen würde. Aber für sie ist es einen Versuch wert gewesen.
Sie hat Kisshu nicht haben können, obwohl er einst so verliebt in sie gewesen war.


Dieser Gedanke schmerzt sie heute jeden Tag.
Sie tritt zum Fenster, stützt die Arme auf den Fensterrahmen und sieht geradeaus in den Garten.

Genau in so einer Position hat sie auch vor zehn Monaten am Fenster gestanden, als sie plötzlich ein freches Kichern aufhören lassen hat. Über ihr, keine vier Meter entfernt, hat der süße Alien geschwebt, den sie genau ein ganzes Jahr lang nicht gesehen hat.

Flashback
Fast ist Ichigo nach hinten umgekippt. Ihr Herz setzt einen Schlag aus. Atmet sie überhaupt noch?
„Rate, wer wieder da ist. ^^“ Seine Freude ist greifbar.
Es folgt ein kurzes Gespräch, wie es ihnen geht, wie es auf dem Planten aussieht und was so geschehen ist, seitdem sie sich nicht gesehen haben.
Obwohl Ichigo ihn nicht wiedersehen wollte, ist sie froh, dass er sich wieder bei ihr meldet. Aber sie weiß auch, dass dieses Glücksgefühl nicht lange halten wird, denn Kisshu ist noch wie vor vergeben.
Es ist anders als früher, stellt Ichigo gedanklich fest. Sie ist total verkrampft, ihre Hände zittern, was Kisshu hinter dem Fenster Gott sei Dank nicht sieht.
Irgendwie geht ihnen der Gesprächstoff aus und es kommt zu einer längeren Pause, in der Ichigo sich äußerst unwohl fühlt.
„Kisshu, ich muss gleich los“, behauptet Ichigo mit einem Blick auf die Uhr. Sie hofft, Kisshu glaubt ihr die Lüge.
„Sehen wir uns wieder?“
Diese Frage hätte Ichigo am liebsten verneint. Aber ihre Gefühle stehen ihr im Weg.
„Ist nicht meine Entscheidung“, nuschelt sie. Immerhin kann Kisshu jederzeit bei ihr Auftauchen, dagegen kann sie nichts tun.
„Dann ja^^“, lacht Kisshu munter und verschwindet im nächsten Moment.
‚Eine Weile kann ich es ja probieren, mit ihm befreundet zu sein. Es scheint ihm viel zu bedeuten. Aber ich habe das Gefühl, in ein Gefühlschaos zu stürzen und er wird mich darin verrotten lassen... Wie lange ist ‚eine Weile’?’

Flashback Ende

Ja... sie haben sich weiterhin getroffen, aber Ichigo hat die Gefühle, die sie für Kisshu hegt, nicht unterdrücken können.
Auch wenn Kisshus Besuche selten gewesen sind – anscheinend hat er sie nicht überfordern wollen, da sie damals schon gesagt hatte, wie ihr der Kontakt zu schaffen gemacht hatte.


‚Liebe kann so grausam sein. Sie kann dich zerstören’, denkt Ichigo.

Ichigo hat besonders unter den kurzen Besuchen gelitten, zwischen denen zudem noch viele Tage gelegen haben. Doch bald hat sie daran das Positive gesehen: Solange Kisshu sich nur selten blicken ließ, würde sie sich nicht noch viel mehr in ihn verlieben.
Später sind die Besuche dann allerdings häufiger geworden und Ichigo hat sich in ihrem Kopf viel zu viele Gedanken gemacht.


„Typisch Mädchen... sie denken über Sachen zu viel nach und fügen sich dadurch nur unnötig Schmerzen zu“, murmelt Ichigo. Ihr Blick fällt auf ein kleines Gedicht, dass sie damals für Kisshu geschrieben hat.

>> Du bist da, wo du immer bist und immer warst, seitdem du weggegangen bist.
Manchmal muss man erst etwas verlieren, bevor man merkt, wie sehr man es vermisst.

Lange hing ich noch an dir, kein anderer kam an mich heran.
Niemand interessierte mich, weil du kannst, was sonst keiner kann.

Hast mich verzaubert, doch wurde mir das erst später bewusst.
Hät ich das, was ich jetzt weiß, doch nur schon etwas früher gewusst.

Doch die Zeit war vorbei; ich ließ dich gehen, denn es war zu spät.
Wer kann schon Liebe ernten, wenn er jemanden immer verschmäht?

So blieben wir Freunde, doch für mich war da noch eindeutig mehr.
Ich hab es versucht, dir zuliebe, aber wünschte mir zu sehr

Dass du hier wärst, ich dich sehen könnte, deine Haut berühren,
Deine Lippen liebkosen und dein Herz an meiner Brust spüren.

In meinem Herzen und in meiner Seele bist du geblieben.
Eins ist mir schon lange klar: ich werde dich noch lange lieben. <<

Das Gedicht hat sie geschrieben, kurz bevor sie Kisshu erneut weggeschickt hat. Es ist nicht mehr zum Aushalten gewesen. Kisshu hat sich verhalten, wie er es früher immer getan hat und das ist für Ichigo ein Zeichen gewesen, dass er sie irgendwie schon noch geliebt hat.
Als sie ihn allerdings darauf angesprochen hat, warum er sie wieder besucht hat, obwohl sie ihm das eigentlich „verboten“ oder ihn vielmehr darum angefleht hat, ist er ausgewichen.


Flashback
„Kisshu? Warum besucht du mich noch?“ Ichigo spricht die Worte deutlich aus, obwohl sie innerlich zittert.
Sie hat sich überlegt, warum Kisshu sie nicht einfach in Ruhe lassen kann, immerhin hat er eine Freundin und es ist ziemlich anstrengend, sich immer von seinem Planeten auf die Erde zu teleportieren.
„Ich besuche dich, weil ich dich ziemlich gerne habe“ lautet die schlichte Antwort.
„Nachdem du dich über ein Jahr lang nicht gemeldet hast? Ja, ich weiß, ich habe dich gebeten, dich nicht zu melden, aber warum? Warum ausgerechnet auf den Tag genau nach einem Jahr?“ Ichigo wird langsam zappelig.
„Ich verliere nur sehr ungern Freunde und du gehörst immer noch zu einem der Menschen, der mir mal sehr nahe stand.“ Kisshu steht auf und winkt ihr zu. „Ich muss los. Wir sehen uns.“ Und damit verschwindet er.
„He!“, rief Ichigo aufspringend. Idiot! Macht sich einfach so aus dem Staub. Na warte!

Flashback Ende

Aber schon am nächsten Tag hat sich Ichigo die Möglichkeit geboten, Kisshu erneut in die Mangel zu nehmen.
Ohne sich weiter mit Smalltalk aufzuhalten, hat Ichigo gleich das Gespräch an das vom Vortag angeknüpft.


Flashback
„Ich hab es dir ja schon mal gesagt: Ich habe dich verdammt gern und ich verliere nur ungern Leute aus den Augen, die mir mal so viel bedeutet haben. Mehr ist nicht dahinter.“
Reichlich genervt, weil sie tatsächlich noch mal genau auf die Fragenstellung eingehen musst, schließt Ichigo die Augen, um sich etwas zu beruhigen. „Noch mal von vorne. Und bedenk bitte, dass du ein ganzes Jahr lang ohne mich ausgekommen bist-“
„Bin ich nicht“, fiel ihr Kisshu ins Wort. Ha! Ichigo hat es sich ja gedacht. Ihr Herz beginnt mächtig zu pochen, als er weiterspricht: „Ich war hin und wieder hier und habe dich gesehen, konnte dich aber nie ansprechen, weil du es mir indirekt ‚verboten’ hast. Würde ich so einfach ohne dich auskommen, wäre ich nicht wiedergekommen. Bin ich aber!“
Seine Worte machen Ichigo auf etwas aufmerksam. „Und warum kommst du nicht ohne mich aus?“
„Weiß der Geier warum.“ Kisshu wendet sich genervt ab. „Ist das so wichtig?“
Wie kann er so etwas nur fragen? Für sie ist es unglaublich wichtig!
„Ja, ist es!“ Ichigo fasst ihn an der Schulter und dreht ihn zu sich um.
„Ok... Ich versuche, es so gut wie möglich zu erklären: Ich kann dir nicht sagen, warum. Aber Folgendes weiß ich: Die Vorstellung, nie wieder mit dir reden zu können, tut weh.“
Ichigo schnappt nach Luft. Sie hat es sich eigentlich schon gedacht,... Moment mal! ... Heißt das etwa... „Sag mal... du liebst mich immer noch, kann das sein?“, fragt Ichigo vorsichtig.
„Woher soll ich das wissen?“ antwortet Kisshu etwas aggressiv.
„Was ist mit deiner Freundin?“
„Ich liebe sie.“
‚Ach so... bei seiner Freundin ist er sich sicher, dass er sie liebt. Bei mir hingegen nicht.’ Das kann Ichigo nur zu gut verstehen. Die Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen... auf beiden. Keiner von ihnen glaubt, dass daraus etwas werden kann und beide sind sich nicht sicher, ob der jeweils andere noch bereit dazu ist.
„Darf ich dir jetzt mal was sagen?“ Ichigo kann nicht anders. So lange hat sie es zurückgehalten, es muss jetzt einfach raus. Abwartend sieht Kisshu sie an.
„Ich habe dich im letzten Jahr so sehr vermisst! Obwohl du mit deiner Freundin glücklich warst und ich mich für dich freuen sollte, war ich vollkommen unglücklich. Aber ich wusste, du bist mir viel zu wichtig, als dass ich dieses Glück zerstören wollte. Also sagte ich dir, du solltest gehen.
Aber egal, wo ich war, meine Gedanken waren bei dir. Egal, was ich tat, ich fragte mich immer, was du gerade machst. Verschiedene Ablenkungen hatten alle keinen Sinn, keiner konnte mit dir mithalten.
Aber ich muss zugeben, in dem Jahr, in dem du dich nicht mehr gemeldet hast, kam ich damit klar. Es musste ja sein, denn ich wusste, dass ich dich weggeschickt hatte und es daher meine Schuld war, dass ich dich nicht mehr sehen konnte. Und ich konnte mit dir keinen Kontakt aufnehmen, also musste ich wohl oder übel damit leben.
So kam mir langsam aber sicher der Gedanke, dass ich loslassen müsste und ich habe es verdammt hart versucht!
Nun sieh einer an: Nach einem Jahr meldet sich der Typ wieder, wegen dem ich mich so gequält habe! Du.“ Eine kurze Pause machend holt Ichigo Luft. Sie hat die Worte ruhig gesagt, ohne laut zu werden, aber ab und zu muss ein Mensch – im Gegensatz zu einem Alien – atmen.
Kisshu öffnet den Mund, um etwas zu sagen, aber Ichigo bedeutet ihm, dass sie noch nicht fertig war.
„Meine Hände zitterten, mein Körper stand unter Strom. Mir wurde heiß und kalt und ich hätte mich vor Magenkribbeln übergeben können.
Ich musste einsehen, dass es mir nicht gelungen war, dich aus meinem Herzen zu verbannen. Nicht mal für eine Sekunde lang.
Mir ist klar, dass wir beide keine Zukunft haben. Dennoch wünsche ich es mir. Sehnlicher als alles auf der Welt!“
Ichigos, die gegen Ende etwas lauter geworden ist, nimmt sich zurück. „Nun weißt du alles... verstehst du nun endlich, was es für mich heißt, wenn du mich besuchst? Angst, Enttäuschung, Liebe, Wut und Verzweiflung. Gefühlschaos vom feinsten.“
Den Blick auf den Boden richtend, tritt Stille ein. Was Ichigo ihm gerade an den Kopf geworfen hat, muss Kisshu erst mal verdauen.
„Ich muss einsehen, was du willst“, murmelt Ichigo. „Aber ich glaube, du weißt selbst nicht wirklich, was du willst... warum sonst besuchst du mich und kommst nicht von mir los, obwohl du eine Freundin hast?“
„Es tut mir wirklich Leid... Aber am meisten tut mir Leid, dass es dir meinetwegen so schlecht ging und immer noch geht...“ Kisshu seufzt. „Trotzdem erhoff ich mir Naiverweise, dass wir befreundet sein können...“
„Wirklich Kisshu... ich versuche es ja!“ Die junge Frau klingt verzweifelt.
„... aber es klappt anscheinend nicht...“ Spricht Kisshu jetzt einfach nur weiter oder ist das seine Antwort auf ihre Worte?
„Es ist auch etwas schwer, das als Freundschaft zu sehen, wenn du dich verhältst, als wärst du noch in mich verliebt!“, wirft Ichigo ein.
„So ist nur mal meine Art.“ Inzwischen klingt Kisshu etwas aggressiv.
‚Super gemacht, Ichigo. Bravo!’, denkt sie ironisch. „Und was nun?“, fragt sie unsicher.
„Tu das, was du für richtig hältst. Ich bin nicht der, der den größten Schaden davon tragen wird. Ich will die Verantwortung zwar nicht auf dich abwälzen, aber meine Meinung dazu kennst du.“

Flashback Ende

Ichigo laufen Tränen über die Wangen, als die daran denkt.

Sie ist aus allen Wolken gefallen. Ihr ist klar gewesen, dass Kisshu seine Freundin geliebt hat und sie hat auch keinesfalls von ihm verlangt, sie zu verlassen. Aber es hat sie erschüttert, dass er SEHR WOHL die Verantwortung auf sie abgewälzt hat.
Ihn betraf es genau so wie sie! Offensichtlich konnte er sich doch genau so wenig entscheiden wie sie...


‚Nein... das stimmt nicht. Er hat sich nicht für mich entschieden... und damit seine Freundin gewählt...’ Jetzt war es Ichigo klar.

Die Frage, die sie auf diese harten Worten an ihn gerichtet hat, hat ihr das Herz gebrochen.

Flashback
„Nach allem, was du nun weißt... Wenn ich dich bitten würde, nie wieder mit mir zu reden... würdest du mich nicht mehr ansprechen oder mich besuchen?“
'Bitte... ich weiß nicht mehr weiter, Kisshu. Ich liebe dich! Sag mir, was ich tun soll, ich tue alles!' Egal, was er nun sagen würde, sie wird sich damit abfinden müssen...
„Willst du etwa, dass ich dich nicht mehr besuche?“
'Oje... ein wunder Punkt...' Momentan will sich Ichigo allerdings lieber an die Stirn fassen. Sie weiß nicht, was sie will! Sie richtet sich nach ihm. Sie hat ihm gesagt, was sie für ihn empfindet und nun ist es an ihm, was er damit anzufangen gedenkt. Kann er nicht endlich klar und deutlich sagen, ob er es tun würde oder nicht?
„Nein...“, gesteht Ichigo. Sie will, dass er sie weiterhin besucht. Aber dieser Schmerz ist ihr unerträglich. Man kann nicht mit jemanden leben und gleichzeitig wissen, dass man ihn nie haben kann. Gleichzeitig kann sie nicht ohne ihn leben. Aber sie muss. Es geht nicht anders. Wenn er nicht antwortet, wird sie die Entscheidung treffen...
„Dann würde es keinen Sinn machen“, meint Kisshu verwirrt, aber auch bestimmt.
Ichigo geht ein Licht auf... Kisshu antwortet ihr nicht darauf, weil er befürchtet, dass sie es von ihm verlangt...
„Ich frage doch nur, falls es wirklich irgendwann zu viel für mich wird. Würdest du mir dann diesen einen Wunsch erfüllen... wenn ich dich bitte?“, fügt sie hinzu.
„Ja“, kommt es zögernd.
All ihren Mut zusammen nehmend holt Ichigo tief Luft. Dann sagt sie laut und deutlich: „Bitte besuch mich nicht mehr.“ Das Zittern ihrer Stimme ist nur schwer zu unterbinden, aber Ichigo gelingt es offentsichtlich, denn Kisshus Kehle entweicht ein Keuchen. Anscheinend hat er nicht gedacht, dass Ichigo wirklich ernst machen und so etwas von ihm verlangen würde.
Keiner von beiden sagt ein Wort. Dann: „Machs gut.“ Noch ehe Kisshu etwas sagen kann, hat Ichigo sich bereits umgedreht und ist weggerannt.

Flashback Ende

Ichigo hat nun seit diesem Tag nichts mehr von Kisshu gehört.

Er fehlt ihr wahnsinnig, aber sie kommt langsam zurecht. Ihr Leben verlangt einiges von ihr. Ihre Freundinnen, die nahe bevorstehenden Abschlussprüfungen und ein netter Junge, lenken sie ab.
Immer selten denkt sie an Kisshu, aber hin und wieder wird die Sehnsucht in ihr sehr stark. Besonders wenn sie sich Film ansieht, in denen die Liebe zweier Personen auch über einen längeren Zeitraum nicht abbricht.
Nach wie vor bedeutet ihr Kisshu viel. Sie hat Schuldgefühle, weil sie ihn so oft abgewiesen und damit verletzt hat. Ebenso ist es Gewohnheit für sie geworden, dass Kisshu danach immer auf sie zugekommen ist. Niemals hat er aufgegeben. Immer hat er weiterhin den Kontakt zu ihr gesucht, auch wenn sie es – vermeintlich – nicht gewollt hat. Darum ist sie sich nicht sicher, dass Kisshu ihren Wunsch beachten wird... insbesondere weil er ihre Bitte zuvor schon nach einem Jahr – auf den Tag – übergangen hat.
Natürlich ist es Wunschdenken, dass Kisshu eines Tages vor ihrer Tür steht und sie wieder haben will. Sie weiß auch nicht, wie sie darauf reagieren würde. Die Vergangenheit hat des öfteren gezeigt, dass sie beide nicht wirklich lange miteinander zusammen sein können.
Es gibt Zeiten, da wünscht sie sich eine weitere Chance mit Kisshu. Aber wie kann sie je mit ihm zusammen sein? Würde es halten?
Es käme auf einen Versuch an.... sie hofft nur, dass sie ihm dabei nicht wieder das Herz bricht, wie sie es so oft getan hat, wenn sie ihn von sich gestoßen hat.

Ichigo fasst einen Entschluss: Sie weiß nicht, ob es klug ist, das zu tun... aber sie möchte ihn sehen. Irgendwie wird sie zu seinem Planeten kommen und mit ihm reden. Shirogane würde ihr sicher helfen, ein Raumschiff zu organisieren.
Sie will endlich eine klare Antwort. Entweder soll er ihr endlich sagen, dass er sie liebt und sich für sie entscheiden... oder er soll ihr sagen, dass sie ihm nichts mehr bedeutet und ihr damit alle Hoffnung nehmen.
Denn eines steht für Ichigo fest: Sie wird niemals von ihm lassen können, solange sie noch die kleinste Chance bei ihm hat... und das hat sie, solange er ihr nicht zu verstehen gibt, dass es seiner Meinung nach für sie beide keine gemeinsame Zukunft gibt.

Wie auch immer Kisshu sich entscheiden wird, wenn sie plötzlich auf seinem Planeten auftaucht,... sie wird sich damit abfinden. Auf welche seiner Entscheidungen sie eher hofft, weiß sie nicht.
Aber eines weiß sie: Sie liebt ihn... warum auch immer.

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Noch ein paar Anmerkungen:
Man erfährt nicht, wie es Kisshu geht, weil die beiden in Reallife nach ihrer Beziehung - eine Beziehung hatten Kisshu und Ichigo natürlich nicht - zeitweise nicht miteinander geredet haben. Die Gespräch erscheinen etwas abgeschnitten in der FF, weil eine der beiden Personen dann den Chat verlassen oder das Telefongespräch beendet hat. Darum verschwindet Kisshu manchmal auch wortlos oder Ichigo rennt weg, ohne von Kisshu verfolgt zu werden. Eigentlich schade, aber ich wollte so nah wie möglich an der Realität bleiben. Lieber ließ ich Worte unausgesprochen, als Tatsachen zu verfälschen. Auch Ichigos Unwissenheit über Kisshus Gefühle rührt daher. Möglicherweise ging es Kisshu ebenso wie Ichigo... aber vielleicht sah er auch wirklich keine Hoffnung mehr. Oder hat sie nicht mehr geliebt. Alles möglich.

Die FF ist vorläufig beendet.
Zuerst dachte ich daran, sie etwas aufzuschieben und später weiter zu schreiben, weil ich warten wollte, wie sich die Umstände im richtigen Leben entwickeln. Inzwischen hat es sich so ergeben, dass Kisshu und Ichigo KEINESFALLS ein Pairing in der FF wären. Da die meisten Leser der FF allerdings genau dieses Pairing bevorzugen und ich selbst auch Kishigo am liebsten lese, kann ich mir nicht vorstellen, die FF hier in Form weiterer Kapitel weiter zu schreiben. Es wäre vergebliche Mühe und Zeitverschwendung und dabei käme etwas heraus, was entweder sehr fiktiv wäre (angenommen ich weiche von der Autobiographie ab, was ich nicht will) oder alle Kishigo-Fans enttäuschen würde.
Vielleicht schreibe ich irgendwann eine Extra-FF, die man als Fortsetzung dazu sehen könnte, die allerdings nicht mehr autobiographisch ist und das Pairing Kisshu x Ichigo enthält... wird aber noch eine Weile dauern, die Idee besteht aber und hat bereits erste Formen angenommen: Kisshu und Ichigo werden sich treffen - klar, wie sollte es auch sonst weitergehen? xD
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