Die Nacht davor

von Aku
GeschichteAllgemein / P12 Slash
Lorenor Zorro Vinsmoke Sanji
21.03.2010
21.03.2010
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Entstanden für 20_situationen.
Challenge: "Meistens benutze ich Alkohol nicht zum Desinfizieren."
Disclaimer: Na, wer will raten? – Richtig, mir gehört gar nichts. Immer noch nicht.


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Vorsichtig betastete Sanji seine Unterlippe. Jede noch so kleine Berührung jagte Schmerzwellen durch seinen Körper und er schmeckte Blut.
Es war echt.
Warum fand er die verdammten Streichhölzer jetzt nicht?
„Scheiße, scheiße... SCHEISSE!“
Er wollte schreien.
„Halt die Schnauze, Koch.“
„Es ist nicht so, als würde es eine Rolle spielen, oder?“
„Doch, tut es. Ich würde gerne schlafen.“
„Schlafen?!“ Sanjis Stimme überschlug sich vor Panik, aber es war ihm egal. Auch das war so eine Sache, die keine Rolle mehr spielte. Bald nicht mehr spielen würde. – Viel zu bald.
„Weißt du, was ich will?! Ich will rauchen. Und hier raus. Und leben. Aber vor allem rauchen. Und weißt du noch was? Ich werde gar nichts davon tun.“
„Ja, weiß ich. Aber wenigstens ich will meinen Willen kriegen, also halt die Schnauze.“
„Du bist ein Arschloch, Lorenor Zorro.“
„Ich weiß.“
Sanji begann eine seiner Zigaretten auseinander zu pflücken, damit er nicht auf den Schwertkämpfer losging. – Obwohl auch das völlig egal gewesen wäre.
Ob er ihn nun umbrachte oder morgen früh der Henker...
„Ich weiß nicht, ob du das geschnallt hast, aber es ist vorbei. Ende. Sense. Diesmal wird kein Wunder geschehen und kein verschissener Gott, Zufall oder Großonkel vom Schwager eines Cousins wird uns retten. Wir sind tot, Zorro, weißt du was das heißt?“
„Dass wir jetzt eigentlich rummachen müssten?“
„Oh BITTE!“ Sanji warf hilflos die Zigarette nach dem anderen Mann, der an die gegenüberliegende feuchte Steinmauer gekettet war. Er traf nicht.
„Du verstehst es wirklich nicht, oder? – Tot, Schwachkopf. Tot.“
„Ja, das ist mir klar, vielen Dank. Und bevor ich sterbe möchte ich gerne schlafen.“
„Du Volltrottel! – Ich will verdammt noch mal nicht aufgeknüpft werden, nicht neben dir!“
Zum ersten Mal, seit sie in diesem Loch saßen (was schon fast zwei Tage war), sah Zorro ihn direkt an. „Weißt du was, Küchenschabe? – Ich würde auch lieber morgen früh hier rausspazieren und mir von der Schlampe mit den rosa Haaren sagen lassen, dass alles ein bedauerliches Missverständnis war, dass das nicht Ruffy war, den sie gestern geköpft haben. Oder wenigstens noch mal was anständiges essen, bevor sie mich lynchen, und mich betrinken und mal wieder Sex haben, aber der Zug ist abgefahren. Wir werden sterben. Und ich für meinen Teil möchte das tun wie ein Mann. Aufrecht und ausgeschlafen.“
Sanji schluckte. Und dann begann er zu lachen. – Nicht halb so hysterisch, wie er sich fühlte. Er lachte einfach nur, es war beinahe befreiend.
„Weißt du eigentlich, dass du der größte Vollidiot bist, den ich kenne?“
„Hm?“
„Wie kann man selbst wenn man in ein paar Stunden gehängt wird, noch an solchen Plattitüden hängen? – ‚Erstich mich nicht von hinten, das wäre unmännlich’? – Gib doch zu, dass du eine Scheißangst hast. Eine Scheißangst davor, morgen unter dem Galgen zu stehen und davor einzuschlafen und überhaupt...“
„Was willst du von mir, Idiotenkoch?“
„Ich will, dass du zugibst, dass du Angst hast.“
„Und ich will, dass du die Schnauze hältst!“
„Gib es zu! Von mir aus bist du Schwertkämpfer und das Leben ist scheiße und ohne Ruffy sowieso, aber gib es zu! Sprich mir nach: Das Leben ist scheiße, aber die einzige Alternative ist der Tod, und der ist noch beschissener!“
„Du kannst mich mal!“
„Nein, kann ich nicht, ich bin an eine verschissene Gefängnismauer gekettet, und werde in nicht einmal einem halben Tag tot sein.“
„Danke, dass du mich daran erinnerst!“
„Siehst du, du hast doch Angst!“
„Verdammte Scheiße, natürlich hab ich Angst! – Aber ich führ mich wenigstens nicht auf wie ein verdammtes Waschweib!“
Sanji ließ sich zurück gegen die Wand sinken. „Na also. Sag ich doch. Jetzt kannst du von mir aus auch schlafen.“
„Jetzt will ich nicht mehr, Arschloch.“
Der Smutje versuchte sich an einem schwachen Lächeln und Zorro grinste ihn an.
Und dann warteten sie darauf, dass die Sonne aufging.
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