Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wicked Game

von Allegra
GeschichteDrama / P16
Rogue / Mary D'Arcanto Wolverine
21.03.2010
21.03.2010
1
1.449
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
21.03.2010 1.449
 
Titel:  Wicked Game
Autor: Allegra
Kontakt: webmaster@fans-creative.com
Rating: R
Kategorie: POV, Drama, Romance
Pairing:  Wie immer mein Lieblingspärchen Logan und Roque
Disclaimer: Nix meins. Nur geliehen!
Short-Cut: Liebe ist ein gemeines Spiel bei dem meist einer auf der Strecke bleibt. Was, wenn zwei einsame Herzen nur Trost und Halt in den Armen des anderen finden können? Kann sich daraus eine neue Liebe entwickeln? Oder sind beide auf Ewigkeiten zur Einsamkeit verdammt?
Anmerkung: Danke Lhutien für die Beta. Du bist echt ein Schatz. Die Story spielt nach dem dritten X-Men Teil. Nachdem Logan Jean/Phoenix umbringen musste. Also eine Art Missing Scene. Rogue hat dank der Heilung keine Kräfte mehr und kann andere Menschen endlich berühren. Das hat die Story erst möglich gemacht. Bei  Anregungen etc. einfach ein Review hinterlassen ;-) Danke an Chris Isaac für die wunderbare Inspiration durch dieses tolle Lied.


Wicked Game

Ich wollte mich nicht in dich verlieben. Aber wie es nun einmal in der Liebe ist, sie geht ihren eigenen Weg und fragt nicht danach, ob es einem Recht ist oder nicht. Dass du für mich nicht dasselbe empfinden würdest wie ich für dich, war mir klar. Dein Herz gehörte einer anderen. Einer anderen, die nun den Weg zum einen Teil in die Hölle und zum anderen Teil in den Himmel gefunden hatte.

Ich hatte mich damit abgefunden und bin meinen eigenen Weg gegangen. Ich habe es zumindest versucht. Bei dir hatte ich keine Chance – das wusste ich – und der Einzige außer dir, der sich trotz meiner Fähigkeiten nicht abschrecken ließ, war ein Junge in meinem Alter. Ich glaubte daran, mich in ihn verlieben zu können. Es klappte natürlich nicht so recht, da ich mein Herz bereits dir geschenkt hatte.

Wie das eben mit der Liebe so ist, sie lässt sich nicht unterdrücken und in die hinterste Ecke des Herzens verschieben. Es hat einfach nicht geklappt, meine Gefühle für dich zu vergessen oder gar zu unterdrücken. Im Gegenteil! Sie sind stärker als jemals zuvor und dich leiden zu sehen, schmerzt tief in meiner Brust. Es ist, als würde jemand mir die Kehle zuschnüren und mich am Atmen hindern. Ich kriege keine Luft und finde keine Worte, um dich zu trösten. Der Schmerz über deinen Verlust ist zu groß und ich sehe dir dabei zu, wie du die Verzweiflung in deinem Inneren versuchst einzudämmen, deine Gefühle zu kontrollieren. Es gelingt dir nicht so recht.

Es wundert mich, dass du mir gestattest hier zu sein und an deinen Gefühlen teilhaben zu dürfen. Wo du doch eher der Einzelgänger bist, der sich hinter einer Maske aus Überheblichkeit zu verstecken versucht. Aber ich war schon immer irgendwie die Einzige, die du so nah an dich heran gelassen hast.

Die Hilflosigkeit, die ich empfinde, drängt eine Träne aus meinem Augenwinkel. Nein! Ich darf nicht weinen. Ich muss stark sein. Für dich! Für uns beide. Ich gehe langsam auf dich zu, nicht sicher ob du mich vielleicht einfach nicht bemerkt hast. Ich setze mich neben dich auf die Bettkante, unfähig etwas zu sagen oder zu tun. Deine Augen blicken traurig und hilfesuchend in meine und ich beobachte, wie eine einzelne Träne über deine Wange läuft. Auf ihrem Weg nach unten hinterlässt sie eine feuchte Spur und verliert sich in den Haaren deines Bartes. Doch, du hast mich bemerkt.

Ich wollte mich nicht verlieben. Nicht in dich und dennoch schreit mein Herz in jeder Minute nach dir. Sehnsüchtig. Denkst du, dass die Einsamkeit uns beide irgendwann zusammen führt? Ich weiß es nicht. Aber die Liebe ist selten ein faires Spiel und daher denke ich, dass wir beiden Liebenden auf der Strecke bleiben werden. Niedergemacht von nicht erwiderten Gefühlen. Einsam bis in alle Ewigkeit. Deprimierend, nicht wahr?

Es scheint mir, als gäbe es keinen Ausweg aus diesem Tief. Ich trauere ebenfalls über deinen Verlust. Können wir uns vielleicht gegenseitig retten? Gibt es Hoffnung in dieser dunklen Welt? Wie schlimm muss es noch werden, bevor wieder ein warmer Strahl Hoffnung am Firmament leuchtet?

Meine Hände finden die deinen und wir sehen einander an. Verloren in den tiefen Abgründen des anderen. Uns beiden ist klar, dass wir uns nur gegenseitig helfen können. Du brichst den Kontakt für einen Moment ab und legst deinen Kopf auf meinen Schoß. Diesmal bist du es, der Trost sucht. Diesmal bist du es, der weint. So abstrus das auch ist. Es macht dich menschlicher und verscheucht das Bild eines Tieres, welches du gerne gibst. Ein Grund mehr dich zu lieben.

Meine linke Hand streichelt dir sanft über den Kopf, spendet dir hoffentlich ein wenig Trost in diesen dunklen Stunden. Dir so nahe sein zu können bedeutet mir alles. Deine warme Haut unter meine Fingern zu spüren ohne dich dabei zu verletzen lässt ein wenig die Trauer verblassen. Aber die innere Kälte in meinen Gliedern erinnert mich wieder daran, warum ich eigentlich hier bin. Du blickst immer noch in meine Augen, kannst dich genauso wenig davon lösen, wie ich mich von deinen.

Deine Hand sucht mein Gesicht und streichelt über meine Wange, wischt die Feuchtigkeit, die meine Tränen hinterlassen haben, weg. Es tut mir leid. Ich konnte nicht stark sein.

„Du brauchst nicht stark sein, Marie. Jetzt und hier brauchst du es nicht. Es ist okay.“ Habe ich das laut gesagt? Oder kannst du neuerdings auch Gedanken lesen?

Du lischst mit deinen Worten meinen letzten Funken an Selbstbeherrschung aus. Du verstehst nicht – kannst nicht wissen –, dass du es bist um den ich weine. Meine Trauer bahnt sich nun ihren Weg und ich kann ein Schluchzen nicht unterdrücken. Du richtest dich wieder auf, brichst dabei den Kontakt unserer Augen nicht ab und hältst mit beiden Händen mein Gesicht fest. Dein Gesicht kommt meinem näher und ich schließe meine Augen.

Ich weiß, das hier ist nur eine Art Flucht. Das was kommen wird, hat nichts damit zu tun, dass wir uns lieben. Denn das tun wir nicht. Du liebst mich nicht. Aber ich weiß, dass wir das dennoch brauchen. Das Gefühl jemandem nahe zu sein und in den Armen des anderen Trost zu finden. Zu vergessen, was war, was ist und was noch kommen mag. Selbst wenn du niemals meine Gefühle erwidern wirst, weiß ich dennoch in dem Moment, in dem deine Lippen auf meine treffen, dass wir immer für einander da sein werden. Dass wir niemals einen Schritt ohne den anderen gehen werden.

Wir werden immer Freunde bleiben. Die Bestätigung sehe ich in deinen Augen.

Wortlos ziehst du meinen Körper näher an deinen, bis ich auf deinem Schoß sitze. Du lehnst mit deinem Oberkörper an dem Kopf des Bettes, meine Hände verirren sich in deiner Haarpracht und unsere Münder treffen sich wieder zu einem Kuss voller Verzweiflung. Voller Sehnsucht.

Die feinen Härchen auf meinem Rücken, meinem Nacken und an den Armen stellen sich auf als deine Finger vorsichtig, ja fast zärtlich unter meinem Shirt die nackte Haut berühren. Unser Kuss wird fordernder und meine Hände wandern als Reaktion über deinen Brustkorb. Wir sollten das hier nicht tun. Das wissen wir beide und dennoch gehen wir diesen Schritt.

Du streifst mir mein Shirt über den Kopf und wirfst es achtlos auf den Boden. Du küsst meinen Hals mit einem Verlangen eines Verdurstenden nach Wasser und dein Hemd, sowie alle anderen Sachen, finden den gleichen Weg wie das Kleidungsstück zuvor.

„Logan…“, flüstere ich deinen Namen in dein Ohr. Abermals treffen unsere Blicke sich und mehr muss nicht gesagt werden. Wir wissen beide, was das hier zu bedeuten hat.

Nichts…

Es ist nur die Flucht vor den Gefühlen, die uns zu übermannen drohen und die einfach zu viel für dich und mich sind. Es gibt jetzt keinen Weg mehr zurück. Ob es uns nach dieser Nacht besser geht, vermag ich nicht zu sagen. Aber jetzt – in diesem Moment – fühlt es sich richtig an. Du bist mir so nahe wie niemals jemand zuvor und es fühlt sich gut an. Ich vergesse die Welt um mich herum, lausche nur unserem schweren Atem und dem leisen Stöhnen, während wir uns zu dem ältesten Takt der Welt bewegen. Das Blut rauscht in meinen Ohren, als es vorbei ist und wir klammern uns aneinander. Wir sind nicht fähig uns zu bewegen. Schweigend genießen wir den kurzen Moment der Ekstase und der Nähe des anderen.

Bei der Liebe bleibt immer jemand auf der Strecke. Oder in unserem Fall sogar wir beide. Aber vielleicht finden wir nach dieser Nacht doch noch die Hoffnung, die wir so dringend brauchen. Vielleicht finden wir eines Tages zueinander. Allein der Gedanke daran gibt mir etwas Zuversicht, denn ich weiß, du wirst immer bei mir sein. Wenn auch nur als Freund.  
Ich schlafe in deinen Armen ein und weiß, alles wird wieder gut.

Wir werden glücklich sein…

… irgendwann.

Ende
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast