Liebe und Wahnsinn

von Elster
GeschichteHumor / P12 Slash
Akiha Hara Hokuto Umeda
20.03.2010
20.03.2010
7
4849
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
"Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn."   ~   Friedrich Nietzsche


Zehn Dinge, die Akihas Schuld sind

1.
Die Morgen hatten sich verändert. Früher war es ein langsames, mürrisches Aufwachen gewesen, dass sich, durchbrochen von drei bis fünf Tassen Kaffee und dem Weg zur Arbeit, bis ca. um zehn hinziehen konnte. Jetzt war alles enervierender und lauter und Umeda war meistens schon um neun in der Stimmung, simulierende Schüler anzuschreien.

2.
Akiha ließ es sich nicht verbieten, Seiras Einladungen zum Essen anzunehmen, was zur Folge hatte, dass Umeda seine Eltern sehr viel öfter sah als früher. Es half keineswegs, dass Akiha ihm sagte, er würde auch allein gehen. Umeda kam nicht umhin, von dem Gedanken vergrätzt zu sein, dass Akiha ein besserer Sohn war. Es hätte ihn nicht erstaunen sollen, dass die Freaks am Ende des ersten gemeinsamen Abends soweit waren den Spinner zu adoptieren.

3.
In Umedas Einkaufkorb fanden sich plötzlich Dinge wie zuckerüberzogene Schokoladenflakes, schokoladenüberzogene Früchte, Kekse, Katzenspielzeug und Zahnpasta mit Erdbeergeschmack. Er hatte es aufgegeben mit Akiha über gesunde Ernährung zu diskutieren, denn alles was das brachte war, dass Akiha ihn anlächelte, ihm Recht gab und ihn ignorierte.

4.
Umeda hatte mit dem Rauchen aufgehört. (Abgesehen von der einen oder anderen Zigarette in Gegenwart von Kijima und Io, also Leuten, in deren Anwesenheit man wirklich dringend eine Kippe brauchte.) Gründe dafür waren: Es war teuer, es war ungesund, er hatte es sowieso schon immer aufgeben wollen und vielleicht noch die Gesundheit der Katze. Nicht Akiha.

5.
Umeda wusste mehr über VW Käfer als er jemals hatte erfahren wollen. Besonders über, die fehlende Klimaanlage, die chronischen Motorschäden, die manuellen Fensterheber und die serienmäßige Winzigkeit der Rückbank. Was er nicht wusste aber wirklich gern erfahren hätte, war, wie Akiha es schaffte sich beim Einsteigen nicht den Kopf zu stoßen, obwohl er größer war. Das dumme war, dass Akiha nur lachte, wenn er drohte, sich einen Freund mit einem sexy Auto zu suchen.

6.
Dank Akihas Angewohnheit beim Musikhören laut mitzusingen, kannte Umeda inzwischen die Texte sämtlicher Songs der Beatles. Akiha sang weder besonders schlecht noch besonders gut, aber mit großer Begeisterung. Das Schlimme war auch nicht Akihas Gesang an sich oder die kariesverursachenden Texte, das Schlimme waren die traumatischen Erinnerungen an den Abend, an dem Akiha sich mit den Freaks verschworen und ihn in eine Karaokebar verschleppt hatte.

7.
Akiha sprach Umeda bei seinem Vornamen an. Kurioserweise hatte er damit begonnen, wenn er mit der Katze über ihn sprach. Noch beunruhigender war, dass Umeda begann, sich an die dämlichen Namen zu gewöhnen, die Akiha für sein Auto und die Katze benutze. Umeda erwischte sich manchmal dabei, wie er selbst das Auto in Gedanken ‚Baby’ nannte. Gott sei Dank war die Katze für ihn immer noch die Katze und nicht Schätzchen, Süße, Mausi, Miezi, Sweetie, Cutie, Honey, Flauschi oder irgendeine andere Abartigkeit.

8.
Umeda war an irgendeinem Punkt von Akihas Hobby Leute zu beobachten angesteckt worden. Möglicherweise hatte er das schon immer gemacht, aber sich mit jemandem darüber unterhalten zu können, machte die Seifenopern an seinem Arbeitsplatz interessanter.

9.
Umeda hatte inzwischen mehr Disney-Filme gesehen, als es seiner Meinung für irgendeinen normalen Mensch gesund sein konnte. Zurzeit zog er einen Deal in Erwägung, sich mit einem Tag Disney-Land von sämtlichen infantilen Zeichentrickmeisterwerken der Zukunft freizukaufen.

10.
Akihas Handy war in Umedas Kurzwahl Nummer drei. Akiha hatte das so eingestellt. Er hatte in dem Zuge auch Umedas Eltern auf die eins und Io auf die zwei gestellt. Umeda konnte soviel darüber nachdenken, wie er wollte, er kam nicht darauf, was dabei in seinem Kopf vorgegangen war. Umeda würde seine Schwester niemals anrufen wollen. Und die Nummer von seinen Eltern konnte er auswendig. Das einzige, was irgendwie Sinn ergab, war, dass Kijimas Nummer gelöscht worden war.
Review schreiben