Das Geheimnis vom Drachenfels

GeschichteAllgemein / P6
18.03.2010
18.03.2010
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Das Geheimnis vom Drachenfels

Es war einmal vor langer Zeit in einem weit entfernten Land ein kleines, beschauliches Dörfchen am Fuße der Berge. Die Bewohner des kleinen Dörfchens lebten friedlich miteinander und in Harmonie und Einklang mit der Natur und all ihren wundersamen Geschöpfen.

Einzig einen Ort gab es, den die Bewohner verehrten und fürchteten zugleich.

Und dieser Ort war der mächtigste der Berge, die das kleine Dörfchen umsäumten. Hoch und majestätisch ragte er gen Himmel und zeichnete sich in seiner felsigen Schwärze deutlich gegen die endlosen Weiten des azurblauen Himmels ab. Das Besondere und ausgesprochen Geheimnisvolle an diesem Berg war jedoch nicht seine schiere Größe, sondern der feurige, blutrote Glanz, der seinen hoch aufragenden Gipfel stets umfing. Es war als würden gleißend helle Flammen dort züngeln und lodern, als würden mystische Feuergeister dort in ihrem flammenden Gewande tanzen, als würde dort ein Drache hausen und regelmäßig Feuer speien ...

Deshalb war dieser Berg bald allen im Dorfe bekannt als der Drachenfels, und so fasziniert sie auch von ihm waren, so wagten sie doch nicht, sich dorthin aufzumachen, aus Angst vor dem mächtigen Drachenkönig.

Eines Tages jedoch verirrte sich ein hübsches junges Mädchen in einem blütenweißen Kleid geradewegs dorthin.

Als sie den Gipfel des sagenumwobenen Drachenfelsen erreicht hatte, blieb sie überwältigt stehen und staunte ob des wundervollen Schauspiels, das sich ihren glänzenden Augen bot: Was alle aus der Entfernung für lodernde Flammen gehalten hatten, waren in Wahrheit wunderschöne, blutrote Blumen, die im Sonnenlicht feurig schimmerten und funkelten. Lächelnd pflückte das Mädchen eine der wunderbaren Blumen, die nicht nur herrlich strahlten, sondern zudem einen betörenden Duft verströmten.

Da hopste über den rauen Fels plötzlich etwas Kleines und Grünes auf das Mädchen zu. Erleichtert lachte sie auf: „Du bist also der gefürchtete Bewohner des Drachenfelsen – kein Drachenkönig, sondern ein harmloser, kleiner Froschkönig!“

Der Frosch jedoch blickte sie aus seinen schwarzen Kulleraugen so traurig an, dass sie Mitleid mit ihm bekam und ihm folgte, als er schließlich hinfort hüpfte und sich dabei immer wieder flehend nach ihr umsah.

Sie kamen an einem kleinen Teich an und als das Mädchen sich hinabbückte, funkelten ihr vom Grunde des Wassers Dutzende von Münzen und mehr oder minder kostbaren Klunkerlingen und Edelsteinen entgegen und unter ihnen auch ... ein kleines Krönchen, das wie angegossen auf das Haupt des Fröschleins passen musste.

Und so holte sie dem Froschkönig seine goldene Krone aus den Tiefen des Wassers und setzte sie ihm wieder auf sein Haupt. Glücklich quakte er ihr seinen Dank zu und sogar eine dicke Freudenträne kullerte aus dem schwarzen Auge über die grüne Haut und fiel direkt auf die zauberhafte blutrote Feuerblume in Händen des Mädchens, die sich ob der Froschträne in ein funkelndes Herz, in dessen Innerem eine Flamme zu leuchten schien, verwandelte und das Mädchen bis zum heutigen Tage an die Dankbarkeit ihres ganz persönlichen kleinen Froschkönigs erinnert.
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