Honi soit qui mal y pense

GeschichteDrama / P16 Slash
15.03.2010
03.06.2013
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Henry lag wach auf seinem Bett. Er konnte sich nicht daran erinnern je am Morgen mehr als zwei Minuten liegen geblieben zu sein. Es war einfach immer was zu tun gewesen; ein Jagd, eine Besprechung mit seinem Vater, in den letzten Monaten stundenlange Schwert- und Reitübungen. Nicht so an diesem Morgen. Er lag wach in seinem eigenem Raum auf dem Schiff, lies sich durchschaukeln und die Gedanken kreisen. Immer und immer um die gleiche Frage: Wie hatte es soweit kommen können?
Ihm wurde schlecht bei dem Gedanken jemand hätte verhindern können was passiert war, er oder sein Vater, aber niemand war auf die Idee gekommen Richard würde so weit gehen. Er hatte Henry ins Exil geschickt. Ihm verboten auch nur eines seiner Kinder mitzunehmen, die jetzt im Grunde Geiseln ihres Königs waren. Er hörte seinen Vater förmlich aufbrausen: So etwas darfst du noch nicht einmal denken, Junge. Das ist Hochverrat!"
Trotzig setzte er sich im Bett auf. 'Mein Vater ist nicht hier. Er ist in England, von wo ich verbannt wurde. Ich kann so viele verräterische Gedanken haben wie ich möchte. Ich kann sie sogar aussprechen wenn ich verflucht noch eins die Lust dazu habe. Ich bin mitten auf dem Ärmelkanal!' 'Hör gefälligst auf zu fluchen Henry Plantagenet, das ist deiner nicht würdig und deinem Stand vollkommen unangemessen!' Henry stöhnte. wurde er langsam verrückt?

Wenn dem so war, war es durchaus kein Wunder. Seit September hatte er unter ständiger Anspannung gestanden, seit dem Zeitpunkt in dem er erfahren hatte das sein Onkel Gloucester auf mysteriöser Weise unter der Obhut Thomas Mowbrays in Calais umgekommen war. Jeder wusste das er dem König nahe stand und jeder wusste das dieser Tod von eben diesem angeordnet worden war, obwohl Gloucester auch dessen Onkel gewesen war. Selbstverständlich sprach es niemand aus, den das wäre Hochverrat gewesen und hätte den eigenen Tod besiegelt. Richard war alles zuzutrauen. Auch die Auslöschung seiner gesamten Verwandtschaft.
Danach der ewig schwelende Streit zwischen Mowbray und seiner Familie, denn sie alle waren entsetzt über den feigen Mord gewesen. Und schließlich der schicksalhafte Tag des Kampfes, der darüber entscheiden sollte welche der beiden Parteien im Recht war. Sie waren am Ende beide verbannt worden, Mowbray auf Lebenszeit, Henry immerhin nur für ein paar Jahre. Aber dennoch...
Nun war Henry mit einer Schar seiner besten Ritter auf dem Weg nach Paris. Er war froh wenigstens ein paar Vertraute um sich zu haben, im Moment kam es ihm so vor als seinen dies die letzten Menschen auf der Erde denen er vertrauen konnte. Vor allem hatte es ihn unheimlich erleichtert zu hören das Edward of Burton, sich entschlossen hatte ihn auch auf dieser Reise nicht im Stich zu lassen. Auf Edward hätte er nur schwerlich verzichten können. Er war der loyalste und vertrauenswürdigste Ritter in seinem Gefolge. Und auch sein bester Freund. Henry war wohl bewusst das er die kommenden Monate ohne Edward kaum überstehen konnte.
Henry starrte die Decke an. In wenigen Stunden schon würden sie die französische Küste erreichen, eine Kanalüberquerung dauerte zum Glück nicht lange. Anschließend würden sie auf verschlungenen Pfaden durch Frankreich immer in Richtung Paris reisen.
Paris. Henry hatte die fantastischsten Geschichten über die Hauptstadt ihrer eigentlichen Feinde gehört. Größer sogar als London soll sie sein, ebenso stinken und lärmen aber doch ganz anders sein als alle englischen Städte. Irgendwie freier, offener, frivoler. Nicht das es ihn kümmern würde. Aber vielleicht würde es Edward etwas lockerer machen einige Zeit in der Gesellschaft der berüchtigten französischen Damen zu verbringen.
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