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Instinkt oder Liebe?

von vordano
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Brennan Mulwray Shalimar Fox
14.03.2010
26.03.2010
3
7.636
1
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14.03.2010 2.880
 
Instinkt oder Liebe?

Verwirrende Gefühle und eine lange Nacht

Shalimar hob ihren Kopf leicht an und atmete tief die Luft ein, um die verschiedenen Gerüche in der Zufluchtsstätte aufzunehmen. Gleich darauf blitzten ihre goldgelben Raubtieraugen auf und ein leises Knurren entwich ihrer Kehle. Brennan war wieder zurück und ein leichtes Kribbeln breitete sich auf ihrer Haut aus. Mit leichter Panik registrierte Shalimar, dass diese unerträgliche, pulsierende Hitze in ihr sich noch verstärkte, jetzt wo sie die frische Witterung des Elementars aufgenommen hatte. Shalimar war in den drei Stunden, die Brennan unterwegs gewesen war, fast wahnsinnig geworden – eine Tatsache, welche die Wilde ein weiteres Mal verärgert aufknurren ließ. Einerseits war sie froh gewesen, als Brennan die Zufluchtsstätte verlassen hatte, seine Nähe ihre Sinne nicht mehr permanent reizten. Aber es hatte nicht funktioniert. Kaum war der Elementar fünf Minuten weg gewesen, hatte Shalimar ihn bereits schmerzlich vermisst. Etwas in ihr fühlte sich zu ihm hingezogen, sie wollte in seiner Nähe sein, wollte ihn berühren…sich auf ihn stürzen – und das versetzte die Wilde in Panik.
Was würde passieren, wenn sie es nicht mehr schaffen sollte, ihre wilde Seite zu kontrollieren? Wenn sie einfach ihrem Instinkt folgen und ihre rationale Seite vergessen würde? Ganz tief in ihrem Unterbewusstsein kannte Shalimar die Antwort auf ihre Frage und sie fürchtete sich davor. Wie weit würde sie gehen, sollte sie sich wirklich einmal auf den Elementar stürzen? Würde sie Brennan vielleicht sogar verletzen? Der Elementar war zwar recht stark, aber gegen ihre unkontrollierte Wildheit hätte er keine Chance. Zumal Shalimar sich ziemlich sicher war, dass er seine Fähigkeit – sie einfach mit einem gezielten Blitz außer Gefecht zu setzten – niemals gegen sie einsetzten würde.
Sie sah den Elementar unter sich die Kommandozentrale betreten und ballte ihre Hände zu Fäusten bevor sie einige Schritte zurückging. Ihr Herz raste, als sie sich schließlich umdrehte und leise entfernte. Alles in ihr schrie danach, sich über das Geländer zu schwingen und sich auf Brennan zu stürzen – aber das durfte einfach nicht passieren!

Adam zog nachdenklich seine Stirn kraus, wodurch sich die Falten zwischen seinen Augenbrauen noch um einige Millimeter vertieften. Seine dunklen, fast schwarz wirkenden Augen beobachteten, wie Shalimar sich zurückzog und richteten sich anschließend auf den Elementar, der die Kommandozentrale durchquerte. Dieser blieb plötzlich stehen und blickte nach oben, genau auf die Stelle wo die Wilde gerade noch gestanden hatte.
„Paarungszeit!“, stieß Adam seufzend hervor und zog sich in sein Büro zurück, während in seinem Kopf ein Plan Gestalt annahm.

Brennan ging weiter bis zu der gemütlichen Sitzecke in der Kommandozentrale und stellte eine Papiertüte auf dem Tisch ab. Anschließend blickte er sich stirnrunzelnd um und rief:
„Hallo? Wo seid ihr denn alle? Ich habe Abendbrot vom Chinesen mitgebracht!“
Gleich darauf kam Jesse aus seinem Zimmer gestürzt und als Emma ebenballs aus seinem Zimmer trat, hob Brennan grinsend eine Augenbraue. Der Mutantin blieb das nicht verborgen und eine leichte Röte breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Als Emma den Elementar erreichte, schubste sie ihn leicht an und sagte:
„Was denkst du denn schon wieder?“
„Nichts!“, antworte Brennan unschuldig und sein Grinsen wurde noch etwas breiter.
Bereits seit einigen Wochen beobachtete er amüsiert, wie sich Jesses und Emmas Beziehung langsam aber sicher veränderte. Die beiden kamen sich immer näher und letzte Woche hatte er sie in der Küche gestört, als sie kurz davor waren, sich zu küssen. Im Nachhinein tat es ihm fast ein wenig Leid, dass er sie durch sein Erscheinen daran gehindert hatte. Ohne es wirklich zu wollen wanderten seine Gedanken zu Shalimar – und augenblicklich stürzte eine Flut von Gefühlen auf ihn ein. Diese Frau brachte ihn um seinen Verstand und es fiel dem Elementar immer schwerer damit umzugehen. Sobald Brennan in Shalimars Nähe war, er die Wärme ihres Körpers spürte – wenn Shalimar sich an ihn lehnte oder er sie freundschaftlich in seine Arme nahm – musste er sich jedes Mal zusammenreißen, um sie nicht einfach zu küssen.  Er sehnte sich danach, ihre warmen Lippen auf seinen zu fühlen. Er wollte jeden Zentimeter ihrer weichen Haut mit seinem Mund und seinen Händen erforschen. Aber das durfte niemals passieren, denn dadurch würde er ihre kostbare Freundschaft zerstören und das konnte er einfach nicht riskieren. Die Vorstellung, dass Shalimar sich von ihm abwenden könnte war unerträglich für Brennan. Er wollte mehr, so viel mehr von ihr…er liebte sie …aber er war sich nicht sicher, ob Shalimar dasselbe für ihn empfand. Wenn er in dieser Richtung etwas unternehmen und Shalimar das völlig anders sehen würde, wäre es nie wieder so wie jetzt zwischen ihnen – und das würde ihn umbringen.
„Brennan!?“ …
Jesse, der bereits am Tisch saß blickte zu dem Elementar auf, welcher abwesend vor sich hin starrte.
„Hey Brennan! Dein Essen wird kalt“, nuschelte der Molekular erneut mit vollem Mund.
Als der Elementar noch immer nicht antwortete, fing Emma laut an zu lachen und meinte:
„Vergiss es Jesse, der ist im Moment ganz woanders!“
Emmas freudiger Ausbruch holte Brennan in die Wirklichkeit zurück und seine braunen Augen bohrten sich entrüstet in ihre.
„Emma! Du sollt doch nicht einfach in meinem Kopf lesen!“
„Das habe ich doch gar nicht, Brennan!“, verteidigte sich die Teleemphatin. „Ganz im Gegenteil! Ich habe echte Schwierigkeiten mich vor deinen Emotionen abzuschotten!“
„Selbst ich konnte in deinem Gesicht lesen, wo du gerade warst!“, zog Jesse den Elementar mit einem breiten Grinsen auf, bevor er sich den nächsten Bissen in den Mund schob.
„Ach, ihr seid doch einfach nur doof!“, stieß Brennan genervt hervor. „Wo ist sie überhaupt?“
„Shalimar?“, fragte Jesse, noch immer grinsend, nach. „Keine Ahnung und ich werde sie auch nicht suchen gehen. Sie hat mir vorhin fast den Kopf abgerissen, nur weil ich gefragt habe, ob sie weiß wann du zurück sein wolltest.“
Brennan blickte von einem zum anderen und entfernte sich schließlich wortlos, um die Wilde zu suchen. Emma sah dem Elementar kopfschüttelnd hinterher. Die Emotionen, die sie von Shalimar und Brennan empfing waren so stark, dass sie sich wunderte, dass die beiden noch nicht übereinander hergefallen waren – allerdings fühlte Emma auch deren Ängste. Sie wusste, dass auch Jesse und Adam spürten, was Shalimar und Brennan füreinander empfanden. Alle waren davon überzeugt, dass die Wilde und der Elementar zusammengehörten, aber offenbar war den beiden selbst das noch lange nicht klar.

Nachdem Brennan sich davon überzeugt hatte, dass Shalimar nicht in ihrem Zimmer war, schlug er instinktiv den Weg Richtung Garage ein. Immer wieder rief er nach ihr, doch alles was er hörte, waren seine eigenen Schritte. In der Garage stellte er erleichtert fest, dass Shalimars Wagen noch immer an seinem Platz stand. Suchend ließ er seinen Blick durch den großen Raum schweifen.
„Shal? Bist du hier?“
Langsam ging er weiter und blickte hinter die Wagen. Gleich darauf wischte er sich mit einer Hand über sein Gesicht und schüttelte schließlich seinen Kopf.
„Was mache ich hier eigentlich?“
„Offenbar suchst du mich!“, hörte Brennan plötzlich Shalimars gereizte Stimme über sich und gleich darauf flog ein Schatten auf ihn zu. Die Wilde riss Brennan von seinen Füßen, so dass er rücklings auf den Boden schlug und setzte sich auf ihn, während sie den Elementar nach unten drückte. Noch während Brennan versuchte, seine Lungen wieder mit Luft zu füllen hob er irritiert seinen Kopf und blickte direkt in Shalimars funkelnde Raubtieraugen.
„Shal?“, keuchte er und versuchte sich aufzurichten, doch die Wilde drückte ihn noch fester auf den Boden. Ein leises Knurren entwich ihrer Kehle, während sie langsam ihren Kopf senkte bis ihr Mund Brennans Hals berührte. Sie atmete tief seinen Duft ein und plötzlich spürte der Elementar das leichte Knabbern ihrer Zähne auf seiner Haut. Sein Herzschlag setzte kurz aus, nur um gleich darauf einen wilden Marathon hinzulegen, während Shalimar sich langsam an seinem Hals zum Schlüsselbein hinunterarbeitete.
Die Wilde spürte, wie sich jeder Muskel in Brennans Körper anspannte und sie ließ seinen linken Arm los, zerrte an seinem T-Shirt und zog es hoch, damit sie mit ihrer Hand darunter fahren konnte. Sie wollte seine warme Haut fühlen, seinen durchtrainierten Körper spüren.
Brennan schloss seine Augen und griff, leise stöhnend, in ihre langen, blonden Haare. Er versuchte verzweifelt seinen benebelten Verstand wieder klar zu bekommen. Wenn Shalimar ihn weiter so berührte, würde er jeden Moment über sie herfallen und er war sich nicht sicher, ob sie das wirklich wollte. Er wusste einfach nicht, ob nur Shalimars Instinkte mit ihr durchgingen – ihre Hormone die Oberhand gewonnen hatten und sie beide es morgen bereuen würden, wenn sie das hier nicht stoppten.
Als wenn Shalimar seine Gedanken gehört hätte, sprang sie plötzlich auf und lief zu ihrem Wagen. Brennan rappelte sich auf, rannte ihr hinterher und blieb schließlich einige Schritte vor ihrem Wagen stehen. Shalimar war bereits angefahren und stoppte  nur ein paar Zentimeter vor dem Elementar. Dieser stieß erleichtert die Luft aus, während Shalimar ihre Fensterscheibe hinunterfuhr.
„Geh aus dem Weg Brennan! Ich bin jetzt nicht in der Stimmung um mit dir zu diskutieren!“
„Bitte bleib hier Shal!“, bat er leise mit sanfter Stimme. „Ich möchte nicht, dass du da draußen alleine durch die Nacht rennst!“
„Und warum nicht?“, fragte sie und es war ihrer Stimme anzuhören, dass sie sich eine ehrliche Antwort von Brennan wünschte. Sie hoffte so sehr, dass er ihr das sagen würde, was sie hören wollte.
>Weil ich dich liebe<, dachte der Elementar. Laut sagte er jedoch:
„Du weißt warum, ich habe es dir schon so oft gesagt!“
„Hast du das?“, zischte die Wilde enttäuscht und ihre Augen blitzten warnend auf.
„Geh aus dem Weg! Es ist mein Leben und es geht dich nichts an!“
Widerwillig trat Brennan an die Seite und als Shalimar an ihm vorbei fuhr, blickte sie in seine dunklen Augen und erschrak vor der Intensität mit der er sie ansah. In seinen Augen stand all das geschrieben, was sie von ihm hatte hören wollen: Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft aber auch Angst und Schmerz. Sie raste aus der Garage und wusste, dass sie diesen Blick nie wieder vergessen würde. Seufzend fragte Shalimar sich, ob es wirklich möglich war, dass der Elementar sie liebte. Dass er etwas für sie empfand stand außer Frage – aber war es Liebe? Sie schüttelte ihren Kopf und lachte bitter auf. Warum sollte Brennan Mulwray sich auf nur eine Frau konzentrieren – denn genau das erwartete sie von ihm. Sie wollte, dass er ihr alleine gehörte! Dass er sein restliches Leben mir ihr verbrachte! Shalimar konnte sich nicht vorstellen, dass Brennan sich jemals so fest an sie binden würde. Unwillkürlich überlegte sie, wann er das letzte Mal mit einer anderen Frau zusammen gewesen war. Ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als ihr klar wurde, dass sie in den letzten Monaten keinen Geruch einer anderen Frau an ihm wahrgenommen hatte. Sie gestand sich ein, dass sie sehr genau darauf geachtet hatte, wenn er alleine unterwegs gewesen war und nach Hause kam. Oft war sie nur aus diesem Grund wach geblieben und hatte auf ihn gewartete, auch wenn sie in Wirklichkeit hundemüde gewesen war. Ein weiteres Mal schüttelte Shalimar ihren Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben. Sie benötigte dringend ein Ventil und deswegen würde sie heute Nacht auf die Jagd gehen. Danach, so hoffte sie, würde es ihr besser gehen.

Brennan stürmte an Emma und Jesse vorbei in sein Zimmer, direkt unter die kalte Dusche. Obwohl er Wasser nicht gerade liebte, da es ihn dank seiner Mutanten DNA schwächte, blieb er viel länger unter dem feuchten Element stehen als gewöhnlich. Er zog es sogar in Erwägung, so lange unter dem Wasserstrahl zu bleiben, bis er es, völlig entkräftet, gerade noch in sein Bett schaffen würde – nur alleine um schlafen zu können und Shalimar für heute Nacht zu vergessen. Allerdings dauerte es nicht lange bis sein Körper vor Kälte zitterte, obwohl Brennan das Wasser wärmer gestellt hatte und er resignierend die Dusche verließ. Natürlich würde er heute Nacht nicht schlafen können und auf Shalimars Rückkehr warten. Brennan zog sich seine Jeans über, schmiss sich in sein Bett und zog die wärmende Bettdecke über sich. Immer wieder stellte er sich die Frage, was Shalimar von ihm hatte hören wollen. Hätte er ihr die Wahrheit sagen sollen? Hätte er ihr wirklich sagen sollen, dass er sie mit jeder Faser seines Körpers liebte?

Eine halbe Stunde später öffnete sich – nach einem zaghaften Klopfen – Brennans Tür und Emma betrat sein Zimmer.
„Brennan? Ist alles in Ordnung mit dir?“
Emma setzte sich vorsichtig auf den Rand des Bettes und wartete auf eine Antwort des Elementars, der mit dem Rücken zu ihr lag. Sie wusste, dass er wach war. Dieser stieß schließlich geräuschvoll die Luft aus und dreht sich zu der Psionikerin um. Er lehnte sich auf seinen Arm und brachte ein kleines Lächeln für Emma zustande. Manchmal war er nicht gerade glücklich darüber, dass es so schwer war, der Teleemphatin etwas vorzumachen.
„Es geht mir gut, Emma! Ich wollte nur etwas alleine sein um nachzudenken!“
Da Emma nicht nachzufragen brauchte, worüber der Elementar nachdachte, schenkte sie ihm ein warmes Lächeln und berührte kurz seine Schulter. Gerne hätte sie ihm gesagt, was sie von Shalimar empfing aber sie hatte gelernt, dass es besser war sich aus manchen Dingen herauszuhalten. Die beiden mussten alleine zueinander finden, denn wenn sie nachhalf und es funktionierte hinterher doch nicht, würde sie sich ewig Vorwürfe machen. Außerdem wollten weder Shalimar noch Brennan, dass sie sich einmischte und in ihnen las wie in einem offenen Buch.
„Gut, ich habe noch etwas vom Abendbrot vor Jesse retten können. Ich stelle es in die Küche, dann kannst du später noch etwas essen.“
Emma war klar, dass Brennan nicht schlafen würde, bevor Shalimar zurück war.  
„Danke Emma“, antwortete der Elementar, legte sich auf seinen Rücken und starrte die Zimmerdecke an.
Emma stand auf und ging langsam zur Tür. Sie sah und spürte wie sehr Brennan die Situation mit Shalimar zu schaffen machte und ein tiefer Schmerz breitete sich in ihrem Herzen aus. Sie liebte Brennan und Shalimar und es war nicht einfach für sie, mit ansehen zu müssen, wie schwer die beiden es sich machten. Noch bevor Emma sich selbst zurückhalten konnte verstieß sie gegen ihre eigenen Prinzipien und sagte:
„Du solltest Shalimar sagen, dass du sie liebst!“
Brennan fuhr hoch und blickte die Psionikerin mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Ärger an.
„Emma!“
Diese huschte schnell durch die Tür und schloss sie hinter sich.

Es wurde eine sehr lange Nacht für Brennan. Er zappte sich durchs Fernsehprogramm, versuchte zu lesen oder lief durch die Gänge der Zufluchtsstätte. Brennan war wütend auf Shalimar, obwohl er vor Sorge um sie fast umkam. Einige Male, wenn seine Wut die Oberhand gewann, legte er sich in sein Bett mit dem festen Vorsatz zu schlafen. Schließlich war es ihr ja egal, dass er sich um sie sorgte. Sie hatte vorhin selbst gesagt, dass ihn ihr Leben nichts anginge. Aber es gelang ihm einfach nicht Shalimar aus seinem Kopf zu verbannen und seine innere Unruhe abzuschalten. Also stand Brennan jedes Mal wieder auf, wankte in die Kommandozentrale und starrte dort auf einen Monitor, auf dem die Garage zu sehen war – nur um festzustellen, dass Shalimars Wagen noch nicht wieder auf seinem Platz stand.

Es war bereits fünf Uhr morgens als Shalimar zurückkam. Brennan, der völlig gerädert vor dem Monitor saß sprang erleichtert auf und fuhr den PC herunter. Danach rannte er in sein Zimmer und ließ sich in sein Bett fallen. Auf keinen Fall fühlte er sich jetzt noch dazu in der Lage, sich auf eine Konfrontation mit Shalimar einzulassen. Der Elementar war hundemüde und wollte einfach nur schlafen – und jetzt, wo die Wilde endlich zu Hause war, dauerte es nur zwei Minuten bis Brennan wegdriftete und nichts mehr um sich herum wahrnahm.

Shalimar betrat leise die Kommandozentrale und war ein wenig enttäuscht Brennan nirgends zu sehen. Sie hatte fest damit gerechnet, dass er auf sie warten würde. Das hatte er die letzten Male immer getan, obwohl sie ihm immer wieder wütend klar gemacht hatte, dass er das unterlassen sollte. Jetzt, wo er nicht da war, gab es ihrem Herzen einen Stich und Shalimar schüttelte über sich selbst den Kopf. Was erwartete sie eigentlich? Erst fiel sie ihn an, dann verführte sie ihn fast nur um ihn gleich darauf möglichst weit wegzustoßen. Sie hatte ihm schließlich deutlich genug gesagt, dass ihn ihr Leben nichts anginge. Warum also war sie so enttäuscht? Plötzlich fiel ihr Blick auf ein Buch, welches neben einem Monitor lag und Shalimar ging langsam zu dem Rechner. Ihre Augen blitzten kurz gelb auf, als sie die Witterung des Elementars aufnahm. Es bestand für sie kein Zweifel, dass er vor kurzem noch hier gewesen war. Die Wilde ging in die Hocke und legte eine Hand auf den Rechner und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie spürte, dass dieser noch warm war. Brennan hatte also auf sie gewartet und sich rechtzeitig verdrückt, um einem Streit aus dem Weg zu gehen. Shalimar schlich zu seinem Zimmer und blieb lauschend vor der nur angelehnten Tür stehen. Als sie Brennans gleichmäßige Atemzüge hörte, stieß sie vorsichtig die Tür auf und trat leise in sein Zimmer. Ein warmer Glanz schlich sich in Shalimars Augen, als sie den Elementar in T-Shirt und Jeans auf seinem Bett liegen sah. Sie betrachtete eine Weile die Konturen seines Gesichtes, welches im Schlaf entspannt aber auch verletzlich wirkte. Langsam beugte sie sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf seine Wange und verließ danach schnell das Zimmer.
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